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Wie gut funktioniert unsere Multi-kulti?
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Donald D.
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Anmeldungsdatum: 06.07.2006
Beiträge: 332

BeitragVerfasst am: 06 Aug 2006 - 17:52:34    Titel:

@Guido

natürlich hat die Politik teilweise versagt. Das Abschieben aller Schuld auf diese ist dennoch unehrlich. Wie soll sich beispielsweise ein dunkelhäutiger Mensch hier wohl fühlen und also integrationsbereit sein, wenn er in Ämtern, auf Polizeistationen und am Bahnhofsschalter permanent geduzt und wie ein Kleinkind behandelt wird, während all die hellhäutigen Deutschen um ihn herum selbstverständlich mit "Sie" angeredet werden?

Es sind diese - auf den ersten Blick albern wirkenden - Kleinigkeiten, die erkennen lassen, dass auch unsere kleinbürgerliche Geisteshaltung noch eines gehörigen Reifungsprozesses bedarf.
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 06 Aug 2006 - 18:30:02    Titel:

Guido hat folgendes geschrieben:
Recht komisch hat folgendes geschrieben:
In erster Linie geht es aber doch um die aufgestellten Kernthesen und deren Begründungsstrukturen.


In erster Linie dürfte es darum gehen, dass immer mehr Menschen in Deutschland die katastrophalen Folgen einer mehr als drei Jahrzehnte andauernden weitgehend erratischen und unkoordinierte und nicht an den Interessen des Volkes ausgerichtete Einwanderungspolitik mit Besorgnis sehen.

Ob das dann mit irgendwelchen Schlagworten wie Überfremdung, Kulturkampf etc,. mit platten Parolen wie ?Ausländer raus? oder eben etwas durchdachter und wohlformulierter in Form einer sachlichen Kritik an der deutschen (von deutschen Politikern gemachten!) Politik dargestellt wird, sehe ich als zweitrangig an. Es redet eben jeder im Rahmen seiner Möglichkeien so ?wie ihm der Schnabel gewachsen ist?.

Man kann die Probleme als solche nicht wegdiskutieren und wegignorieren, indem man den Leuten ihre Kritiken wortklauberisch zerpflückt und sich ihren Mangel an sprachlicher Kompetenz zunutze macht.


Wenn es sich wort- und scheinlogikgleich um dieselben absurden, ideologisch fundierten Rationalisierungen handelt, die auch rechtsextreme Gewalttäter zur "Rechtfertigung" benutzen, hat es nichts mehr mit "Wortklauberei" zu tun, wenn man die darin enthaltene Bösartigkeit klarstellt und die Pseudologik offenlegt. Daran ist nichts lustiges - der Gedankengang ist im Ansatz schon grotesk und hat mit den erwähnten Thesen oder potentiellen Problemen gar nichts zu tun.

In der Tat halte ich es aber für (vielleicht sogar dringend) notwendig, diese Ideen nicht totzuschweigen, sondern zu diskutieren und die eklatanten Schwächen solcher Gedankenkonstrukte aufzuzeigen.

Guido hat folgendes geschrieben:
Aber jetzt über die Dinge nicht reden zu wollen, wenn nicht von vorneherein alle ihre Aussagen bis auf Punkt und Komma politisch korrekt tätigen, macht die Lage nur schlimmer. Den wenn nichts getan wird, wird die uns nachfolgende Generation sich ihrer Haut nur durch Gewalt und politischen Extremismus zu wehren wissen.

Und wir werden schuld daran sein, wenn dann wieder Minderheiten und politisch unerwünschte Bürger in Lagern landen. Wir hätten es ja in der Hand gehabt, die Probleme zu regeln, solange sie noch beherrschbar waren.


...und daher werden mich postulierte wie reale gesellschaftliche Probleme sicher nicht dazu bringen, offensiver und missionierender Fremdenfeindlichkeit mit Nachsicht oder Verständnis das Händchen zu halten. Daran ändert auch das abwertende Etikett "political correctness" nichts, zumal daraus inhaltlich außer einer allgemeinen (Ab-)Wertung gar nichts weiteres folgt.
Darin, der Ausgrenzung und Diffamierung von Bevölkerungsgruppen vorsorglich (zur Beschwichtigung?) das Wort reden zu sollen, kann ich kein Argument erkennen, daß dies rechtfertigen würde, ganz im Gegenteil. Man könnte genauso sagen, so mancher beschwört so lange den Rassen- oder Kulturkampf, bis er ihn hat. Hier zeigt sich gerade die "Nicht-Akzeptanz unserer hiesigen Wertvorstellungen" durch die Betreffenden, maW die Frage wieviel "westliche Wertegemeinschaft" die "westliche Wertegemeinschaft" denn wirklich verinnerlicht hat.
Wie man den Unterschied zwischen einer Haßpredigt und politischer Diskussion rund um gegenwärtige und zukünftige Einwanderungspolitik als "zweitrangig" ansehen oder euphemistisch mit "Besorgnis" einebnen kann, erschließt sich mir demnach nicht.


Ansonsten halte ich für durchaus klärungsbedürftig, wieviel von dem ausgemalten, fast apokalyptisch klingenden Horrorszenario tatsächlich objektiv nachvollziehbar ist. Daß man dafür "die Ausländer" vorher spekulativ als kriminell diffamieren muß, glaube ich nicht. Als jemand, der in einer ruhigen, gutbürgerlichen Gegend lebt, die nach gängigen Klischees ein islamistisches Parallelgesellschaftstrümmerfeld sein müßte, bin ich da mit "allgemeinen Eindrücken" und "zweifellosen Wahrheiten" etwas vorsichtig geworden. Man stelle sich vor, man wohnt angeblich im Ghetto und kann es zwischen lauter hübschen Zweifamilienhäuschen mit Gärten einfach nicht finden. Nicht zuletzt die Tatsache, wie krass das übliche Bild vom "drastischen Anstieg der Gewaltkriminalität" vom wirklichen Sachverhalt abweicht, sollte Anlaß genug sein, die eigene Wahrnehmung kritisch zu hinterfragen. In der Folge ergibt sich daraus dann auch die Überlegung, wo die Probleme genau liegen, die Suche nach den Ursachen und in der Konsequenz auch die Antwort auf die Frage, welche politischen Maßnahmen möglich und wünschenswert sind.
Daß sich "die Gesellschaft einen Dreck um Jugendprobleme" schert, halte ich iÜ in der Sache, abgesehen von Formulierungsfragen, verifizierbar für korrekt.

P.S.: Ach ja: was ist denn jetzt Multikulti? Mr. Green
Bürger
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
Beiträge: 2016
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 07 Aug 2006 - 03:21:45    Titel:

Guido hat folgendes geschrieben:
Recht komisch hat folgendes geschrieben:
In erster Linie geht es aber doch um die aufgestellten Kernthesen und deren Begründungsstrukturen.


In erster Linie dürfte es darum gehen, dass immer mehr Menschen in Deutschland die katastrophalen Folgen einer mehr als drei Jahrzehnte andauernden weitgehend erratischen und unkoordinierte und nicht an den Interessen des Volkes ausgerichtete Einwanderungspolitik mit Besorgnis sehen.

Ob das dann mit irgendwelchen Schlagworten wie Überfremdung, Kulturkampf etc,. mit platten Parolen wie „Ausländer raus“ oder eben etwas durchdachter und wohlformulierter in Form einer sachlichen Kritik an der deutschen (von deutschen Politikern gemachten!) Politik dargestellt wird, sehe ich als zweitrangig an. Es redet eben jeder im Rahmen seiner Möglichkeien so „wie ihm der Schnabel gewachsen ist“.


Ich habe ja schon viel Unsinn gelesen aber diese Aussagen toppen das Ganze noch einmal: Es spielt keine Rolle ob das was jemand sagt logisch stimmt, noch ob es sachlich richtig ist oder sich nachweisen lässt, nein die Hauptsache Vorurteile(im Zitat euphemistisch Kritiken genannt) gegen Ausländer dürfen behalten werden Halten wir uns an diese Aussage, darf jede ausländerfeindliche Dumpfbacke ihre Kritik so zu formulieren wie ihr der Schnabel gewachsen ist ohne damit rechnen zu müssen dafür kritisiert zu werden. Das dürfen wir nämlich micht, ginge es nach nah obiger Aussage, weil es geht schließlich nicht an, dass wir den armen Ausländerfeinden ihre Kritik stehlen. indem kleine böse Wortklauberei betreiben- Aha also simaladim weg ist das Vorurteil? Schön wör es ja, ich habe da so meine Zweifel.

Ganz ehrlich, ich hab schon bessere Entschuldigungen für ein argumentatives Versagen gelesen.

Argumente müssen logisch nachvollzogen werden, Behauptungen müssen auf ihren Wahrheitsgehalt überpüft und nachgewiesen werden können, dürfen und manchmal auch müssen. Man sollte nicht versuchen einfach alles als wahr zu erklären was sich irgendwie gegen Ausländer richtete, ganz gleich ob die Aussagen auf Tatsachen beruhen oder aus den Massenmedien und Stammtischen aussummiert hier als Essenz ausgekotzt werden um ein lädiertes Selbstbewusstsein zu pflegen. Wenn solche Phrasen zerpflückt werden, weil sie logisch und inhaltlich nicht stimmen, ist das mehr als nur gerechtfertigt, es ist in der Tat absolut notwendig. Ich verstehe nicht wie man solche Aussagen generell unter einer Art Schutz stellen kann, dass eine solche Argumentation scheitern muss, dürfte niemanden verwundern.

Nicht die Einwanderung ist die Katastrophe sondern das Aufstelllen solcher Phrasen in denen sich nicht selten eine seit mehrern Jahrzehnten unterdrückte Ausländerfeindlichkeit plötzlich Morgenluft witternd ausbricht, weil sie sich von den Medien bestätigt glaubt und meistens gleich den politischen Gegner dabei einen mitzugeben trachtet, als ob man so erreichen könnte, das ausländerfeindliche Phrasen einschließlich der, die man sich in den vergangenen Jahrzehnten heimlich gestattet hat, im Nachhinein quasi als sakrosant erklärt werden.

Die waren wahrscheinlich früher schon schlecht und sind es heute immer noch.

Ich werde also weiterhin Argumente auf ihre logischen Widersprüche überprüfen und allgemeine Aussagen darauf hin abfragen ob sie nachgewiesen werden können. Sollte ich dadurch einem Ausländerfeind oder einem der einer werden könnte, seine Kritik, oder sagen wir besser sein Vorurteil tatsächlich nehmen können ist das ein Erfolg und sicher keine verbotene Tat.


Mit freundlichen Grüßen
ein
Bürger
Guido
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Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 717
Wohnort: Süddeutschland

BeitragVerfasst am: 07 Aug 2006 - 17:32:50    Titel:

Bürger hat folgendes geschrieben:
Ich habe ja schon viel Unsinn gelesen aber diese Aussagen toppen das Ganze noch einmal: Es spielt keine Rolle ob das was jemand sagt logisch stimmt, noch ob es sachlich richtig ist oder sich nachweisen lässt, nein die Hauptsache Vorurteile(im Zitat euphemistisch Kritiken genannt) gegen Ausländer dürfen behalten werden Halten wir uns an diese Aussage, darf jede ausländerfeindliche Dumpfbacke ihre Kritik so zu formulieren wie ihr der Schnabel gewachsen ist ohne damit rechnen zu müssen dafür kritisiert zu werden. Das dürfen wir nämlich micht, ginge es nach nah obiger Aussage, weil es geht schließlich nicht an, dass wir den armen Ausländerfeinden ihre Kritik stehlen. indem kleine böse Wortklauberei betreiben- Aha also simaladim weg ist das Vorurteil? Schön wör es ja, ich habe da so meine Zweifel.


Ja genau diese Vorgehensweise meinte ich. Danke für das Beispiel. Glaubst du ernsthaft, dass Leute, die die benannten Probleme in ihrer Lebenspraxis erleben, sie sich von dir ausreden lassen? Ganz als ob du ein Gesundbeter und Quacksalber wärst, der ihre Erfahrungen wegargumentieren könnte.

Bürger hat folgendes geschrieben:
Argumente müssen logisch nachvollzogen werden, Behauptungen müssen auf ihren Wahrheitsgehalt überpüft und nachgewiesen werden können, dürfen und manchmal auch müssen.


Dazu müsstes du die gleichen Erfahrungen unter vergleichbaren Umständen gemacht haben wie diese Leute. Ansonsten redest du nur rein theoretisch über Dinge, die du zwar nachzuvollziehen meinst, die du aber mangels vergleichbarem Informationsstand gar nicht richtig zu erfassen imstande bist.

Bürger hat folgendes geschrieben:
Ich werde also weiterhin Argumente auf ihre logischen Widersprüche überprüfen und allgemeine Aussagen darauf hin abfragen ob sie nachgewiesen werden können. Sollte ich dadurch einem Ausländerfeind oder einem der einer werden könnte, seine Kritik, oder sagen wir besser sein Vorurteil tatsächlich nehmen können ist das ein Erfolg und sicher keine verbotene Tat.


Tu das. Ich wünsche dir auch viel Erfolg dabei. Nur: Überzeugen wirst du damit niemanden. Allenfalls den ein oder anderen kurzfristig beeindrucken (bis er weiterklickt). So wie auch das statistische Bundesamt kaum jemanden von der (angeblich nicht stattgefundenen) Teuerung im Zuge der Euro-Umstellung zu überzeugen vermochte. Weil die Statistiker eben abstrakte Größen aufsummierten anstatt sich mit der Lebensrealität der Menschen zu befassen.
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