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Jura als Allzweckwaffe für die Karriere?
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Jura als Allzweckwaffe für die Karriere?
 
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Jemand
Gast






BeitragVerfasst am: 07 Nov 2004 - 20:39:59    Titel: Jura als Allzweckwaffe für die Karriere?

Ich weiß dummer Titel für n Thema ^^
Hallo,
ich habe evtl. vor Jura zu studieren...Schon klar ich weiß, dass man schlechte Berufschancen hat mittlerweile und auch nicht mehr unbedingt großes Geld zu holen sein muss...Aber ich wollte euch mal wie das mit den Berufsaussichten so aussieht. Ich habe gehört Jura ist eines der Fächer mit den meisten und vielschichtigsten Einstellungsmöglichkeiten. Ich fände es interessant Justitiar oder Syndikus zu werden. Meine Fragen: Was macht man da so genau? und Sind da gute Berufschancen zu holen?
Und noch was, auch wenns vielleicht sehr unrealistisch und größenwahnsinnig ist:
Meint ihr Jura ist die beste Möglichkeit um später mal neben der Kanzlei oder der Justitiarstelle als Investor und Unternehmer tätig zu werden?
Sorry für die letzte Frage das musste sein Very Happy
Danke schonmal für die Antworten
Gast







BeitragVerfasst am: 08 Nov 2004 - 13:57:29    Titel:

Wie kannst Du es interessant finden, als Syndikus zu arbeiten, wenn Du noch gar nicht weißt, was der macht?
Wenn Du größenwahnsinniger Investor werden willst, empfehle ich Dir viel Geld und ein BWL-Studium. Juristen rechnen ungern. Und die Arbeitsmarktlage ist aktuell für diejenigen, die keine Bestnoten haben, katastrophal. Das ändert sich aber, wenn Du in 8 Jahren fertig bist. Viel Glück.
Labus
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Anmeldungsdatum: 28.09.2004
Beiträge: 2598
Wohnort: Rhein-Main-Gebiet

BeitragVerfasst am: 08 Nov 2004 - 14:26:08    Titel:

Na ja, ein Jura-Studium ist schon nicht der schlechteste Ausgangspunkt für viele Bereiche. Damit kann man schon etwas machen.

Wie der Gast allerdings schon feststellte - die wenigsten Juristen rechnen wirklich gerne (habe zwei davon in meiner Familie). Als "Investor" brauchst Du überhaupt keine Ausbildung sondern schlicht und ergreifend Geld. Willst Du aber in einem Unternehmen Karriere machen und nicht als klassischer Anwalt, dann empfiehlt sich neben Jura noch das Nebenfach BWL. Wenn Du es aber wirklich auf die Spitze treiben möchtest: Dr. jur. und danach in einen Top-MBA. Danach hast Du, möglicherweise, die Lizenz zum gelddrucken.

Aber....Karriere hängt nicht von Deinem Studium, Ausbildung etc. ab. Die akademische Ausbildung kann helfen, aber weder ist sie Voraussetzung, geschweige denn eine Karrieregarantie.
onkel dagobert
Gast






BeitragVerfasst am: 08 Nov 2004 - 16:02:09    Titel:

wenn du kohle machen und nen sicheren job willst, geh auf ne private uni (die heissen so, weil man da kein privatleben mehr hat und nur noch für die uni und den job lebt).

was man als volljurist alles tolles machen kann:

>richter an zig verschiedenen gerichten und in zig verschiedenen rechtsgebieten

>anwalt in zig rechtsgebieten, in ner kanzlei oder selbständig wie es dir gefällt

>unternehmensjurist, wiederum in zig rechtsgebieten, aber immer als angestellter (ggg)

>beamter in zig ministerien und ämtern

>verbandsjurist in zig verbänden, lobbygruppen etc.

>dozent anner uni (ggg)

>unternehmensberater

>steuerberater/wirtschaftsprüfer

...und bestimmt noch dausend annere hübsche sachen die mir gerade nich einfallen
Jemand
Gast






BeitragVerfasst am: 08 Nov 2004 - 18:39:35    Titel:

ah danke für die Auskünfte, das mit dem Investor war mir natürlich klar, war eben eher so als theoretische Frage gedacht.
Also zu der einen Antwort: Ich weiß im Prinzip schon was ein Syndikus ist: ein Justitiar, der neben seiner Arbeit in dem Unternehmen noch als Anwalt in einer Kanzlei arbeitet, mir ging es nur um nähere Beschreibungen oder eine Wertung.
Also ich finde es wirklich interessant Jura zu studieren. Ich bin gut in Deutsch (LK), Mathe geht so, und in Latein bin ich auch gut...Ich weiß die Diskussionen um die Fächer und was sie aussagen sind umstritten und alt, aber es schadet ganz sicher nicht in diesen Bereichen gut zu sein, ich kann auch nachvollziehen dass es dabei um Sprachlickeit, Ausdrucksfähigkeit, abstraktes Denken, letztlich auch um Auswendiglernen geht. Und ich bin der Meinung dass ich in diesen Bereichen recht gut bin. (Mathe zwar eher mittelmäßig, das liegt aber daran, dass ich zwar abstrakt denken kann, nicht aber unbedingt mit zahlen...)
Die vielen verschiedenen Möglichkeiten des Juristen interessieren mich auch besonders, weil ich mich noch nicht ganz festlegen kann was ich machen will.
.....Zwischenfrage:Kann bitte mal jemand näher auf die Einsatzmöglichkeit von Juristen in Ämtern und besonders auch Ministerien eingehen? Danke!

Das was Labus über die "Lizenz zum Gelddrucken" gesagt hat, interessiert mich auch. Schon klar du hast es überspitzt formuliert, aber ich würde dann von dir gerne mal wissen, ob ich mir das da richtig vorstelle, ich habs nämlich bisher so gedacht: Ist es so, dass, wenn man in juristischen Dingen in der Wirtschaft arbeiten will, man besser Jura studiert mit Schwerpunkt BWL, als BWL mit Schwerpunkt Recht? Auch wenn ich Respekt vor dem BWL-Studium habe, komt es mir doch so vor als zähle der konkrete Abschluss bei Jura, das 2.Staatsexamen als Titel, mehr als in BWL. Denn irgendwie glaube ich als Jurist hat man allein durch den Titel gewisse Befähigungen für Dinge, für die man im BWL-Bereich eher Kenntnisse als den Abschluss braucht...?! Hat das jetzt jemand verstanden? ich hoffe...

Und noch was an Labus (oder auch andere): Ist es so, dass man als Jurist (bestenfalls promoviert) gute oder bessere Chancen auf echte Vorstandsposten hat? Bei den vielen Vorstandsmandaten, die so ziemlich jeder Vorstandsvorsitzende der DAX- Unternehmen noch in anderen Firmen hat, nähert sich bei mir der Verdacht, dass es gar nicht darum geht irgendeine Ahnung von der Firma zu haben...Denn ich glaub nich im Ernst, dass zum Beispiel Ferdinand Piech (mit punkten über dem e) oder jetzt auch Pitschesrieder ernsthaft Ahnung sowohl von VW als auch von der Dresdner Bank, der Metro AG, der Münchener Rück und Tetra hat...
Danke für die Antworten
Oouch!!!
Gast






BeitragVerfasst am: 09 Nov 2004 - 01:25:04    Titel:

Hey Gast wie kommst Du darauf, dass es in acht Jahren anders wird??? Ich mein man kanns ja nicht vorher sehen. Aber hast Du irgendwo ne Prognose oder so? Würd mich einfach mal interessieren...
Labus
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Anmeldungsdatum: 28.09.2004
Beiträge: 2598
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BeitragVerfasst am: 09 Nov 2004 - 10:25:04    Titel:

Huihuii....Vorstandsposten....ähm - fang mal an zu arbeiten, dann überleg Dir das mit dem Vorstandsposten noch einmal....die Stellen sind rar, dafür brauchst Du neben einer passablen Ausbildung (gut muss sie noch nicht einmal sein) vor allem auch Glück. Zumal ich hier das Gefühl bekomme Du schmeißt Vorstand und Aufsichtsrat durcheinander.... Du kannst nur in einem Vorstand sein aber in verschiedenen Aufsichtsräten. Dass dieses nicht die beste Variante ist, hat man schon gemerkt und die Aufsichtsratsposten beschränkt......

Kommen wir zurück zur Gelddrucklizenz. Ich bin zwar BWLer aber muss meiner Fachrichtung mal in den Rücken fallen. Wirkliche Chancen als reiner BWLer ohne Interessen in anderen Fachbereichen hat man nur in klassischen Gebieten wie Finance, Controlling, Accounting etc. Marketing ist in vielen Firmen mit Ingenieuren oder Naturwissenschaftlern besetzt, die sich mal eben BWLmäßig weitergebildet haben.....BWL ist nicht schwer. Da gibt es genügend Möglichkeiten das nachzulernen - aber lern als BWLer mal nach, was ein Arzt nur im Grundstudium lernen musste. Daher halte ich ein Nicht-BWL Studium + BWL-Postgrad-Studium für das sinnvollste. Auch in Jura. Es gibt zwar die Möglichkeit BWL zu studieren und nebenberuflich den LL.M. zu machen, aber das ist nichts halbes und nichts ganzes.

Mein Vorschlag für Deinen Weg wäre ungefähr: Jura-Studium (mit Auslandserfahrung - wichtig), beide Staatsexamina, wenn möglichst besser als 3 (das schaffen schon die wenigsten), evtl. Promotion, zwei Jahre arbeiten und dann nach INSEAD, Columbia, Warthon etc. pp. und einen MBA (von Weltruf) machen. Dann fünf Jahre zu BCG oder McK und der Rest ist in Butter.

Aber Achtung: das hört sich so schön einfach an.....ist es aber nicht.
Allein die Zeit die Du berücksichtigen musst - Studium 6-8 Jahre, Promotion 3 Jahre (falls Du überhaupt die Noten kriegst die Du brauchst...), zwei Jahre Job, 1-2 Jahre MBA.....von den Kosten ganz zu schweigen (allein ein sehr guter MBA kostet mit Tution-Fees und Lebenshaltung je nach Fakultät 75k - 125k €). Zudem ist dieser Weg sch*** anstrengend - ich denke 95-98% der Leute mit gleichen Zielen geben ihn vorher auf. Wenn Du dann noch in den Vorstand irgendwo willst....dann ist die Aufgabequote wahrscheinlich bei 99,98%....und vergiss nicht, dass Du vielleicht in Deinem Leben nicht nur auf den Job achten solltest - es gibt wichtigeres, vor allem wenn Du mal Familie haben willst. Es gibt nur wenige Frauen die das die ganze Zeit mitmachen ohne sich vernachlässigt vorzukommen. Es gibt ein paar die das so oder in einer anderen Variante durchziehen, keine Frage, aber ob die unbedingt glücklich in ihrem Leben sind....das wage ich nicht zu beurteilen.
onkel dagobert
Gast






BeitragVerfasst am: 09 Nov 2004 - 15:35:21    Titel:

@ jemand: generell is es ziemlich schwierich als jurist in den öffentlichen dienst zu kommen, sei es nu richter, staatsanwalt oder was auch immer. da muss man schon mit nem prädikatsexamen angewackelt kommen oder mit guten beziehungen (partei schadet nich).

all time favourite is wohl das auswärtige amt. da is man eigentlich gar nich mehr jurist sondern mädchen für alles und insofern isses schon was besonderes. wird auf jeden fall nich langweilig und man kommt inner weltgeschichte rum.

in den übrigen ministerien, sei es nu auf länderebene oder bundesebene, is man im prinzip zwar auch mädchen für alles aber dann meist mit gesetzen befasst, d.h. man geht gesetze, vorlagen etc. durch und schaut wie die umgesetzt werden usw. im prinzip kannst du aber als jurist in jedem ministerium in so ziemlich jeder abteilung eingesetzt werden.

btw jedes ministerium u. amt hat heutzutage ne website. draufklicken durchlesen schlauwerden.
Jemand
Gast






BeitragVerfasst am: 09 Nov 2004 - 19:12:09    Titel:

Danke nochmal,
also an Labus danke für deine auskünfte, mir is schon klar dass n mba teuer is und ich den vermutlich niemals schaffen werde. Aber mein Ziel mal in nem Vorstand zu landen kann ich ja wohl trotzdem noch behalten. Ich denke mal Ausnahmen bestätigen die Regel und es wird bestimmt auch nich jedes Vorstandsmitglied so ne extrem gestylte und geplante Karriere durchlaufen haben...Hoffe ich zumindest ^^
Aber mal abgesehen von solch Überfliegermäßigen Karrieren: Nehmen wir mal an ich bin ein recht guter Schüler, der allerdings nich gerade hochbegabt ist. Ich habe also vor Jura zu studieren und dann evtl. als Justitiar in die Wirtschaft zu gehen, bin mir dessen aber nicht 100%ig sicher. Mein Studium werde ich hoffentlich recht gut abschließen, und mir stehen nur normale begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung Was ist deine/eure Meinung in Bezug auf die Karrierechancen (schon klar alles ist offen)...Ich hab halt nich soo viel Ahnung von den Chancen eines Juristen...
Es ist nur so, dass ich mir nicht sicher bin ob ich Jura oder BWL studieren soll. Ich wünschte ich hätte ne andere Begabung, die nich direkt in die beiden beliebtesten Fächer Deutschlands fällt. Könnte man fast meinen ich hab gar keine besondere Begabung. ^^
Jedenfalls versuche ich gerade zu ergründen was mir besser liegt und später mehr spaß macht, bzw. bringt. Was ich weiß: Ich bin für Jura so gesehen etwas geeignet, als dass ich mich gut ausdrücken kann, sprachliche Dinge gut verstehe, und auch interessiert bin. Bei bwl is das sone sache...ich bin echt nich grad der absolute mathe-crack, ums mal nett auszudrücken, aber ich stells mir unglaublich interessant vor in so nem unternehmen zu arbeiten, dinge zu leiten und die ergebnisse seiner arbeit dann am geschäftsbericht zu sehen. Das is mir besonders im Managment Information Game aufgefallen, falls das jemand kennt.
Naja jedenfalls versuch ich das zu ergründen...(helft mir! ^^)
Labus
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Beiträge: 2598
Wohnort: Rhein-Main-Gebiet

BeitragVerfasst am: 10 Nov 2004 - 09:27:41    Titel:

Den Vorstansdssitz wollte ich Dir nicht ausreden. Aber wie Du selbst gemerkt hast haben die wenigsten eine durchgeplante Karriere hinter sich. Ob Du in den Vorstand eines Dax oder MDax-Unternehmens kommst ist daher (fast) nicht von Deiner Studienrichtung abhängig. Allerdings ist der zunehmende Teil an Akademikern in den letzten Jahren bemerkenswert....

Wenn Du interesse und Willen hast Dich durch das, zugegebener Maßen zeitweise sehr trockene Jura-Studium zu quälen, dann würde ich Dir das nahe legen. Es ist vielleicht die bessere Ausgangssituation als BWL.

Als Jurist in einem Unternehmen unterzukommen oder anschließend (karrieremäßig sinnvoller) über eine U-Beratung zu gehen ist immer möglich. Betriebswirtschaftliche Grundlagen, wenn sie dann doch noch gewünscht oder nötig sind, sind schnell zu lernen. Es muss ja nicht immer der Top-Vollzeit MBA sein, es gibt auch gute berufsbegleitende Programme (die aber dann nicht unbedingt weniger kosten - vielleicht übernimmt es der Arbeitgeber?). Zudem kannst Du das Jura-Studium ja auch schon auf wirtschaftliche Zusammenhänge (Steuer-, Handelsrecht etc.) ausrichten.

Umgekehrt (BWL -> Jura) wird es immer ein bisschen problematischer. Zwar können BWLer prinzipiell einen Master of Law ablegen aber vom Ansehen kommt der LL.M. dem Volljuristen in Deutschland bei weitem nicht hinterher.

Vor übermäßig komplizierter Mathematik brauchst Du bei der BWL keine Angst zu haben. Bei uns haben es auch die mathematischen Supernieten irgendwann geschafft (leider). Es ist lernbar und mit etwas mathematischen Gespür sogar halbwegs gut. Bedenke allerdings, BWL hat für die meisten Absolventen mit Unternehmen führen direkt nur sehr wenig zu tun....(schade eigentlich...)

Guck nicht so stark darauf, was Deiner Karriere dienlich ist (Das wäre wahrscheinlich ein Parallelstudium von drei oder vier verschiedenen Richtungen....) - mach auch das was Dir Spaß macht zuerst. Da Du Dich danach damit bewerben musst ist es ganz gut ein paar akzeptable Noten zu haben und das geht am leichtesten mit etwas, bei dem man Freude hat.
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