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Gleichbehandlungsgesetz
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Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 20 Aug 2006 - 13:07:15    Titel:

Eventuell für die weitere Diskussion wichtig, der Gesetzestext
http://www.allgemeines-gleichbehandlungsgesetz.de/gesetzestext.html

Was mich dabei wundert, ist die Verwendung des Begriffs "Benachteiligter" in einem Gesetzestext. Ist das nicht bereits eine Zuschreibung, die doch erst über ein Verfahren festgestellt werden müsste ?
coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 20 Aug 2006 - 13:16:59    Titel:

Sheep hat folgendes geschrieben:
Was mich dabei wundert, ist die Verwendung des Begriffs "Benachteiligter" in einem Gesetzestext. Ist das nicht bereits eine Zuschreibung, die doch erst über ein Verfahren festgestellt werden müsste?


Im Paragraphen 3 ist der Begriff Benachteiligung selbst definiert. Vor einem Prozess würde also schon geprüft werden, ob eine Benachteiligung vorliegt. Ähnliche Definitionen finden sich oft im Gesetz, wenn definiert wird, wer überhaupt angesprochen wird ("als arbeitslos gilt, wer...", "Berechtigt ist eine Person dann, wenn..." usw.

Beste Grüße
coffeinjunky
Guido
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Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 717
Wohnort: Süddeutschland

BeitragVerfasst am: 20 Aug 2006 - 19:55:14    Titel:

Macabre Deified hat folgendes geschrieben:
Du wirst im Lebenslauf kaum etwas finden, weswegen man diskriminieren könnte.wenn nun ein "schlauer" Mensch versuchen würde, im Lebenslauf gezielt Informationen unterzubringen, anhand derer eine Diskriminierung möglich ist um so die Klagemöglichkeiten zu fächern, so kann der Arbeitgeber darauf verweisen, dass der Lebenslauf nicht der allgemeingültigen Form entspricht, er aber keine Arbeitskräfte wolle, die lieber ihr eigenes Ding drehen als sich an vorgegebene Muster zu halten. In vielen Berufen ist das begründet. Cool


Ich liebe den Strategiespielcharakter der Juristerei … Wink

Daher würde ich dieser Argumentation entgegensetzen, dass weder aus der Stellenausschreibung noch aus der späteren Korrespondenz mit der Firma hervorging, dass diese ein einheitliches Bewerbungsprocedere mit einer bestimmten genormten Form von Lebensläufen wünschte. Täte sie es, so hätte sie über einschlägige Tools (Online-Bewerbung mit standardisierter Maske) oder die Delegation an einen Personalberater sichergestellt, dass die eingereichten Lebensläufe einer bestimmten vorzugebenden Form entsprechen. Nachdem dies versäumt wurde, ist der nachträgliche Verweis auf ein Fehlen oder Nichteinhalten eines nicht näher spezifizierten Standards für Lebensläufe ohne Belang.

Der Arbeitgeber wäre dann in der misslichen Situation darlegen zu müssen, was er denn nun unter einer „allgemeingültigen Form“ für Lebensläufe verstünde. Nachdem es hierzu ebenso viele Meinungen wie Bewerbungstrainer gibt, hätte er damit ein Problem.
Macabre Deified
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Anmeldungsdatum: 11.05.2005
Beiträge: 1916
Wohnort: The Republic of Elbonia

BeitragVerfasst am: 20 Aug 2006 - 20:42:24    Titel:

Zitat:
Daher würde ich dieser Argumentation entgegensetzen, dass weder aus der Stellenausschreibung noch aus der späteren Korrespondenz mit der Firma hervorging, dass diese ein einheitliches Bewerbungsprocedere mit einer bestimmten genormten Form von Lebensläufen wünschte. Täte sie es, so hätte sie über einschlägige Tools (Online-Bewerbung mit standardisierter Maske) oder die Delegation an einen Personalberater sichergestellt, dass die eingereichten Lebensläufe einer bestimmten vorzugebenden Form entsprechen. Nachdem dies versäumt wurde, ist der nachträgliche Verweis auf ein Fehlen oder Nichteinhalten eines nicht näher spezifizierten Standards für Lebensläufe ohne Belang.

Dem würde ich zwei Dinge entgegensetzen:
1. Es ist im deutschsprachigen Raum allgemein bekannt, dass es eine Art Muster für einen Lebenlauf gibt. Es ist sozusagen die allgemein verbreitete Norm. Man kann also aus einem "individuell gestalteten" Lebenslauf schliessen, dass der Bewerber/die Bewerberin sich vor der ansich sehr kleinen Mühe gescheut hat, ein solches Muster zu besorgen.
Weiterhin könnte man anführen, dass es ein "inoffiziell verbindlicher Standart" sei, genauso wie beispielsweise die Form, in der ein Briefpapier beschrieben wird.
2. Mit ein paar Wörtchen in der Stellenanzeige löst sich dieses Problem von alleine. Man muss nur eine Formulierung einbauen, die klar eine gewisse Form verlangt (die logischerweise möglichst wenig Möglichkeiten zur Diskriminierung liefert)

aus (1.) weitergedacht könnte man auch noch aufführen, dass ein Bewerber, der sich nichtmal eigenständig ein Muster für eine solche Banalität wie den Lebenslauf beschaffen kann, wohl kaum sonderlich gut darin ist, sich eigenständig Lösungsmöglichkeiten für problematische Aufgabenstellungen zu suchen. Er würde höchstwahrscheinlich sturr nach erlerntem Ablauf handeln oder sich "selbst etwas ausdenken". Welche Folgen dies beispielsweise auf die erbrachten Leistungen haben könnte kann man dann bestimmt gut an einem Beispiel erläutern. (was würde z.B. ein KFZ-Mechaniker mit dieser Ambition tun? "Was ist das denn? Das kenn ich nicht, da mach ichs mal nach gut dünken, passt dann schon." Ist das zuverlässige Arbeit? Wink)
Jedoch wolle jeder Arbeitgeber für seine selbstverständlich weltoffene und interaktive Firma Angestellte wünschen, die eigenständig mit aufkommenden beruflichen Problemen fertig werden und sich falls nötig auch auf Informationssuche begeben (und gewissermaßen weiterbilden).
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