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Islamisierung vs. Demokratisierung
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Islamisierung vs. Demokratisierung
 
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schelm
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4313

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2006 - 17:39:38    Titel:

Boush hat folgendes geschrieben:

Die meisten Muslime haben friedlich Kritik über diese Karikaturen geäußert. Der Iran hat Wettbewerbe veranstalten lassen, viele muslimische Länder boykotier(t)en dänische Produkte usw. usf. Ist es das was ihr haben wollt? Soll das Sinn und Zweck der Sache sein? Ich denke man kann soetwas sein lassen... Wir haben schon genug Probleme auf dieser Welt.


Vom christlichen Standpunkt aus , hätte ich diesbezügliche Fragen an dich. Was meinst du mit : ist es das was ihr wollt ?! Wenn du den Anlass ( Karikaturenstreit ) als Rechtfertigung für das Beschriebene heranziehst , dann müßte ich fragen , ist es das was ihr wollt ?!

Es darf keine automatische Ursache - Folge - Denklegitimation für einen Gläubigen geben ! Beispiel : Sollte sich jemand über Jesus lustig machen oder ihn verunglimpfen , so mag dies persönlich schmerzen , jedoch dürfen deshalb niemals Rechtfertigungen für derart destruktives Verhalten abgeleitet werden ! Denn eben dies ist , was er ablehnt !

Herr , vergib Ihnen , denn sie wissen nicht was sie tun , würde er vermutlich dazu sagen. Und später selbst darauf reagieren.... Dies kann jedoch nicht den Menschen überlasen bleiben. Diese können es kritisieren , wohl wahr . Mehr aber auch nicht !

M.f.G. Schelm
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2006 - 17:44:40    Titel:

Boush hat folgendes geschrieben:
Wie gesagt, das müssen sie nicht. Aber was sie müssen ist, mit den Konsequenzen zu leben und die würde ich mir gerne hier in Deutschland und dem Frieden zu Liebe ersparen.


Das mag man persönlich so sehen; es kann aber nicht richtig sein, auf einer grundlegenderen Ebene konstituierende Strukturwerte einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft demnach nach Bedarf zu kompromittieren, sobald es opportun erscheint. Das aber wäre der Fall, würden wir Religionsgemeinschaften das prinzipielle Recht zur Inhaltskontrolle von Meinungsäußerungen zugestehen.

Das ist auch keine spezielle "Islam-Frage"; stellen wir uns vor, die Pastafarianer, Anhänger des Fliegenden Spaghettimonsters, würden nun aus ihrem Glauben heraus beschließen, das Anbieten und Verzehren von Nudeln sei ein großer Affront gegenüber ihrer Gottheit - sollen sie so allgemeinverbindliche Regeln für jedermann aufstellen können?
Boush
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Anmeldungsdatum: 24.06.2006
Beiträge: 156

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2006 - 17:49:31    Titel:

schelm hat folgendes geschrieben:

Vom christlichen Standpunkt aus , hätte ich diesbezügliche Fragen an dich. Was meinst du mit : ist es das was ihr wollt ?! Wenn du den Anlass ( Karikaturenstreit ) als Rechtfertigung für das Beschriebene heranziehst , dann müßte ich fragen , ist es das was ihr wollt ?!

Es darf keine automatische Ursache - Folge - Denklegitimation für einen Gläubigen geben ! Beispiel : Sollte sich jemand über Jesus lustig machen oder ihn verunglimpfen , so mag dies persönlich schmerzen , jedoch dürfen deshalb niemals Rechtfertigungen für derart destruktives Verhalten abgeleitet werden ! Denn eben dies ist , was er ablehnt !

M.f.G. Schelm


Lieber Schelm, dann sag mir wie du das verhindern möchtest. Auf deine Antworten bin ich gespannt. Wie willst du einen Terroristen davon überzeugen sich nicht in Koblenz in die Luft zu sprengen weil es keine automatische Ursache für so etwas geben sollte? Er wird wahrscheinlich eh schon genug Hass auf die westliche Welt haben, das er dir zuhört halte ich für weniger realistisch. Das meine ich mit, ist es das was ihr haben wollt? Unnötige Probleme zur einer sehr sehr sehr unpassenden Zeit wo viele Menschen aneinander vorbei reden, woviele Menschen sich selbst im Recht sehen... Da kommt so etwas sehr ungelegen. Verstehst du nun was ich damit meine?


mfg
Boush
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Anmeldungsdatum: 24.06.2006
Beiträge: 156

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2006 - 17:58:04    Titel:

Recht komisch hat folgendes geschrieben:

Das ist auch keine spezielle "Islam-Frage"; stellen wir uns vor, die Pastafarianer, Anhänger des Fliegenden Spaghettimonsters, würden nun aus ihrem Glauben heraus beschließen, das Anbieten und Verzehren von Nudeln sei ein großer Affront gegenüber ihrer Gottheit - sollen sie so allgemeinverbindliche Regeln für jedermann aufstellen können?


Hi Recht komisch,

auch dich bitte ich, nicht Fliegenden Spaghettimonster mit dem Islam zu vergleichen. Damit möchte ich nicht sagen das der Islam etwas besseres ist, sondern das man solche Vergleiche nicht bringen kann. Es geht auch nicht darum das beim Islam zu tolerieren und wo anders nicht weil der Islam uns mehr bedrohen könnte oder weil der Islam mehr Anhänger hat oder sonstiges.. Nein, der Islam reagiert auf so etwas empfindlich. Und es gibt so wieso schon genug Probleme zwischen der islamischen- und westlichen Welt, also ist so etwas momentan wirklich sehr unnötig und wird von Hasspredigern auf beiden Seiten mit dem aller größten Vergnügen angenommen. Wir müssen denen doch nicht noch mehr Pulver ins Kanonrohr schmeißen.

mfg
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
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BeitragVerfasst am: 12 Sep 2006 - 18:03:31    Titel:

Es lag nicht in meiner Absicht, den Islam damit zu vergleichen; mir ging es im Gegenteil um ein unbelastet-fiktives Beispiel zum Thema Religionsgemeinschaften, daß vielleicht eher geeignet ist, die Grundfrage zu illustrieren. "Religionsgemeinschaft" impliziert als - hier strenggenommen sogar fiktiver - Oberbegriff keinen unmittelbaren Vergleich. Zu bedenken ist, daß in einer pluralistischen Gesellschaft für denjenigen, der bestimmte Glaubenssätze nicht teilt, egal ist, welche Religionsgemeinschaft sie wie aufstellt.
Aus der Perspektive eines Atheisten heraus - die einfachste in diesem Zusammenhang - ist es beispielsweise völlig gleichgültig, ob bestimmte Verhaltensgebote vom christlichen Gott, Allah, L. Ron Hubbard oder dem Spaghettimonster kommen sollen; entscheidend ist, daß sie in einem säkularen Staat nicht für ihn verbindlich sein können.


Zuletzt bearbeitet von Recht komisch am 12 Sep 2006 - 18:29:11, insgesamt 2-mal bearbeitet
schelm
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4313

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2006 - 18:14:02    Titel:

Boush schrieb :

Zitat:
Lieber Schelm, dann sag mir wie du das verhindern möchtest. Auf deine Antworten bin ich gespannt. Wie willst du einen Terroristen davon überzeugen sich nicht in Koblenz in die Luft zu sprengen weil es keine automatische Ursache für so etwas geben sollte?


Die Notwendigkeit der direkten Verhinderung solcher Taten ist natürlich immer nur die zweitbeste Lösung dann , wenn andere Kinder bereits in den Brunnen gefallen sind. Dies jedoch , kann und darf nicht der Maßstab unseres Handelns sein ! Maßstab unseres Handelns , muß die vorbeugende , indirekte Verhinderung solcher Taten sein. Dies erreicht man nicht , in dem man die Werte aufgibt , welcher der Terrorist bekämpft. Sein Hunger danach diese gänzlich zu beseitigen , wird nur größer dadurch.

Ebenso erfolglos wäre es gewesen , den Juden im Warschauer Ghetto doch zu empfehlen , durch nazifreundliches Verhalten , ihr Leben zu retten. Ob und wieviele solcher und ähnlicher Untaten sich künftig noch ereignen , entscheidet sich also in der Auseinandersetzung der Werte zwischen freiheitlichen , demokratischen Denken und dem Denken , welches das Kollektiv als einzig moralisch legitimierte Lebensweise favorisiert.

Hierzu bedarf es einer Demokratisierung der islamischen Welt , außerhalb der damit verbundenen Angstreflexe , der Westen wolle dieser damit die Kultur und Lebensweise wegnehmen. Demokratie und Menschenrechte sind keine westlichen Erfindungen. Sie sind Voraussetzung , damit ein Individuum auch ein Individuum sein kann !

Ich kann weder im Christentum noch im Islam eine Vorschrift erkennen , welche dem Menschen den Glauben kollektivistisch aufzwingen würde !

M.f.G. Schelm
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
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BeitragVerfasst am: 12 Sep 2006 - 18:22:29    Titel:

schelm hat folgendes geschrieben:
Hierzu bedarf es einer Demokratisierung der islamischen Welt , außerhalb der damit verbundenen Angstreflexe , der Westen wolle dieser damit die Kultur und Lebensweise wegnehmen.


Aus dem eben Besprochenen folgt indes keineswegs ohne weiteres das Recht, im Gegenzug unsere Vorstellungen in der "islamischen Welt" quasi-hegemonial durchzusetzen; einen Absolutheitsanspruch insoweit gleich auszudehnen, birgt noch eine Menge weiterer Probleme.
Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob wir von den Maßstäben unserer Gesellschaft sprechen oder aber von der Gesellschaft anderer Länder.
schelm
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4313

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2006 - 18:43:17    Titel:

Recht komisch hat folgendes geschrieben:
schelm hat folgendes geschrieben:
Hierzu bedarf es einer Demokratisierung der islamischen Welt , außerhalb der damit verbundenen Angstreflexe , der Westen wolle dieser damit die Kultur und Lebensweise wegnehmen.


Aus dem eben Besprochenen folgt indes keineswegs ohne weiteres das Recht, im Gegenzug unsere Vorstellungen in der "islamischen Welt" quasi-hegemonial durchzusetzen; einen Absolutheitsanspruch insoweit gleich auszudehnen, birgt noch eine Menge weiterer Probleme.


Auch so ein Reflex ! Diesmal von westlicher Seite ! Demokratie bedeutet doch wohl , das ein Volk in freier Selbstbestimmung leben kann , die Entscheidung über die Art und Weise darüber diesem obliegt.

Dazu müssen allerdings erst einmal die voraussetzenden Bedingungen geschaffen werden , um eine solche Entscheidung zu tätigen. Dies kann nicht über korrupte Königshäuser erfolgen.

Sinn und Zweck einer islamischen Demokratie sollte also nicht sein , die verbreitete Lebensweise durch die westliche Kultur und Lebensweise zu ersetzen. Es geht schlicht darum , zu ermöglichen , dass jeder individuell in der islamischen Welt entscheiden darf , welche Lebensweise er wählt ! Unabhängig , ob diese Wahl nach westlichen Maßstäben modern oder rückständig ist ! Nur --- jeder sollte dies eben selbst entscheiden können , ohne Sanktionen durch die Gemeinschaft wegen seiner Entscheidung zu erfahren !

Dem dürfte auch ein deutscher Rechtsgelehrter zustimmen , oder ? Wink

M.f.G. Schelm
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BeitragVerfasst am: 12 Sep 2006 - 18:50:20    Titel:

Eben dies kann man sich leider nicht so einfach machen - letztlich sprechen wir von Prinzipien und Abwägungen, die mit "Reflex" wohl kaum erfaßt werden können (auch "die islamische Welt" ohne weiteres als kollektivistisch-islamistisch zu verstehen, dürfte eine allzu starke sachliche Verkürzung sein);
denn das Selbstbestimmungsrecht der Völker bedeutet eben als erstes die Freiheit unabhängig von ausländischen Einflüssen, über seinen politischen Status, seine Staats- und Regierungsform und seine wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung zu entscheiden. Auf der internationalen Ebene wiederholen sich, abstrakt gesehen, die grundlegenden Gedanken zu Freiheitsräumen - wir können nicht ohne weiteres unilateral die Universalität unserer Werte feststellen und durchsetzen.
schelm
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4313

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2006 - 19:00:30    Titel:

Können wir . Der Schöpfer schuf Individuen , keine Medusen.

M.f.G. Schelm
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