Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Jurastudium:Voraussetzungen und Erfolg?
Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4, 5  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Jurastudium:Voraussetzungen und Erfolg?
 
Autor Nachricht
bininteressiert
Gast






BeitragVerfasst am: 27 Okt 2004 - 11:18:43    Titel: Jurastudium:Voraussetzungen und Erfolg?

Hallo Smile

Ich habe gerade dieses Forum entdeckt, weil ich auf der Suche nach Infos zum Jurastudium war. Ich bin 17 und bin in der 12. Ich bin am Überlegen, was ich in 1 1/2 Jahren nach dem Abi machen kann. Ich habe dieses Jahr ein zweiwöchiges Praktikum an einem Landgericht gemacht und fand es wirklich interessant. Habe seitdem mit vielen bekannten Anwälten geredet, doch liegt bei ihnen das Studium schon etwas weiter zurück. Ich bin in der Schule nicht schlecht, gehöre allerdings auch nicht zu den Superkandidaten. Ich habe keine Probleme mit dem Lernen und muss sagen, dass ich auch eigentlich gerne lerne, aber über einen Abischnitt von 1,9 werde ich auf keinen Fall rauskommen, ich schreibe einfach nicht besser. Als Leistungskurse hab ich Mathe und Deutsch und stehe eigentlich seit eh und je auf einer 2, also jetzt 11 Punkten in beiden Fächern. Während dem Praktikum haben mir viele Richter gesagt, dass man das Studium befriedigend abschließt, wenn man von Anfang an etwas macht, und nicht wie die Meisten die ersten Semester "schläft".

Ich jedenfalls wollte jetzt mal fragen, ob hier Studenten sind, die mir sagen können, wie schwer das Studium wirklich ist. Sicher ist das für jede Person anders, ich weiß, aber irgendeinen Anhaltspunkt hätte ich schon gerne. Wie lange dauern durchschnittlich Vorlesungen, also welche Zeit verbringt man an der Uni, und wie lange sollte man dann noch zu Hause lernen? Wie wichtig sind politische Kenntnisse? Welche sind noch erforderlich?
Also ich lese gerne, keine Frage, und habe auch kein Problem damit zu lernen, aber ich habe Angst, dass ich es einfach von meiner Intelligenz her nicht schaffe Wink ...okay, schwer zu erklären... kann man das Studium, wenn man den Willen hat und etwas tut befriedigend abschließen, oder ist es einfach, wie z.B. Mathe, nicht jedermans Sache?

Würde mich sehr über Antworten freuen!

Liebe Grüße Smile
Kiesela
Gast






BeitragVerfasst am: 28 Okt 2004 - 11:05:36    Titel:

Jedermanns Sache ist es auf keinen Fall! Ich kenne einige Kommilitonen, die bestimmt nicht dumm sind, aber Fallösungen einfach nicht auf die Reihe bekommen, dh es mit ach und krach bei den Scheinen auf 4, 5 Punkte gebracht haben - und an Examensklausuren regelmäßig scheitern. Und das einzige, was im (schriftlichen) Examen geprüft wird, sind nun mal Fallösungen.
Aber eigentlich denke, daß man das schon früh, dh in der ersten Übung merkt, ob man sich da reinfuzzeln kann.

Die Zeit bis zur Examensvorbereitung wenden die allermeisten (ich inklusive *g*) nur sehr, sehr wenig Zeit für ihr Studium auf; Freunde von mir, die Naturwissenschaften studieren, haben mich immer beneidet... Fürs Examen gibt es dann allerdings kein Pardon mehr, da muß dann schon geackert werden.
Krümelchen
Gast






BeitragVerfasst am: 28 Okt 2004 - 11:55:14    Titel:

Huhu!

Vielen Dank für deine Antwort! Also kann das nicht jeder, mhm... kann man so ungefähr sagen, welche Fähigkeiten man haben sollte? Kann man also irgendwie schon vor dem Studium herausfinden, ob es einem liegt, oder merkt man das wirklich erst im 1. Semester??

LG
Krümelchen
Gast






BeitragVerfasst am: 28 Okt 2004 - 17:17:14    Titel:

Ich habe noch eine Frage:
Ist es sehr schwer, das Studium, also das Examen, zu bestehen? Wenigstens mit 4 Punkten? Ich würde es schrecklich finden 5 Jahre zu studieren und es dann 2 mal zu verpatzen. Dann steht man da und hat nichts... kann man die 4 Punkte durch Lernen auf jeden Fall schaffen?
katta
Gast






BeitragVerfasst am: 22 Nov 2004 - 21:56:36    Titel: Jurastudium

Hi,

das Jurastudium ist angeblich eines der schwersten überhaupt. Doch das ist meiner Meinung nach falsch. Denn jedes ernsthaft betriebene Studium ist eine Herausforderung. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn man sich nicht scheut viel Zeit in diese Ausbildung zu investieren, man auch gute Ergebnisse erzielen kann.
Aber zu den "Voraussetzungen", du solltest keine Scheu vor Bücher haben (was sehr viele haben und leider etwas zu spät feststellen), viel Geduld besitzen, denn so manche Probleme erfordern viele viele Stunden Lesearbeit und Falllösungen (wobei man Fälle sowieso ständig lösen sollte, denn nur so erkennt man die wirklichen Probleme), "Spaß" an Friemelarbeiten haben und dich gern mit theoretischen Konstrukten auseinandersetzen. Denn wem ein wenig Gedankenarbeit zu trocken ist, wer es also lieber plastisch mag, ist bei Jura falsch.
Doch man kann auch wahnsinnig viel praktisches in diesem Studium entdecken, doch das hängt natürlich auch vom Einzelnen ab.

Zu den Semesterwochenstunden kann ich nur aus meiner Erfahrung sagen, je weniger Stunden du in der Uni an Vorlesungen, Seminaren, Übungen verbringst, desto mehr musst du allein arbeiten. Jede noch so schlechte Vorlesung hilft irgendwie und wenn um zu erkennen, wann der Prof. mal wieder Mist erzählt! Auf jeden Fall muss/ sollte man viel tun, wobei es natürlich immer Leute gibt, die mit wenig Arbeit durchkommen.

Also, viel Glück bei deiner Studienwahl.

P.S Mit einem Examen von 4 Punkten (u.ä.) kannst du gleich beim nächsten Taxiunternehmen anheuern, dazu ist die Konkurrenz zu groß! Wink
Kiesela
Gast






BeitragVerfasst am: 09 Dez 2004 - 19:35:04    Titel:

Ein ausreichendes Examen ist tatsächlich genauso gut wie gar keins - es sein denn dein Herr Papa oder sein bester Freund oder sonstige Vitamin Bs sind vorhanden.

Wichtig - SEHR wichtig ist auf jeden Fall, daß man die Fähigkeit hat, sich sehr gut schriftlich auszudrücken. Ich hab schon in mancher Klausur nicht allzuviel Ahnung gehabt, mich aber über den Stil beim Korrektor eingeschmeichelt - und kenne umgekehrt Leute, die es inhaltlich wirklich drauf haben, aber zum Davonlaufen schreiben.

Soweit ich das sehe, haben im allgemeinen Leute, die schon in der Schule überdurchschnittlich waren, auch im Jurastudium ganz gute Erfolge.
funnycherry
Gast






BeitragVerfasst am: 10 Dez 2004 - 20:45:18    Titel: Voraussetzungen für ein Jurastudium

Meines Erachtens sollte man ein gutes mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen und keine Scheu vorm Lernen haben.Es gibt einige Überflieger aus der Schulzeit,die gnadenlos versagen.In Jura ist es nicht nur so,dass man sich jede Menge Wissen aneignen muss,man sollte auch den Gutachtenstil beherrschen.Du kannst alles auswendig lernen und wissen,nur wenn Du dann in der Klausur den Gutachtenstil nicht beherrschst,fällst Du durch.Das ist einer Freundin von mir passiert.Sie hat sich optimal vorbereitet,nur den Gutachtenstil hat sie nicht auf die Reihe bekommen. Der Lernaufwand ist von Person zu Person verschieden.Diejenigen,die kontinuierlich lernen(Vorlesungen vor-/nachbereiten),haben eher Aussichten auf Prädikatsnoten.Jura ist schon sehr umfangreich ,und man kann rein theoretisch gesehen in jedem Satz in der Fallösung ein rechtliches Problem entdecken.Die Höchstzahl von 18 Punkten schafft wohl kaum jemand.Bei mir an der Uni ist es so,dass die Besten zwischen 10 und 15 Punkten schreiben.Es ist wichtig,dass man Problembewusstsein entwickelt und sich bestimmte Prüfungschemata einprägt.Ich gebe euch mal ein kurzes Beispiel. A schlägt den B mit einem Knüppel auf den Kopf(so kurz sind die Fälle in den Arbeitsgemeinschaften nicht und auch nicht in der Klausur).Man fängt zunächst mit dem Obersatz in einer Prüfung an.
A könnte sich gemäß §223StGB strafbar gemacht haben,indem er den B mit einem Knüppekl auf den Kopf schlägt.
Dazu müsste der A den B körperlich misshandelt oder an der Gesundheit geschädigt haben(nun folgt die Definition)
Eine körperliche Misshandlung ist eine üble,unangemessene Behandlung,die das Wohlbefinden nicht bloß unerheblich beeinträchtigt.
(Dann folgt die Verknüpfung mit dem Sachverhalt-auch Subsumtion genannt)Das Schlagen mit einem Knüppel ist eine unangemessene Behandlung und beeinträchtigt das Wohlbefinden nicht bloß unerheblich
Ergebnis:Folglich hat der A den B körperlich misshandelt.
Dies ist nur ein kurzer Auszug.Es wäre noch zu prüfen,ob eine Gesundheitsschädigung vorliegt,Aber es reicht aus,wenn die üble unangemessene Behandlung gegeben ist.Danach prüft man Kausalität ,objektive Zurechnung,subjektiven Tatbestand+ Schuld.Wenn alle Komponenten bejaht werden,dann hat sich A strafbar gemacht.In diesem Fall wäre aber noch der Paragraph 224 StGB zu prüfen,da der Knüppel ein gefährliches Werkzeug darstellen kann.Wie man sieht,ist alles genauestens vorgegeben,wie man zu prüfen hat.Den Gutachtenstil muss man die ganze Zeit über einhalten.Man wirft eine Fallfrage auf,bildet Obersätze,Definitionen,Subsumtionen und dann das Ergebnis.Manch einer ist von diesem strengen Schemata angenervt.In der Klausur hat man 120 Min.,um ein Gutachten zu erstellen.Die Falllänge reicht von einer DINA 4 Seite bis zu zwei DINA 4 Seiten(ich bin im 2. Semester und habe bis jetzt nur Fälle in dieser Längenordnung gehabt).Wild drauflos zu schreiben bringt nicht viel.Man sollte sich schon eine Gliederung machen und Schwerpunkte setzen.Unwichtiges sollte man nicht superlang ausformulieren oder behandeln.Mein AG-Leiter im BGB im ersten Semester hat gesagt,dass man 2/3 für die Gliederung braucht und 1/3 zum Schreiben.Im Strafrecht ist die Gliederung etwas anders.Der regelmäßige Besuch der Vorlesungen ist hilfreich,nur ist es nicht obligatorisch diese immer zu besuchen.Ich habe eine Kommilitonin ,die das ganze Semester nur 5 Mal da war und im BGB 12 Punkte geschrieben hat.Sie hat sich den Stoff zu Hause in Intensivarbeit angeeignet.Wie man lernen will,ist eigentlich jedem selbst überlassen.
ibella
Gast






BeitragVerfasst am: 12 Dez 2004 - 22:08:45    Titel:

auch ich überlege in letzter zeit, welchem studium ich nach dem abitur nachgehen werde.
bei meinem test zur berufswahl wurde mir ein jurastudium empfohlen, und da meine kurswahl demnächst bevorsteht, wollte ich mich erkundigen, welche kurse für jura nutzen würden.
muss man wirklich alle paragraphen auswendig können?
könnt ihr mir die titel der bücher nennen, mit denen man sich in den ersten semestern auseinandersetzt? welche vorkenntnise und welchen notendurchschnitt muss ich für das studium mitbringen? ich wäre sehr froh, wenn ihr mir antworten würdet: Ibella-Geissler@web.de
Prof. Cannabis
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 08.11.2004
Beiträge: 122

BeitragVerfasst am: 13 Dez 2004 - 07:48:08    Titel: Re: Voraussetzungen für ein Jurastudium

[quote="funnycherry"]Es ist wichtig,dass man Problembewusstsein entwickelt und sich bestimmte Prüfungschemata einprägt.Ich gebe euch mal ein kurzes Beispiel. A schlägt den B mit einem Knüppel auf den Kopf(so kurz sind die Fälle in den Arbeitsgemeinschaften nicht und auch nicht in der Klausur).Man fängt zunächst mit dem Obersatz in einer Prüfung an.
A könnte sich gemäß §223StGB strafbar gemacht haben,indem er den B mit einem Knüppekl auf den Kopf schlägt.
Dazu müsste der A den B körperlich misshandelt oder an der Gesundheit geschädigt haben(nun folgt die Definition)
Eine körperliche Misshandlung ist eine üble,unangemessene Behandlung,die das Wohlbefinden nicht bloß unerheblich beeinträchtigt.
(Dann folgt die Verknüpfung mit dem Sachverhalt-auch Subsumtion genannt)Das Schlagen mit einem Knüppel ist eine unangemessene Behandlung und beeinträchtigt das Wohlbefinden nicht bloß unerheblich
Ergebnis:Folglich hat der A den B körperlich misshandelt.
Dies ist nur ein kurzer Auszug.Es wäre noch zu prüfen,ob eine Gesundheitsschädigung vorliegt,Aber es reicht aus,wenn die üble unangemessene Behandlung gegeben ist.Danach prüft man Kausalität ,objektive Zurechnung,subjektiven Tatbestand+ Schuld.Wenn alle Komponenten bejaht werden,dann hat sich A strafbar gemacht.In diesem Fall wäre aber noch der Paragraph 224 StGB zu prüfen,da der Knüppel ein gefährliches Werkzeug darstellen kann.Wie man sieht,ist alles genauestens vorgegeben,wie man zu prüfen hat.Den Gutachtenstil muss man die ganze Zeit über einhalten.

Ich gebe dir grundsätzlich recht. Zu Beginn des Studiums würde man dein Beispiel auch tatsächlich so prüfen. Je näher man aber an das Examen rückt, umso mehr nutzt man in einem solchem Fall auch mal den sog. "Urteilsstil", was man übrigens auch darf, wenn der Fall rechtlich völlig unproblematisch ist.
Ich würde also schreiben: "Ein Schlag mit einem Knüppel auf den Kopf eines anderen stellt eine üble, unangemessene Behandlung dar. Somit liegt auch eine Körperverletzung i.S.d. § 223 vor, wobei der Knüpel ein gefährliches Werkzeug i.S.d. § 224 I Nr. 1 ist. Das geschah auch vorsätzlich, rechtswidrig und schuldhaft. A hat sich gem. §§ 223, 224 I Nr. 1 StGB strafbar gemacht."
Ich denke, gegen diese verkürzte Prüfung würde im Examen niemand ernsthafte Einwände haben.
Gast







BeitragVerfasst am: 13 Dez 2004 - 17:30:40    Titel:

"kann man die 4 Punkte durch Lernen auf jeden Fall schaffen?"

Nein, tut mir leid!

Benutze mal die Suchfunktion hier im Forum, dann findest Du bestimmt den ein oder anderen Tipp.

Wenn Du gut in Deutsch bist (ab 10 Pkt.), dann hast Du wenigstens schon mal ganz gute Voraussetzungen. Juristen-Deutsch versteht nicht jeder und manche nie.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Jurastudium:Voraussetzungen und Erfolg?
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4, 5  Weiter
Seite 1 von 5

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum