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Fallproblem...Tod durch Dritten
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Arva van Harben
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Anmeldungsdatum: 07.03.2006
Beiträge: 94

BeitragVerfasst am: 18 Jun 2006 - 15:33:07    Titel: Fallproblem...Tod durch Dritten

Hallo Leute, vielleicht könnt ihr mir bei folgendem Fall weiterhelfen.

1. A schießt auf B, trifft ihn gemäß in den Oberkörper, allerdings seinen Absichten nicht lebensgefährlich. A holt einen Arzt, C. C erkennt in B seinen Todfeind und nützt die günstige Gelegenheit, ihn durch einen schnellen Skalpellstich zu töten.
Strafbarkeit von A und C

2. Variante: Der Schuss des A ist lebensgefährlich. A erkennt dies und holt einen Arzt, C. C erkennt in B seinen Todfeind und nützt die günstige Gelegenheit, ihn durch einen schnellen Skapellstich zu töten.
Strafbarkeit von A und C.


Bei Fall 1
212 von C.
A 223, 224.
Nochwas?

Bei Fall 2:
212 von C.
Was noch?


Danke schonmal im vorraus.
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 19 Jun 2006 - 14:47:49    Titel:

Wenn ich das so richtig sehe, spielen die Fälle im Kern auf Grundprobleme von Kausalität und objektiver Zurechnung im Rahmen des objektiven Tatbestandes an.
Naomi_2006
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Anmeldungsdatum: 08.06.2006
Beiträge: 23

BeitragVerfasst am: 19 Jun 2006 - 15:06:35    Titel:

Steht da, ob A töten oder nur verletzen wollte?

Das Arzt holen ist ein Rücktritt, falls das wichtig ist.

Dann musst du prüfen, ob A für den Tod des C kausal geworden ist (Kausalität, conditio sine qua non-Formel)

Und du musst prüfen, ob man dem A den Tod des B objektiv zurechnen kann.

Zitat:
Handelt der Täter und tritt danach ein unabhängiger Dritter mit einer Handlung hinzu, die den Erfolg herbeiführt, so ist dem Täter die Handlung des Dritten nicht objektiv zuzurechnen, wenn er mit dem Verhalten des Dritten nicht rechnen konnte/musste bzw. der Täter berechtigter Weise darauf vertrauen konnte, dass der Dritte nicht handeln würde (Vertrauensgrundsatz).So wird eine Zurechnung des Erfolges an den Täter angenommen, wenn der Täter das Verhalten des Dritten veranlasst hat oder der Dritte keine neue eigene Gefahr begründet hat sondern nur die von Täter geschaffene Gefahr eingetreten ist. Manche unterscheiden auch noch danach, ob das Verhalten des Dritten vorsätzlich oder fahrlässig war.


Beim zweiten Fall wäre der Tod des B auch ohne C eingetreten, somit hat C keine neue Gefahr begründet und du kannst dem A den Tod des B objektiv zurechnen.
jones49
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Anmeldungsdatum: 04.06.2006
Beiträge: 373

BeitragVerfasst am: 19 Jun 2006 - 23:29:54    Titel:

Naomi_2006 hat folgendes geschrieben:
Steht da, ob A töten oder nur verletzen wollte?

Das Arzt holen ist ein Rücktritt, falls das wichtig ist.

Dann musst du prüfen, ob A für den Tod des C kausal geworden ist (Kausalität, conditio sine qua non-Formel)

Und du musst prüfen, ob man dem A den Tod des B objektiv zurechnen kann.

Zitat:
Handelt der Täter und tritt danach ein unabhängiger Dritter mit einer Handlung hinzu, die den Erfolg herbeiführt, so ist dem Täter die Handlung des Dritten nicht objektiv zuzurechnen, wenn er mit dem Verhalten des Dritten nicht rechnen konnte/musste bzw. der Täter berechtigter Weise darauf vertrauen konnte, dass der Dritte nicht handeln würde (Vertrauensgrundsatz).So wird eine Zurechnung des Erfolges an den Täter angenommen, wenn der Täter das Verhalten des Dritten veranlasst hat oder der Dritte keine neue eigene Gefahr begründet hat sondern nur die von Täter geschaffene Gefahr eingetreten ist. Manche unterscheiden auch noch danach, ob das Verhalten des Dritten vorsätzlich oder fahrlässig war.


Beim zweiten Fall wäre der Tod des B auch ohne C eingetreten, somit hat C keine neue Gefahr begründet und du kannst dem A den Tod des B objektiv zurechnen.


Das stimmt nicht, in diesem Fall liegt eher überholende Kausalität vor. Die neu geschaffene Gefahr des C realisiert sich alleine im Erfolg. Der Tod ist dem A nicht zurechenbar. Wegen §§223, 224 ist er dennoch strafbar!
Naomi_2006
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Anmeldungsdatum: 08.06.2006
Beiträge: 23

BeitragVerfasst am: 20 Jun 2006 - 11:23:32    Titel:

jones49 hat folgendes geschrieben:

Das stimmt nicht, in diesem Fall liegt eher überholende Kausalität vor. Die neu geschaffene Gefahr des C realisiert sich alleine im Erfolg. Der Tod ist dem A nicht zurechenbar. Wegen §§223, 224 ist er dennoch strafbar!


Hast du recht, hab das nicht ganz eingehend gelesen Embarassed Wink
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