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Klausuren für andere schreiben - Strafbarkeit
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Jockelx
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Anmeldungsdatum: 24.06.2005
Beiträge: 3596

BeitragVerfasst am: 30 Jun 2006 - 10:05:21    Titel: Klausuren für andere schreiben - Strafbarkeit

Bevor das hier gelöscht wird:
Welche Strafe erwartet den potentiellen Schreiber der Klausur und
den Auftraggeber, wenn Sie erwischt werden?
Oder wird sowas strafrechtlich gar nicht verfolgt?
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 30 Jun 2006 - 10:24:56    Titel:

Grob gesagt:
der Auftraggeber hat mit Sanktionen zu rechnen, die in so einem krassen Fall bis zur endgültigen Versagung der Studienabschlußmöglichkeit reichen werden; in Bezug auf den Klausurenschreiber ist das mindestens eine Anstiftung zu einer Straftat, soweit das folgende zu bejahen ist.
Beim konkreten Fall dürfte es sich für den Klausurenschreiber um eine Urkundenfälschung iSv § 267 StGB handeln, "wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft", bei gewerbsmäßigem Vorgehen "Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren".

Bei dem mitleidheischenden "Bitte" handelt es sich insofern um die Aufforderung zu einer Straftat.
Whoooo
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Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 8988

BeitragVerfasst am: 30 Jun 2006 - 10:30:04    Titel:

Dann ist also der Schreibende strafrechtlich in größerer Gefahr als der Auftraggeber?
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 30 Jun 2006 - 10:35:38    Titel:

Whoooo hat folgendes geschrieben:
Dann ist also der Schreibende strafrechtlich in größerer Gefahr als der Auftraggeber?


In so einer Situation dürfte das prinzipiell zutreffen; man kann allerdings, abhängig vom genauen Sachverhalt, auch über Mittäterschaft nachdenken (dann gälte für beide in etwa das gleiche).

Der Versuch der Urkundenfälschung ist übrigens auch strafbar.

Insgesamt: sehr unlustige "Bitte" Evil or Very Mad
Jockelx
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Anmeldungsdatum: 24.06.2005
Beiträge: 3596

BeitragVerfasst am: 30 Jun 2006 - 10:43:44    Titel:

Danke für die Aufklärung.

Nur noch eine Frage:
Ist das eine Vermutung deinerseits, oder sind dir Fälle bekannt, die
so wie von dir beschrieben gehandhabt wurden?

Jockel
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 30 Jun 2006 - 10:49:05    Titel:

...es gibt da eine sehr schöne Entscheidung des BayOblG, in der herausgearbeitet wird, wann genau bei Prüfungsschummelei mit Drittbeteiligung eine Urkundenfälschung vorliegt. Nach diesen (juristisch-dogmatisch eigentlich auch unzweifelhaften) Maßstäben ist das - etwas vereinfacht - dann der Fall, wenn ein Dritter eine Prüfungsarbeit für einen Prüfling schreibt und sie für diesen abgibt (also dabei quasi "so tut, als sei er der Prüfling").
Pandur
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Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 849

BeitragVerfasst am: 30 Jun 2006 - 14:19:21    Titel:

So hab mir erlaubt einen einzelnen Beitrag zu löschen. Der Rest ist sehr interessant und kann denke ich stehen bleiben.

Überschrift hab ich abgeändert:

alte: "Statistikklausur"
Neue: "Klausuren für andere schreiben - Strafbarkeit"

Gruß Pandur
Allround-Experte
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Anmeldungsdatum: 05.06.2006
Beiträge: 132

BeitragVerfasst am: 30 Jun 2006 - 15:13:31    Titel:

Meines Erachtens ist es sogar noch schlimmer seine Ausbildung nicht beenden zu können als wegen Urkundenfälschung angeklagt zu werden (Vorstrafe ist natürl. auch schlecht)...natürlich könnte es sich bei den Beiden auch um Jurastudenten handeln, dann wäre der Schreibende möglicherweise doppelt gestraft mit Anklage und Ende der juristischen Ausbildung.
Joei
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Anmeldungsdatum: 10.02.2006
Beiträge: 74

BeitragVerfasst am: 30 Jun 2006 - 19:13:58    Titel:

schade das es sowas überhaupt anscheinend gibt, geht es doch darum, dass man was lernt und nicht darum irgendwo "durch "zu kommen; es wird einfach sinn und zweckl der Sache an sich verfehlt..
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