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Hausarbeit StrR Fortgeschrittene-Prof.Kuhlen (Uni Mannheim)
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Hausarbeit StrR Fortgeschrittene-Prof.Kuhlen (Uni Mannheim)
 
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Ringelblume
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Anmeldungsdatum: 13.03.2006
Beiträge: 82

BeitragVerfasst am: 21 Aug 2006 - 16:13:24    Titel:

Dass die räuberische Erpressung versucht ist, gebe ich zu, ich habe so viele Änderungen bzgl der Erpressung gemacht, dass ich schon total verwirrt bin.
Meine Frage ist, wie viele Erpressungen prüft ihr?
1. A und B drohen mit der Anzeige um 150€ von C in seiner Wohung zu bekommen--> Versuch und fehlgeschlagen +/-
2. A und B drohen mit dem Messer, damit C ihnen von der Werkstattskasse die 150€ selbst holt, das tut er nicht---> Versuch und Fehlschlag
Kann man nicht die beiden Drohungen wegen Seitensparen zusammen prüfen mit dem Bindeglied- Vorsatzwechsel von der einfachen zu der qualifizierten, sein Ziel ist letztlich bei der beiden Drohungen die Summe i.H.v. 150€ zu bekommen? Question

Bzgl B habe ich Beihilfe zum Diebstahl bejaht.
Kläger
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Anmeldungsdatum: 12.08.2005
Beiträge: 196

BeitragVerfasst am: 21 Aug 2006 - 20:24:21    Titel:

An Ringelblume:
Ja, man sollte hier einfache und qualifizierte Drohung zu einer einzigen versuchten räuberischen Erpressung zusammenziehen. Fehlschlag liegt allerdings keiner vor, denn A und B hätten ja ohne Weiteres an ihrem ursprgl. Plan, dass C ihnen das Geld aus der Kasse gibt, festhalten können.
Ringelblume
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Anmeldungsdatum: 13.03.2006
Beiträge: 82

BeitragVerfasst am: 22 Aug 2006 - 19:48:36    Titel:

D.h. man prüft nicht mehr einen Fehlschlag bzgl das nicht in der Wohnung von C vorhandene Geld, sondern nur bgzl des Gebens des C?
Ich glaube, A und B haben vond er Erpressung Abstand genommen, sie wollen nicht mehr 150€ von dem erpressten C bekommen, somit wollen sie nicht mehr den Erfolg der erpresserischen Handlung. Freiwillig +---> Rücktritt +.
Findet ihr etwas zum Thema in den Kommentaren?
Ringelblume
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Anmeldungsdatum: 13.03.2006
Beiträge: 82

BeitragVerfasst am: 22 Aug 2006 - 20:18:26    Titel:

Ich will noch eine Frage stellen: Ich habe gerade im SK- Günther § 253 Rn. 42 gelesen, dass einzelne auf denselben Vermögensvorteil gerichtete Versuchsakte einer Erpressung eine tatbestandliche Handlungsainheit bilden. Fortsetzungszusammenhang ist ausgeschlossen.
Wieso kann man dann die Drohungsanzeige und die Drohumg mit dem Messer zusammen als einheitliche veruschte, räuberische Erpressung mit fortgesetzter Handlung prüfen?
Embarassed Shocked
Danke für eure Antworten im voraus.
Ilei
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Anmeldungsdatum: 19.08.2006
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 23 Aug 2006 - 15:13:02    Titel:

ich hab das ja anders gemacht. Ich habe hinsichtlich der 150 Euro eine vollendete Nötigung geprüft, da C dazu genötigt wird den Vorschlag zu machen in die Werkstatt zu fahren um dort aus der Kasse das Geld zu entnehmen. Der Nötigungserfolg, war zwar nicht der, den sich A und B vorher vogestellt haben, jedocxh gab es einen Vorsatzwechsel. Sie beabsichtigten Geld zu erlangen und dise Absicht haben sie ja immer noch. Nur jetzt wollen sie das Geld von M und nicht von C. Zu der qualifizierten Drohung habe ich versuchte schwere räuberische Erpressung.
Aber ich habe ein großes Problem mit 239a. Ich weiß nicht wo genau der Bemächtigungsakt liegt und ob vorliegen der Erpressungsakt under Bemächtigungsakt zusammenfallen. Biite um Hilfe..
Ringelblume
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Anmeldungsdatum: 13.03.2006
Beiträge: 82

BeitragVerfasst am: 24 Aug 2006 - 18:23:43    Titel:

An Ilei,

der Bemächtigungsakt könnte in dem Bedrohen mit dem Messer bestehen, so dass sich das Opfer aus Furcht der Einwirkung des Täters nicht mehr zu entziehen vermag. Allerdings kann C nach seiner Vorstellung vom A entkommen. Des Weiteren ist kein Nötigungserfolg gegeben. Und wenn ich schon die versuchte räuberische Erpressung wegen Rücktritts verneint habe, spielt § 239a keine Rolle mehr.
Ilei
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Anmeldungsdatum: 19.08.2006
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 25 Aug 2006 - 20:15:43    Titel:

Danke aber wie gesagt ich habe ja dann den Rücktritt verneint.
An Kläger:
ich brauch jetzt mal unbedingt deine Hilfe.
Ich habe die versuchte schwere räuberische Erpressung Erpresung bejaht, da ich nicht der Unmittelbarkeitstherorie hinsichtlich der Vermögensverfügung gefolgt bin sonder der Theorie mit der "Schlüsselstellung".
Jetzt möchte ich 239a anprüfen. Mein Problem ist, dass das gleiche Nötigungsmittel hinsichtlich des Sich-Bemächtigens und hinsichtlich der Vermögensverfügung benutzt wurde. A hat den C nicht nochmal genötigt als dieser die Kasse öffnen sollte. Trotzdem hat doch die Bemächtihungslage eine Eigenständige Bedeutung, da doch das Sich-Bemächtigen nicht unmittelbar zum Öffnen der Kasse geführt hat, da ein zeitlicher und örtlicher wechsel statt gefunden hat. Wie soll ich mit diesem Problem umgehen?
Kläger
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Anmeldungsdatum: 12.08.2005
Beiträge: 196

BeitragVerfasst am: 26 Aug 2006 - 11:54:39    Titel:

An Ilei:

Es ist zunächst erst einmal klar, dass § 239a StGB weg muss. Denn wäre er zu bejahen, würde er praktisch konkurrenzmäßig alles "platt machen". Das ist vom Aufgabensteller sicher nicht gewollt. Es soll ja ganz offenkundig schwerpunktmäßig um Erpressung und Raub gehen.

Zunächst ist für § 239a ein "sichbemächtigen" nötig. Dies erfordert die Begründung physischer Herrschaft über das Opfer (vgl. BGH NStZ 2002, 31). Bzgl. des Sichbemächtigens schreibt Ringelblume zutreffend: "der Bemächtigungsakt könnte in dem Bedrohen mit dem Messer bestehen, so dass sich das Opfer [= C] aus Furcht vor der Einwirkung des Täters nicht mehr zu entziehen vermag."

Diese Bemächtigungslage müsste A nun in der Absicht geschaffen haben, sie für eine Erpressung auszunutzen. Vorliegend sollte der C aber gerade nicht noch einmal genötigt werden. Er sollte vielmehr nach der Vorstellung von A ohne weitere Einwirkung die Kasse öffnen und das Geld herausgeben. Vorliegend fallen Bemächtigungsakt (Nötigung mit dem Messer) und Nötigungsakt zur räuberischen Erpressung (auch Drohung mit dem Messer !) in einem Akt zusammen. Ist dies der Fall, kann keine Bemächtigungslage ausgenutzt werden, denn als Faustformel, ob § 239a im 2-Pers.-Verhältnis vorliegt, gilt ja gerade: "Bleibt die Bemäch-tigungslage bestehen, wenn man sich den Nötigungsakt hinwegdenkt ?" Wenn ja, § 239a/b (+). Hier aber hat A ohne die Einwirkung mit dem Messer keine körperliche Herrschaftsgewalt über C.

Mangels der Absicht eine Bemächtigungslage zu einer Erpressung ausnutzen zu wollen, scheidet § 239a somit aus.
Ilei
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Anmeldungsdatum: 19.08.2006
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 26 Aug 2006 - 20:07:01    Titel:

An Kläger:

Erstmal vielen Dank für die schnelle und ausführliche Anwort.
Gelten diese Ausführungen auch für das "Entführung", da eine Ortveränderung des C durch A veranlasst wurde?
curuncula
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Anmeldungsdatum: 03.08.2006
Beiträge: 129
Wohnort: mannheim

BeitragVerfasst am: 27 Aug 2006 - 11:44:27    Titel:

An Kläger:

Vielen Dank für die schnelle und konkrete Hilfe. Hat mir sehr geholfen. Very Happy
Bei B hatte ich mir auch schon gedacht, dass sein Vorsatz nicht so weit ging.
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