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banküberfall...
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svenväth
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Anmeldungsdatum: 16.06.2006
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 16 Jun 2006 - 20:59:20    Titel: banküberfall...

Fall: Bankräuber B hat eine geladene Waffe und geht in die Sparkasse S hinein. Dort nimmt er die Person P, hält ihr die Pistole an den Kopf und fordert den Kassierer K auf das Geld herauszugeben. Kassierer K weigert sich. B ist so verärgert und erschießt die P.

Strafbarkeit des B und K.
Thali1
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 314
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 16 Jun 2006 - 23:43:48    Titel: Hallo,

Hallo,

B:

Lösung könnte lauten:
B hat sich wegen Totschlags (§ 212),
tateinheitlich (§ 52) mit
(falls das geht schweren (250, 255, 253) erpresserischen Menschenraubs (§ 239a),
dies ebenfalls tateinheitlich (§ 52)
mit (versuchter, falls K sich weiter weigert) schwerer räuberische Erpressung gem. §§ 253, 255, 249, 250, 22, 23 StGB
strafbar gemacht.

Mord? § 211 StGB nur den niedrigen Beweggrund prüfen. Falls nicht, § 212- Totschlag bejahen.

Dann schwere räuberische Erpressung gem. §§ 253, 255, 249, 250 prüfen (schwere räuberische Erpressung mit Todesfolge gem. § 251 tritt zurück.)
Weigert sich K weiterhin, ist der objektive Tatbestand des § 253 I nicht erfüllt, dann liegt eine versuchte schwere räuberische Erpressung gem. §§ 253, 255, 249, 250, 22, 23 StGB. (Dann würde ich § 251, 255 gleich ausschließen, da keine Vollendung.)

Oder Du prüfst gleich § 239a, Erpresserischer Menschenraub (!!!), (sowie § 239b, Geiselnahme, der aber ausscheiden dürfte.)
Das Verhältnis der §§ 253, 255, 249, 250, 22, 23 (Versuch) zu § 239a (Vollendet!) mußt Du klären.
Schwerer (§§ 250, 255, 253) vollendeter erpresserischer Menschenraub ??

bedrohung § 241 gegen P.

Verstoß gegen das Waffengesetz, §§ 52 WaffG ungefähr !?

§ 123 StGB ?


Konkurrenzen:

§ 241, 123, WaffG, würde ich versuchen auf dem Weg der gesetzeskonkurrenz loszuwerden, da der Unrechtsgehalt, (Waffe, Drohung) schon i d and Delikten enthalten sind u. so bestraft werden.

Tateinheit, § 52 StGB:
Natürliche Handlungseinheit +
Mehrere Straftatbestände erwirklicht +
sog. Verklammerung der Handlungen (erpress Menschenraub und Totschlag werden verklammert dur die versuchte schwere räub. Erpressung.)

Tatmehrheit, § 53 zwischen § 239a und § 212 müßte aber auch vertretbar sein. Dann aber Tateinheit zw § 239a und §§ 255, 250, 22, 23.)

Ein bissel durcheinander alles, aber ich hoffe, es hilft ein bischen weiter.
Zu K bin ich nicht mehr gekommen. (Totschlag durch Unterlassen und Fahrlässige Tötung prüfen.
Seven
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Anmeldungsdatum: 06.09.2005
Beiträge: 26

BeitragVerfasst am: 17 Jun 2006 - 16:34:36    Titel:

Hallo,

hab jetzt nur 5 min drüber nachgedacht, aber das ist dabei rausgekommen.
Man beginnt immer mit dem Tatnächsten:

A. Strafbarkeit des B

I. Mord aus Habgier, niedrige Beweggründe, Verdeckungsabsicht
> es wird wohl nur die Habgier durchgehen (B wollte Geld)

II. Gefährliche Körperverletzung (KV) an P
> tritt im Wege der Konsumtion hinter dem Mord zurück

III. Raub an S
> Problem: Vollendungszeitpunkt (Meinungsstreit)

IV. Hausfridensbruch durch Betreten der S in feindlicher Absicht
> Meinungsstreit ob Personen, die illegitime Ziele durch das Betreten erreichen wollen, sowieso schon gar nicht das Gebäude betreten dürfen
> ansonsten scheitert der § 123 bereits an der Tatbestandsmäßigkeit

V. Nötigung an K



B. Strafbarkeit des K

I. Totschlag
> scheitert am Vorsatz

II. Fahrlässige Tötung
> Problem: Täterschaft oder Teilnahme des K oder nur mittelbare Täterschaft

III. Fahrlässige KV
> tritt, falls die fahrlässige Tötung durchgeht, im Wege der Konsumtion hinter ihr zurück

Viel Erfolg dann noch!
Seven
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