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Hausarbeit Strafrecht Anfänger WS 06/07 Mainz (Erb)
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Hausarbeit Strafrecht Anfänger WS 06/07 Mainz (Erb)
 
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Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
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BeitragVerfasst am: 20 Sep 2006 - 19:46:25    Titel:

Cool, ich bin an der Uni Osnabrück, aber da ist die Bib super!
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
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BeitragVerfasst am: 21 Sep 2006 - 06:17:16    Titel:

Ich denke, ich lasse es doch beim Alten, also schweres Delikt vor leichtem. Ich kenne aber auch einen, der es nach zeitlicher Abfolge gemacht hat und 14 P. in der HA hatte. Er meinte aber, dass man das nicht so machen muss. Und für viele SV gilt halt auch, schweres vor leichtem (wg. Konkurrenzen), aber wie es in meiner ha aussieht, komme ich gar nicht zu konkurrenzerwägungen. Aber es kommt auch auf den SV an, wo da die Schwerpunkte liegen.

Würde Notwehr bei einem Tötungsdelikt nicht durchgehen, müsste man sofort danach KV prüfen, weil man sonst ja beim Unterlassen nicht zur Problematik Garantenstellung aus Ingerenz kommen würde.

Aber in unserem SV ist es, denke ich mal, egal.
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 23 Sep 2006 - 14:16:30    Titel:

Kurz etwas dazu:

bk0483 hat folgendes geschrieben:
(...) Was mich hier nur nach wie vor irritiert, ist, dass man erst sagt, A hat sorgfaltspflichtwidrig gehandelt, aber ihn dann doch bei der RW durch Notwehr rechtfertigt. Aber ich wüsste auch nicht wie ich es anders machen sollte, denn wenn ich es schon nicht als SPV werten würde, käme ich ja garnicht erst zur Rechtfertigung durch Notwehr, da ich ja dann schon beim TB rausfliegen würde.. (...)


Marina85 hat folgendes geschrieben:
Na, das ist doch logisch. A hat zwar sorgfaltspflichtwidrig gehandelt, aber EBEN DIESE SPV ist durch Notwehr gerechtfertigt!

Machst du bei vorsätzlichen Delikten ja genauso: Erst tut jemand was "Verbotenes", aber das ist eben durch Notwehr gerechtfertigt.


So logisch ist das gar nicht! Es gibt tatsächlich (aber eher leise) Stimmen im Schrifttum (so auch Meister Roxin), die damit liebäugeln, bei solchen Fahrlässigkeitsvorwürfen schon die Tatbestandsmäßigkeit zu verneinen. Bianca fährt auf der gleichen Argumentationsschiene, wenn sie sagt, dass man Verhalten, das gerechtfertigt ist ja eigentlich schwerlich als sorgfaltspflichtwidrig ansehen kann. Du musst ja immer einen Sorgfaltssatz finden. Hier etwa: "Ziehe kein Messer, wenn es naheliegt, dass sich daran jemand verletzt!" Das Maß des erlaubten Risikos bestimmt sich aber nach der konkreten Situation und da könnte man hier eben sagen, dass A das Risiko der Verletzung eingehen durfte, da sein Verhalten sozial gebilligt wird (-> Notlage). Et voilà - Sorgfaltpflichtwidrigkeit adé. Ich gehe aber auch den traditionellen Weg und trenne sorgfältig zwischen Tbmäßigkeit und Rechtswidrigkeit.

Im übrigen freut es mich, dass du dich anscheinend meiner Ansicht zum Theorienstreit Eventualvorsatz/Luxuria angeschlossen hast. Wink Hab den Scheiß jetzt 10x umgeschrieben und hab mittlerweile einen Text, den ich so ohne weiteres vor 'nem Amtsgericht vortragen würde. Very Happy Finde ich sehr überzeugend.

Wollte auch irgendwie eine Garantenstellung des A hinbekommen, aber ich finde einfach keine wirklich überzeugenden Argumente. Sad Die herrschende Meinung hat m.E. einfach die bessere Position. Ich mache den Zumutbarkeitsquatsch in der Tbmäßigkeit des § 323c. Blöde ist, dass das dadurch ein bissel BT-Charakter annimmt, aber ich denke mal eure Argumentation deckt sich damit weitestgehend. Finde das Thema übrigens sehr schwierig, mir schwirrt das seit ca. zwei Wochen im Kopf rum. Überzeugend finde ich mein Ergebnis immernoch nicht.

Naja, gerade arbeite ich an der Kausalität von S: 222, 13 - gemessen an der Fülle von Sachverhaltsangaben finde ich das Problem aber gar nicht so heikel wie etwa die Vorsatzfrage bei A: 223 oder die Zumutbarkeit bei A: 323c.

Zu dieser eigenverantwortlichen Selbstgefährdung: Finde ich ziemlich abwegig und spreche es gar nicht an. Würde man das in Erwägung ziehen, müsste man ja de facto bei jeder durch Notwehr gerechtfertigten Tat schon bei der Tbmäßigkeit ansetzen. Wenn X den Y angreift und sich Y daraufhin wehrt kann man ja direkt sagen: Jaja, nix Notwehr. X hat sich eigenverantwortlich selbst gefährdet, denn so schwach war Y ja auch nicht. Die Gegenwehr war deshalb schon gar nicht tbmäßig! Finde ich Käse, da wirft man den dreistufigen Aufbau m.E. ein wenig durcheinander. Eigenverantwortliche Selbstgefährdung ist ja nur ein Konstrukt, um diesen Selbstzerstörer-Fällen (Drogenabhängige, Partner eines HIV-Infizierten etc.) gerecht werden zu können. Für solche Notwehrkonstellationen taugt das nichts. Würde A lachend in Ts Messer laufen, weil er endlich eine Möglichkeit sieht, seinem erbärmlichen Dasein ein Ende zu setzen ok, aber hier kann man in meinen Augen unter keinem denkbaren Gesichtspunkt eine Eigenverantwortlichkeit konstruieren.

Bin übrigens auf Seite 23. *seufz* Da wird der gemeine Rotstift wohl noch seine Opfer fordern... Wink

btw: Glückwunsch zu den bestandenen Klausuren. Hab's auch gepackt - juhuu, BGB hatte mir ja heftige Bauchschmerzen bereitet... Jetzt noch 1x BGB und die blöde HA...
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
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BeitragVerfasst am: 23 Sep 2006 - 14:48:38    Titel:

Bei mir auch noch 1x BGB und die blöde HA...

Also, ich habe für die Garantenstellung gute Argumente gefunden, ich sage nur Herzberg Smile !

Wieviel schreibst du denn bei der Zumutbarkeit ungefähr? Ich habe da wohl was zu gefunden, aber irgendwie passt nichts wirklich zu unserer Notwehr-Situation und ich hab jetzt echt nicht grad viel geschrieben. An der Stelle bin ich echt so ziemlich ratlos... zufrieden bin ich mit meinen Ausführungen dazu nicht.

Wir, die die Garantenstellung bejahen, müssen die Zumutbarkeitsfrage eh schon im Rahmen von § 35 abhandeln und nicht bei § 323 c, aber das ist ja egal.

Klar, deine Meinung zum dolus eventualis ist echt gut!!! Du hast mich überzeugt Wink. Aber so endlos viel hab ich dazu jetzt nicht geschrieben. Eben kurz begründet, warum kein Streit erforderlich ist.
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
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BeitragVerfasst am: 23 Sep 2006 - 14:59:04    Titel:

Hehe, ja unser frohlockender Mindermeinungs-Herzberg ("Tiere sind keine Sachen i.S.d. Strafrechts!!!" Very Happy) mit seinem berühmten Artikel in JuS 1971, 74, richtig? Naja, also Argumente findet man ja schon einen ganzen Haufen, aber die sind alle nicht so gut finde ich. Sad Insbesondere ist der Vergleich mit einem zufällig vorbeikommenden Spaziergänger z. B. bei Rudolphi oder Mitsch fast unschlagbar. Sad Das brauch ich dann auch nochmal bei der Zumutbarkeit, da geht's nämlich z.T. auch in die Richtung bei mir. Und nur weil A fahrlässig gehandelt hat und nicht vorsätzlich ändert sich denke ich auch nix daran. Hmpf.

Oh, Zumutbarkeit schreib ich bestimmt 2-3 Seiten. Momentan bin ich bei zwei Seiten, kann sich aber noch erhöhen, wie gesagt, bin noch sehr unzufrieden.

Das ist ja das schöne, wenn man den Streit nicht ausführt. Man kann knapp begründen, warum man es nicht macht. Smile
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
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BeitragVerfasst am: 23 Sep 2006 - 15:41:38    Titel:

Also grad das mit dem zufällig vorbeikommendem Spaziergänger hab ich widerlegen können. Aber wir müssen das hier nicht ausdiskutieren Wink, 2 Juristen, 3 Meinungen. Da ist es ja eh egal, welcher Meinung man folgt, wenn man es gut begründet.

2 Seiten zur Zumutbarkeit? Ich frage mich, wie du das vom Platz her schaffst... Also, bei mir geht das nicht mehr. Den meisten Platz nimmt bei mir die hypothetische Kausalität und die Garantenstellung bei A ein.

Außerdem frage ich mich, was du da alles schreibst... Finde das zu viel.

Ich finde es nicht abwegig, freiverantwortliche Selbstgefährdung in einem Satz sofort abzuhaken. Denn dadurch zeigt man dem Korrektor, dass man gesehen hat, dass A eben nicht zugestochen hat, sondern einfach nur das Messer gezogen hat und T selbst reingelaufen ist.
Dass freiverantwotrliche Selbstgefährdung scheitert, ist natürlich klar, eben weil sich T ja nicht bewusst selbst verletzten wollte. Aber in einem Satz spreche ich es schon an.

Prüfst du auch erst alle Tötungsdelikte und danach die anderen?
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 23 Sep 2006 - 15:55:17    Titel:

Jaja, grade beim Strafrecht... Aber besser als die verrückte Fußball-WM-ÖRecht-HA. Very Happy

Also ich finde die Zumutbarkeit ist ein Kernproblem. Und sehr interessant dazu, weil's für eine Anfänger-HA doch recht exotisch ist. Finde die hat zwei Seiten locker verdient. Aktuell hab ich zur Garantenstellung vier Seiten, da muss ich auf jeden Fall kürzen. Dann wird die Seite zu A: 212 noch sterben und die Erfoderlichkeit der Notwehrhandlung wird wohl auch noch ein wenig gekürzt werden müssen. Naja, hoffe ich komm irgendwie auf 21 Seiten.

Hm, bin ja grad erst bei der Kausalität. Aber irgendwie finde ich das eher überschaubar. Geht doch eigentlich nur um den Streit zwischen Riskioerhöhungslehre und der mod. conditio-sine-qua-non, odi? Naja, vielleicht unterschätze ich das auch grade, hab aktuell nur zwei Lehrbücher hier. Wink

Was gibbet denn noch für Delikte? Very Happy Also A: 240 finde ich überflüssig (geht doch auch schon viel zu weit in den BT rein, joa vll in einem Satz abhaken, genauso A: 221). Die A: 223, 224 hab ich zwischen dem 212 und der 222. Vorsatz vor Fahrlässigkeit dacht ich mir so. Very Happy
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
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BeitragVerfasst am: 23 Sep 2006 - 16:07:41    Titel:

Zumutbarkeit = Kernproblem sehe ich als etwas übertrieben... Kernprobleme sind hypothetische Kausalität (da gibt es auch drei Meinungen) und Garantenstellung.

Außerdem finde ich dein "BT-Argument" nicht so einleuchtend. Klar, ich hake jetzt 240 und 221 auch in einem Satz ab, aber sie kämen nunmal auch in Betracht, wenn A nicht durch Notwehr gerechtfertigt bzw. später entschuldigt wäre.

Wie haben sich A und S bei dir denn letztendlich strafbar gemacht? Also, was ist dein Ergebnis?
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 23 Sep 2006 - 16:14:20    Titel:

Naja, sowohl die 240 als auch die 221 sind riesige Spezialkapitel, also da ein großes Fass aufzumachen halte ich für verfehlt. Wir sind doch noch Anfänger. Wink Merkwürdig finde ich allerdings, dass diese beiden Paragraphen und die Rettungsgesetze nicht von vornherein ausgeschlossen wurden. Hätte man der Freundlichkeit halber in die Aufgabenstellung schreiben können, dann wäre viel Diskussionsstoff obsolet.

Also momentan bin bei kompletter Straffreiheit. Aber das ganze ist noch nicht in trockenen Tüchern, bin ja noch nicht fertig. Wink Bei A ist's ok, aber S will ich irgendwie dran kriegen. Er hat halt Glück gehabt, dass der Gutachter sich nicht festnageln lassen wollte. Aber eine fahrlässige Körperverletzung sollte man noch irgendwie hinbekommen... Smile
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
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BeitragVerfasst am: 24 Sep 2006 - 10:50:07    Titel:

Davon würde ich abraten, alles am Schluss nochmal durchzugehen. Sonst musst du ja ALLE zitierten BGH-Entscheidungen und ALLE zitierten Aufsätze überprüfen... Schau lieber sofort, dass es stimmt. Da bleibt dir ne Menge Arbeit erspart.
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