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Wie überzeuge ich einen Neoliberalen
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coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 14 Sep 2006 - 06:58:08    Titel:

masterofdisaster hat folgendes geschrieben:
Ich wäre sehr überrascht, wenn du mir ein reales Beispiel von einem Land aufzeigst, dass aufgrund (oder trotz) von Protektionismus seinen Wohlstand (in stärkeren Masse als der Durchschnitt der anderen Länder) steigern konnte. Ich bezweifle, dass es so etwas gibt.


Ich kann dir keinen Namen geben. Leider befinde ich mich zur Zeit ein paar Hundert Kilometer von meiner Uni-Bibliothek entfernt, weswegen ich nicht nachgucken kann. Aber du kannst mir glauben, dass es Staaten gegeben hat, die erfolgreich eine Infant-Industry-Strategie gefahren haben (nach Samuelsons economics). Wer es zur Hand hat kann gerne nachgucken.

Die Infant-Industrie-Strategie, d.h. das Abschotten bestimmter Marktsegmente bis zu dem Zeitpunkt, da diese Industrien wettbewerbsfähig sind ist ja nichts anderes als Protektionismus mit Verfallsdatum. Da bekannt ist, dass es erfolgreiche Beispiele gibt, kann nicht pauschal gesagt werden, dass allgemein gilt, Protektionismus würde den Wohlstand des Landes mindern, zumindest nicht, wenn man eine Zeitdimension in die Betrachtung herein nimmt.

Die beggar-thy-neighbour und Optimalzoll-Theorie sind in der Tat theoretische Gedankenspiele ohne Belang für die Welt.

Verstehe mich bitte nicht falsch. Ich bin alles andere als ein Gegner des Freihandels. Ich reihe mich gerne als Befürworter des freien Warenverkehrs in die Linie der Ökonomen ein und glaube, dass Freihandel vorteilhaft ist. Allerdings kann ich den alten gebetsartigen Argumenten wie Ricardos Theorem auf die heutige reale Welt bezogen nicht zustimmen. Meiner Ansicht nach lernen die meisten Ökonomen irgendwas und vergessen irgendwann, wie sie ihre Meinung der breiten Bevölkerung vermitteln können. Pauschalisierte Aussagen sind dann immer sehr hinderlich um die ökonomische Denkweise zu vermitteln, da sie in der Tat wie Glaubensbekenntnisse wirken, auch wenn weitaus mehr dahintersteckt.

Beste Grüße
coffeinjunky
ppoldi
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Anmeldungsdatum: 06.09.2005
Beiträge: 2443

BeitragVerfasst am: 14 Sep 2006 - 11:32:54    Titel:

coffeinjunky hat folgendes geschrieben:
ppoldi hat folgendes geschrieben:
Er hat keineswegs behauptet, dass IN JEDEM FALL beide Parteien (hier D und China) profitieren!


Doch, hat er. Die Win-Win-Situation hat er hier unterstellt:

Zitat:
Es nunmal zum Glück nicht so, das Handel ein Nullsummenspiel ist, sondern es profitieren alle Beteiligten.


Beste Grüße
coffeinjunky


Nein hat er nicht! Er hat NICHT behauptet das IMMER alle profitieren, sondern nur aufgezeit wie es möglich ist, dass alle profitieren!
coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 14 Sep 2006 - 11:39:04    Titel:

Vielleicht sollten Fragen der Textexegese im Deutsch-Forum geklärt werden. Nichts desto trotz kann ich aus dem von mir zitierten Satz nichts anderes heraus lesen, was ich nicht auch gesagt habe. Aber ich denke, es ist wenig produktiv sich über solche Lächerlichkeiten zu streiten.

In dem Sinne
Beste Grüße
coffeinjunky
masterofdisaster
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Anmeldungsdatum: 08.02.2006
Beiträge: 913

BeitragVerfasst am: 14 Sep 2006 - 20:30:12    Titel:

@ppoldi: Danker für die Unterstützung Wink

@CJ
Zitat:
Doch, hat er. Die Win-Win-Situation hat er hier unterstellt:
Das meinet ich (zumindest auch) eigentlich allgemein, wie oben auch schon geschrieben. Aber lassen wir die Haarspalterei.

Was das infant-industry-argument angeht, so habe ich allerdings noch eine Frage: Die Idee ist doch, dass unterentwickelte Industrien den Schutz vor billiger Konkurrenz benötigen um zu überleben. Wenn man aber nun erkennt, dass solche Unternehmen nach einiger Zeit konkurrenzfähig werden, wieos findet sich dann niemand der das Kapital für die Übergangszeit bereitstellt?
Ausserdem, wer garantiert, dass solche Unternehmen auch tatsächlich konkurrenzfähig werden, anstelle unter dem beguemen Schutz des Staates und auf Kosten der Verbraucher ineffizient bleiben?

Zitat:
Verstehe mich bitte nicht falsch. Ich bin alles andere als ein Gegner des Freihandels. Ich reihe mich gerne als Befürworter des freien Warenverkehrs in die Linie der Ökonomen ein und glaube, dass Freihandel vorteilhaft ist. Allerdings kann ich den alten gebetsartigen Argumenten wie Ricardos Theorem auf die heutige reale Welt bezogen nicht zustimmen. Meiner Ansicht nach lernen die meisten Ökonomen irgendwas und vergessen irgendwann, wie sie ihre Meinung der breiten Bevölkerung vermitteln können. Pauschalisierte Aussagen sind dann immer sehr hinderlich um die ökonomische Denkweise zu vermitteln, da sie in der Tat wie Glaubensbekenntnisse wirken, auch wenn weitaus mehr dahintersteckt.

Worauf beruht denn deine Überzeugung für den freihandel?
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 18 Sep 2006 - 13:58:27    Titel:

coffeinjunky hat folgendes geschrieben:
Nun ja, die Idee des Infant-Industry-Argumentes ist, dass Branchen eine gewisse Zeit brauchen um zu reifen, d.h. wettbewerbsfähig zu werden.


Forschung und Entwicklung sind teuer und werden nur zur Selbsterhaltung betrieben. Um Gewinne zu steigern ist es - so lange sich der Staat darum kümmert, dass ausländische Konkurrenz nicht wettbewerbsfähig wird - einfacher die Preise zu erhöhen.

Wenn die einheimischen Produzenten den Schutz durch den Staat geniessen, werden sie wenig Bedürfnis verspüren, sich auf das risikoreiche Terrain von Forschung und Entwicklung zu begeben, wo sie in Gefahr laufen, schnell ein paar Millionen zu versenken.

Die einzige Konkurrenz gegen die sich die "infant industry" noch verteidigen muss, ist die Inländische. Da sie aber noch relativ jung ist, wird es nicht viel Konkurrenz geben, und damit ist schon früh der Grundstein zur Kartellbildung gelegt.

Ob der Staat sich dann irgendwann entschliesst, die Schutzzölle und Einfuhrregularien abzuschaffen bleibt fraglich. Eine Industrie, die durch staatlichen Protektionismus gewachsen ist, und wenig Hausaufgaben betrieben hat, wird sich gegen die internationale Konkurrenz weiterhin kaum behaupten können. Mittlerweile werden auch viele Arbeitsplätze davon abhängen, dass die Subventionen und Strafzölle erhalten bleiben. Daran wird sich kein Politiker die Finger verbrennen wollen.
Mark123
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 1075

BeitragVerfasst am: 19 Sep 2006 - 11:55:51    Titel:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,437159,00.html
coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 21 Sep 2006 - 10:39:26    Titel:

Mark123 hat folgendes geschrieben:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,437159,00.html


http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,437693,00.html

Beste Grüße
coffeinjunky
Mark123
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 1075

BeitragVerfasst am: 21 Sep 2006 - 10:44:17    Titel:

Hehe, den habe ich gerade selbst gelesen.
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