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Die "Köhler-Rede"
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cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 24257

BeitragVerfasst am: 21 Sep 2006 - 13:28:00    Titel:

"Musik, Kunst und Sport bringen Gefühl und Vernunft zusammen" aha? Wink

Wichtig ist ihm weiterhin das Schulfach Religion. Was machen da die ganzen Atheisten? Smile


sorry, ist zwar off topic, aber aus aktuellem Anlass... Smile


Viele Grüße, Cyrix
Guido
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Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 717
Wohnort: Süddeutschland

BeitragVerfasst am: 21 Sep 2006 - 13:52:14    Titel: Re: Sozialer Verfall: Das neue Proletariat

coffeinjunky hat folgendes geschrieben:
Das ist natürlich Interpretationssache. Ich denke, die entsprechenden Politiker können ebenso begründen, warum ihre Reformen für das Volk gedacht sind wie kritische Menschen begründen können, dass diese Reformen gegen das Volk seien.


Jeder eloquente Mensch und insbesondere fast jeder Politiker kann alles begründen oder widerlegen, einschließlich des Gegenteils. Schließlich kommen ja gerade Politiker häufiger in die Situation heute gegen etwas Position beziehen zu müssen, was sie erst vor zwei Monaten mit beschlossen haben.

Aktuelles Beispiel: Die Debatte um die „Eckpunkte“ der geplanten Gesundheitsreform.

coffeinjunky hat folgendes geschrieben:
Diese Diskussion sollte man aber eher in 10 Jahren führen, wenn klar ist, wie die Reformen wirklich wirken.


Dann wird es wohl zu spät ein. Zudem werden wir in 10 Jahren auch Probleme ganz anderer Größenordnung haben, wenn wir die Dinge schleifen lassen, um abzuwarten was passiert.

Guido hat folgendes geschrieben:
Zugegeben ich habe das bewusst etwas zugespitzt. Aber den Leuten fehlt heute schlicht die Perspektive mit eigenem Tun eine tatsächliche Verbesserung ihrer Lage erreichen zu können. Also lassen sie es.

Und was könnte man dagegen tun?


Die Situation ist heute aufgrund jahrzehntelanger Verfehlungen so derart verfahren, dass Einzelmaßnamen und operative Hektik wohl zu nichts führen werden. In vielen Bereichen müsste eine grundsätzlich andere Politik verfolgt werden. In anderen Bereichen wäre die Schaffung neuer Institutionen bzw. die Abschaffung bestehender erforderlich. Und nichts davon ist kurzfristig erreichbar.

Vor einiger Zeit las ich in einem Auszug des Buches „Konsens ist Nonsens“ dass viele Veränderungen zusammengenommen vom Anspruch her der Gründung eines neuen Staates nicht nachstehen, weil einfach so lange so derart viel schief gelaufen ist.
Nutz
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Anmeldungsdatum: 05.08.2005
Beiträge: 2093

BeitragVerfasst am: 21 Sep 2006 - 13:52:24    Titel: Re: Sozialer Verfall: Das neue Proletariat

das gehörte hier nicht her ^^

Zuletzt bearbeitet von Nutz am 22 Sep 2006 - 11:36:02, insgesamt einmal bearbeitet
Macabre Deified
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Anmeldungsdatum: 11.05.2005
Beiträge: 1916
Wohnort: The Republic of Elbonia

BeitragVerfasst am: 21 Sep 2006 - 13:52:51    Titel:

cyrix42 hat folgendes geschrieben:

Wichtig ist ihm weiterhin das Schulfach Religion. Was machen da die ganzen Atheisten? Smile
auf die barrikaden gehen natürlich!

Er widerspricht sich innerhalb fast direkt aufeinanderfolgenden Sätzen selbst!
Zitat:
[Und noch ein Schulfach liegt mir am Herzen: der Religionsunterricht.] Er bietet jungen Menschen Antworten auf ihre Sinnfragen. Jedem steht es frei, ob er diese Angebote annehmen möchte oder nicht. Deshalb halte ich den Religionsunterricht für unverzichtbar.
Ein klarer widerspruch, wenn es den Jugendlichen freistehen soll, ob sie solche angebote wahrnehmen ist ein verpflichtender religionsunterricht vollkommen unangebracht!

Weiterhin ist es beleidigend, dass köhler folgendermaßen "argumentiert"
Zitat:
Er bietet jungen Menschen Antworten auf ihre Sinnfragen. Ich finde es wichtig, dass auch in der Schule die Frage nach Gott gestellt wird.
Er stellt den Religionsunterricht als Vermittler des vom Staate vorgesehenen Glaubens (in diesem Fall wohl bis auf ausnahmen das Christentum) als "Antwort auf Glaubensfragen" dar, es schreit unterschwellig geradezu danach, dass er so die Kinder und Jugendlichen im Zwecke des Christentums beeinflussen will. - Der Religionsunterricht beschäftigt sich nur nebensächlich mit ethischen und moralischen Themen, wenn dies geschicht wird meistens die kirchliche Sicht als "dir richtige Sicht" dargestellt; Hauptthematik des Religionsunterricht ist das Christentum; zu allem Überfluss werden die Schüler per Notendruck zum Vertreten dieser Thesen gezwungen!
Die reinste Frechheit.


Würde er den Schülern einen ordentlichen Ethikunterricht bieten wollen, in dem auch die Religionen thematisiert werden, so würde er einen unbenoten, unabhängigen Ethikunterricht einführen, welcher freiwillig besucht werden kann.
Macabre Deified
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Anmeldungsdatum: 11.05.2005
Beiträge: 1916
Wohnort: The Republic of Elbonia

BeitragVerfasst am: 21 Sep 2006 - 14:01:01    Titel:

es geht noch weiter
Zitat:
Gerade weil wir in einer pluralen Gesellschaft leben, sollen die Religionen ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen müssen, sondern im Unterricht Zeugnis von dem geben können, woran sie glauben und worauf sie hoffen.
Er will also de facto einzelnen, von ihm priviligierten Religionen gestatten, allen Jugendlichen ihre Ansichten lang und breit darzulegen (und durch notendruck auch aufzuzwängen, was natürlich niemand offen anspricht), unbeachtet dessen, ob die jugendlichen und/oder deren eltern ein interesse daran haben, es ihnen egal ist oder sie dagegen sind!

Wenn er dies auch für weitere Religionen möchte, so fordere ich als Atheist ganz klar einen absolut Religionsneutralen Ethik- und Moralunterricht (in den auch Philosophie einfliessen könnte), in welchem Atheisten und religionsuninteressierte über Fragen des Lebens, der Moral und der Ethik diskutieren und lernen können, ohne dass eine kirchliche Einrichtung etwaigen Einfluss darauf nehmen kann noch darf.
coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 21 Sep 2006 - 14:06:56    Titel:

Macabre Deified hat folgendes geschrieben:
Er will also de facto einzelnen, von ihm priviligierten Religionen gestatten, allen Jugendlichen ihre Ansichten lang und breit darzulegen


Nein, dies ist deine gewollte Interpretation. Er möchte einfach, dass man weiß, wovon man spricht. Das Wissen vieler Leute über das Christentum beschränkt sich darauf, dass in der Kirche im Dorf Glocken hängen und so ein komisches Pluszeichen, an dem ein nackter Typ hängt. Bei Wörtern wie AT und NT oder gar den Feiertagen hört das Wissen schon auf.

Selbst als Atheist sollte man wenigstens wissen, wogegen man ist.

Ferner wollte ich eigentlich hier nicht die Köhlerrede diskutieren, sondern den white trash. Es wäre echt nett, wenn wir wieder zum Thema kommen könnten.

Beste Grüße
coffeinjunky
GinGa80
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Anmeldungsdatum: 07.08.2006
Beiträge: 126

BeitragVerfasst am: 21 Sep 2006 - 14:07:56    Titel:

Macabre Deified hat folgendes geschrieben:

Er widerspricht sich innerhalb fast direkt aufeinanderfolgenden Sätzen selbst!
Zitat:
[Und noch ein Schulfach liegt mir am Herzen: der Religionsunterricht.] Er bietet jungen Menschen Antworten auf ihre Sinnfragen. Jedem steht es frei, ob er diese Angebote annehmen möchte oder nicht. Deshalb halte ich den Religionsunterricht für unverzichtbar.
Ein klarer widerspruch, wenn es den Jugendlichen freistehen soll, ob sie solche angebote wahrnehmen ist ein verpflichtender religionsunterricht vollkommen unangebracht!


Ich glaube das kannst Du ihm so nicht unterstellen. Man kann auch sagen, dass er das Angebot eines freiwilligen Religionsunterichts als unverzichtbar hält. Er hält nicht die Teilnahme für unverzichtbar, auch wenn er sich wünschen würde, dass jeder den Religionsunterricht in Anspruch nimmt.

Zitat:

Weiterhin ist es beleidigend, dass köhler folgendermaßen "argumentiert"
Zitat:
Er bietet jungen Menschen Antworten auf ihre Sinnfragen. Ich finde es wichtig, dass auch in der Schule die Frage nach Gott gestellt wird.
Er stellt den Religionsunterricht als Vermittler des vom Staate vorgesehenen Glaubens (in diesem Fall wohl bis auf ausnahmen das Christentum) als "Antwort auf Glaubensfragen" dar, es schreit unterschwellig geradezu danach, dass er so die Kinder und Jugendlichen im Zwecke des Christentums beeinflussen will. - Der Religionsunterricht beschäftigt sich nur nebensächlich mit ethischen und moralischen Themen, wenn dies geschicht wird meistens die kirchliche Sicht als "dir richtige Sicht" dargestellt; Hauptthematik des Religionsunterricht ist das Christentum; zu allem Überfluss werden die Schüler per Notendruck zum Vertreten dieser Thesen gezwungen!
Die reinste Frechheit.


Religionsunterricht ist keine Christen-Mission. Weshalb die Religions-Lehrer auch keine Glaubenssymbole tragen sollen.
Mark123
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 1075

BeitragVerfasst am: 21 Sep 2006 - 14:21:31    Titel:

Religionsunterricht ist sowieso die falsche Bezeichnung. Vielmehr sollte man es Religionsgeschichte nennen, denn nichts anderes ist es. Religionsunterricht hört sich so an, als wenn man da beten würde um seinen Glauben zu festigen.
Macabre Deified
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Anmeldungsdatum: 11.05.2005
Beiträge: 1916
Wohnort: The Republic of Elbonia

BeitragVerfasst am: 21 Sep 2006 - 14:47:23    Titel:

Dann bitte ich mal die lieben Mods, die Diskussion über Köhlers Rede in einen neuen Thread zu packen. :>

Zitat:
Nein, dies ist deine gewollte Interpretation. Er möchte einfach, dass man weiß, wovon man spricht. Das Wissen vieler Leute über das Christentum beschränkt sich darauf, dass in der Kirche im Dorf Glocken hängen und so ein komisches Pluszeichen, an dem ein nackter Typ hängt. Bei Wörtern wie AT und NT oder gar den Feiertagen hört das Wissen schon auf.
Wäre das sein einziges Interesse, so würde er einen neutral gehaltenen Unterricht fordern, in dem auf die einzelnen Religionen wissenschaftlich eingegangen wird.

Der Religionsunterricht, wie er jedoch an deutschen Schulen ausgeübt wird kommt dem nichtmal nahe.
Als klaren Beweis dafür kann man schon heranziehen, dass die Religionslehrer von der Kirche "erlaubt" werden müssen - wenn die kath. Kirche beispielsweise nicht möchte, dass Lehrer XY unterrichtet, beispielsweise, weil er ihre ansichten ihrer meinung nach nicht hinzureichend vertritt, so darf er das fach nicht unterrichten. Dies schreit doch geradezu heraus, dass die religionslehrer als "vertreter" der jeweiligen religion auftreten.
als überspitzung dessen übernehmen pfarrer, nonnen u.Ä. vor allem in niedrigen klassenstufen teils den religionsunterricht - eine wertneutralität ist absolut nicht vorhanden.

wir können weiterhin davon ausgehen, dass theologie (und für lehramt: reliunterricht auch die jeweilige ausrichtung katholisch oder evangelisch) zu großen teilen von solchen menschen studiert wird, die zur kirche gut stehen und gläubig sind (pfarrer u.Ä. sowieso).
die lehrkräfte werden folglich eine prokirchliche haltung einnehmen, wo es ihnen möglich ist. sie werden also keine neutralen beurteilungen geben, nein, sie werden parteiisch auf die schüler einwirken. dies ist nicht mit der aussage "...soll lediglich wissen über das christentum vermitteln..." zu vereinbaren.

Durch die eben beschriebenen Umstände und die Tatsache, dass selbige Lehrkräfte die Schüler für ihre "Leistungen" im Religionsunterricht benoten kann man weiterschliessen:
Schüler mit nicht prokirchlicher haltung, generell gesagt solche, die nicht mit den kirchlichen ansichten, welche auch vom lehrer vertreten werden, übereinstimmen, sind in der benotung benachteiligt, da ihre ansichten und argumente abhängig vom standpunkt und der engstirnigkeit des lehrers als schlecht, wenn nicht gar falsch bewertet werden.
(und insbesondere, wenn z.b. in grundschulen der klassenlehrer nebst dem reliunterricht auch noch locker 6 oder mehr weitere fächer in der schulklasse unterrichtet kann er einen enormen druck in dieser richtung ausüben)

ein dialog zwischen verschiedenen ansichten ist zwar ebenso möglich und vielleicht sogar von teilen der religionsunterrichtsbefürworter gewünscht, jedoch keineswegs garantiert. dieser zustand beisst sich gerade zu mit der aussage, der religionsunterricht solle aufklären.



Zitat:
Selbst als Atheist sollte man wenigstens wissen, wogegen man ist.
ich bin gegen religionszwang jeglicher art.
das "selbst als atheist" scheint beleidigend/abwertend gemeint zu sein?


Zitat:
Ich glaube das kannst Du ihm so nicht unterstellen. Man kann auch sagen, dass er das Angebot eines freiwilligen Religionsunterichts als unverzichtbar hält. Er hält nicht die Teilnahme für unverzichtbar, auch wenn er sich wünschen würde, dass jeder den Religionsunterricht in Anspruch nimmt.
Der Unterricht ist schon allein durch die Tatsache der Benotung keineswegs freiwillig noch zwangfrei!
und ich würde gerne noch wissen, wieso eine religiöse beeinflussung jugendlicher durch vertreter einer kirchengruppierung "unverzichtbar" sei?

Zitat:
Religionsunterricht ist keine Christen-Mission. Weshalb die Religions-Lehrer auch keine Glaubenssymbole tragen sollen.
Es hängen ja auch garkeine Kreuze in nahezu jedem Klassenzimmer der Republik, nicht wahr?
Und die Einstellung eines Religionslehrers hängt auch von seinen Leistungen im Studium ab und nicht von den Interessen der Kirche, nicht wahr?
Und es wird auch garkein Druck und keine Beeinflussung auf die lieben kleinen Kinderchen ausgeübt, wenn sie im Unterricht beten müssen (typisch für Grundschulen) oder wenn sie im Unterricht vom Lehrer schlechte Zensuren kriegen, weil sie beispielsweise die Geschichte Jesu anzweifeln?


Allein die Tatsache, dass der Unterricht nach Konfessionen getrennt abgehalten wird schreit doch zum Himmel, dass eine Werts- und Ansichtsvermittlung betrieben wird, deren Inhalt abhängig von der Konfession ist.
Wäre ein neutral gehaltener, wertungsfreier Unterricht gewollt so würde es eine solche Trennung nicht geben.
Und eben deshalb fordere ich entweder die absolute Abschaffung eines jeden schulischen Zwanges zum Religionsunterricht, oder die Einrichtung eines wie schon gesagt neutral gehaltenen, religionsungebundenen Ethik- und Moralunterricht.
Mark123
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 1075

BeitragVerfasst am: 21 Sep 2006 - 14:52:47    Titel:

Macabre Deified hat folgendes geschrieben:

Wäre ein neutral gehaltener, wertungsfreier Unterricht gewollt so würde es eine solche Trennung nicht geben.
Und eben deshalb fordere ich entweder die absolute Abschaffung eines jeden schulischen Zwanges zum Religionsunterricht, oder die Einrichtung eines wie schon gesagt neutral gehaltenen, religionsungebundenen Ethik- und Moralunterricht.


Sprichst du da aus Erfahrung? Also ich kann das nicht bestätigen. Bei uns war es, wie gesagt, reine Religionsgeschichte.
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