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Vernichtet die Globalisierung Arbeitsplätze?
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GinGa80
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Anmeldungsdatum: 07.08.2006
Beiträge: 126

BeitragVerfasst am: 21 Sep 2006 - 22:47:25    Titel:

Mit den Dienstleistungen ist das so eine Sache. Wir Deutsche sind denke ich eher Do-it-Yourself-Menschen. In den USA sind ja der Einpack-Service im Supermarkt, der Poolboy, die Nanny, etc. übliche Dienstleistungen allerdings, setzt sich sowas in Deutschland nur schwer durch. Ich habe mal gelesen das hier der Einpack-Service im Supermarkt völlig in die Hose ging. Jeder wollte eben selbst einpacken.

Desweiteren müssen die Dienstleistungen ja globalisierungs-sicher sein, d.h. auch von Deutschen ausgeübt werden. Und da bleiben eigentlich nur Billigst-Jobs übrig. Friseurinnen verdienen ja meines Wissens nach auch nur ein paar Euro die Stunde, und die kann man nicht so leicht weg-automatisieren oder durch ausländische Arbeitskräfte ersetzen.
borabora
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Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 6273

BeitragVerfasst am: 21 Sep 2006 - 22:52:16    Titel:

Ok, abseits des Pflegesektors (der absolut, wer das ausüben kann, krisensicher zu sein scheint) gibt es auch noch die Call-Center-Branche die neu entstanden ist. Klar, wie schon gesagt: So viel wie die Industriearbeiter zahlen die alle nicht. (Will ja nun keine Diskussion über "weibliche Berufsfelder" führen, aber in Klammern dennoch erwähnen) "Finanzdienstleistungen" ist durchaus auch noch sowas neues im DL-Bereich.

Wal_Mart hatte, als sie hier ankamen, auch noch den "Greeter", der die Kunden am Eingang begrüßt hat. Der wurde schnell abgeschafft, weil sich die Kunden über "Belästigung eines Mannes vor der Tür" beschwerten... Very Happy
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 21 Sep 2006 - 22:52:19    Titel:

Wobei unter Umständen ein Mentalitätswandel gerade stattfindet. Shell hat zum Beispiel mit einigem Erfolg den Tankwart wieder eingeführt. Ich hatte vor kurzem das Vergnügen. Für das Scheibewaschen, kurz in den Motorraum schauen und Tanken, hat man freiwillig einen Euro zahlen können. Sehr viele haben den Service in Anspruch genommen.

Die Leute müssen sich vielleicht daran gewöhnen, dass Dienstleistungen (wie z.B. Eintüten im Supermarkt) durchaus das Leben lebenswerter gestalten. Wer mal in den USA war, kann unsere Verweigerungshaltung für einfache Dienstleistungen Geld auszugeben, gar nicht mehr so Recht nachvollziehen. Und für ungelernte Menschen gibt es dann wenigstens die Möglichkeit eigenes Geld zu verdienen.

Gruß
Pauker
schelm
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4313

BeitragVerfasst am: 22 Sep 2006 - 14:16:40    Titel:

Pauker hat folgendes geschrieben:
Wobei unter Umständen ein Mentalitätswandel gerade stattfindet.


Bei mir jedenfalls nicht ! Evil or Very Mad Ich halte viele dieser potentiellen Dienstleistungen fast für eine Nötigung , immer verbunden mit der offenen Hand....

Eintüten : Kein Eintüter kann so eintüten wie ich es möchte . Beispiel : Du bringst für einen Bekannten etwas mit , dein Nachbar. Also tütest du dessen Sachen zuletzt ein.... oder du willst die Sachen oben haben , welche zuerst in`s Tiefkühlfach müssen , oder oder ....

Scheibenwischiwaschi an der Ampel : Wozu habe ich eine entsprechende Anlage festinstalliert ?

Tankservice : Wenn mir der Preis nicht völlig egal ist und ich weiß , ich muß eh Öl nachfüllen , muß ich mich sowieso selbst orientieren und das Öl nachfüllen.

Liftboys in Hotels : Knopf kann ich selbst drücken !

" Greeter " vorm Supermarkt : Wenn ich einen sch... Tag hatte , möchte ich auch nicht noch gekünstelt befreundlicht werden ..brrrrrrr !

Teure Telefonauskünfte , möglichst noch mit den Extrakosten für`s nette Verbinden... Grrrrrr !

Wählen kann ich selber und auch selbst entscheiden , ob ich gleich oder später anrufen will ....ansonsten empfehle ich das kostenfreie Internettelefonbuch http://www.klicktel.de/

Fazit : An Leuten wie mir geht ein ganzer Sektor zu Grunde !

Gruß , Schelm
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 22 Sep 2006 - 15:02:31    Titel:

schelm hat folgendes geschrieben:
Ich halte viele dieser potentiellen Dienstleistungen fast für eine Nötigung , immer verbunden mit der offenen Hand....
...
Fazit : An Leuten wie mir geht ein ganzer Sektor zu Grunde !


Wenn sie dann arbeitslos sind, musst Du ihnen das Geld sowieso in Form von Transferleistungen zahlen. Nur ist dabei deren "offene Hand" durch die staatliche ersetzt, und Du musst zahlen, ob Du willst oder nicht.

Also könntest Du doch auch gleich eine Gegenleistung in Form einer Dienstleistung in Anspruch nehmen. Wink
schelm
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4313

BeitragVerfasst am: 22 Sep 2006 - 15:11:41    Titel:

.... Stimmt ! Aber nur wenn meine Abgabenquote alternativ auch wirklich erhöht werden soll ! Wink
schelm
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4313

BeitragVerfasst am: 22 Sep 2006 - 15:50:39    Titel:

@ Sheep : Was ich damit auch sagen wollte ist folgendes : Irgendwie besteht ein Ungleichgewicht zwischen echten und überflüssigen Dienstleistungen.

Wobei dieser Unterschied subjektiv auch sein mag. Jedoch ist es doch unzweifelhaft so , für echte Dienstleistungen ist wenig Geld da ( Pflege z.B. ) , für überflüssigen Mist wie z.B. Klingeltöne , wird das Geld ( der Eltern meist noch ) herausgeschmissen.

Viele dieser überflüssigen Dienstleistungen sind m.E. reine Abzocke , denn sie könnten durchaus im Gesamtpaket des jeweiligen Anbieters inklusive sein. Nehmen wir nur mal die Mobilfunkbetreiber. Wer Klingeltöne braucht , sollte diese kostenfrei downloaden können. Oder man senkt die Verbindungsgebühren endlich drastisch.

Jamba und co braucht im Prinzip als ausgelagerters Dienstleistungssegment kein Mensch im Grunde wirklich . Jeder Mobilfunkbetreiber sollte diese Spielereien als Service und als Eigenwerbung anbieten. Ebenso wie ein Supermarkt die Eintüter.

Längere allgemeine und umfangreichere Produkthaftung wäre auch eine echte Dienstleistung. Oder in der Musikabteilung sich eine individuell zusammengestellte CD brennen lassen können .

Freie Tarifverhandlungen mit den KFz - Versicherungen bezüglich meines Schadensfreiheitsrabattes entsprechend meiner Unfallbilanz und nicht die jährlich künstliche Umgruppierung der SFK , um den Prozenterabatt wieder zu egalisieren , das wäre eine Dienstleistung !

So gäbe es viele Beispiele , wo sich das Geld einsparen läßt , welches z.T. ohne realen Gegenwert den Leuten aus der Tasche gezogen wird , welches sie dann mit Eintüten wieder verdienen müssen....

M.f.G. Schelm
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 22 Sep 2006 - 16:02:15    Titel:

schelm hat folgendes geschrieben:
Wobei dieser Unterschied subjektiv auch sein mag. Jedoch ist es doch unzweifelhaft so , für echte Dienstleistungen ist wenig Geld da ( Pflege z.B. ) , für überflüssigen Mist wie z.B. Klingeltöne , wird das Geld ( der Eltern meist noch ) herausgeschmissen.


Das liegt daran, dass für das Anbieten "echter" Dienstleistungen - wenn wir mal die Pflege nehmen - umfangreiche Verordnungen und bürokratische Hürden bestehen, sprich: nicht jeder kann sich mal eben entscheiden als freiberuflicher Pfleger zu arbeiten. Um Klingeltöne anzubieten, benötige ich nur wenig mehr als eine Internet-Seite.
St. Nimmerlein
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Anmeldungsdatum: 19.07.2006
Beiträge: 109

BeitragVerfasst am: 22 Sep 2006 - 22:25:34    Titel:

denke, dass die globalisierung menschen alles in allem arbeitsplätze schafft, mehr menschen kommen in produktive lohnarbeit. dies wird auch durch zahlreiche studien unterfüttert. zu faul quellen zu suchen.

aber natürlich verschwinden in deutschland manuelle arbeitsplätze. die werden ja aber nicht "vernichtet".

was wirklich vernichtet wird, sind _menschenwürdige_ arbeitsplätze. denn die stellen in niedriglohnländern kann, selbst gemessen an den jeweiligen maßstäben, niemand ernsthaft als das bezeichnen, was wir als auskömmlich ansehen würden.

hier wäre wie immer der gesetzgeber gefragt. doch weder in den jeweiligen ländern, noch in deutschland gibt es einen ansatz, die lage für die betroffenen zu bessern.

wenn zugelassen wird, dass die wirtschaft nicht mehr den menschen dient, sondern umgekehrt haben wir bald wieder den salat.
ich würde mich politisch nicht als links bezeichnen, aber seit ich in shanghai war sehe ich das ganze etwas differenzierter.
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