Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Mindestlohn: sinnvoll oder nicht?
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Mindestlohn: sinnvoll oder nicht?
 
Autor Nachricht
konstantin87
Valued Contributor
Benutzer-Profile anzeigen
Valued Contributor


Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5985

BeitragVerfasst am: 14 Jun 2015 - 18:06:23    Titel:

du glaubst echt über jahre beurteilen zu können wie sich diese entscheidung auswirkt? auf basis welcher informationen? unsere wirtschaft ist sehr komplex und hängt von wer weiß wievielen weit größeren faktoren als rentnern, studenten und dem mindestlohn ab. pack die glaskugel ein und werde realistisch.

nochmal: deutschland hat eine soziale marktwirtschaft. andere länder machen es mit höheren mindestlöhnen und ebenfalls keinen nennenswerten negativen auswirkungen auf die wirtschaft vor. die einführung hatte auch bei uns bisher keinen negativen effekt. gib einmal zu, dass du den bullshit einiger arbeitgeber bedenkenlos geschluckt und dich deswegen geirrt hast.
bernadette
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 02.05.2014
Beiträge: 349

BeitragVerfasst am: 14 Jun 2015 - 18:46:31    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

Im Grunde tritt nun das ein was vorher auch gesagt wurde. Menschen mit Einschränkung, zeitlicher Art, der Qualifikation, des falschen Alters usw wird es nicht mehr möglich sein, auch wenn sie könnten und wollten, etwas zu arbeiten. Der Arbeitsmarkt ist eben nicht mehr der, der vor 50 Jahren noch war. Die Lebensmodelle der Menschen haben sich geändert, Es ist nicht Aufgabe der Politik dies ändern zu wollen indem Sie den Menschen verbietet so zu leben und zu arbeiten wie sie gern möchten.


Zusätzlich zu dem, was Konstantin87 geschrieben hat:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/teilzeit-befristungen-minijobs-atypische-jobs-nehmen-zu-a-1029642.html

Zitat:
Die Linke-Arbeitsmarktexpertin Jutta Krellmann, die die Anfrage gestellt hatte, sagte der dpa: "Nun ist es amtlich: 20 Jahre Reformen am Arbeitsmarkt haben für mehr Beschäftigung gar nichts gebracht." Es gebe heute genau so viel Arbeit wie 1994. "Nur mehr Menschen teilen sich den gleichen Umfang - aber zu deutlich schlechteren Bedingungen."

Heute litten Beschäftigte unter erzwungener Teilzeit, Minijobs, Befristungen und Leiharbeit. "Reguläre Vollzeit-Jobs kennen junge Leute nur noch aus Erzählungen." Arbeit müsse wieder sicher werden, tariflich bezahlt, und sie müsse Mitgestaltung bieten, forderte die Politikerin.
Ich weiß ja, dass die Alterspyramide in Schieflage gerät und die Studentenzahlen gestiegen sind, du kannst mir aber nicht erzählen, dass der Rückgang regulärer Vollzeitjobs nur darauf zurückzuführen ist, dass es mehr Studenten und Rentner gibt. Was dann im Umkehrschluss heißt, dass der Mindestlohn durchaus positive Folgen hat, wenn Minijobs durch sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen ersetzt werden.
koenig_ludwig73
Valued Contributor
Benutzer-Profile anzeigen
Valued Contributor


Anmeldungsdatum: 30.07.2009
Beiträge: 11564
Wohnort: Neuschwanstein

BeitragVerfasst am: 14 Jun 2015 - 19:46:55    Titel:

konstantin87 hat folgendes geschrieben:
du glaubst echt über jahre beurteilen zu können wie sich diese entscheidung auswirkt? auf basis welcher informationen? unsere wirtschaft ist sehr komplex und hängt von wer weiß wievielen weit größeren faktoren als rentnern, studenten und dem mindestlohn ab. pack die glaskugel ein und werde realistisch.

nochmal: deutschland hat eine soziale marktwirtschaft. andere länder machen es mit höheren mindestlöhnen und ebenfalls keinen nennenswerten negativen auswirkungen auf die wirtschaft vor. die einführung hatte auch bei uns bisher keinen negativen effekt. gib einmal zu, dass du den bullshit einiger arbeitgeber bedenkenlos geschluckt und dich deswegen geirrt hast.


160.000 Menschen die das was sie vorher taten nun nicht mehr dürfen. Das ist ein Effekt. Die Rückgang der Gründungen sind ein sich verstärkender Effekt, das Ersetzen von Personal durch Terminals ein sich fortsetzender Effekt Das Abzählen von Schritten zur Ermittlung einer Stundenleistung ein bürokratischer abschreckender Effekt. Wenn trotz Hochkonjunktur 160.000 Arbeitsplätze verschwinden ist das Alarmierend, weil sich so etwas vervielfacht im zwangsweise kommenden Konjunkturabschwung.

Man darf nicht vergessen, dass es Alternativen gab zum flächendeckenden überbürokratisierten Nahleslohn.
derTom
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 02.11.2014
Beiträge: 1033

BeitragVerfasst am: 14 Jun 2015 - 19:54:12    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
das Ersetzen von Personal durch Terminals ein sich fortsetzender Effekt


Google mal Industrie 4.0, spannendes Thema.

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
Das Abzählen von Schritten zur Ermittlung einer Stundenleistung ein bürokratischer abschreckender Effekt.


Wenn ich bedenke wie ich vor 20 Jahren Zeitungenverteilt habe, mal in einer Stunde, mal in 5... Aber da hatte ich auch keinen Stundenlohn, für das Verteilen von x Zeitungen wurde Summe y bezahlt, fertig. Ich glaube nicht das man dafür heute Schrittzähler bräuchte, das ist nur wilde Panik mache.
bernadette
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 02.05.2014
Beiträge: 349

BeitragVerfasst am: 14 Jun 2015 - 20:04:03    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

160.000 Menschen die das was sie vorher taten nun nicht mehr dürfen.
Berufsverbote gibt es zwar, aber im Niedriglohnsektor ist das vernachlässigbar. Und damit ist die Aussage Schwachsinn.

Zitat:
Das ist ein Effekt. Die Rückgang der Gründungen sind ein sich verstärkender Effekt, das Ersetzen von Personal durch Terminals ein sich fortsetzender Effekt
Wie stark ersteres sich auswirkt, wird man langfristig sehen (also nicht nach einem halben Jahr), letzteres nennt sich tatsächlich technischer Fortschritt.
Was unser lieber König dabei unterschlägt, ist, dass die Terminals auch gebaut und gewartet werden müssen, was wiederum anderswo Arbeitsplätze schafft.

Abgesehen davon, dass ich aus Kundensicht oft den Apparat vorziehe, der tendenziell bessere Arbeit leistet.


Zitat:
Wenn trotz Hochkonjunktur 160.000 Arbeitsplätze verschwinden ist das Alarmierend, weil sich so etwas vervielfacht im zwangsweise kommenden Konjunkturabschwung.

Man darf nicht vergessen, dass es Alternativen gab zum flächendeckenden überbürokratisierten Nahleslohn.
Netto sind es 47.000 mehr, Quelle hatte ich verlinkt.

Überbürokratisiert kann man das nicht nennen, Arbeitszeiten aufzuschreiben ist ja wohl keine Zumutung. Und der ganze Antragskram bei Kombilöhnen und Prüfung auf Sittenwidrigkeit bleibt dem König auch erspart.

Was unser König natürlich vernachlässigt, sind die positiven Folgen: die traditionell schwache Binnenkonjunktur wird gestärkt, und bei der Größe des Niedriglohnsektors in Deutschland ziemlich massiv.

Neben den gesamtwirtschaftlichen Folgen kommen noch die individuellen finanziellen und psychologischen dazu:
Wer jetzt dank Mindestlohn nicht mehr auf Zuschüsse vom Amt angewiesen ist, kann aus eigener Kraft seinen Lebensunterhalt finanzieren und ist nicht mehr auf Bittstellerei bei besagtem Amt angewiesen.

Naja, ein würdevolles Dasein war aber noch nie Priorität bei unserem König.
koenig_ludwig73
Valued Contributor
Benutzer-Profile anzeigen
Valued Contributor


Anmeldungsdatum: 30.07.2009
Beiträge: 11564
Wohnort: Neuschwanstein

BeitragVerfasst am: 14 Jun 2015 - 22:28:33    Titel:

derTom hat folgendes geschrieben:
koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
das Ersetzen von Personal durch Terminals ein sich fortsetzender Effekt


Google mal Industrie 4.0, spannendes Thema.

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
Das Abzählen von Schritten zur Ermittlung einer Stundenleistung ein bürokratischer abschreckender Effekt.


Wenn ich bedenke wie ich vor 20 Jahren Zeitungenverteilt habe, mal in einer Stunde, mal in 5... Aber da hatte ich auch keinen Stundenlohn, für das Verteilen von x Zeitungen wurde Summe y bezahlt, fertig. Ich glaube nicht das man dafür heute Schrittzähler bräuchte, das ist nur wilde Panik mache.


nach geltender Gesetzeslage macht sich Dein Arbeitgeber strafbar, wenn Du 5 Stunden brauchst, folglich muß er Route und Aufwand vorgeben und festlegen...er darf ja nicht einfach den gleichen Lohn zahlen, denn der schnellere Austräger hat ja plötzlich einen 5fach höheren Stundenlohn und Dein Stundenlohn wäre plötzlich unterhalb des Mindestlohns. Genau um diese Fälle geht es, wenn Arbeitgeber sich plötzlich strafbar machen.
bernadette
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 02.05.2014
Beiträge: 349

BeitragVerfasst am: 15 Jun 2015 - 00:10:09    Titel:

Es ist also zuviel verlangt, wenn ein Arbeitgeber, der schon vor dem Mindestohn Zuträger beschäftigt hat und auch danach noch Zeitungen austragen wird, abschätzt, wie lange seine Austräger brauchen?

Ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass unser König entweder irgendwo Beamter für Chronologie oder ein pubertierender Jugendlicher ist ist und von Wirtschaft und Personalplanung nachgerade keine Ahnung hat.
koenig_ludwig73
Valued Contributor
Benutzer-Profile anzeigen
Valued Contributor


Anmeldungsdatum: 30.07.2009
Beiträge: 11564
Wohnort: Neuschwanstein

BeitragVerfasst am: 15 Jun 2015 - 05:02:09    Titel:

bernadette hat folgendes geschrieben:
Es ist also zuviel verlangt, wenn ein Arbeitgeber, der schon vor dem Mindestohn Zuträger beschäftigt hat und auch danach noch Zeitungen austragen wird, abschätzt, wie lange seine Austräger brauchen?

Ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass unser König entweder irgendwo Beamter für Chronologie oder ein pubertierender Jugendlicher ist ist und von Wirtschaft und Personalplanung nachgerade keine Ahnung hat.


offensichtlich ist es zuviel verlangt, wenn in 3 Monaten 160.000 mal ein Arbeitgeber lieber auf die "Mrd Gewinne" verzichtet und aufhört arme Jugendliche, Rentner und Studenten auszubeuten...Genau darum geht es. Tom fühlte sich vor 20 Jahren jedenfalls nicht ausgebeutet, wenn er sich mal 5 Stunden Zeit lies.

P.S. Diskutierst Du noch oder bist Du vollends im Keifmodus?
derTom
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 02.11.2014
Beiträge: 1033

BeitragVerfasst am: 15 Jun 2015 - 05:36:50    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

nach geltender Gesetzeslage macht sich Dein Arbeitgeber strafbar, wenn Du 5 Stunden brauchst, folglich muß er Route und Aufwand vorgeben und festlegen...er darf ja nicht einfach den gleichen Lohn zahlen, denn der schnellere Austräger hat ja plötzlich einen 5fach höheren Stundenlohn und Dein Stundenlohn wäre plötzlich unterhalb des Mindestlohns. Genau um diese Fälle geht es, wenn Arbeitgeber sich plötzlich strafbar machen.


Ok gibt es dazu schon ein Urteil? Oder ist es nur das was befürchtet wird? Ich kann mir nicht vorstellen das ein Richter so blöde ist dafür eine Strafe zu verhängen wenn 1 von 100 Zeitungsverteilern rumtrödelt.
koenig_ludwig73
Valued Contributor
Benutzer-Profile anzeigen
Valued Contributor


Anmeldungsdatum: 30.07.2009
Beiträge: 11564
Wohnort: Neuschwanstein

BeitragVerfasst am: 15 Jun 2015 - 06:04:51    Titel:

derTom hat folgendes geschrieben:
koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

nach geltender Gesetzeslage macht sich Dein Arbeitgeber strafbar, wenn Du 5 Stunden brauchst, folglich muß er Route und Aufwand vorgeben und festlegen...er darf ja nicht einfach den gleichen Lohn zahlen, denn der schnellere Austräger hat ja plötzlich einen 5fach höheren Stundenlohn und Dein Stundenlohn wäre plötzlich unterhalb des Mindestlohns. Genau um diese Fälle geht es, wenn Arbeitgeber sich plötzlich strafbar machen.


Ok gibt es dazu schon ein Urteil? Oder ist es nur das was befürchtet wird? Ich kann mir nicht vorstellen das ein Richter so blöde ist dafür eine Strafe zu verhängen wenn 1 von 100 Zeitungsverteilern rumtrödelt.


Meinst Du wirklich die mrd Gewinne Deines Chefes würden es rechtfertigen es darauf ankommen zu lassen? Warum dann ein solches Gesetz erlassen wenn es selbst den Richtern zu blöd wäre es durchzusetzen? Darum geht es ja, dass so eine alles übergreifende Regelung mit dem allgemeinen Rechtsempfinden nichts mehr zu tun hat. Über die Hälfte der betroffenen Fälle hat keines Schutzes durch den Mindestlohn bedurft. Opfer sind sie nun trotzdem und man hat Frau Nahles im Vorfeld genügend Alternativen geboten.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Mindestlohn: sinnvoll oder nicht?
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14  Weiter
Seite 10 von 14

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum