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Therapie schadet nie?
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septimus
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Anmeldungsdatum: 27.05.2006
Beiträge: 32

BeitragVerfasst am: 27 Mai 2006 - 13:48:46    Titel: Therapie schadet nie?

Deutungen, Erinnerungen an die Kindheit, Nacherleben und Einsichten führen angeblich in der Psychoanalyse aus der neurotischen Depression.

Ginge doch auch selber. Die bisherigen Therapien haben leider samt und sonders fehlgeschlagen. Sitzt zwar keiner hinter mir um mir zuzuhören, Very Happy Very Happy kann ich doch frei assoziieren um an den Kern der Neurose zu gelangen.
Auf Grund bisheriger negativer Therapieerfahrungen (Gestalt, Gespräch, Tiefen, VT) würde ich mich am liebsten selber therapieren um nach dieser langen Leidenszeit endlich diesen lästigen Käfig der Kindheit abzulegen.

Ein Leben lang Sport gegen Vulnerabilität, Dysthymie, Neurose und einer nicht enden wollenden Serie schicksalhafter Ablehnungen. Ein Leben lang auf der Suche nach den gezwungenermaßen abtrainierten Gefühlen der Kindheit mit dem fehlenden Vertrauen für Liebe, dafür aber Mutismus und Misantrophie.
Immer das Übliche für die Grundlage klassischer Persönlichkeitsstörung.
Wer keinen Bums aus der Kindheit hat, 20 % schaffen das angeblich unbeschadet, hat eben Glück gehabt!

Stimmungspusher war und ist daher Sport. Er hilft schnell ohne Medikamente, Drogen oder Alkohol sofort.

Ein Leben lang gerannt und Gewichte gestemmt, nun sind die Knie und Halswirbel platt. Momentan fahre ich wöchentl. 200 km Crossbike, trainiere und kämpfe weiter gegen Depressionen, Neurosen und Übergewicht auch auf dem Hometrainer an Regentagen.

Aber was ist der Auslöser? Habe viel darüber gelesen, meine letzten Bücher zum Thema: "Pessimisten küsst man nicht" (Prof. Martin Seligman, gelernte Hilflosigkeit), "Bestie Mensch" (Dr. T. Müller, FBI-Profiler, narz. PS), "Das Drama des begabten Kindes" (Prof. Alice Miller) usw.

Kann man den Weg analytisch noch einmal zurückgehen und an der nächsten Kreuzung vielleicht die andere Abzweigung wählen? Kann man diesen Weg vielleicht auch durch Eigentherapie alleine beschreiten?
Es muß doch so etwas geben, oder?

Oder ist es schon eine Störung an sich zu glauben, es gäbe so etwas Spektakuläres wie Aufdeckung, Assimilierung, Verabschiedung oder gar Heilung?

Lässt mich die Kenntnis meiner Neurosen dauerhaft weniger neurotisch sein?
Salvini
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Anmeldungsdatum: 02.08.2005
Beiträge: 754

BeitragVerfasst am: 27 Mai 2006 - 15:35:55    Titel: Schaden in der Therapie?

Ich würde sagen, dass eine therapeutische Beziehung nur ein Sonderfall einer menschlichen Beziehung ist.
Diese kann fördern oder schaden.

So ist es auch mit einer therapeutischen.
septimus
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Anmeldungsdatum: 27.05.2006
Beiträge: 32

BeitragVerfasst am: 27 Mai 2006 - 16:42:37    Titel:

Menschliche Beziehungen speziell und allgemein.
Warum sagt ein Therapeut eigentlich nicht, lassen sie es lieber mit mir, meine Erfahrung zeigt mir mit uns kann das nichts werden, sie sind mir nicht sympathisch ihre Störungen sind zu schwer, das kann ich nicht behandeln, das habe ich nicht gelernt usw. usw..
Warum gibt diese tausenden Therapieabbrüche oder gescheiterteten Therapien? Die Erfahrung zeigt, es handelt sich hier meist um einseitige Willenserklärungen, der Patient doch nach ellenlanger Wartezeit kaum eine andere Wahl in seiner misslichen Situation sieht und nicht noch einmal ein halbes Jahr oder länger Wartezeit in Kauf nehmen kann.
Sarabande
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Anmeldungsdatum: 05.05.2006
Beiträge: 25
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 28 Mai 2006 - 13:50:33    Titel: Re: Therapie schadet nie?

septimus hat folgendes geschrieben:
Kann man den Weg analytisch noch einmal zurückgehen und an der nächsten Kreuzung vielleicht die andere Abzweigung wählen?


Klar geht das! Wenn Du die andere Abzweigung gewählt hast wirst Du irgendwann wieder auf eine Kreuzung treffen, wo Du Dich entscheiden mußt. Ob es die richtige Abzweigung ist, kannst Du vorher nicht wissen. Du hast aber jeder Zeit die Möglichkeit, dahin wieder zurückzukehren wo Du dich vertan hast. Wenn Du diesen Weg in Deinem Leben kompromißlos gehst, kannst Du für Dich eine Menge erreichen. Ich bin mit dieser Taktik bisher gut gefahren.

septimus hat folgendes geschrieben:
Kann man diesen Weg vielleicht auch durch Eigentherapie alleine beschreiten?


Auch hier ein eindeutiges Ja. Therapieerfahrung hast Du. Daraus schliesse ich, dass Du Dich gut kennst. Das ist die Grundvoraussetzung.
Und Struktur (Ausbildung, Beruf, Freund Freundin Freunde Bekannte Verbündete Interessen)
septimus
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Anmeldungsdatum: 27.05.2006
Beiträge: 32

BeitragVerfasst am: 28 Mai 2006 - 19:45:01    Titel:

Wie heile ich selber meine neurotische Depression?
Ich will den blinden Fleck aufsuchen. Denke an ein ganz bestimmtes Kindheitsgefühl mit 3 Jahren im Elternbett. Schon damals ein tiefer Schmerz der mir bis heute leider präsent blieb. In der weiteren kindlichen Entwicklung zeigten sich Sprachentwicklungsstörungen und Stuhlgang einhalten.
Die psychoanalytische Behandlung arbeitet mit dem freiem Assoziieren des Patienten ohne das sich der Analyst hinter ihm jemals äußert. Falls diese Therapie wirklich wirksam ist, müssten doch die laut geäußerten Erinnerungen an die Kindheit mit Nacherleben und Einsichten eine Einheit in gegenseitiger Ergänzung bilden, die sodann zwangsläufig auch zu dem gewünschten Ergebnis führen.
Gibts evtl. eigene Therapieerfahrungen oder Literaturtips? Cool [/quote]
septimus
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Anmeldungsdatum: 27.05.2006
Beiträge: 32

BeitragVerfasst am: 31 Mai 2006 - 13:18:42    Titel:

Ist Psychoanalyse wirksam und kann sie wirklich heilen?

Hat jemand detaillierte Erfahrungen mit dieser langjährigen Behandlung, gibt es evtl. Informationen über Heilungen?

Das Aufarbeiten der Kindheit stelle ich mir recht schwierig vor, da erstens sehr lange her und zweitens viele Sequenzen nicht zurückerinnert werden können. Was nicht assoziiert wird kann doch evtl. auch nicht assimiliert werden. Wenn man den Filmberichten der Freud Serie auf 3Sat glauben schenken darf, wurden Störungen wie z.B. nicht mehr gehen können aufgezeigt und nach der Intervention des Therapeuten Freud wegen verdrängter sexueller Trieberegungen, die Patientin wieder zum Gehen gebracht.
Es gibt einfach zu wenig Information über den Erfolg von bestimmten Psychotherapien. Es muß doch Menschen geben die von ihren Neurosen, psychosomatischen Störungen, Ängsten, Depressionen und Persönlicheitsstörungen geheilt wurden und bereit sind darüber Auskunft zu geben. Immer nur von dem Typus der Therapeuten und dazu passenden Patienten zu berichten, halte ich alleine nicht für ausreichend, wenn schon von vornherein eine nicht passende Methode gewählt wird.
Froschle
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Anmeldungsdatum: 18.05.2006
Beiträge: 120

BeitragVerfasst am: 31 Mai 2006 - 13:33:55    Titel:

Hi Septimus,
was Du in Eigentherapie machen könntest, wäre evtl., Dir in aktuellen Situationen, in denen Du Angst hast oder sonstiges "auffälliges" Verhalten an Dir siehst (oder jemand von außen Dich drauf bringt) zu überlegen, was in Deiner Kindheit der AUslöser gewesen sein könnte. Dabei kannst auch von Deinem Erlebnis als dreijähriges Kind ausgehen: welche Situationen gab es danach, welches Verhalten (was Du heute als auffällig betrachten würdest) hast Du im Verlauf Deiner weiteren Entwicklung gezeigt? Also, vielleicht fällt Dir auf dem Weg immer mehr ein (wenn Du es so nicht schon in ner Therapie probiert hast).

Also, ich würd eher von speiellen Problemen/ Situationen auf Kindheitserlebnisse gehen.
Weißt, zB dass die Person, die etwas mit Deinem Erlebnis zu tun hatte, Dich noch auf andere Weise beeinflusst hat? oder so.

Vielleicht hast das alles schon in ner Therapie gehört und es ist alles ein alter Hut für Dich Wink , aber ich hoffe ich konnte Anregungen geben.

grüß, frosch
Froschle
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Anmeldungsdatum: 18.05.2006
Beiträge: 120

BeitragVerfasst am: 31 Mai 2006 - 13:39:55    Titel:

PS: Das ist allerdings eher n langer Prozess, aber Du hast es selbst in der Hand. Und vielleichht kommst Du ja auf Knackpunkte/ Schlüsselerlebnisse, durch die die Heilung bzw starke Besserung recht schnell geht?
Ich zB hab vor vielen Dingen Angst, und manchmal "zwing" ich mich dan, ins kalte Wasser zu springen.
Bei anderen Problemen ist das allerdings nicht so einfach.
Ich les grad auch wieder ein Psychologie-Buch, das ist ganz gut. Da geht es eben auch die ganze Zeit darum, aus Erfahrungsberichten Vergleiche zur eigenen Kindheit zu entdecken, und eben blinde Flecken aufzuspüren. Und es nimmt die Schuld von den Kindern, die wir früher alle waren Smile.

Darf man den Titel vom Buch her posten? Schon, oder? Sonst kann ich s Dir mailen/ in Deinen Briefkasten(?) schicken.
michi69
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Anmeldungsdatum: 23.03.2006
Beiträge: 14
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 01 Jun 2006 - 07:21:21    Titel:

[quote="septimus"]
Warum sagt ein Therapeut eigentlich nicht, lassen sie es lieber mit mir, meine Erfahrung zeigt mir mit uns kann das nichts werden, sie sind mir nicht sympathisch ihre Störungen sind zu schwer, das kann ich nicht behandeln, das habe ich nicht gelernt usw. usw..
Warum gibt diese tausenden Therapieabbrüche oder gescheiterteten Therapien? quote]

"Leider" sind Therapeuten auch nur Menschen, die sich vielleicht auch einfach mal selbst überschätzen, einer bestimmten Therapiemethode schon fast ideologisch nacheifern (mit Therapie X läßt sich jedes Problem lösen!) oder einfach nur eigene Finanznöte haben und deswegen jeden Patienten annehmen - traurig aber wahr! Das ist wie bei jedem anderen Mediziner auch, es gibt solche und solche.
Aber ich finde es gut, daß Du Dich deswegen nicht gleich aufgibst sonder nach Lösungen suchst. Ob Eigentherapie möglich ist oder nicht mag ich nicht zu bewerten, jedoch solltest Du Dich vielleicht ein mal wirklich mit der Psychoanalyse beschäftigen - sollte die Ursache in der Vergangenheit liegen, so könntest Du damit wahrscheinlich wirklich Erfolge bekommen. Nur solltest Du einen neuen Therapeuten erst ein mal in einem Interview "testen", ob die Chemie stimmt, das scheint mir ganz wichtig zu sein!
septimus
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Anmeldungsdatum: 27.05.2006
Beiträge: 32

BeitragVerfasst am: 01 Jun 2006 - 14:54:31    Titel:

Es gibt sie also doch, Studien die eine qualifizierte Aussage treffen können. In der gestrigen Tageszeitung erschienen "Neue Wege bei Depressionen".
Zitat: Depressionskranken Menschen macht eine Studie Hoffnung, die seit einem Jahr am Zentrum für Psychotherapie an der Ruhr-Universität läuft: 75 Prozent der Teilnehmer, so das Zwischenfazit der Bochumer Psychologen, konnten ihre Depression bewältigen oder zumindest deutliche Fortschritte machen.
Das Programm setzt nicht auf Psychopharmaka, sondern auf verhaltenstherapeutische Maßnahmen. Solche Ansätze sind immer noch zu selten, obwohl die Krankenkassen die Kosten voll übernehmen.
Natürlich sofort telefonischen Kontakt aufgenommen. Es stehen ca. 20 Therapeuten zu Verfügung, Wartezeit 3 Monate. Mensch warum plage ich mich seit 2 Jahren einen Therapeuten zu finden. Wartezeiten von bis zu 2 Jahren sind leider keine Seltenheit. Sofort zum behandelnden Facharzt marschiert und die nötige Überweisung dorthin angekündigt.


Da geht noch was! Cool


Zuletzt bearbeitet von septimus am 08 Jun 2006 - 19:33:26, insgesamt einmal bearbeitet
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