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Fahrlässige Begehungsdelikte
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yve
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Anmeldungsdatum: 31.01.2005
Beiträge: 194

BeitragVerfasst am: 25 Jun 2006 - 19:56:06    Titel: Fahrlässige Begehungsdelikte

Hallo,
wir haben heute mit Delikten angefangen und schon habe ich die erste Frage Embarassed

Mir ist noch nicht ganz klar warum fahrlässige Begehungsdelikte nicht eigentlich Unterlassungsdelikte sind... Wir hatten als Bsp. das Fahren bei Nacht ohne Licht.
Liegt hier nicht eher eine Unterlassung vor?

Hmm Sad
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 25 Jun 2006 - 20:52:18    Titel: Re: Fahrlässige Begehungsdelikte

yve hat folgendes geschrieben:
Mir ist noch nicht ganz klar warum fahrlässige Begehungsdelikte nicht eigentlich Unterlassungsdelikte sind... Wir hatten als Bsp. das Fahren bei Nacht ohne Licht.
Liegt hier nicht eher eine Unterlassung vor?


Hier liegt die Schwierigkeit wohl in erster Linie bei der Abgrenzung mit dem Gummibegriff "Schwerpunkt der Vorwerfbarkeit/des strafrechtlich relevanten Verhaltens" (hM). Unter diesem Deckmantel findet im Ergebnis (nur) eine argumentativ mehr oder weniger begründete Wertung statt, exakt trennscharf ist der Begriff nicht.
Schwierigkeiten ergeben sich hier im Fahrlässigkeitsbereich deswegen, weil stets ein Unterlassungselement, Außerachtlassen der erforderlichen Sorgfalt, enthalten ist.
Als ganz undogmatische Faustregel kann man in erster Linie sagen, daß der Anknüpfungspunkt der Strafbarkeit stets ein aktives Tun sein wird, sofern ein solches auch nur irgendwo erkennbar ist.
Beim Beispiel würde man wohl sagen, daß die Unterlassung des Lichteinschaltens als weniger wesentlich in den Hintergrund tritt;
vorwerfbar ist in erster Linie das aktive Tun, die Teilnahme am Straßenverkehr ohne Licht (das Unterlassen als "wesensnotwendige Modalität des Handlungsvollzuges).

s. auch hier (Hepatitis-Fall):
http://www.fall-des-monats.de/file.php/inline/FAMOS_03_08.pdf?id=WWWREWI_LSMXN0000000000000731
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 25 Jun 2006 - 20:54:47    Titel:

Jo ... könnte man auch vertreten.

Allerdings brauchst de für Unterlassungsdelikte Vorsatz.

Normalerweise macht man wegen Fahrlässigkeitstaten der Person doch eher den Vorwurf, daß er an die mögliche Gefahr (bzw. Erfolgseintritt) hätte denken können.

Der Hans Guck in die Luft geht etwas sorglos (ohne Vorsatz) in die Situation hinein.
yve
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Anmeldungsdatum: 31.01.2005
Beiträge: 194

BeitragVerfasst am: 26 Jun 2006 - 12:29:11    Titel: Hallo,

ja, das macht jetzt Sinn und vielen Dank für den Link!
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