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Hausarbeit StrR Fortgeschrittene-Prof.Kuhlen (Uni Mannheim)
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slowmotion
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Anmeldungsdatum: 03.08.2006
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2006 - 16:30:33    Titel:

Das erscheint mir aber alles etwas.....komisch.

Warum sollte denn jedes weitere Handeln von A und B in Bezug auf die 150 Euro zwecklos sein?
Dies wäre nur dann der Fall, wenn Du von vornherein die Forderung von A und B dahingehend beschränkst, dass A und B 150 Euro aus der Haushaltskasse fordern......
Das haben sie doch aber nicht getan. Insofern ist nicht klar, ob auch ein potentieller Gang zum Geldautomat von ihrem ursprünglichen Vorsatz gedeckt gewesen ist.
Jedoch geht der Sachverhalt da nicht drauf ein, da A und B die Möglichkeit lukrativer erscheint, in der Werkstatt des M abzuräumen.

Nochmal: Wenn es auf diesubjektive Seite von A und B ankommt, also von ihrem Glauben, ob sie ihr ursprüngliches Ziel nicht mehr erreichen können und sie damit gerechnet haben, dass C evtl. zum Geldautomat muss (was bei einer lebensnahen Sachverhaltsauslegung einer Forderung einer BESTIMMTEN Geldsumme Nahe liegt - anders wenn A und B einen unbestimmten Betrag forderten)........ ist dann der Versuch fehlgeschlagen, wenn C kein Geld zu Hause hat, aber A und B einen lukrativeren Vorschlag unterbreitet???????

Ich bin ratlos.
Kläger
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Anmeldungsdatum: 12.08.2005
Beiträge: 196

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2006 - 17:33:58    Titel:

An slowmotion:

Was ist zunächst erst einmal unstreitig ?
A und B suchen C in seiner Wohnung auf und wollen von ihm 150 € erpressen. Insgesamt kommt es jedenfalls nicht dazu, dass C ihnen Geld gibt, so dass insgesamt nur eine versuchte Erpressung vorliegt.

Fraglich ist dann aber, ob A und B nicht strafbefreiend zurückgetreten sind. Dies kommt überhaupt nur dann in Betracht, wenn kein Fehlschlag vorliegt. Was unter Fehlschlag zu verstehen ist, ist streitig. Die h.M. geht jedenfalls davon aus, dass Fehlschlag (+), wenn der Täter glaubt, nicht ohne zeitliche Verzögerung zum Ziel kommen zu können.
Jetzt wird es schwammig, denn der Sachverhalt sagt nur, dass C kein Geld zu Hause hat und nichts von irgendeiner Möglichkeit wie Geldautomat etc. Man könnte jetzt freilich argumentieren, dass mangels näherer Angaben im Sachverhalt in dubio pro reo davon auszugehen ist, dass A und B noch nicht glaubten ihr Erpressungsziel nicht erreichen zu können und noch andere, zeitnahe Möglichkeiten gehabt hätten, ihr Ziel - Geld von C - zu erreichen und nur deshalb darauf verzichteten, weil ihnen die Idee mit der Werkstattkasse lukrativer erschien - daher: Fehlschlag (-)
Man könnte aber genauso gut sagen, dass A und B den C in seiner Wohnung aufsuchten, weil sie glaubten, dass er dort 150 € hat, hatte er ja aber nicht. Wöllten sie dennoch das Geld, müssten sie schon außer Haus (etwa zur Bank) gehen und darin könnte man dann allerdings eine zeitliche Verzögerung sehen - daher: Fehlschlag (+).

Was ich letztlich sagen will, ist, dass man bei gehöriger Argumentation beides (Fehlschlag +/-) vertreten könnte. In Jura ist es doch oft so, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt, sondern auch viel grau dazwischen.
slowmotion
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Anmeldungsdatum: 03.08.2006
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2006 - 19:04:49    Titel:

Very Happy Das wollte ich doch hören!

Nein ehrlich Du hilfst mir dabei sehr weiter. Ist wirklich Klasse.
Ich mache mich jetzt erst mal weiter an das Eintippen und werde mich sicherlich wieder Hilfesuchend an das Forum wenden.

Danke soweit (insbesondere an KLÄGER)
Mireille
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Anmeldungsdatum: 03.08.2006
Beiträge: 43
Wohnort: Mannheim

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2006 - 19:05:51    Titel:

Hi Kläger,
also eins muss ich dir bescheinigen: Was die Vermögensdelikte betrifft, bist du echt bewandert. Schreibst du diese HA auch, oder bist du vieleicht schon Examenskandidat (oder noch weiter)?
die dankbare Mireille
Kläger
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Anmeldungsdatum: 12.08.2005
Beiträge: 196

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2006 - 19:51:10    Titel:

An Mireille:

Weder noch.
Mireille
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Anmeldungsdatum: 03.08.2006
Beiträge: 43
Wohnort: Mannheim

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2006 - 19:59:13    Titel:

Lass mich raten: Du bist Professor Wolter und machst dir einen Spass daraus, erst unser Vertrauen zu gewinnen und uns dann auf die falsche Fährte zu locken.
:wink:
Kläger
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Anmeldungsdatum: 12.08.2005
Beiträge: 196

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2006 - 20:03:36    Titel:

An Mireille:

Nein, ich bin Prof. Roxin und will an der HA noch mal meine Kenntnisse auffrischen Laughing
Nein, Spaß beiseite. Ich bin normaler Jurastudent im 6. Semester.
oepfae
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Anmeldungsdatum: 03.08.2006
Beiträge: 17

BeitragVerfasst am: 05 Aug 2006 - 12:56:55    Titel:

Was die versuchte Erpressung angeht, so bin ich eher der Meinung, dass ein fehlgeschlagener Versuch vorliegt und ein Rücktritt nicht möglich ist. Aus dem Sachverhalt ergibt sich, dass A und B 150€ von C erpressen möchten. C hat diese jedoch nicht zuhause. Hier endet der Versuch und ist somit fehlgeschlagen... Das Erbieten des C stellt eine Zäsur dar und eröffnet eine neue Strafbarkeit.
oder seh ich das grad falsch???
Kläger
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Anmeldungsdatum: 12.08.2005
Beiträge: 196

BeitragVerfasst am: 05 Aug 2006 - 13:31:46    Titel:

An oepfae:

Das hört sich gut an. Man kann das mit deiner Begründung gut vertreten. Ich neige übrigens auch zur Annahme eines Fehlschlags. Letztlich dürfte aber auch die gegenteilige Auffassung möglich sein (siehe dazu meine Ausführungen oben).
Kläger
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Anmeldungsdatum: 12.08.2005
Beiträge: 196

BeitragVerfasst am: 06 Aug 2006 - 13:39:29    Titel:

Eigentlich können die Diskussionen um den Fehlschlag der versuchten Erpressung aufhören, denn beides ist -wie schon mehrfach gesagt- möglich und keine Auffassung (Fehlschlag ja; Fehlschlag nein) ist die einzig richtige. Man kann Fehlschlag mit der Begründung von oepfae bejahen, ihn aber genauso gut mit der Argumentation von slowmotion verneinen. Das Ergebnis ist damit praktisch wurscht, Hauptsache man hat eine überzeugende Begründung.
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