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Islamisierung vs. Demokratisierung
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Ratio Bob
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Anmeldungsdatum: 01.06.2005
Beiträge: 31

BeitragVerfasst am: 16 Sep 2006 - 00:04:16    Titel: Papst Benedikt XVI zitierte Brief byzantinischen Kaisers

(wurde von Borabora (Mod) auf diesem Thread hingewiesen - also einfach mal full-past-in:)

Papst Benedikt XVI zitierte jüngst aus einem Brief eines mittelalterlichen byzantinischen Kaisers.

Nun steht die islamitische Welt wieder Kopf - radikale Muslime drehen am Rad - wieder einmal stürmt ein Mob islamischer Radikaler die Straßen - Islam-Karikatur die Zweite.
Mir scheint es langsam so, als wartete die fundamental-islamische Welt nur darauf, ihren Minderwertigkeitskomplex in die Welt hinaus schreien zu können.

Diese merkwürdige Ansammlung von Gestalten, die nur ihr Hemd auf dem Leib besitzen, die eh nicht viel zu verlieren haben, würden am liebsten den Dschihad ausrufen lassen.
Am Photo dieses Beitrags kann man die Krönung der Schöpfung wahrlich erkennen: http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3856&Alias=wzo&cob=248318

Es kann nicht sein, dass wenn irgendwo über die Religion "Islam" geredet wird, sich fanatische Muslime eschoffieren und Terror veranstalten. So geht's nicht - zumindest nicht hier in Deutschland - hier in Europa - und im Rest der zivilisierten Welt.

Das muss eine Welt-Religion schon ertragen, dass sie irgendwo in Frage gestellt wird. Ansonsten taugt sie nicht viel.

Generell wird aber der Islam und die Verbreitung des Islam hier in der christlichen, westlichen Welt weitestgehend verharmlost und wenn nun auch "Lisa" aus der Lindenstrasse beginnt, sich für den Islam zu interessieren, weil der "soviel Wärme ausstrahlt", so halte ich derartiges Verhalten für ziemlich bedenklich. (fiktive Figur - schon klar - aber solche Menschen gibt es ja auch wirklich)

Der Islam ist ein Werk, das sich überwiegend an das Alte Testament der Bibel anlehnt. Damit ist dann auch das Zitat des byzantinischen Kaisers, was Papst Benedikt XVI vorgelesen hat, zu verstehen ("Was hat Mohammed denn Neues gebracht..?").

In Zeiten, in denen die eigenen Werte und Errungenschaften nicht hoch im Kurs stehen, in denen viele ihr Heil in Fernöstlichem finden möchten - oder sogar im Islam, vergisst man aber den Wert und die Auswirkungen der Erziehung in einem christlichen Umfeld.

Die Fähigkeit zu vergeben, seinen Nächsten zu lieben (zumindest nicht zu hassen) u.v.m. sind stark verwurzelte Verhaltensformen und Normen in unserer Gesellschaft. Diese Maxime ist eindeutig neu testamentarisch und sie hat sich in unserer Gesellschaft durch Verhalten und Gesetzgebung manifestiert. Das ist unser Glauben - unser Gesetz nachdem wir leben - die Scharia hat bei uns nichts verloren - sie ist grausam, unethisch und alttestamentarisch - sie ist nichts, was für uns tauglich ist - und sie ist etwas, was aufs Schärfste bekämpft werden muss.

Wir Christen leben nach dem Neuen Testament, was eine radikal oppositionelle Ideologie gegenüber dem Alten Testament darstellt. Zudem wurde unser Glauben auch durch Luther reformiert. Auch hier zeigt sich eine Weiterentwicklung und Neuinterpretation des Neuen Testaments.

All diese Entwicklungen hat der Islam niemals kennen gelernt. Es ist veraltet und passt nicht in unsere Gesellschaft.

Ich kann nur vor dem Islam warnen. Es ist nicht warm - und sein Gesetz heißt "Scharia". [url]http://de.wikipedia.org/wiki/Schari'a[/url]

Der Islam hat keine Existenzberechtigung in unserem Land und sollte mit allen Mitteln bekämpft werden - allerdings halte ich es für unseren Staat auch für wesentlich, dass jeder nach seiner Fasson selig werden soll.
Christian 25
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Anmeldungsdatum: 28.08.2005
Beiträge: 241

BeitragVerfasst am: 16 Sep 2006 - 00:04:50    Titel:

Zu der Papstrede (das eigentliche Thema wurde ja mal wieder gesperrt (Meinungsfreiheit läßt grüßen......))
Wie üblich spinnt der Islam!!!
Fast jeden Freitagabend kann man z.b.: auf Sat1 irgendeinen Witz über die Kirche sehn, egal in welcher Form.
Und stört das jemanden???
Ich selbst hab schon mit kath. Theologen zusammen das "Leben des Brian" gesehn. Wo ja nun die sehr viel unseres Glaubens verarscht wird.
Und gabs danach in der westlichen Welt aufstände??? Wurden irgendwelche Flaggen verbrannt?? Sonst was veranstalltet??
Nichts!
Der Islam leidet einfach unter massivsten Minderwertigkeitskomplexen. Das ist ja auch der einzige Grund warum hier irgendwelche Fraun mit Kopftücher rumlaufen.
Und Menschen mit solchen massiven Minderwertigkeitskomplexen sind massiv gefährlich!!! Daher muß man da sehr aufpassen und möglichst früh einschreiten.

Zumal hat der Papst ja auch nur einen Kaiser zitiert. Wenn ich nun Hitler zitiere, dann ist das auch nicht verboten. Was sollten sonst die ganzen Autoren von Geschichtsbüchern machen??? Sollte der Zentralrat der Juden die alle mal wegen Volksverhetzung verklagen??
An dem Beispiel sieht man wie lächerlich die ganze Geschichte mal wieder ist.

MFG
Christian
Mark123
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 1075

BeitragVerfasst am: 16 Sep 2006 - 00:07:38    Titel:

Recht komisch hat folgendes geschrieben:
[das gilt für Muslime wie auch für den Papst; es würde ein nicht auflösbarer Widerspruch erzeugt, würden wir unter Berufung auf die Meinungsfreiheit abweichende Meinungen für schlechthin unzulässig erklären.


Das würde ich so unterschreiben; nur leider gilt auch hier die Bauernschläue: der Ton macht die Musik.

Und die klingt in meinen Ohren relativ häufig relativ schief.
borabora
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Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 6273

BeitragVerfasst am: 16 Sep 2006 - 00:08:53    Titel:

Christian 25 hat folgendes geschrieben:
Zu der Papstrede (das eigentliche Thema wurde ja mal wieder gesperrt (Meinungsfreiheit läßt grüßen......))


Ich habe die Sperrung dort auch begründet. Weiteres bitte im Stammtisch.

Zitat:
Der Islam leidet einfach unter massivsten Minderwertigkeitskomplexen. Das ist ja auch der einzige Grund warum hier irgendwelche Fraun mit Kopftücher rumlaufen.
Und Menschen mit solchen massiven Minderwertigkeitskomplexen sind massiv gefährlich!!! Daher muß man da sehr aufpassen und möglichst früh einschreiten.


Da verweise ich auf Seite 17 unten in diesem Thread. Eine sehr interessante Studie der KAS, die ziemlich genau das Gegenteil ergeben hat. (in gewisser Weise war ich selbst überrascht)[/quote]
Mark123
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 1075

BeitragVerfasst am: 16 Sep 2006 - 00:16:52    Titel:

borabora hat folgendes geschrieben:

Da verweise ich auf Seite 17 unten in diesem Thread. Eine sehr interessante Studie der KAS, die ziemlich genau das Gegenteil ergeben hat. (in gewisser Weise war ich selbst überrascht)


Also bitte. Das überrascht mich nicht ein Stück. Das die Frauen das häufig selber so sehen war mir schon lange klar. Die interessante Frage ist wohl eher: bei wievielen der befragten Frauen ist die Antwort das Ergebnis einer jahrelangen religiös motivierten Gehirnwäsche? Es wird ihnen doch schon von Kindesbeinen an eingeredet, wie toll so ein Kopftuch ist und das man ohne zum Opfer von Vergewaltigungen wird. Unter diesen Umständen würde ich mich mit Kopftuch auch viel sicherer und selbstbewußter fühlen.
borabora
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Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 6273

BeitragVerfasst am: 16 Sep 2006 - 00:21:13    Titel:

Mich schockierte die deutsche Vergleichsstudie Wink So konservativ - hätte ich nicht gedacht. Auch beim Kopftuch gibt es mindestens 10 Motivationen die mir einfallen, weshalb es getragen wird. Sicherlich extremistische, aber auch nur fromme. Ich finde man muss da differenzieren.
Mark123
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 1075

BeitragVerfasst am: 16 Sep 2006 - 00:21:41    Titel:

Ausserdem meinte Christian, dass die Minderwertigkeitskomplexe der Männer dafür verantwortlich sind, dass sie ihre Frauen in Kopftücher stecken. Einen gewissen Wahrheitsgehalt dieser These möchte ich angesichts der verkappten Ehrvorstellungen vieler moslemischer Männer nicht absprechen.
Boush
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Anmeldungsdatum: 24.06.2006
Beiträge: 156

BeitragVerfasst am: 16 Sep 2006 - 00:24:10    Titel:

Mark123 hat folgendes geschrieben:

Also bitte. Das überrascht mich nicht ein Stück. Das die Frauen das häufig selber so sehen war mir schon lange klar. Die interessante Frage ist wohl eher: bei wievielen der befragten Frauen ist die Antwort das Ergebnis einer jahrelangen religiös motivierten Gehirnwäsche? Es wird ihnen doch schon von Kindesbeinen an eingeredet, wie toll so ein Kopftuch ist und das man ohne zum Opfer von Vergewaltigungen wird. Unter diesen Umständen würde ich mich mit Kopftuch auch viel sicherer und selbstbewußter fühlen.


Deine Unwissenheit über den Islam ist erschreckend. Mal eine ernstgemeinte Frage:

Kennst du dich mit dem Islam gut aus? (bitte nicht drum herum reden, eine präzise Antwort ist völlig ausreichend)


mfg
Mark123
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 1075

BeitragVerfasst am: 16 Sep 2006 - 00:24:43    Titel:

Boush hat folgendes geschrieben:

Kennst du dich mit dem Islam gut aus? (bitte nicht drum herum reden, eine präzise Antwort ist völlig ausreichend)


Ja.
Slayer
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Anmeldungsdatum: 20.09.2005
Beiträge: 50

BeitragVerfasst am: 16 Sep 2006 - 08:50:23    Titel: Der Papst im Dienste des Kulturkampfes

Gegenrede zur Haltung des Papstes gegenüber dem Islam


Es ist geradezu eine tragische Unverschämtheit unserer Zeit, daß jetzt auch der sonst so besonnen wirkende Papst sich zum Werkzeug des Kulturkampfes macht, und das noch dazu mit den Mitteln der Unwahrheit, die ausgerechnet ein Papst nicht nutzen sollte. Daß er dafür von der Mainstream-Presse zum Star gemacht wird, sollte ihm selbst zu denken geben.

Zunächst seien die entscheidenden Passagen der Vorlesung des Papstes wiedergegeben:

Zitat:
"In dieser Vorlesung möchte ich nur einen – im Aufbau des Dialogs eher marginalen – Punkt behandeln, der mich im Zusammenhang des Themas Glaube und Vernunft fasziniert hat und der mir als Ausgangspunkt für meine Überlegungen zu diesem Thema dient. In der von Professor Khoury herausgegebenen siebten Gesprächsrunde (διάλεξις – Kontroverse) kommt der Kaiser auf das Thema des Jihad (heiliger Krieg) zu sprechen.

Der Kaiser wußte sicher, daß in Sure 2, 256 steht: Kein Zwang in Glaubenssachen – es ist eine der frühen Suren aus der Zeit, in der Mohammed selbst noch machtlos und bedroht war. Aber der Kaiser kannte natürlich auch die im Koran niedergelegten – später entstandenen – Bestimmungen über den heiligen Krieg.

Ohne sich auf Einzelheiten wie die unterschiedliche Behandlung von 'Schriftbesitzern' und 'Ungläubigen' einzulassen, wendet er sich in erstaunlich schroffer Form ganz einfach mit der zentralen Frage nach dem Verhältnis von Religion und Gewalt überhaupt an seinen Gesprächspartner. Er sagt: 'Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, daß er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten.'

Der Kaiser begründet dann eingehend, warum Glaubensverbreitung durch Gewalt widersinnig ist. Sie steht im Widerspruch zum Wesen Gottes und zum Wesen der Seele. 'Gott hat kein Gefallen am Blut, und nicht vernunftgemäß (σν λόγω) zu handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider. Der Glaube ist Frucht der Seele, nicht des Körpers.

Wer also jemanden zum Glauben führen will, braucht die Fähigkeit zur guten Rede und ein rechtes Denken, nicht aber Gewalt und Drohung… Um eine vernünftige Seele zu überzeugen, braucht man nicht seinen Arm, nicht Schlagwerkzeuge noch sonst eines der Mittel, durch die man jemanden mit dem Tod bedrohen kann...'

Der entscheidende Satz in dieser Argumentation gegen Bekehrung durch Gewalt lautet: Nicht vernunftgemäß handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider. Der Herausgeber, Theodore Khoury, kommentiert dazu: Für den Kaiser als einen in griechischer Philosophie aufgewachsenen Byzantiner ist dieser Satz evident. Für die moslemische Lehre hingegen ist Gott absolut transzendent.

Sein Wille ist an keine unserer Kategorien gebunden und sei es die der Vernünftigkeit. Khoury zitiert dazu eine Arbeit des bekannten französischen Islamologen R. Arnaldez, der darauf hinweist, daß Ibn Hazn so weit gehe zu erklären, daß Gott auch nicht durch sein eigenes Wort gehalten sei und daß nichts ihn dazu verpflichte, uns die Wahrheit zu offenbaren. Wenn er es wollte, müsse der Mensch auch Idolatrie treiben.

Hier tut sich ein Scheideweg im Verständnis Gottes und so in der konkreten Verwirklichung von Religion auf, der uns heute ganz unmittelbar herausfordert. Ist es nur griechisch zu glauben, daß vernunftwidrig zu handeln dem Wesen Gottes zuwider ist, oder gilt das immer und in sich selbst? Ich denke, daß an dieser Stelle der tiefe Einklang zwischen dem, was im besten Sinn griechisch ist und dem auf der Bibel gründenden Gottesglauben sichtbar wird."


Bevor auf die Einzelheiten eingegangen wird, soll zunächst die Methode seines Vorgehens betrachtet werden. Da wird die Islamkritik eines brutalen Gewaltherrschers der Geschichte herangezogen als authentische Darstellung des Islam, um ausgehend von jener Darstellung den Islam zu kritisieren.Was würde jeder vernünftige Mensch denken, wenn ein Muslim die Ansichten eines Christentumhassers als Basis dafür nimmt, seine Kritik am Christentum zu begründen? Genau auf jenes Niveau begibt sich der Papst bedauerlicherweise. Zunächst einmal stellt sich die Frage wie ein Gewaltherrscher wie der byzantinische Kaiser Manuel II. Palaeologos (hier nicht zitiert) vom Papst so geehrt werden kann?
Der entscheidende inhaltliche Satz aber, den man dem Papst vorwerfen kann, ist "Für die moslemische Lehre hingegen ist Gott absolut transzendent. Sein Wille ist an keine unserer Kategorien gebunden und sei es die der Vernünftigkeit."

Die absolute Transzendenz steht in keinem Widerspruch zur Vernunft. Ganz im Gegenteil ist absolute Transzendenz ein Beweis für Vernunft, und jegliche Einschränkung würde der Vernunft widersprechen. Eine sehr bekannte Aussage des Propheten Muhammad ist:

"Der erste Prophet des Menschen ist die Vernunft (Verstand)."


Was der Papst zitiert hat mit "dem" Islam nicht zu tun. Er zitiert hier nur die Glaubensvorstellung der Wahhabiten und einiger vorangegangener Gewaltherrscher unter Muslimen, die ihre Willkürherrschaft gegenüber dem muslimischen Volk damit zu rechtfertigen suchten. Ansonsten gibt es kaum Muslime, die glauben, daß Gott unvernünftig handelt. In der Schia zum Beispiel ist die Gerechtigkeit Gottes eines der wichtigsten Glaubensprinzipien, ohne das Gottes Einheit unverständlich bleibt und bei Sunniten gibt es unter den 99 schönsten Namen nicht einen einzigen Unvernünftigen, einmal abgesehen davon, daß seine Gerechtigkeit auch dort erwähnt wird.

Und die Tatsache, daß der Papst eine der heiligsten Frauen aller Zeiten als "Gottesmutter" diffamiert und damit gleichzeitig Gotteslästerung betreibt, haben Muslime im Rahmen des gegenseitigen Respekts und der Toleranz immer hinuntergeschluckt. Und die Tatsache, daß der Papst mit seinem Verhütungsverbot und dem Scheidungsverbot für viel Unheil unter den Menschen sorgt und mit dem Zölibat in den Augen vieler Muslime sich sogar mitverantwortlich macht für die kriminellen Entgleisungen von Menschen, die ihre Bedürfnisse zwanghaft unterdrücken mussten, haben Muslime in letzter Zeit nicht zum Thema gemacht. Der gemeinsame Glaube an den Schöpfer erschien wichtiger. Aber wenn ein Papst es auf die verbale Konfrontation anlegt, dann sind Muslime sofort dazu bereit, darzulegen, welche Religion auf Vernunft basiert und welche nicht!

Mit Unwahrheit und Verleumdung ist der Glaubensdiskurs genausowenig zu gewinnen, wie mit dem Schwert. Während praktizierende Muslime der Gegenwart die muslimischen Gewaltherrscher der Vergangenheit offen verurteilen, die im mißbrauchten Namen des Islam Gewalt verbreitet haben, scheint der Papst einen Gewaltherrscher, der sich noch dazu Kaiser nannte, als Kronzeugen zu nutzen und ehrt ihn verbal auch noch ausdrücklich.

Jene Vorlesung des Papstes wird letztendlich noch mehr Katholiken zum Islam führen, als es ohnehin schon der Fall ist. Denn schon lange lassen sich die Menschen nicht mehr so leicht in die Irre leiten, wie es die Machthaber aller Arten gerne hätten. Und mit derart eklatanten Unwahrheiten, wie sie der Papst über den Islam verbreitet, werden sich jetzt noch mehr Menschen fragen, warum er das tut. Und andere werden sich fragen, warum denn ausgerechnet jene Presse, die sonst genüßlich jeden Papst auseinandernimmt und jedes Wort des Papstes zu Ehe, Familie, Abtreibung und Homosexualität ins Reich des Mittelalters verbannt, ihn jetzt zum Superstar erhebt. Was ist der Grund dafür, daß selbst jene so verhaßten Vorstellungen des Papstes zu all den Themen nebensächlich werden, daß man sie ihm nachsieht?

Der Grund ist ganz einfach. Wer heute berühmt werden will, wer heute das Ansehen der Reichen, der Mächtigen, der Gewalttätigen, der Weltherrscher, der Imperialisten und Raubtierkapitalisten erlangen will und in ihrer Gunst stehen will, der braucht nur irgendetwas gegen den Islam zu sagen oder zu schreiben, sei es noch so wissenschaftlich unhaltbar, sei es noch so erlogen, sei es noch so unwahr.

Doch eine Frage muß sich selbst der Papst stellen: Glaubt er ernsthaft, daß Jesus – Gottes Friede sei mit ihm und seiner heiligen Mutter – sich auf jene Seite stellen wird, die der Papst jetzt gewählt hat, wenn Jesus zurückkommt? Muslime jedenfalls können dankbar sein, daß der Papst sein wahres Gesicht gezeigt hat, denn das ist in jeden Fall hilfreich und erspart Illusionen.

Wenn Liebe die Basis des Glaubens ist, wenn Liebe das Wesen der Wahrheit ist, wenn Liebe das Herz eines wirklich Gläubigen erfüllt, dann wird genau jene Liebe auch die Unwahrheit verachten, denn die Unwahrheit sucht danach, die Liebe zu zerstören. Liebe und Wahrheit sind aber nicht voneinander trennbar.

Möge Gott dem Papst die Wahrheit zeigen und ihm vergeben, falls der Schaden, den er für das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen angerichtet hat, nicht böswillig geschehen ist.

von Yavuz Özöguz

http://www.freace.de/artikel/200609/150906a.html
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