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Strafrecht HA kleiner Schein (Uni Heidelberg)
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Strafrecht HA kleiner Schein (Uni Heidelberg)
 
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humanfly
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Anmeldungsdatum: 03.04.2006
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BeitragVerfasst am: 04 Aug 2006 - 17:09:31    Titel: Strafrecht HA kleiner Schein (Uni Heidelberg)

Die Diskussionsrunde ist eroeffnet Very Happy !!!
humanfly
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Anmeldungsdatum: 03.04.2006
Beiträge: 61
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BeitragVerfasst am: 05 Aug 2006 - 13:44:36    Titel:

Und hier gibt's den Sachverhalt:

Uebung im Strafrecht fuer Anfaenger
Wintersemester 2006/2007

Sachverhalt


Nach einem Diskothekenbesuch geraten T und O in Streit. Dabei wird T immer w�tender und eilt zu seinem Auto, um einen Baseballschl�ger zu holen und O damit kr�ftig zu verpr�geln. Unter lautem Br�llen st�rmt er mit Verletzungs-, aber ohne T�tungsvorsatz auf O zu. Dieser ist zun�chst wie erstarrt. Als er dann aber den kr�ftigen, den Baseballschl�ger zum Zuschlagen auf O�s Kopf schwingenden T unmittelbar vor sich sieht, entstehen in ihm heftige, panische Angstgef�hle und er ergreift die Flucht. Dabei ger�t O jedoch schon bald in eine Sackgasse. Ihm bleibt nun keine andere M�glichkeit mehr, sich dem massiven Angriff zu entziehen, als durch einen riskanten Sprung von einer hohen Mauer. Er st�rzt dabei jedoch mit dem Kopf gegen einen Stein und verletzt sich so schwer, dass er noch an der Ungl�cksstelle verstirbt. T hat zwar von Anfang an die panische Angst des O erkannt, mit einem solchen Verlauf des Geschehens jedoch nicht gerechnet. � Als T gerade dabei ist, sich zu entfernen, nimmt er den Z wahr, den er fl�chtig kennt und der die Vorkommnisse beobachtet hat. T beschlie�t daraufhin, zun�chst nach Hause zu gehen und sp�ter in Ruhe zu �berlegen, wie er verhindern kann, dass Z den Vorfall bei der Polizei anzeigt und dadurch seine T�terschaft offenbart.
Nach einiger �berlegungszeit kommt T zu dem Entschluss, dass Z get�tet werden muss, damit er nichts mehr bezeugen kann. Da er sich aber selbst die �Finger nicht schmutzig� machen will, sucht er seinen Kumpel K auf, der ihm noch 10.000 � schuldet. Mit dem Versprechen, ihm die Schuld zu erlassen, gewinnt T den K zur Tatausf�hrung, f�r die er ihm die freie Hand gibt. K, der � wie T wei� � den Z kennt und mit diesem ohnehin verfeindet ist, erkl�rt, dass er Z im �offenen Kampf� mit einer Pistole niederstrecken werde. Daraufhin h�ndigt ihm T als �Anzahlung� einen von K ausgestellten Schuldschein in H�he von 3000 � aus.
Da K noch eine geeignete Schusswaffe ben�tigt, sucht er seinen Freund F auf, dem er erz�hlt, er wolle einen unliebsamen Menschen zur Rede stellen und offen �abknallen�. F erf�llt seinem Freund den Gefallen und �bergibt ihm seine Pistole. Dabei ist es ihm gleichg�ltig, wer die Person ist, die get�tet werden soll.
Einige Tage sp�ter schreitet K zur Tat. Mittlerweile hat er sich jedoch dazu entschlossen, Z aus einem Hinterhalt heraus zu t�ten und sich sicherheitshalber zu maskieren. Bei Dunkelheit legt er sich in einem Busch auf die Lauer. Als sich eine Person n�hert, glaubt er, Z vor sich zu haben, und gibt mit T�tungsvorsatz einen Schu� ab. Das Opfer wird aber, wie K sogleich erkennt, nur am Arm getroffen. Sofort spring K aus seinem Versteck heraus und n�hert sich dem Verletzten, um ihn aus der N�he zu erschie�en und seinen T�tungsplan zu verwirklichen. Da erkennt K, dass er nicht Z, sondern ausgerechnet den zuf�llig des Weges kommenden F mit dessen eigener Pistole angeschossen hat. Dieser ist aber ersichtlich nur ganz leicht und v�llig ungef�hrlich verletzt worden. Als K die Personenverwechslung bewusst wird, gibt er seine Absicht, nochmals zu schie�en, auf und entfernt sich rasch, damit F nicht erkennt, dass er der Sch�tze war.

Strafbarkeit von T, K und F nach dem StGB?
eDD
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Anmeldungsdatum: 15.08.2005
Beiträge: 41

BeitragVerfasst am: 06 Aug 2006 - 17:13:14    Titel:

Hab mir mal den Sv durchgelesen und spontan paar Gedanken dazu gemacht..vielleicht hilft euch das ja weiter..

Strafbarkeit des T
1.) §212 Totschlag an O (obj.Zurechnung fraglich, da Verhalten des Opfers ursaächlich für Erfolgseintritt..Vgl. hierzu Rötzel-Fall)
2.) §§223 I, II,224 I Nr.2, 22, 23 an O (Tatentschluss (+) , Unm. Ansetzen (+/- je nach Argumentation, SV
gibt keine Auskunft, ob T O gefolgt ist)
3.) §§212I , 22, 23I, 26 für K an Z(F) (Strafbarkeit des Anstifters bei error in persona Vgl. NJW 1991, 933)

4.)§§223 I, 224 I, 26 für K an Z (F) (s.o)
5.) §240, § 253 NÖtigung/Erpressung an K (-)


Strafbarkeit des K
1.) §212 (-) Erfolg nicht eingetreten
2.) §§ 212, 22, 23 --> error in persona,aber unbeachtlich bei gleichwertigen Objekten (Mensch)(+)

Strafbarkeit des F

1.) §212I, 22, 23I, 27 - an sich zu bejahen, problematisch, da F später selbst Opfer war
( §§223, 224 I Nr.2, Nr.3, Nr.5, )


Zuletzt bearbeitet von eDD am 06 Aug 2006 - 17:57:53, insgesamt 4-mal bearbeitet
eDD
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Anmeldungsdatum: 15.08.2005
Beiträge: 41

BeitragVerfasst am: 06 Aug 2006 - 17:35:22    Titel:

BGH NJW 1971, 152 (Absturz-Fall): Keine Zurechnung, wenn sich das angegrif-fene Opfer – um sich weiteren Angriffen zu entziehen – durch ein Zimmerfenster auf einen Balkon flüchten will und dabei abstürzt

Vielleicht auch hilfreich..
humanfly
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Anmeldungsdatum: 03.04.2006
Beiträge: 61
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BeitragVerfasst am: 06 Aug 2006 - 18:09:10    Titel:

eDD hat folgendes geschrieben:
Strafbarkeit des T
1.) §212 Totschlag an O (obj.Zurechnung fraglich, da Verhalten des Opfers ursaächlich für Erfolgseintritt..Vgl. hierzu Rötzel-Fall)


Meiner Meinung nach liegt gar keine Strafbarkeit wegen Totschlags vor, da spätestens bei dem subjektiven Tatbestand bereits der Vorsatz fehlt, daher nur Versuch der schweren Körperverletzung an O. Danach noch Anstiftung oder mittelbare Täterschaft zum versuchten Mord an Z. Hier bemerke ich aber gerade einen Aufbau Problem aufgrund der Akzessorietät. Bevor ich auf die Strafbarkeit des Z eingehen kann (Anstiftung/mittelbare Täterschaft), muss ich erstmal auf die Strafbarkeit des K eingehen. Somit hat der Aufbau einen unschönen "Bruch". Was meinste, wie man das besser darstellen könnte?
Zu den anderen Problemen habe ich mir noch nicht ganz so viel Gedanken gemacht. Aber trotzdem danke für die spontane Überlegung!
eDD
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Anmeldungsdatum: 15.08.2005
Beiträge: 41

BeitragVerfasst am: 06 Aug 2006 - 18:35:13    Titel:

Nach der Strafbarkeit des Z war nicht gefragt, zumindest in deinem ersten Beitrag laut Sachverhalt nicht Wink

Beim Totschlag an O kannste bei der obj. Zurechnung diskutieren inwiefern sich O das selber zuzuschreiben hat, danach entweder zustimmen oder ablehnen..

Der andere Totschlag bei Ts Strafbarkeit bezog sich ja auf F(Z)..
sprich Anstiftung zum versuchten Totschlag..diskussionswürdig..
da bestünde dann Tateinheit zur anstiftung zur versuchten Körperverletzung..könnt doch passen Wink
humanfly
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Anmeldungsdatum: 03.04.2006
Beiträge: 61
Wohnort: Heidelberg

BeitragVerfasst am: 06 Aug 2006 - 18:39:08    Titel:

eDD hat folgendes geschrieben:
Nach der Strafbarkeit des Z war nicht gefragt, zumindest in deinem ersten Beitrag laut Sachverhalt nicht Wink

Ich meinte natürlich T, nicht Z!!!
eDD
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Anmeldungsdatum: 15.08.2005
Beiträge: 41

BeitragVerfasst am: 06 Aug 2006 - 19:25:14    Titel:

gut Wink

du meinst du müsstest erst die strafbarkeit des k an dem f(z) prüfen, bevor du auf die anstiftung des T zu sprechen kommen kannst?meintest du das so?

kommt halt drauf an, wie du aufbaust..
Historisch gesehen, wärs dann ja kein problem..einfach, nach dem was sich ereignet hat prüfen..sieht dann wohl aber unschön aus..

Alternative wäre eben wie gesagt nach den Strafbarkeiten zu prüfen,
fängst mit der des T an und wenn du zur Anstiftungsprüfung kommst, könntest du den versuchten Totschlag bzw. KV inzident in diese Prüfung mit rein nehmen. Inzidentprüfungen haben u.U den Nachteil, dass es leicht unübersichtlich wird.
humanfly
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Anmeldungsdatum: 03.04.2006
Beiträge: 61
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BeitragVerfasst am: 07 Aug 2006 - 12:25:08    Titel:

Jo, genau das meine ich!!!
Dieser "Bruch" im Gutachten wäre für mich unschön. Der Aufbau einer inzidenten Prüfung kann wiederum sehr unübersichtlich wirken. Hm, muss mir wohl erstmal Gedanken machen, wie ich das am besten aufbaue.
Mal was anderes:
Würdest du hier die Strafbarkeit des T wegen Totschlags an O prüfen? Es ist offensichtlich ja zu verneinen. Da O aber tot ist, muss man das trotzdem anprüfen?
eDD
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Anmeldungsdatum: 15.08.2005
Beiträge: 41

BeitragVerfasst am: 07 Aug 2006 - 14:24:53    Titel:

Ja ich würde den Totschlag an O auf jeden Fall anprüfen..allein deswegen weil der O ja stirbt und die Diskussion um das Verschulden bei der obj. Zurechnung der erste Schwerpunkt darstellen soll..
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