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Wann ist eine Tat eine verbotene Handlung?
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Wann ist eine Tat eine verbotene Handlung?
 
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lisbeth
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Anmeldungsdatum: 15.04.2006
Beiträge: 2016

BeitragVerfasst am: 28 Jul 2006 - 20:01:53    Titel: Wann ist eine Tat eine verbotene Handlung?

Hi,

mal eine Grundsatzfrage:

Wer genau entscheidet eigentlich was eine Straftat bzw. eine verbotene / untersagte Handlung mit rechtlichen Konequenzen ist und was nicht und wie hoch diese geahndet wird? Und wovon hängt das ab - was verboten ist und die Höhe der Strafe?

Ich meine, es gibt ja viele Ungerechtigkeiten, die aber nicht als Straftat angesehen werden, z.B. wenn der Ehemann fremdgeht. Und das empfindet die Ehefrau doch mit Sicherheit als wesentlich kränkender und als existentiell bedrohlicher als jemand, der von einem Fremden auf der Straße öffentlich als Arschloch bezeichnet und geohrfeigt wird.
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
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BeitragVerfasst am: 28 Jul 2006 - 20:12:40    Titel:

Steht der erste Fall mit dem zweitem in irgend nem Zusammenhang? Smile

Glaube mal was bei Roxin über den Begriff "unerlaubte Tat" gelesen zu haben. In jedem Fall mal nen Kommentar zu Rate ziehen.

Wer das entscheidet?

Das kommt drauf an ...

Konstituierend wohl erstmal der Gesetzgeber.
Vielleicht läßt sich im Zusammenhang mit diesem Begriff auch erkennen welches Norm ihn benutzt und wer auf seine Auslegung Einfluß hat.

(Mal gucken ...
P.S.
Fänds existenziell eher bedrohlicher, wenn man es nicht herausbekommt und das ganze Geld woanders hingeht. Ein Selbstwertgefühl läßt sich vielleicht auch woanders herbekommen)


Zuletzt bearbeitet von hani125 am 28 Jul 2006 - 20:19:49, insgesamt einmal bearbeitet
lisbeth
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Anmeldungsdatum: 15.04.2006
Beiträge: 2016

BeitragVerfasst am: 28 Jul 2006 - 20:19:49    Titel:

hani125 hat folgendes geschrieben:
Steht der erste Fall mit dem zweitem in irgend nem Zusammenhang? Smile


Nein, steht eigentlich in keinem Zusammenhang, nur das zweite ist verboten und das erste soweit ich weiß nicht, obwohl das erste doch viel schlimmere Folgen nach sich zieht.

Ist es nicht so, dass Taten mit de schlimmeren Folgen auch härter bestraft werden oder zumindest härter bestraft werden sollten?
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 28 Jul 2006 - 20:30:46    Titel:

Ist wohl eher ein gesellschaftspolitischer Prozeß, welche Verhaltensweisen für strafwürdig erachtet werden.
Da muß wohl ein Gemeinwille dahinterstehen um Maßnahmen durchzusetzen.

(Mal die Naturrechtdiskussion gar nicht erst einleitet...)

Zumindest im Strafrecht muß die Verhaltensweise erst einmal strafbar sein, damit man überhaupt dazu kommt in der Schuld die Auswirkungen der Tat (§46 II StGB) zu berücksichtigen.
lisbeth
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Anmeldungsdatum: 15.04.2006
Beiträge: 2016

BeitragVerfasst am: 28 Jul 2006 - 20:41:03    Titel:

hani125 hat folgendes geschrieben:
Ist wohl eher ein gesellschaftspolitischer Prozeß, welche Verhaltensweisen für strafwürdig erachtet werden.
Da muß wohl ein Gemeinwille dahinterstehen um Maßnahmen durchzusetzen.


Also ich könnte mir schon vorstellen, dass bei einem seitens der Ehefrau unerlaubtem Fremdgehen ein Gemeinwille dahinter steckt.


Andere Frage: Nicht dass ich jetzt sowas vor hätte, aber mich würde dann mal folgendes interessieren:

Angenommen eine Frau wollte sich persönlich gegen derartige Fehltritte schützen weil sie weiß, dass ie mit sowas nicht gut klarkommen würde. Wäre es dann juristisch anfechtbar, wenn sie einen informellen "Partnerschaftsvertrag" oder "Beziehungsvertrag" oder was auch immer aufsetzen würde, der diesen Punkt des Fremdgehens mit eigens festgelegtem Strafmaß beinhaltet und der Partner unterschreibt?

Oder wäre das dann trotzdem Quatsch, weil Fremdgehen offiziell keine Straftat ist.


Zuletzt bearbeitet von lisbeth am 28 Jul 2006 - 20:51:40, insgesamt einmal bearbeitet
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
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BeitragVerfasst am: 28 Jul 2006 - 21:03:59    Titel:

hmm ... schwierige Frage

da müßte man wirklich schon einiges an Fallwissen parat haben um das zu beurteilen. Im BGB besteht zwar Vertragsfreiheit, aber ein solcher Vertrag könnte je nach seinem Bestimmungen sehr leicht mit §138 BGB in Konflikt treten.

Zur Verhinderung eines Fremdgehens eher ungeeignet, da Geldstrafen als Sanktionen wohl nur bei demjenigen greifen würden, für den Geld einen äußerst hohen Stellenwert hat. Andere Strafen als Geldstrafen sind bezüglich ihrer Durchsetzbarkeit abwegig, zumal auch Bedenken bezüglich der Durchsetzbarkeit von Geldstrafen bestehen.

Im Grunde steht das Fremdgehen in der Freiheit einer Person, sofern diese ihren Partner zu schätzen weiß, wird sie diesen wohl nicht vor den Kopf stoßen wollen. Wenn sie's dennoch tut, sollte man wohl gucken, ob es nicht noch jemanden gibt, der seine Liebe nicht vor den Kopf stoßen will.
Aber wie die Bremer Stadtmusikanten sinngemäß vielleicht sagten
"Etwas besseres als hier, finden wir vielleicht woanders"
lisbeth
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Anmeldungsdatum: 15.04.2006
Beiträge: 2016

BeitragVerfasst am: 28 Jul 2006 - 21:13:24    Titel:

hani125 hat folgendes geschrieben:

Im Grunde steht das Fremdgehen in der Freiheit einer Person, sofern diese ihren Partner zu schätzen weiß, wird sie diesen wohl nicht vor den Kopf stoßen wollen. Wenn sie's dennoch tut, sollte man wohl gucken, ob es nicht noch jemanden gibt, der seine Liebe nicht vor den Kopf stoßen will.
Aber wie die Bremer Stadtmusikanten sinngemäß vielleicht sagten
"Etwas besseres als hier, finden wir vielleicht woanders"


Naja, das Problem ist ja, dass da wohl keiner von vorne herein ehrlich auf dem Gebiet ist, wenn er tatsächlich solche Neigungen besitzt.
Das andere ist, dass sich das oft aus der Situation heraus ergibt.
(Es heißt ja immer "Gelegenheit macht Diebe". Gelegenheit macht aber auch Fremdgänger. Nur kann man Diebe problemlos anzeigen, wenn man diese erwischt, wobei es sich hierbei meist "nur" um einen materiellen Schaden handelt, der einen nicht unbedingt gleich in einen Ausnahmezustand versetzt und gegen den man sich außerdem noch versichern kann.)
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
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BeitragVerfasst am: 28 Jul 2006 - 21:18:57    Titel:

Vielleicht gibts ja ne Versicherung Wink
lisbeth
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Anmeldungsdatum: 15.04.2006
Beiträge: 2016

BeitragVerfasst am: 28 Jul 2006 - 21:25:20    Titel:

hani125 hat folgendes geschrieben:
Vielleicht gibts ja ne Versicherung Wink


Das wage ich zu bezweifeln - schon alleine des hohen Missbrauchspotentials wegen Laughing
dado16
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Anmeldungsdatum: 14.04.2006
Beiträge: 143

BeitragVerfasst am: 28 Jul 2006 - 21:42:30    Titel:

lisbeth hat folgendes geschrieben:

Andere Frage: Nicht dass ich jetzt sowas vor hätte, aber mich würde dann mal folgendes interessieren:

Angenommen eine Frau wollte sich persönlich gegen derartige Fehltritte schützen weil sie weiß, dass ie mit sowas nicht gut klarkommen würde. Wäre es dann juristisch anfechtbar, wenn sie einen informellen "Partnerschaftsvertrag" oder "Beziehungsvertrag" oder was auch immer aufsetzen würde, der diesen Punkt des Fremdgehens mit eigens festgelegtem Strafmaß beinhaltet und der Partner unterschreibt?

Oder wäre das dann trotzdem Quatsch, weil Fremdgehen offiziell keine Straftat ist.


Dies ist unmöglich, der Staat hat ja ein Gewaltmonopol, im Übrigen könnte man einen solchen Vertrag schon mal gar nicht vollstrecken, die Polizei ist weder für die Vollstreckung befugt noch zuständig.

Nur der Gesetzgeber entscheidet was in einem Rechtsstaat als strafbares Handeln zu ahnden ist. Dies zeigt sich unter anderem auch am Beispiel von Doping im Sport. Deutschland hat zum Beispiel kein entsprechendes Gesetz, das Doping unter Strafe stellt, wobei Frankreich und einige weitere Länder ein entsprechedes Gesetz erlassen haben.
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