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Bitte Sprüche über Kapitalismus erklären...
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Bitte Sprüche über Kapitalismus erklären...
 
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enid
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Anmeldungsdatum: 14.06.2006
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 28 Jul 2006 - 04:22:26    Titel: Bitte Sprüche über Kapitalismus erklären...

Kann mir jemand bitte erklären, wie diese Sprüch gemeint sind?

"Das Abendrot des Kapitals isst das Abendbrot der Familie." (Andreas Tenzer)

"Irgendwann wird sich der Kapitalismus sowieso von alleine erledigen..."

Edit: Mir ist gerade aufgefallen, dass das wohl eher ins Politik-Forum gehört... -.- Tut mir leid! Liebe Mods, bitte verschieben!
Macabre Deified
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Anmeldungsdatum: 11.05.2005
Beiträge: 1916
Wohnort: The Republic of Elbonia

BeitragVerfasst am: 28 Jul 2006 - 13:35:26    Titel:

Es wird vom Kontext abhängen, was sie zu bedeuten haben.

Über Tenzers politische Einstellung hab ich auf die schnelle nichts gefunden, hätte vielleicht genützt.
Wenn man sich also ohne Zusammenhänge das erste Zitat anschaut könnte ich annehmen, dass das Kapital zu großen Teilen "Kapital" bleiben muss, damit Kapitalismus weiterhin funktioniert, dieses "festgehaltene" Kapital ist dann für Privatpersonen nicht direkt nutzbar (da es auch nicht abgeworfen wird).
Bin mir da aber sehr unsicher, ein zusammenhang wäre wirklcih nützlich.
was meinen die anderen dazu?


das zweite "Zitat" (von wem eigentlich?) ist meines erachtens einfach nur dumm, man kann an die Stelle "Kapitalismus" zig Sachen einsetzen und der Satz erhält nicht mehr und nicht weniger Wahrheit. Wenn es in einem Zusammenhang gesagt wurde und somit erklärt wurde kann man ohne den Kontext nichts damit anfangen.
Canislupus
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Anmeldungsdatum: 27.04.2006
Beiträge: 416
Wohnort: An einer Lichtung mit guter Aussicht auf den Vollmond

BeitragVerfasst am: 28 Jul 2006 - 17:48:43    Titel:

Das zweite klingt nach Marxismus, und ist heute nicht mehr so aktuell, denn früher haben die großen Industrien die Arbeiter mit Hungerlohn arbeiten lassen, ohne irgendwelche soziale Leistungen. Der Kapitalismus pur. Dabei ist es klar, dass so ein System nur untergehen kann, den die Arbeiter kaufen die Waren, und die Industrien geben Geld für die Arbeit. Dies ist ein ständiger unstabiler Kreislauf. Weil beide Seiten das meist Mögliche rausschlagen möchten (wenig geben, aber viel nehmen), und achten nicht darauf, dass man dabei die Wirtschaft auf lange sicht schaden kann. Heut zu Tage gibt es soziale System, die dies vorbeugen, aber noch nicht perfekt leider.

Das Erste verwießt auf das vorhingenannte Problem des Hungerlohns.
enid
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Anmeldungsdatum: 14.06.2006
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 31 Jul 2006 - 01:55:17    Titel:

Vielen Dank! Jetzt hat's bei mir "klick" gemacht. Wink
Bürger
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
Beiträge: 2016
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 31 Jul 2006 - 03:28:07    Titel:

Macabre Deified hat folgendes geschrieben:
Es wird vom Kontext abhängen, was sie zu bedeuten haben.

Wenn man sich also ohne Zusammenhänge das erste Zitat anschaut könnte ich annehmen, dass das Kapital zu großen Teilen "Kapital" bleiben muss, damit Kapitalismus weiterhin funktioniert, dieses "festgehaltene" Kapital ist dann für Privatpersonen nicht direkt nutzbar


Fast richtig, Tenzer arbeitet mit zwei Metaphern. Gemeint ist die einfache Tatsache, dass der Profit des Kapitals höher ausfällt wenn die Lohnkosten niedriger sind. Diese einfachen Zusammenhänge die niemand bestreitet, stellt Tenzer in einem Zusammenhang der die Bedeutung dieser Regel im Alltag behandelt. Je höher der Profit für den Kapitalisten also je leuchtender das Abendrot desto schlechter geht es dem abhängig Beschäftigten der sich entweder mit weniger Lohn zufrieden geben muss oder gar keine Beschäftigung mehr hat, übrigens ein sehr aktueller Bezug, der in diesem Kontext durch die Metapher des fehlenden Abendbrotes bezeichnet wird.

Der Begriff Abendrot ist selbstverständlich bewusst gewählt, weil Tenzer damit zum Ausdruck bringen wollte dass der Kapitalismus seiner Auffassung nach nicht lange überlebt und am Ende seiner Entwicklung steht, daher Abendrot im Gegensatz zu Morgenrot das in der Arbeiterbewegung als Synomym für Sozialismus stand und teilweise noch steht.

Der besondere Witz dieses Satzes wird aber durch das Spielen mit der Doppeldeutigkeit des Verbes isst bzw. ist deutlich. Hier wird im Grunde die Aussage des Kapitals persifliert das von sich behauptet für die Mahlzeit der Arbeitnehmer zu sorgen indem es Arbeitsplätze schafft. Würden man das Verb ist statt isst einsetzen wird die Ansicht vieler Apologeten des reinen Kapitalismus wiedergegeben die behaupten, das nur ihr Streben nach Gewinn den Arbeitnehmern Brot und Arbeit gibt.

Durch das Wort isst, greift Tenzer diese These auf und beurteilt sie aus der marxistischen Kritik am ökonomischen Systems des Kapitalismus. Er widerspricht damit der These des Kapitals als Arbeitsplatzschaffer, auch ein Zusammenhang der sich in unserer Gesellschaft an Hartz IV Empfönger demonstrieren lässt, die ihren Arbeitsplatz verloren haben weil das Abendrot des Kapitals so leuchtete.

Der Satz hat nichts von seiner Aktualität verloren.

Mit freundlichen Grüßen
ein
Bürger
Carlo2006
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Anmeldungsdatum: 05.05.2006
Beiträge: 121

BeitragVerfasst am: 01 Aug 2006 - 20:53:53    Titel:

Hallo

@Bürger

genial formuliert.........Du hattest eigentlich schon alles nach dem ersten Satz gesagt.

Alles ander ist fleiß.........

danke

Carlo
WR-Nerd
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Anmeldungsdatum: 23.05.2006
Beiträge: 45
Wohnort: bayern

BeitragVerfasst am: 01 Aug 2006 - 23:20:58    Titel:

das zweite Zitat dürfte von Karl Marx sein und hängt mit der von ihm aufgestellten Mehrwerttheorie zusammen.
Damit meint er, dass die Kapitalisten (damalige Zeit: Fabrikbesitzer oder Unternehmer) sich den Mehrwert ( die Differenz der produktiven Arbeit und dem Lohn ) aneignen und somit ihr Kapital vergrößern. Finanziell stärkere Kapitalisten verdrängen dabei "ärmere Kapitalisten" da sie ihr Vermögen schneller vermehren. Dies führt dahin, dass es laut Marx irgendwann nur noch sehr wenige sehr reiche Kapitalisten gibt, die Arbeiterklasse jedoch immer größer wird. Ab einem gewissen Punkt ist die Arbeiterklasse so in der Überzahl, dass sie in der Lage ist die politischen Verhältnisse zu ihren Gunsten zu kippen. Somit ist nach Marx der Kapitalismus nur eine Frage der Zeit.

Gruß
WR-Nerd
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Anmeldungsdatum: 23.05.2006
Beiträge: 45
Wohnort: bayern

BeitragVerfasst am: 01 Aug 2006 - 23:29:11    Titel:

Macabre Deified hat folgendes geschrieben:

das zweite "Zitat" (von wem eigentlich?) ist meines erachtens einfach nur dumm


was man von dieser Theorie hält sei jedem selbst überlassen. natürlich muss man dabei auch beachten dass sich in den letzten 150 jahren einiges an den sozialen Verhältnissen zum besseren gewendet hat, und dass diese Aussage besonders unter Beachtung der Gedanken, die hinter dieser Aussage stecken und heute wohl nicht mehr in der Form bestehen, nicht 1 zu 1 auf die heutige Zeit übertragbar ist. aber dumm würde ich es nicht nennen, da der Gedankengang wohl nicht dumm, sondern eher schlüssig ist (nochmal: beachte die Zeit, damals gabs kein Kartellamt) Wink

Gruß
Macabre Deified
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Anmeldungsdatum: 11.05.2005
Beiträge: 1916
Wohnort: The Republic of Elbonia

BeitragVerfasst am: 02 Aug 2006 - 00:48:21    Titel:

Ich sagte nichts über die Theorien, die womöglich dahinterstehen könnten.
Es ging mir rein um das Zitat - Zitate sollen normalerweise eine Eigenaussage haben und zum Nachdenken anregen, das von mir kritisierte Zitat tut dies jedoch nicht.
Man könnte jeden Begriff anstellen von "Kapitalismus" setzen und das Zitat würde nicht mehr und nicht weniger aussagen. Somit hat es auch keinen Bezug zu irgendwelchen Theorien und Thesen und ist schlussendlich einfach schlecht.
Vladimir Soschkin
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Anmeldungsdatum: 03.08.2006
Beiträge: 6
Wohnort: Moskau

BeitragVerfasst am: 03 Aug 2006 - 04:39:45    Titel:

Es ist offensichtlich des der Kaptialismus zunehmend in seine endphase eintritt. Die neusten entwicklungen in Latainamerika zeigen uns ganz deutlich das der neoliberalistische Ansatz wie er von den imperialistischen Vereinigten Staaten von Amerika vertreten wird, definitiv gescheitert ist.
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