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soziale bedeutung von behinderten
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grudgie
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Anmeldungsdatum: 14.05.2006
Beiträge: 60

BeitragVerfasst am: 25 Mai 2006 - 08:31:39    Titel: soziale bedeutung von behinderten

hallo,
ich hab mal in einer sendung gesehen, dass behinderte einen nutzen haben. es ging speziel auch um trisomie kranke. trisomie kranke sind ja fern von allen aggression (aggressionszentrum im hirn arbeitet nicht) und brauchen ständig andere menschen die ihnen helfen. nun wurde in der sendung die these aufgestellt, dass trisomie kranke kinder durch diesen umstand, den zusammenhalt in den gruppen fördern. klingt ja erstmal plausibel, kann das aber auch nur aus film und fernsehen wiedergeben, habe selber keinen kontakt zu behinderten (insbesondere geistig).
in früheren zeiten hat man das auch garnicht als krankheit erkannt sondern die betroffenen wurden als dorftrottel abgestempelt, heutzutage weiss man dass es ein gendefekt ist.
was meint ihr ist da was dran? heute steckt man diese menschen ja in heime, nur wenige eltern nehmen die last auf sich oder es wird gleich eine abtreibung vorgenommen.
es sollte jedem klar sein, dass das ein sehr konfliktbeladenes thema sein kann, deshalb bitte posts (besonders die eigenen) zweimal lesen.

mg grudgie
lisbeth
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Anmeldungsdatum: 15.04.2006
Beiträge: 2016

BeitragVerfasst am: 25 Mai 2006 - 08:54:58    Titel: Re: soziale bedeutung von behinderten

grudgie hat folgendes geschrieben:
hallo,
ich hab mal in einer sendung gesehen, dass behinderte einen nutzen haben. es ging speziel auch um trisomie kranke. trisomie kranke sind ja fern von allen aggression (aggressionszentrum im hirn arbeitet nicht) und brauchen ständig andere menschen die ihnen helfen. nun wurde in der sendung die these aufgestellt, dass trisomie kranke kinder durch diesen umstand, den zusammenhalt in den gruppen fördern. klingt ja erstmal plausibel, kann das aber auch nur aus film und fernsehen wiedergeben, habe selber keinen kontakt zu behinderten (insbesondere geistig).
in früheren zeiten hat man das auch garnicht als krankheit erkannt sondern die betroffenen wurden als dorftrottel abgestempelt, heutzutage weiss man dass es ein gendefekt ist.
was meint ihr ist da was dran? heute steckt man diese menschen ja in heime, nur wenige eltern nehmen die last auf sich oder es wird gleich eine abtreibung vorgenommen.
es sollte jedem klar sein, dass das ein sehr konfliktbeladenes thema sein kann, deshalb bitte posts (besonders die eigenen) zweimal lesen.

mg grudgie




-> Also ich kenne sehr viele Eltern mit behinderten Kindern. Die meisten davon haben Trisomie21, weil das eben häufig vorkommt.
Wie die Abtreibungsquote ist, nachdem die Eltern erfahren haben, dass ihr Kind behindert ist weiß ich nicht, aber die Kinder die ich kenne leben eigentlich alle lange zu Hause (so lange wie eben möglich). Ich würde nicht sagen, dass die ins Heim "abgeschoben" werden. Dies geschieht eher durch die Notwendigkeit, dass die Eltern irgendwann nicht mehr in der Lage sind für das kind zu sorgen.

Bei geistig-behinderten Kindern, die irgendwann ins "Heim" kommen liegt das dann an folgenden Gründen:
1. Die Eltern werden auch immer älter und mit 60 ist die Belastung ziemlich groß, wenn man (immer noch) ein Kind hat, das ständig Unterhaltung, Aufsicht und Pflege braucht. (Je nach Krankheitsbild müssen die Kinder mit 20 Jahren noch gewickelt werden, können sich nicht verbal mitteilen oder haben ihre Bewegungen und Aktivitäten nicht unter Kontrolle)
2. Auch bei weniger "schlimmen" Fällen muss man für das Alter des Kindes vorsorgen, wenn die Eltern, die ja eine sehr enge und oft die einzige Bezugsperson sind, nicht mehr da sind. -> man muss sie vorbereiten, dass sie später auch ohne Eltern, z.B. im Rahmen von betreutem Wohnen weiterexistieren können und noch einen gewissen Grad an Selbständigkeit erlangen. Daher ist es ebenfalls wichtig, dass sie beizeiten Abstand zur Familie bekommen und weitere Bezugskreise/Gemeinschaften finden.


Was den Zusammenhalt in Familien mit geistig-behinderten betrifft:
Es fördert den Zusammenhalt, schon alleine deshalb weil es organisatorisch einfach nötig ist. Es führt häufig aber auch zu anderen Problemen, die es in anderen Familien nicht gibt, weil die psychische wie physische Belastung einfach sehr viel höher sein kann und meist auch ist. Das Kind wird ja praktisch nie Erwachsen wird und und entwickelt sich auch meist nicht wie ein "normaler" Mensch, sondern weist auf den unterschiedlichen Gebieten sehr große Differenzen im Entwicklungsstand und verschiedene Defizite (aber auch besondere Stärken!!) auf.
Kann sein, dass ein Kind geistig als 5jähriger eingestuft wird, im Körperhygieneverhalten einen 3jährigen nie übertrifft, im Freizeitverhalten einem Greis gleicht aber besonders feine Antennen für zwischenmenschliche Beziehungen hat, obwohl es gar nicht an diesen teilhat, was aber bei Spannungen negative Auswirkungen auf deren Verhalten hat.

Alle Familien die ich kenne haben jedoch ihre Kinder besonders gerne und gehen auch gerne auf alle ihre Eigenarten ein. Das liegt auch daran, dass die Kinder meist sehr viel dankber als andere Kinder sind und sich noch richtig über Kleinigkeiten aller Art oder auch nur über kurze Aufmerksamkeiten freuen, die "normale" Kinder schon gar nicht mehr registrieren würden. Vor allem das würde ich eine Bereicherung der Erfahrungen im Zusammenleben mit Behinderten nennen, den normale Familien nicht haben. Mit Sicherheit fördert dies auch wiederum den Familienzusammenhalt in besonderem Maße.
Individualistin
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Anmeldungsdatum: 30.10.2005
Beiträge: 937

BeitragVerfasst am: 25 Mai 2006 - 09:49:20    Titel:

Ich fahre ja relativ viel Bus und Bahn und auf einer Strecke, die ich immer mit dem Bus fahre, halten wir in der Nähe von einem Heim, in dem sehr viele Menschen mit geistigen Unzulänglichkeiten leben. Ich habe auf jeden Fall einen sehr positiven Eindruck.

Wir hatten früher in der Grundschuklasse auch ein Mädchen, das eine geistige Unzulänglichkeit hatte - war allerdings nicht Trisomie 21... Dieses Mädchen hatte öfter Anfälle und hat auch zum Ärgern geneigt.
North
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Anmeldungsdatum: 09.05.2006
Beiträge: 445

BeitragVerfasst am: 25 Mai 2006 - 10:13:25    Titel:

ich denke schon, dass man in gewissem sinne davon lernen kann (doof ausgedrückt, ich weiss).

aber in solchen familien wird oft einfach mehr rücksicht genommen, sich mehr zeit genommen, man gibt mehr aufeinander acht. klar ist das zwar zwangsläufig, aber sich etwas davon anzueignen täte vielen leuten nicht gerade schlecht!
bak2
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Anmeldungsdatum: 25.03.2006
Beiträge: 497

BeitragVerfasst am: 25 Mai 2006 - 10:17:51    Titel:

hi,

hab da wenig eigene erfahrungen, aber wie siehts denn mit den geschwistern von behinderten aus? ist es nicht total schwierig denen zu zeigen dass man sie genauso lieb hat, wenn man doch sehr viel mehr zeit mit denen verbringen muss?

mfg
lisbeth
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Anmeldungsdatum: 15.04.2006
Beiträge: 2016

BeitragVerfasst am: 25 Mai 2006 - 15:47:44    Titel:

bak2 hat folgendes geschrieben:
hi,

hab da wenig eigene erfahrungen, aber wie siehts denn mit den geschwistern von behinderten aus? ist es nicht total schwierig denen zu zeigen dass man sie genauso lieb hat, wenn man doch sehr viel mehr zeit mit denen verbringen muss?

mfg


Also mit Geschwistern ist so ne Sache.
Das kommt auf das Alter der Geschwister an und auch auf die Behinderung.
Gerade bei jüngeren Geschwistern bis nach der Pubertät kann das schon zu Problemen führen. Junge Kinder verstehen oft nicht, warum der Bruder oder die Schwester immer Sonderrechte und Sonderbehandlung bekommt, ältere Kinder haben oft ein Problem damit, das sie je nach Behinderung des Bruders/der Schwester nicht wie andre Kinder einfach Leute mit nach Hause bringen können. Sei es weil der Behinderte unter Veränderungsangst leidet, weil er vor Fremden Angst hat, weil die Freunde mangels eigener Erfahrungen nichts mit dem Behinderten anfangen können, ...

Probleme dadurch, dass man besonders viel Zeit mit dem Behinderten verbringen muss, habe ich bisher weniger kennengelernt. Normalerweise sollten die Eltern ja auch nicht die anderen Geschwister generell als Babysitter missbrauchen, Ab und zu für kurze Zeit und bei Bedarf, da ist nichts einzuwenden. Bis man Geschwister damit beauftragen kann, sind die in aller Regel aber auch schon alt genug, dss sie die Notwendigkeit erkennen und dann auch bereit sind, mitzuhelfen.
Wenn Geschwister aufpassen, dann sollten sie das schon freiwillig tun. Meist ist das sowieso nur stundenweise für ein- bis zweimal die Woche. Oft geht es dann auch "nur" um Anwesenheit, damit die Aufsichtspflicht nicht verletzt wird (je nach Behinderung) und dass der Behinderte in der Zeit soweit beschäftigt ist, dass ihm nicht langweilig ist und er aber aus Langeweile auch nichts "anstellt", was er nicht überblicken kann.

Ansonsten glaube ich aber nicht, dass Geschwister behinderter Kinder mehr Probleme damit haben als andere Kinder, diesen zu zeigen, dass sie sie dennoch lieb haben.
Salvini
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Anmeldungsdatum: 02.08.2005
Beiträge: 754

BeitragVerfasst am: 26 Mai 2006 - 10:28:57    Titel:

bak2 hat folgendes geschrieben:
hi,

hab da wenig eigene erfahrungen, aber wie siehts denn mit den geschwistern von behinderten aus? ist es nicht total schwierig denen zu zeigen dass man sie genauso lieb hat, wenn man doch sehr viel mehr zeit mit denen verbringen muss?

mfg





Sicher sind Behinderte eine große Herausforderung.
Alle gesellschaftlichen Institutionen, aber auch jeder einzelne, stehen vor der Aufgabe, sie so zu behandeln,als wären sie nicht behindert.
Sie sollten unvoreingenommen in jedes "WIR" integriert werden, das sie suchen.

Natürlich gibt es noch viele Defizite, aber manches hat sich auch schon gebessert.
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