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dolus eventualis- bewusste Fahrlässigkeit?
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bk0483
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Anmeldungsdatum: 11.09.2006
Beiträge: 72

BeitragVerfasst am: 18 Sep 2006 - 16:28:03    Titel: dolus eventualis- bewusste Fahrlässigkeit?

Hallo,

sitze grad an ner Stelle fest, vielleicht kann mir jem. helfen?

A wird abends im Stadtpark von dem körperlich überlegenen T angegriffen. Um sich zu verteidigen, zieht er ein Messer und damit zu drohen, um den Angriff auf sich abzuwehren.
Da T aber weiter auf ihn eindringt, verletzt er sich an der Messerklinge, was durchaus vorhersehbar war, ohne dass A es bewusst in kauf genommen hätte.

Was sagt ihr dazu?
Ist ja nicht die Lehrbuch- Def., und das bewusst stört mich auch irgendwie.
Durchaus vorhersehbar ist auch ein Merkmal der Fahrlässigkeitsprüfug..

Und wie sieht es mit der Kausalität und der obj. Zurechnung aus?
(Bei 212 und 223,224)
Eigentverantwortliche Selbstgefährdung?
Wo darf/muss ich berücksichtigen, dass T sich ja selbst an der Klinge verletzt hat? Darf ich Anton Vorsatz unterstellen, allein deshalb, weil er ein Messer (dass dies zu Verletzungen führen kann, vor allem in solch einer Situation, ist ja jedem bewusst) zur Drohung gezogen hat??

Wäre über jeden Hinweis/ Info/ Gedankengang dankbar! Razz
Discokandi
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Anmeldungsdatum: 29.06.2006
Beiträge: 587

BeitragVerfasst am: 18 Sep 2006 - 16:43:16    Titel:

warum machst du denn nen neuen thread auf? die thematik wird doch bei der HA mainz strafR besprochen...
bk0483
Junior Member
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Anmeldungsdatum: 11.09.2006
Beiträge: 72

BeitragVerfasst am: 18 Sep 2006 - 16:52:42    Titel:

Warum ich ein neues Thread aufmache??

Da irgendwie immer noch nicht wirklich was bei rumgekommen ist, ich immer noch auf der Stelle trete...

Und da dachte ich, vielleicht hat jem. lust sich zu Wort zu melden, der gerade NICHT die HA in Mainz schreibt- also Leute, die sich eben auch nicht für dieses Thread interessieren.
Ich gucke ja auch nicht bei "Ö-Recht große Übung Uni Konstanz" oder so-
verstehst du???

Das war mein Beweggrund.
Poste doch einfach mal deine Meinung dazu, natürlich nur wenn du magst Cool
Seven
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Anmeldungsdatum: 06.09.2005
Beiträge: 26

BeitragVerfasst am: 19 Sep 2006 - 12:22:03    Titel:

Hallo!

Da du 212 prüfst, nehme ich an, dass T nun tot ist und nicht nur verletzt? *g*
Also, ich würde mich - ohne ja jetzt den übrigen Sachverhalt zu kennen - für bewusste Fahrlässigkeit entscheiden. Schließlich hatte er das Messer ausschließlich zur Drohung hervorgeholt, hatte also nicht über eine Verletzungsmöglichkeit nachgedacht, sondern war ganz im Gegenteil davon ausgegangen, dass die Drohung auf jeden Fall ausreichen würde, um den Angriff abzuwehren.

Man könnte demnach sagen, dass er hoffte, dass "schon nichts passieren würde" => Def. bewusste Fahrlässigkeit.
Für den Fahrlässigkeitsvorwurf spricht auch, dass er hätte voraussehen müssen, dass ein vorgehaltenes Messer immer eine Situation eskalieren lassen kann und dann ohne Weiteres zu schweren Verletzungen führen kann.

Außerdem scheint der SV gerade darauf abzustellen, dass er den Tötungserfolg/ Verletzungserfolg eben gerade NICHT "in Kauf genommen" hat, was andernfalls für dolus eventualis sprechen würde.

Also Ergebnis: Bewusste Fahrlässigkeit
Man kann aber sicherlich auch in die andere Richtung argumentieren.

Viele Grüße
Se7en
bk0483
Junior Member
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Anmeldungsdatum: 11.09.2006
Beiträge: 72

BeitragVerfasst am: 19 Sep 2006 - 15:16:50    Titel:

Hallo Seven!

Vielen lieben Dank für deine Meinung!
Klingt echt sehr überzeugend, und bin nun auch an dem Punkt angekommen wo ich mich u.a. auch aus den von dir genannten Gründen für bewusste Fahrlässigkeit und gegen dolus eventualis entschieden habe..

Anfangs war ich ja noch gegenteiliger Meinung, aber mittlerweile bin ich mir immer sicherer dass der Hausarbeitsersteller uns gerade in diese Richtung führen wollte.

Nochmals tausend Dank an Dich! Razz

LG!
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