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Abschlussklausur BGB AT Mainz SoSe 06
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fuNky21
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Anmeldungsdatum: 01.08.2006
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BeitragVerfasst am: 01 Aug 2006 - 19:52:09    Titel: Abschlussklausur BGB AT Mainz SoSe 06

Hallo liebe Leidensgenossen,

habe vor ca. 3 Stunden meine Abschlussklausur im BGB AT hinter mich gebracht. Ich bin im ersten Semester und es war gleichzeitig auch meine erste Klausur... Nun bin ich etwas unsicher, ob ich die Klausur bestanden habe und würde euch gerne kurz den Sachverhalt schildern und einige Fragen äussern.

Ich versuche, den SV weitesgehend originalgetreu wiederzugeben, musste diesen natürlich leider wieder mit abgeben. Aber nun zum Text:

Der 16-jährige K ist am 12.7. beim Vespa-Händler V und fährt dort eine gebrauchte 50er Vespa Probe. V bietet Ihm die Vespa für 2000 Euro an. K, weil der listenpreis immernoch deutlich höher als der von V genannte Preis ist, erklärt sich sofort einverstanden mit dem Geschäft. Er erklärt aber, dass er sich noch das "OK" seiner Eltern holen müsse, dies sei aber reine Formsache.

Abends erzählt er seinen Eltern von dem Geschäft, nennt aber wahrheitswidrig einen Preis von 1500 Euro ( seinen Eltern sind geizig ). Aus diesem Grund setzen die Eltern ein an V gerichtetes Schreiben auf und erklären sich "mit dem geschlossenen Vertrag einverstanden".

Am 13.7 geht K mit der Genehmigung zu V. Dieser übergibt Ihm sogleich die Vespa, sie einigen sich darauf, dass K erst am nächsten Tage zahlen soll. Abends inspiziert K die Vespa mit seinem Vater und gesteht, dass diese in Wahrheit 2000 Euro kostet. Die Eltern sind empört und wollen das Geschäft nicht mehr. Dazu kommt, dass K tatsächlich davon ausgeht, dass V ein autorisierter Vespa-Vertragspartner sei. Nach einem Blick in die "Gelben Seiten" stellt sich raus, dass dem nicht so ist.

Am 14.7. gehen die Eltern mit Ihrem Sohn zu V. V, in Erwartung der Zahlung, ist empört, als die Eltern Ihm erklären, dass Sie an dem Vertrag nicht mehr festhalten wollen, weil K sie bzgl. des Preises getäuscht hat. Des Weiteren behauptet K wie vorher abgesprochen, dass er den Vertrag nie abgeschlossen haette, wenn er gewusst haette, dass V kein autorisierte Vespa-Händler ist.

V ist äusserst wütend und fragt sich, ob

1. er von K Kaufpreiszahlung verlangen kann
2. er von K die Vespa herausverlangen kann...



Soweit zum Sachverhalt. Ich stelle mir nun erstens die Frage, wann der Vertragsschluss nun tatsächlich stattgefunden hat. Die vielen Daten haben mich leicht verwirrt. Ich bin davon ausgegangen, dass bereits ein schwebend unwirksamer Vertrag zustande gekommen ist, als K sich einverstanden erklärt, obwohl er dies an eine sogenannte unechte Bedingung ( "OK" von seinen Eltern ) knüpft. Ist doch eine rechtsbedingung oder? Das gilt nicht als neues Angebot nach §150 II, richtig?

Des Weiteren stellt sich mir die Frage, was hier der richtige Anfechtungsgrund ist. Ich habe einen Inhaltsirrtum bzgl. der Genehmigung der Eltern geprüft, da diese Ihr "Ja" auf einen preis von 1500 euro bezogen haben. Dann habe ich noch einen Eigenschaftsirrtum des K geprüft, diesen aber verneint... Was denkt Ihr? Bin für jede Antwort dankbar...bei Fragen, fragen Smile


Zuletzt bearbeitet von fuNky21 am 01 Aug 2006 - 21:10:18, insgesamt einmal bearbeitet
Marina85
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BeitragVerfasst am: 01 Aug 2006 - 20:06:46    Titel:

Ich glaube nicht, dass man hier Sachverhalte veröffentlichen darf... Hab die Klausur auch geschrieben

RECHTSBEDINGUNG???? Das Problem hab ich dann wohl übersehen... Oh nein, ich hab echt keine Lust mehr, über diese Klausur nachzudenken.

Das mit der komischen Täuschung des Minderjährigen hab ich auch verbockt. Hab mir da irgendwas mit Widerruf der Genehmigung aus den Fingern gesogen... Ich glaube, es ist aber was mit § 123 und Anfechtung der Genehmigung.
Ich verstehe nicht, warum ihr Eigenschaftsirrtum alle verneint habt. Da steht doch auch noch ein Satz zur Kausalität im SV. Da hätte man also schon noch zu kommen können. Ich hab den bejaht.
fuNky21
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BeitragVerfasst am: 01 Aug 2006 - 20:13:53    Titel:

Hi Marina,

also ich kenne genug, die eigenschaftsirrtum nicht verneint haben...ich dachte eher, ich sei mit meinem Inhaltsirrtum alleine...

Es haben einige gemeint "boah ey, die Klausur war voll easy"...Ich fand den Sachverhalt voll fies und hab null Plan, was ich jetzt raus bekomme. Das schlimmste is die Wartezeit..

Und SV nicht veröffentlichen? Wieso das denn?

P.S: Schreibst du Staatsrecht I mit?


Zuletzt bearbeitet von fuNky21 am 01 Aug 2006 - 20:17:51, insgesamt einmal bearbeitet
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
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BeitragVerfasst am: 01 Aug 2006 - 20:17:45    Titel:

Mist, Rechtsbedingung hab ich übersehen. Mist, er hat es extra in Anführungszeichen geschrieben. Ich wusste, dass das mit dem Verweis aufs Gesetz gemeint ist, aber mir ist das nicht mehr eingefallen. Naja, egal. Soll wohl nicht das Tragischste sein.

Ich kenne auch noch jemanden, der Inahltsirrtum geprüft hat. Ich halte das allerdings ganz klar für nen Eigenschaftsirrtum. Und der is bei mir auch durchgegangen. Dann wäre man nämlich auch noch zu dem § 812 gekommen mit dem Anfechtungsproblem, ob Anfechtung Wegfall des Grundes ist oder kein Grund von Anfang an.

Ich fand das Fiese an dem SV dieses Problem bei der Genehmigung der Eltern. Man hatte überaupt keine Zeit zu überlegen... und wenn man sich dann zu lange an dem Ding aufgehalten hätte, wäre man nicht mehr fertig geworden.

Die Klausur war m.E. nicht leicht, sondern bisher die schwerste, die ich geschrieben hab. (Bin im 2. Sem., hab schon einige geschrieben.)

Man darf hier keine Originial-SV veröffentlichen, les dir dazu die Regeln durch. Geht um Urheberrecht, glaube ich. Ich denke, Pandur wird ihn löschen.

Ich kanns im BGB jetzt leider auch gar nicht einschätzen, was ich hab.


Zuletzt bearbeitet von Marina85 am 01 Aug 2006 - 20:22:54, insgesamt einmal bearbeitet
fuNky21
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BeitragVerfasst am: 01 Aug 2006 - 20:21:08    Titel:

Ich bin auch nicht ganz fertig geworden. Konnte bei Frage 2 nurnoch §985 prüfen und den Anspruch verneinen. Der Teil war oberst billig, das regt mich so auf!

Ich hab schon oft von höheren Semestern gehört, dass der Gröschler miese Fälle stellt. Das kann ich jetzt bestätigen....

Mit der Rechtsbedingung bin ich mir auch nicht sicher, dass is mir aus einem unerfindlichen Grund plötzlich eingefallen als ich gerade bei der Annahme war. Generell wurde meine Klausur nach hinten raus immer übler, hab ich zwar bemüht, weiter im Gutachtenstil zu schreiben, ist mir aber nurnoch teilweise geglückt.

Und hässlich geschrieben hab ich, also rein optisch...hoffe, dass die mir da keinen Strick draus drehen

EDIT: Hab den Sachverhalt ja nicht original wiedergegeben, sondern nur sinngemaß was noch im Gedächtnis war
fuNky21
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BeitragVerfasst am: 01 Aug 2006 - 20:24:31    Titel:

Naja, also Inhaltsirrtum is bei mir ebenso durch, aus §812 hätte v die vespa wieder bekommen, logisch. Und das Problem mit anfängliches fehlen oder späterer wegfall ist nicht wichtig, gibt nur extra punkte... Generell wäre es bei Anfechtung aber späterer Wegfall, wenn ich das richtig im Kopf hab

Zuletzt bearbeitet von fuNky21 am 01 Aug 2006 - 20:25:32, insgesamt einmal bearbeitet
Marina85
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BeitragVerfasst am: 01 Aug 2006 - 20:25:28    Titel:

Doch, ich glaube, mit der Rechtsbedingung hast du Recht. Hab es grad nochmal nachgeschaut.

Mein Hauptproblem ist dieses Sache mit der Täuschung des Kindes. Das hab ich nämlich total falsch gemacht... naja, aber viele haben es auch gar nicht angesprochen. Irgendwie gehen da die Meinungen auseinander.

Ich bin schon fertig geworden. Du musst halt ganz genau darauf achten, wie lange du dich wo aufhalten darfst, damit du durchkommst. Dadurch gehen dir am Ende auch wichtige Punkte verloren. Und die Aufgabe 2, fand ich, waren wirklich geschenkte Punkte.

Ich glaub, das war eine Möglichkeit, den wichtigen ersten Teil etwas auszugleichen, wenn man da was verbockt hat (wie ich).

Klar, das mit dem Wegfall ist nicht wichtig, aber Zusatzpunkte hol ich mir auch gern ab Wink.

Bei mir hat er die Vespa aus §985 nicht bekommen, da die Übereignung an K wirksam war (lediglich rechtlicher Vorteil!)

Aus 812 hat er sie bekommen, weil rechtlicher Grund nicht vorlag, besser gesagt: weggefallen ist. Bin eher Vertreterin der Wegfall-Meinung.


Zuletzt bearbeitet von Marina85 am 01 Aug 2006 - 20:41:23, insgesamt 2-mal bearbeitet
fuNky21
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BeitragVerfasst am: 01 Aug 2006 - 20:27:27    Titel:

Naja, also ich denke mal, in schlimmsten Fall habe ich von beiden Teilen 50% richtig, so dass es für 4 Punkte reicht. Im Verhältnis zum Lernaufwand geradezu lächerlich... Das regt mich so auf..

N Freund von mir hat alle Anfechtungsgruende verneint und den KV wirksam sein lassen...
fuNky21
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BeitragVerfasst am: 02 Aug 2006 - 14:44:16    Titel:

Push it real good Cool
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
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BeitragVerfasst am: 03 Aug 2006 - 09:54:32    Titel:

Aufgabe 1 ist auf jeden Fall wichtiger, denk ich. Da lagen ja die Probleme. In Aufgabe 2 waren ja keine Probleme mehr, nur ob man das Abstraktionsprinzip verstanden hat und so.
Aber an deiner Stelle würde ich jetzt auch aufhören, mir darüber noch irgendwelche Gedanken zu machen.
Ich hab an 2 harten Brocken zu knabbern, Strafrecht fand ich nämlich auch schwer (im Gegensatz zu anderen...). Aber es bringt doch alles nichts, sich weiter Gedanken zu machen. Man muss jetzt abwarten und kann sich im Nachhinein überlegen, wie es richtig gewesen wäre. Das ist erstmal das Wichtigste, dass man es jedenfalls danach versteht.

Übrigens musste das mit der Anfechtung nach § 123 II (!) geprüft werden.
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