Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Wie überzeuge ich einen Neoliberalen
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Wie überzeuge ich einen Neoliberalen
 
Autor Nachricht
Pauker
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2006 - 21:10:21    Titel:

Ja und vielleicht schaffen wir es etwas weniger "persönlich" zu werden? Bis hierhin wars eigentlich eine recht interessante Diskussion.

Die Theorie der komparativen Kostenvorteile ist natürlich bekannt. Ist aber m.W. heutzutage weitestgehend obsolet weil sie z.B. von der Immobilität des Kapitals ausgeht. Heutzutage geradezu absurd.
Es gibt also nicht wie Ricardo annahm, feste Produktionskapazitäten in den jeweiligen Ländern. Nein... es lässt sich gleich alles im Billigland produzieren. Wozu noch in dem teuren Land produzieren?

Ich sehe durchaus die Möglichkeit, dass durch den weltweiten Handel zwar insgesamt viele profitieren. Deutschland muss allerdings nicht dazu gehören.

Gruß
Pauker
Mark123
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 1075

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2006 - 21:19:41    Titel:

Pauker hat folgendes geschrieben:
Ja und vielleicht schaffen wir es etwas weniger "persönlich" zu werden? Bis hierhin wars eigentlich eine recht interessante Diskussion.


Ja sehr gerne. Aber für mich wurde es ab hier persönlich:
ppoldi hat folgendes geschrieben:
Man sollte einige ökonomische Grundkentnisse zur Bedingung für die Teilname an wirtschaftspolitischen Diskussionen machen.


Ich denke für die unterschiedlichen Fachbereiche haben wir die entsprechenden Foren. Hier kann jeder seine Meinung wiedergeben.
Pauker
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2006 - 21:35:23    Titel:

So ist es und deswegen ging die Aufforderung auch nicht ausschließlich und konkret an dich. Ich würde ungern sehen, dass ein Musterthread (zumindest auf den letzten Seiten) wie dieser wieder kaputt geht. Also lasst einfach das persönliche Tralala. Selbstverständlich darf sich jeder äußern. Deswegen ist das hier auch kein Expertenhearing.

Wenn sich nur Experten äußern dürften, gäbe es keine Meinungsfreiheit mehr. Allerdings stimme ich überein, dass ein wenig Grundkenntnisse für die Diskussion von Vorteil sind. Die (vermeintlichen) Experten hier dürfen ja gerne ihr Expertenwissen hier einbringen, z.B. um diese Kenntnisse zu vermitteln. Ich lerne auch gerne dazu.

Dazu gehört in meinem Fall aber schon ein wenig mehr als Ricardo Wink

Gruß
Pauker
GinGa80
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 07.08.2006
Beiträge: 126

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2006 - 22:06:51    Titel:

Da hier jemand die Relativitätstheorie angeschnitten hat: Für mich als Physik-Student zeigt sich der Wert einer Theorie immer im wiederholbaren Experiment. Da es für Wirtschaftstheorien nicht möglich ist sie experimentell zu belegen, sollten sie auch mehr als Theorie denn als Wahrheit angesehen werden - erst Recht, da sich die Bedingungen unserer Welt ständig ändern!

Ich finde allerdings, dass hier zu viel Wert auf wirtschaftliches Denken gelegt wird. Dies ist doch ein Politik-Forum. Diesbeszüglich betrachte ich Wirtschaft eher als effizientes Mittel zur Güterversorgung. Worum es eigentlich in der Politik gehen sollte ist die Schaffung einer stabilen Gesellschaft. Und diese ist eben in Gefahr! Freier Handel etc. wird immer allen Handelspartnern Vorteile verschaffen, ansonsten würde dieser Handel nicht stattfinden (bzw. es wäre nicht als solcher zu bezeichnen). Die Frage ist nur wer nimmt am Handel teil, bzw. wieviele sind von der Teilnahme ausgeschlossen?

Desweiteren dem Konsumenten die Schuld in die Schuhe schieben zu wollen, weil er mit dem Kauf von Billigprodukten den Ast auf dem er sitzt absägt, ist ebenso ungerechtfertig wie allein die Unternehmer dafür verantwortlich zu machen. Konsumenten und Unternehmer sind letztendlich beides Markteilnehmer und handeln im Schnitt auch nach den Selben Regeln.

Die eigentliche Ursache des derzeitigen Wandels ist meiner Meinung nach politischer Natur. Es ist das Duell Sozialstaat gegen "Ausbeuterstaaten" (bzw. der graduellen Unterschiede in den Sozialstandards). Und hier wird mangels supranationaler Regelungen der Sozialstaat den Kürzeren ziehen. Konsumenten und Unternehmer spielen hier nur eine passive Rolle, beide sind den gleichen Zwängen ausgesetzt und suchen im gesetzlichen Rahmen die wirtschaftlich beste Position. Lösung zur Rettung des Sozialstaats könnte also eine übernationale Politik sein, die aber derzeit utopisch erscheint. Da desweiteren die "Ausbeuterstaaten" ihre Sozialstandards (da beziehe ich jetzt auch Arbeitsbedingungen etc. mit ein) nicht anheben werden, solange sie dadurch starkes Wachstum erfahren werden wir uns damit abfinden müssen z.T. kürzer zu treten. Andere Alternative wäre Nationalismus und Protektionismus - und wo sollte das nur enden?
ppoldi
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 06.09.2005
Beiträge: 2443

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2006 - 22:46:20    Titel:

GinGa80 hat folgendes geschrieben:
. Da es für Wirtschaftstheorien nicht möglich ist sie experimentell zu belegen, sollten sie auch mehr als Theorie denn als Wahrheit angesehen werden - erst Recht, da sich die Bedingungen unserer Welt ständig ändern!



und was um Himmels willen meinst du verbirgt sich hinter dem Begriff "experimentelle Wirtschaftsforschung"?
GinGa80
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 07.08.2006
Beiträge: 126

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2006 - 22:57:09    Titel:

ppoldi hat folgendes geschrieben:
GinGa80 hat folgendes geschrieben:
. Da es für Wirtschaftstheorien nicht möglich ist sie experimentell zu belegen, sollten sie auch mehr als Theorie denn als Wahrheit angesehen werden - erst Recht, da sich die Bedingungen unserer Welt ständig ändern!



und was um Himmels willen meinst du verbirgt sich hinter dem Begriff "experimentelle Wirtschaftsforschung"?


Was bitte soll eine Wirtschaftexperiment sein? Und was hat das dann mit der Realität zu tun?
ppoldi
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 06.09.2005
Beiträge: 2443

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2006 - 23:02:26    Titel:

http://en.wikipedia.org/wiki/Experimental_economics

wenn du mal etwas Zeit investieren willst.

Um die Wirtschaft zu verstehen muss man natürlich verstehen wie die Menschen, die wirtschaftliches geschehen erzeugen, handeln.
Wie versuchen isolierte Effekte bestimmter Parameter/Aktionen etc in einer kontrollierten Umgebung zu ermitteln. Das ist einer der Gründe warum man wirtschaftswissenschaftliche Experimente macht.
Wirtschaftsinformatiker
Valued Contributor
Benutzer-Profile anzeigen
Valued Contributor


Anmeldungsdatum: 30.06.2006
Beiträge: 7083

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2006 - 23:08:27    Titel:

Zitat:
Da es für Wirtschaftstheorien nicht möglich ist sie experimentell zu belegen, sollten sie auch mehr als Theorie denn als Wahrheit angesehen werden


Die Wissenschaft, die sich mit der experimentellen Überprüfung von Wirtschaftswissenschaftlichen Theorien befaßt, nennt man meines Wissens nach Ökonometrie.
GinGa80
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 07.08.2006
Beiträge: 126

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2006 - 23:18:54    Titel:

Ob nun Ökonometrie oder allgemein Wirtschaftstheorie, es ist doch wohl einzusehen, dass das komplexe globale Wirtschaftsgeflecht nicht experimentell nachgebildet werden kann.

Zitat:
Wir versuchen isolierte Effekte bestimmter Parameter/Aktionen etc in einer kontrollierten Umgebung zu ermitteln


Genau davon spreche ich, der Abstraktionsgrad bei Wirtschaftstheorien ist zu hoch im Vergleich zur Komplexität der Realität! Deshalb bewegt man sich auf dünnem Eis, wenn man mit wirtschaftstheoretischen Argumenten die tatsächlichen Probleme zu lösen versucht. Wohlbemerkt: ich meine Wirtschaftstheorien. Ich will nicht die gesamten Wirtschaftswissenschaften diskreditieren.
ppoldi
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 06.09.2005
Beiträge: 2443

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2006 - 23:22:48    Titel:

GinGa80 hat folgendes geschrieben:
! Deshalb bewegt man sich auf dünnem Eis, wenn man mit wirtschaftstheoretischen Argumenten die tatsächlichen Probleme zu lösen versucht.


Meine Rede. Und exakt deswegen ärgere ich mich über haüfiges Rumtheoretisieren von Laien (egal ob im Forum oder bei Christiansen/Illner/ im Presseklub). Man braucht empirische Forschung, sonst kann man nichts belastbar prognostizieren.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Wie überzeuge ich einen Neoliberalen
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15  Weiter
Seite 13 von 15

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum