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Wie überzeuge ich einen Neoliberalen
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Wie überzeuge ich einen Neoliberalen
 
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vreeland
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Anmeldungsdatum: 19.07.2005
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 30 Aug 2006 - 03:29:00    Titel: Wie überzeuge ich einen Neoliberalen

Hi Leute,

Hab mal versucht aufzuschreiben, wie man am besten mit einen Neoliberalen umgeht. Hier mein Vorschlag:

Versuche Deine Wut zu kontrollieren und gehe freundlich mit deinem Gegenüber um. Es ist von größter Bedeutung, einen Neoliberalen glauben zu machen, man habe Verständnis für seine Thesen. Neoliberale sind Mitläufer und sind deshalb darauf angewiesen, dass man so tut, als würde man sein Verhalten verstehen/nachvollziehen. Verrate ihn also nicht, dass Leute wie er eine Mitschuld an der katastrophalen Armuts-und Reichtumsentwicklung in Deutschland haben - das bleibt Dein kleines linkes Geheimnis.
Versuche ökonomisch zu argumentieren. Wachstumszahlen interessieren ihn mehr als menschliches Elend. Erklär ihn also, dass seine Vorstellungen von niedrigen Löhnen und flexiblen Arbeitsmärkten nicht zu mehr Wachstum führen. Konfrontier ihn mit der schwachen Binnennachfrage. Zeig ihn ausführlich die internationalen Statistiken der OECD zum Thema Steuern -und Abgaben, Lohnentwicklung, Staatsquote, Staatsverschuldung etc. Somit erspart man sich das Gejammere über zu hohe Löhne, Steuern und "Bürokratie". Erklär ihn, dass bestimmte politische Entscheidungen der letzten Jahre zu solchen Statistiken geführt haben und vergiss nie zu erwähnen, dass diese Entscheidungen Schuld am schwachen Wachstum sind. Der typische Neoliberale wird dann - weil er merkt, es wird eng - fragen, was Du denn zur Lösung der Probleme vorschlägst. Der durchschnittliche Neoliberale konsumiert nämlich ausschließlich Massenmedien und so wird er glauben, Linke können nur kritisieren und hätten keine bzw. "veraltete" Alternativrezepte. Es ist für dich also an der Zeit, deine Rezepte vorzustellen.
Auch wenn es schwierig ist, jemanden der Reich werden will, von der Umverteilung von oben nach unten zu überzeugen - Du musst es versuchen. Zeig ihn die Armuts- und Reichtumsberichte, ohne vergessen zu erwähnen, dass eine höhere Besteuerung der Reichen ökonomisch sinnvoll ist, weil Reiche ihr Geld ohnehin größtenteils sparen. Wenn er vor Kapitalflucht warnt, dann verrate ihn, dass es die Möglichkeit gibt, die Deutschen nach Staatszugehörigkeit zu besteuern - auch im Ausland. Wenn er mit "Leistung muss sich lohnen" kommt, dann frag ihn, ob Zinsgewinn eine Leistung ist. Nun wird er mit großer Wahrscheinlichkeit auf die Gehälter der Spitzenmanager ausweichen, die - wie ein aufrechter Neoliberaler findet - aufgrund von höherer Verantwortung gerecht sind. Vereinfache das Ganze und frag ihn ob ein Spitzenmanager der eine 10 mal höhere Verantwortung trägt, auch 100 mal mehr verdienen darf als ein einfacher Angestellter. Natürlich immer nebenbei erwähnen, dass die höhere Besteuerung des Spitzenmanagers auch dem Wirtschaftswachstum zu Gute kommt. Verrate ihn nicht, dass wir Linken das Geld auch in öffentliche Beschäftigung, Bildung, Gesundheit und soziale Sicherheit investieren wollen. Das schreckt ihn nur ab, da diese Bereiche nach seiner Vorstellung "eigenverantwortlich" geregelt werden müssten. Der Neoliberale merkt, dass das Thema "Reichenbesteuerung" nicht gerade das Thema ist, wo er punkten kann. Er wird also zum Thema soziale Sicherheit übergehen. Darüber hat er ja schon viel gehört und gelesen.
Er wird fragen, ob es gerecht ist, dass jemand der arbeitet weniger bekommt als jemand der nicht arbeitet. Sag ihn, dass du das auch ungerecht findest. Er wird überrascht sein, weil er immer glaubte, Linke finden so etwas gerecht. Daraufhin musst du ihn jedoch klar machen, dass du dieses Problem lösen willst, indem du einen Mindestlohn einführst, der dafür sorgt, dass ein arbeitender Mensch mehr hat als ein arbeitssuchender Mensch. Gegen einen Mindestlohn wird er nichts mehr sagen; er hat ja die internationalen Lohnstatistiken gesehen. Vielmehr wird er nun seine Standardverdächtigungen gegenüber Arbeitslose vorbringen. Sie seien zu faul, sie wollen nicht arbeiten usw. - du kennst die Vorwürfe ja bereits in- und auswendig. Um sich selbst als erfahren und glaubwürdig darzustellen, wird er Einzelbeispiele bringen, die von diesen oder jenen Arbeitslosen aus seiner Umgebung erzählen. Erklär ihn, dass Einzelbeispiele nichts bringen, um gesammtgesellschaftliche Zusammenhänge zu verstehen. Nimm dir dafür die Zeit, denn es ist für einen überzeugten BWLer schwer zu begreifen, dass Einzelbeispiele nichts bringen. Versuche ihn dann irgendwie beizubringen, dass es in Deutschland einfach viel zu wenig offene Stellen gibt und dass es deshalb sinnlos ist, die Arbeitslosen noch stärker unter Druck zu setzen.
Nun ist es Zeit zu klären, was dein Gegenüber gewählt hat. Wenn er es dir nicht sagen will, dann ist das ok - wir Linke kennen ja das GG. und deshalb auch das Wahlgeheimnis. Wenn er es doch sagt, dann thematisier möglichst die negativen Ereignisse rund um der jeweiligen Partei. Wir wollen doch, dass er diese Partei nicht noch einmal wählt. Wichtig ist, dass diese Ereignisse auch vom Mainstream beachtet wurden. Es bringt bspw. nichts, bei rot/grün das Thema Guantanamo und die Ablehnung des Gefangenen Murat Kurnatz von 2003 zu thematisieren, weil der Mainstream darüber wenig berichtete und ein Neoliberaler Berichte aus wenig bekannten Medien grundsätzlich immer anzweifelt. Besser ist da schon der Wechsel Schröders zu Gazprom. Oder bei der CDU die Spendenaffäre. Das wird ihn ein wenig auflockern und dazu bewegen, selbst etwas Kritisches zu den Parteien zu sagen. In typisch neoliberale Art wird er sagen, dass die Parteien zu wenig Mut hätten, etwas gegen den Willen der Bevölkerung durch zu setzen. Übersetz ihn das Wort "Demokratie" und belehre ihn, dass es nicht im Sinne einer Demokratie ist, etwas "gegen den Willen der Bevölkerung" durch zu setzen. Da er sich selbst zu den aufrechten Demokraten zählt, wird er sagen, dass man manchmal kurzfristig gegen den Willen des Volkes handeln muss, um langfristig mehr zu erreichen. Liste die politischen Entscheidungen auf - angefangen bei Hartz I - IV - bei denen gesagt wurde, dass es uns langfristig besser geht und wir noch heute auf den Erfolg warten.
Zu guter Letzt solltest du die Medien thematisieren, weil du weißt, dass deine Sätze bei ihm nicht hängen bleiben, wenn sich dein Gegenüber am nächsten Monntag wie üblich das bekannte "Nachrichtenmagazin" besorgt.
Es würde wahrscheinlich zu lange dauern, ihn alles über die geschickte Lenkung der Öffentlichkeit durch Industrieverbände und Lobbyisten zu erzählen. Die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" solltest du ihn jedoch nicht ersparen. Die Geschichte mit den gekauften Drehbüchern bei "Marienhof" beeindruckt auch ihn. Mach ihn klar, dass viele Journalist der großen Verlage zur Oberschicht gehören und allein deshalb schon nichts wissen wollen von Vermögens- und Erbschaftssteuer. Erzähl ihn, dass Journalisten immer weniger Zeit haben, um selbst zu recherchieren und deshalb immer häufiger Thesen von ihren Kollegen übernehmen. Dein Gegenüber wird schon sehr bald mit einem überheblichen Lächeln behaupten, du bist ein Verschwörungstheoretiker. Lass dich davon nicht aus Ruhe bringen. Das behaupten Neoliberale immer dann, wenn sie beeindruckt sind. Du wirst ihn dann davon überzeugen, dass Du nicht an "die große Verschwörung" glaubst. Damit er sich am nächsten Montag nicht den SPIEGEL holt, erzählst du ihn vom schleichenden Wandel des Blattes hin zu einem qualitäts- und gesichtlosen 08/15-Magazin. Die Tochter des verstorbenen Chefredakteurs Rudolf Augstein kann das bestätigen.
Nachdem du ihn so viel erzählt hast, wird er dich fragen, wieso du seine Argumente so gut kanntest. Glaubwürdig kannst ihn jetzt versichern, dass all seine Argumente Tag und Nacht auf 20 verschiedenen Kanälen laufen, in 20 verschiedenen Zeitungen zu lesen sind und von 200 verschiedenen Professoren zu hören sind. Forder ihn auf, dies zu überprüfen. Hast du alles richtig gemacht so geht er mit dir nächsten Montag zur Demo - hast du alles falsch gemacht, so triffst du ihn Montag beim Kiosk.

Auch nachzulesen unter
www.linksbuendnis-2005.de
Dirk Nerge
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Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 323

BeitragVerfasst am: 30 Aug 2006 - 07:08:32    Titel:

http://www.brandeins.de/home/inhalt_detail.asp?id=1763
coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 30 Aug 2006 - 09:26:03    Titel:

Ein sehr interessanter Text und wirklich rhetorisch sehr gut gemacht. Literaturempfehlung hierzu: Hubert Schleichert "Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren (oder Anleitung zum subversiven Denken)". Darin wird sehr gut dokumentiert, welche rhetorischen Diffamierungsmethoden im obigen Text angewandt wurden ohne Argumente zu bringen. Wirklich ein rhetorisches Meisterwerk.

Beste Grüße
coffeinjunky



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Mark123
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 1075

BeitragVerfasst am: 30 Aug 2006 - 11:10:58    Titel:

Du zitierst das Linksbündnis und willst wissen, wie du bei anderen nicht den Verstand verlieren sollst? Ich geb dir einen Tipp:

verhalte dich wie dein Gegenüber, er versucht genau dasselbe.

Oder führ' das Gespräch einfach in Lafontaines Villa, hilfsweise auch in seiner Finka auf Mallorca, das bricht das Eis.
borabora
Moderator
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Moderator


Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 6273

BeitragVerfasst am: 30 Aug 2006 - 13:12:56    Titel:

Wovon soll der Neoliberale denn überzeugt werden?

CJs Literaturtipp sollte unbedingt von Interessierten beherzigt werden, ein wirklich gutes Buch, das obendrein wenig kostet.
Mark123
Senior Member
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Senior Member


Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 1075

BeitragVerfasst am: 30 Aug 2006 - 13:35:35    Titel: Re: Wie überzeuge ich einen Neoliberalen

vreeland hat folgendes geschrieben:
Du musst es versuchen. Zeig ihn die Armuts- und Reichtumsberichte, ohne vergessen zu erwähnen, dass eine höhere Besteuerung der Reichen ökonomisch sinnvoll ist, weil Reiche ihr Geld ohnehin größtenteils sparen.


Allein bei diesem Statement könnte dich ein guter BWLer in tausend Stück zerreissen. Du gibst nur vor zu wissen wie die andere Seite denkt, legst dabei aber nicht mehr als das Denkschma deiner eigenen politischen Fason an den Tag. Les mal http://www.amazon.com/gp/product/0446677450/002-7253575-6125625?v=glance&n=283155 dann bekommst du eventuell eine Ahnung davon, wie Leute die Geld haben, mit Geld umgehen. Menschen die Millionen auf dem Konto liegen haben sind entweder dumme Erben oder Lottogewinner. Kein erfolgreicher Mensch der Grips hat, bunkert sein Geld auf dem Bankkonto. Ganz im Gegenteil, das machen eher die Armen und die Mittelschicht (schön auf die Rente sparen). All die Argumente der Linken sind meist nur ewige Träumerein etwas abzuschaffen, was sich nicht abschaffen lässt. Anstatt dieser Utopie nachzurennen, sollte einem mal in der Schule beigebracht werden, wie man mit Geld umgeht. Die Reichen haben den Armen weder Intelligenz noch Glück voraus, sondern einfach nur Wissen, welches sich jeder aneignen kann. Ich will nicht bestreiten, dass es unter den Linken auch Idealisten gibt, aber 50% eurer Wählerschaft habt ihr schlicht und einfach dem Neid zu verdanken.
Bürger
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
Beiträge: 2016
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 30 Aug 2006 - 13:40:33    Titel:

borabora hat folgendes geschrieben:
Wovon soll der Neoliberale denn überzeugt werden?


Zunächst davon, dass manche seiner neoliberalen Sichtweisen auf mitunter sehr wackeligen Axiomen steht und vieles auf angenomme, aber keineswegs verifizierten Annahmen beruht, die der gesellschaflichen Realität widersprechen. Das muss dann im einzelnen diskutiert werden.

Was als erstrebenswerts Ziel glt ist sicher eine andere Frage.

Dann gilt es auch noch eine andere Frage zu beantworten. Ist die neoliberale Haltung lediglich eine ideologische Haltung, an die die zu überzeugende Person glaubt, weil sie sich von bestimten Mythen agezogen fühlt oder sich leicht überzeugen lässt oder ist die Haltung nur Ausdruck eines in der Person behafteten Interesses. Ein Interesse dass sich entweder dadurch begründet, dass die Person oder ihre Familien von einem solchen System profitiert oder ein Interesse besteht zu jenen gehören zu wollen, die von einem neoliberalen System direkt profitieren könnten. Auch ein ideologisch und intellektuell motiviertes Interesse könnte da eine Rolle spielen Zum Beispiel ist zu erwarten, dass sich Studenten der Wirtschaftswissenschaften dagegen wehren würden, dass ein Primat der Politik, den Gegenstand ihrer Studien von heute auf morgen gegenstandlos werden lässt oder doch so entscheident verändert, dass ihr Wissen entwertet wäre, also ganz unbeachtet ob sich das System begründen lässt.

Wie auch immer, wenn im Einzelfall solche Interessen im Hintergrund präsent sind, ist eine Überzeugung mit Argumenten eher unwahrscheinlich.
Wie sollte man jemanden der von einer Situation profitiert, oder dieses beabsichtigt argumentativ davon überzeugen, dass die Situation für ihn schädlich ist? Das wird höchstwahrscheinlich scheitern.

Wir müssen die Menschen vielfach dafür sensibilisieren, dass sie die ökonomischen Interessen, die hinter dem Neoliberalismus stehen, als solche erkennen und sich fragen, sind das meine Interessen? Sind das die Interessen der Allgemeinheit? Dann beantworten sich manche Fragen ganz von alleine.


Mit freundlichen Grüßen
ein
Bürger


Zuletzt bearbeitet von Bürger am 30 Aug 2006 - 13:46:48, insgesamt einmal bearbeitet
borabora
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Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 6273

BeitragVerfasst am: 30 Aug 2006 - 13:46:17    Titel:

@ Bürger

was du schreibst gilt für jede sog. Ideologie.

Zitat:
Wir müssen die Menschen vielfach dafür sensibilisieren, dass sie die ökonomischen Interessen, die hinter dem Neoliberalismus stehen, als solche erkennen und sich fragen, sind das meine Interessen? Sind das die Interessen der Allgemeinheit? Dann beantworten sich manche Fragen ganz von alleine.


Wer ist "wir"? Und weshalb sollte JEDER Mensch im Interesse der "Allgemeinheit" (die zu definieren wäre) handeln? Es ist durchaus legitim egoistisch zu sein (auch wenn mir das persönlich nicht gefällt) und deshalb ist mir ein Neoliberaler, der offen zum neoliberalen Programm steht, lieber als die Vertreter Strömungen, die ebenfalls egoistisch sind, sich jedoch hinter vorgeblich "im Allgemeininteresse stehenden" Programmatiken verstecken.


Zuletzt bearbeitet von borabora am 30 Aug 2006 - 13:51:00, insgesamt 2-mal bearbeitet
Mark123
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 1075

BeitragVerfasst am: 30 Aug 2006 - 13:49:37    Titel:

Bürger hat folgendes geschrieben:

Wir müssen die Menschen vielfach dafür sensibilisieren, dass sie die ökonomischen Interessen, die hinter dem Neoliberalismus stehen, als solche erkennen und sich fragen, sind das meine Interessen? Sind das die Interessen der Allgemeinheit? Dann beantworten sich manche Fragen ganz von alleine.


Wenn man diese Frage aber mit "nein" beantwortet, bleibt das Problem mangels passablen Lösungsvorschlags bestehen. Außer Protektionismus würde nicht viel übrig bleiben um die "drohende" Globalisierung abzuwenden.
Bürger
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
Beiträge: 2016
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 30 Aug 2006 - 13:57:46    Titel:

borabora hat folgendes geschrieben:
@ Bürger

Wer ist "wir"? Und weshalb sollte JEDER Mensch im Interesse der "Allgemeinheit" (die zu definieren wäre) handeln? Es ist durchaus legitim egoistisch zu sein (auch wenn mir das persönlich nicht gefällt) und deshalb ist mir ein Neoliberaler, der offen zum neoliberalen Programm steht, lieber als die Vertreter Strömungen, die ebenfalls egoistisch sind, sich jedoch hinter vorgeblich "im Allgemeininteresse stehendes" Programmatiken verstecken.


Wir sind zunöchst die, die nicht eine neoliberale Weltanschauung teilen und daher ein Interesse daran haben die Menschen von unserer Haltung zu überzeugen.

Sicher können sich hinter jeder Vertretung allgemeiner immer auch teilweise oder ganz private oder persönliche Interessen verbinden, aber ich frage weniger nach der psychologischen Komponente eines altruistischen Verhaltens sondern ob es sich aus der Sicht der Intressen die vertreten werden objektiv um altruistisches oder egoistisches Verhalten handelt. Anders gesagt ich kann sicherlich argumentieren, dass jeder Mensch ein gewisses persönliches Interesse daran hat, seine Umwelt mitzugestalten und daher aus dieser egozentrischen Sichtweiise jedes Verhalten als egoistisch interpretieren. Aber eine solche Sichtweise erweist sich bei einer analytischen Betrachtungsweise als Tautologie, weil sie letztendlich das Eigeninteresse, dass sie postuliert durch die Position, die sie einnimmt dezidiert voraussetzt.

Sprich egoistisches Verhalten und altruistisches Verhalten kann nicht aus
einer egozentrischen Sichtweise unterschieden werden, sondern immer nur im Verhalten der Menschen zueinander, anders ergibt eine solche Unterscheidung keinen Sinn, es ist aber durchaus sinnvoll für die Gemeinschaft eine solche Unterscheidung zu treffen.

Mit freundlichen Grüßen
ein
Bürger


Zuletzt bearbeitet von Bürger am 30 Aug 2006 - 15:34:41, insgesamt einmal bearbeitet
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