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Wie überzeuge ich einen Neoliberalen
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Macabre Deified
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Anmeldungsdatum: 11.05.2005
Beiträge: 1916
Wohnort: The Republic of Elbonia

BeitragVerfasst am: 03 Sep 2006 - 15:54:52    Titel:

Zitat:
Ich sehe das Problem aber hauptsächlich dabei, dass eben der Begriff Neoliberalismus in der Öffentlichkeit eben mit eiskaltem Kapitalimus belegt ist.
noch schlimmer, kaum ein bürger hat überhaupt ahnung, was neoliberal bedeutet und nichtmal alle politiker haben davon ahnung scheint es mir.
der begriff kann somit als gegenteil der eierlegenden wollmilchsau missbraucht werden, er ist "böse", weil das eh alle sagen und wer wills schon widerlegen? die bösen neoliberalen (die mW nicht grade viele sind auf der welt)? es weiss doch eh niemand, was darunter zu verstehen ist. wenn dann noch friedman oder die bild sagen, dass der neoliberalismus schuld sei dann "muss dat ja stimmen, wa?"
es wird ähnlich gehandhabt wie der begriff des kapitalismus, es ist bei weitem nichts neues, dass politiker (bevorzugt linksorientiert) eigene fehler in der politik als folge des kapitalismus darstellen (und dabei sogar noch gekonnt verschweigen, dass der heutige "kapitalismus" in deutschland schon sehr weit vom eigentlichen begriff kapitalismus abweicht).
masterofdisaster
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Anmeldungsdatum: 08.02.2006
Beiträge: 913

BeitragVerfasst am: 03 Sep 2006 - 16:32:23    Titel:

Zitat:
es wird ähnlich gehandhabt wie der begriff des kapitalismus, es ist bei weitem nichts neues, dass politiker (bevorzugt linksorientiert) eigene fehler in der politik als folge des kapitalismus darstellen (und dabei sogar noch gekonnt verschweigen, dass der heutige "kapitalismus" in deutschland schon sehr weit vom eigentlichen begriff kapitalismus abweicht).

Ja, da stimme ich dir zu.
Besonders absurd wird es, wenn Leute behaupten, die "neoliberalen Reformen" oder "der Kapitalismus" hätten nicht funktioniert (oder noch besser, sie seien Schuld!), z.B. die Arbeitslosigkeit zu beseitigen oder den Osten aufzubauen und danach dann laut nach dem Staat in Form von Steuern oder Regelungen rufen.
borabora
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Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 6273

BeitragVerfasst am: 03 Sep 2006 - 17:37:09    Titel:

masterofdisaster hat folgendes geschrieben:

Besonders absurd wird es, wenn Leute behaupten, die "neoliberalen Reformen" oder "der Kapitalismus" hätten nicht funktioniert (oder noch besser, sie seien Schuld!), z.B. die Arbeitslosigkeit zu beseitigen oder den Osten aufzubauen und danach dann laut nach dem Staat in Form von Steuern oder Regelungen rufen.


... und "die Globalisierung" (bööööse, gaaaanz bööööse Wink )
Macabre Deified
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Anmeldungsdatum: 11.05.2005
Beiträge: 1916
Wohnort: The Republic of Elbonia

BeitragVerfasst am: 03 Sep 2006 - 17:49:33    Titel:

Laughing da wären mir ehrlich gesagt weltraumnazis noch die lieberen sündenböcke Rolling Eyes
masterofdisaster
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Anmeldungsdatum: 08.02.2006
Beiträge: 913

BeitragVerfasst am: 03 Sep 2006 - 18:31:56    Titel:

borabora hat folgendes geschrieben:
... und "die Globalisierung" (bööööse, gaaaanz bööööse Wink )

Achja, wie konnte ich die nur vergessen? Wink Auch leider sehr beliebt: Die Ausländer! Wir müssen die armen Deutschen dringend vor billigen Dienstleistungen von "Fremdarbeitern" schützen Wink

Macabre Deified hat folgendes geschrieben:
da wären mir ehrlich gesagt weltraumnazis noch die lieberen sündenböcke

Ja, manchmal wünsch ich mir auch, dass es nur sowas wäre, aber es gibt ja leider durchaus Leute, die sowas, wie oben beschreiben, ernsthaft sagen. Da muss man sich leider gar nicht soweit "in die Ferne schauen", sondern es reicht, sich hier im Fourm oder sogar hier im thread umzuschauen Rolling Eyes
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 03 Sep 2006 - 18:51:30    Titel:

Nun, vielleicht versuchen wir uns bei aller Lästerei mal in die Situation der Betroffenen zu versetzen, als da wären:

- der deutsche Bauarbeiter, der sich der Billigkonkurrenz aus Polen gegenübersieht.

- der Textilbetrieb (gibts den noch in Deutschland?), der sich der chinesischen Konkurrenz gegenübersieht, die in menschenverachtender Weise Billigware produzieren kann.

- Der Arbeitslose, der aufgrund der Konkurrenzsituation wegrationalisiert wurde oder dessen Betrieb ins Ausland abwandert

Eine kritische Haltung ggü. Kapitalismus, Liberalismus und Globalisierung ist also durchaus nachvollziehbar, wenn auch aus gesamtwirtschaftlicher Sicht m.E. falsch. Ich bin von den gesamtwirtschaftlichen Vorteilen der Marktwirtschaft durchaus überzeugt. Allerdings brauchen wir vorher klare Regelungen, die auch für diejenigen sorgen, die in dem System die Verlierer sind oder sein werden.
Insbesondere brauchen wir Regelungen, die auch die Globalisierung menschenwürdig gestaltet (und das ist leider Utopie). Oder wollen wir wirklich einen Wettlauf der Sozialstandards nach unten, bis Deutschland auf dem Niveau der asiatischen "sweatshops" produziert?
Ja, ich weiß, wir müssen uns auf innovative und hochproduktive Technologien spezialisieren. Aber machen wir uns nichts vor: nicht jeder Arbeitnehmer ist durch Bildungsmaßnahmen so produktiv zu machen, dass er im Hochlohnland Deutschland entsprechende Beschäftigung finden wird.

Ohne diese Komponenten haben wir kein Recht über Sorgen und Nöte der Betroffenen herzuziehen.

Gruß
Pauker
Mark123
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 1075

BeitragVerfasst am: 03 Sep 2006 - 19:02:11    Titel:

Ich verweise nochmals auf meine Meinung weiter oben. Schuld sind hauptsächlich die Konsumenten und keinesfalls neoliberale Manager. Wer sich Produkte aus China kauft oder generell Leistungen aus Billiglohn-Ländern bezieht, darf sich nicht über dei Entwicklung in unserer Gesellschaft beschweren. ("Boah Getrud, heut habsch mir wieda mal nen Fernsäha beim Aldi für 99€ gekauft")
GinGa80
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Anmeldungsdatum: 07.08.2006
Beiträge: 126

BeitragVerfasst am: 03 Sep 2006 - 21:15:05    Titel:

Schuld ist der Konsument?

Soll ein Konsument, bevor er ein Produkt kauft, die ganze Produktionskette auf moralische, ökologische, soziologische Richtigkeit überprüfen?

Die Entscheidung über die Produktionsmethode etc. liegt allein beim Produzenten!

Die Rückkopplung über die Nachfrage funktioniert nur wenn der Konsument über vollständig Information verfügt, was aber nicht der Fall ist.
Mark123
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 1075

BeitragVerfasst am: 03 Sep 2006 - 21:21:19    Titel:

GinGa80 hat folgendes geschrieben:
Schuld ist der Konsument?

Soll ein Konsument, bevor er ein Produkt kauft, die ganze Produktionskette auf moralische, ökologische, soziologische Richtigkeit überprüfen?

Die Entscheidung über die Produktionsmethode etc. liegt allein beim Produzenten!

Die Rückkopplung über die Nachfrage funktioniert nur wenn der Konsument über vollständig Information verfügt, was aber nicht der Fall ist.


Wenn ein Konsument immer nur das billigste kauft ist er sehr wohl selbst schuld. Lese meinen Beitrag weiter oben. Die Entscheidung liegt dann nicht mehr beim Produzenten, wenn die Macht des Marktes ins Spiel kommt. Wenn der Konsument sich die Informationen nicht besorgt ist er selbst schuld.

Oder sollte auf jeder Milchpackung stehen:

Achtung, diese Milch stammt von unglücklichen Bauern.

Question Question

Zu glauben, die Macht liegt beim Produzenten ist utopisch. Es gibt immer einen der billiger produzieren wird, und wenn dem dann die Kunden die Bude einrennen, müssen die anderen sich anpassen um nicht vom Markt gefressen zu werden. Aber natürlich ist es immer leicht sich einzureden, dass ja die bösen Mächtigen Schuld haben, und man selbst nichts dafür kann.
GinGa80
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Anmeldungsdatum: 07.08.2006
Beiträge: 126

BeitragVerfasst am: 03 Sep 2006 - 21:48:11    Titel:

Es ist schon klar dass die Entscheidung des Produzenten z.T. durch Marktzwänge erzwungen wird.

Das der Konsument im Schnitt nur das billigste kauft ist dem erwähnten Informationsmangel geschuldet (und als Verbraucher bekommt man nicht alle Informationen die man gern in seine Kaufentscheidung einfließen lassen möchte).

Aber frage ich mich schon ob es sein muss dem Marktzwang nachzugeben und z.B. auf den Verkauf von z.T. vergammelten Fleisch umzusatteln.

Dem Markt als Allheilmittel anzusehen ist in dieser Hinsicht blauäugig. Das Ziel der Markteilnehmer ist eben nicht für Wohlstand, Qualität, etc. zu sorgen, sondern Geld zu verdienen.

Es ist also Aufgabe der Politik diesem Grenzen zu setzen.
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