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Werkstatt über Drehstromsteckdose versorgen
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Foren-Übersicht -> Ingenieurwissenschaften -> Werkstatt über Drehstromsteckdose versorgen
 
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starwatcher
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Anmeldungsdatum: 13.08.2006
Beiträge: 38

BeitragVerfasst am: 21 Okt 2006 - 16:03:17    Titel: Werkstatt über Drehstromsteckdose versorgen

Hallo,
ich habe im Nachbarshaus einen Raum, den ich als Hobby-Werkstatt nutzen möchte. Da dort noch kein Strom verlegt ist, muss ich den Strom aus meiner Garage nehmen. Eine neue Leitung vom Sicherungskasten zu legen wäre viel zu aufwendig. In der Werkstatt sollen Maschinen wie eine kleine Tischkreissäge, Bandsäge, etc. betrieben werden.
Meine Idee wäre jetzt die Stromversorgung über die in der Garage befindliche Drehstromsteckdose (3x16A) zu realisieren indem ich einfach einen Stecker in die Drehstromdose einstecke und dann ein Kabel 5x2,5 in die Werkstatt lege. In der Werkstatt würde ich den Drehstromkreis in 3 Wechselstromkreise aufsplitten. Einen würde ich dann für Licht, Radio etc. nutzen und die beiden anderen für den betrieb der Maschinen.

Spricht etwas dagegen das so zu machen?

Meint ihr ich soll in der Werkstatt nochmal einen Sicherungskasten installieren oder reichen die Sicherungen von der Drehstromsteckdose?
Wenn ja, 3x16 A???

Wäre es möglich in der Werkstatt dann auch noch eine Drehstromsteckdose zu installieren und diese gleichzeitig mit dem Lichtstromkreis zu betreiben (Überlastung?) ?

Im Voraus Danke für Eure Antworten
dönis
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Anmeldungsdatum: 31.03.2006
Beiträge: 4740

BeitragVerfasst am: 21 Okt 2006 - 19:45:26    Titel:

Das Aufsplitten sollte kein Problem darstellen...

Sitzen Leitungsschutzschalter oder Schmelzsicherungen vor der Drehstromsteckdose? Das wäre wichtig um die maximale Leitungslänge zu bestimmen...

Noch ne Drehstromsteckdose zu installieren ist an sich auch kein Problem, könnte dann natürlich etwas kritisch werden wegen Überlast. Dazu müsste man jetzt wissen wieviel Leistung die einzelnen Geräte abfordern und was alles zur selben Zeit laufen muss...

Das du gesetzlich definitiv NICHT auf der sicheren Seite bist, mit deiner Elektroinstallation und im Schadensfall keinen Versicherungsschutz hast, da du keine Elektrofachkraft zu sein scheinst und erst Recht kein Elektromeister bist der das ganze abnimmt und die Inbetriebnahmemessungen durchführt, sollte dir aber von vornherein klar sein...
W.Kaiser
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Anmeldungsdatum: 09.01.2006
Beiträge: 1623
Wohnort: BGL

BeitragVerfasst am: 21 Okt 2006 - 22:56:33    Titel:

Ergänzend zu dönis:

An der vorhandenen Elektroinstallation dürfen nur autorisierte Personen arbeiten. Du darfst aber ein Verlängerungskabel und einen Baustellen-Kleinverteiler im Baumark kaufen und damit dein Problem lösen. Der bietet dann einige Schuko- und DS- Steckdosen. Aber achte darauf, dass beide Teile eine Zulassung für Deutschland haben, VDE oder GS.

Das technische Problem beim Aufspalten einer Drehstrom-Vedrahtung auf dreimal Phase mit Nullleiter ist der mögliche dreifache Strom im Nullleiter gegenüber einer Phase mit ihrer Sicherung, für die der Leiter-Querschnitt ausgelegt wurde. Die Sicherung pro Phase lässt16 Ampere zu, das wären im Nullleiter mögliche 48A. Das ist zu hoch für einen Leiter. Wie das Problem im Baustellenverteiler gelöst ist, kann ich nicht sagen. Eigentlich können die angebotenen Schuko-Stechdosen nur auf eine Phase geschaltet sein. Aber wenn eine Betriebszulassung vorhanden ist, ist das Problem gelöst.

Gruß,
W.Kaiser
dönis
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Anmeldungsdatum: 31.03.2006
Beiträge: 4740

BeitragVerfasst am: 22 Okt 2006 - 01:04:07    Titel:

Wie soll das mit den 48A hinhauen?

Wenn ich alle 3 Außenleiter mit 16A maximal belaste, fließt bei mir im Neutralleiter der Verlängerungsleitung eigentlich überhaupt kein Strom...

Ein Baustromverteiler ist nix anderes, als ein Kasten mit einem vorgeschalteten Fehlerstrom-Schutzschalter und eben einigen Schukosteckdosen. Diese werden jeweils einzeln abgesichert und abwechselnd von L1, L2 und L3 gespeist eben um eine symetrische Auslastung des Netzes zu gewährleisten. Da ist nix weiter drin in diesen Kästen Wink
Gruwe
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Anmeldungsdatum: 24.03.2004
Beiträge: 5286
Wohnort: Saarbrücken

BeitragVerfasst am: 22 Okt 2006 - 07:05:03    Titel:

dönis hat folgendes geschrieben:
Wie soll das mit den 48A hinhauen?

Wenn ich alle 3 Außenleiter mit 16A maximal belaste, fließt bei mir im Neutralleiter der Verlängerungsleitung eigentlich überhaupt kein Strom...



Wenn du weiterhin einen Drehstrom-Stromkreis hast, fliesst im Neutralleiter auch kein Strom.

Er will aber jede Phase einzeln nutzen um 3 eigene Stromkreise zu nutzen. Dafür brauch er aber logischerweise einen Neutralleiter.

Nun muss er aber für alle drei Stromkreise den gleichen Neutralleiter nehmen. Jede Phase, also jeder Stromkreis können mit 16A belastet sein...da alles aber über nur einen Neutralleiter zurückfliesst, kann auf dem eine Belastung von 48A entstehen, was aber nicht zulässig ist und was dem Leiter auch nicht lange gut tun wird!


MfG
starwatcher
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Anmeldungsdatum: 13.08.2006
Beiträge: 38

BeitragVerfasst am: 22 Okt 2006 - 08:57:17    Titel:

Danke für Eure Antworten.

Ich will eine feste Elektroinstallation machen und nutze deswegen auch keinen Baustellenverteiler.

Gibt es eine Möglichkeit den Neutralleiter gegen die Überbelastung zu schützen??

Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob die Zuleitung zur Drehstromsteckdose einen Querschnitt von 2,5 mm² hat; das müsste ich nochmal nachgucken. Wenn dies der fall wäre, dann könnte der Neutralleiter doch auch mehr als 16 A vetragen?
Wenn ja, wieviel genau (verlegung unter Putz und in Kabelrohren in der Wand)?
isi1
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 7375
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 22 Okt 2006 - 12:13:03    Titel:

Gruwekarl hat folgendes geschrieben:
Nun muss er aber für alle drei Stromkreise den gleichen Neutralleiter nehmen. Jede Phase, also jeder Stromkreis können mit 16A belastet sein...da alles aber über nur einen Neutralleiter zurückfliesst, kann auf dem eine Belastung von 48A entstehen, was aber nicht zulässig ist und was dem Leiter auch nicht lange gut tun wird!
Hallo Gruwekarl,
so richtig scheinst Du an die komplexe Wechselstromrechnung nicht zu glauben, oder?
Aber wenn man die dritte Oberwelle betrachtet, hast Du recht. Aus den USA, wo den Nulleiter oft in einem schwächeren Querschnitt ausgeführt wurde, ist ein Fall bekannt, bei dem der Nulleiter abgeraucht ist, da die Leuchtstofflampen zu viel 3. Oberwelle machten.
dönis
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Anmeldungsdatum: 31.03.2006
Beiträge: 4740

BeitragVerfasst am: 22 Okt 2006 - 14:44:50    Titel:

Dann müsst ihr mir das mal erklären, ich habe schon so einige Schaltschränke gebaut und kenne mich auch in der Hausinstallation aus...

Das sieht folgendermaßen aus:

Es kommt ein Kabel an und wird im Hausanschlusskasten aufgelegt. Dieses Kabel besteht aus L1,L2,L3 und einem PEN. Nun wird der PEN aufgetrennt zu PE und N und die Phasen L1,L2 und L3 werden gleichmäßig auf alle Sicherungen des Hauses verteilt.
Also L1 für Wohnzimmer, L2 für die Küche, L3 für die Schlafzimmer, dann wieder L1 fürs Bad, L2 für den Wintergarten usw.

Da es sich hier ausschließlich um einphasige Abgänge handelt, müsste in jedem Haus bei maximaler Belastung des Netzes der rückführende PEN mit einem Betriebsstrom von 48A belastet werden...

Wo besteht der Unterschied zwischen einem Herd mit 3 Heizwiderständen im Stern geschaltet (kein Stromfluss im N) und 3 Geräten gleicher Stromaufnahme indem jeweils eins auf eine Phase geschaltet wird? Auch hier sind die Geräte in der Verteilung im Stern verschaltet...
W.Kaiser
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Anmeldungsdatum: 09.01.2006
Beiträge: 1623
Wohnort: BGL

BeitragVerfasst am: 22 Okt 2006 - 20:18:15    Titel:

dönis hat folgendes geschrieben:
Dann müsst ihr mir das mal erklären, ich habe schon so einige Schaltschränke gebaut und kenne mich auch in der Hausinstallation aus...

Das sieht folgendermaßen aus:

Es kommt ein Kabel an und wird im Hausanschlusskasten aufgelegt. Dieses Kabel besteht aus L1,L2,L3 und einem PEN. Nun wird der PEN aufgetrennt zu PE und N und die Phasen L1,L2 und L3 werden gleichmäßig auf alle Sicherungen des Hauses verteilt.
Also L1 für Wohnzimmer, L2 für die Küche, L3 für die Schlafzimmer, dann wieder L1 fürs Bad, L2 für den Wintergarten usw.

Da es sich hier ausschließlich um einphasige Abgänge handelt, müsste in jedem Haus bei maximaler Belastung des Netzes der rückführende PEN mit einem Betriebsstrom von 48A belastet werden...

Wo besteht der Unterschied zwischen einem Herd mit 3 Heizwiderständen im Stern geschaltet (kein Stromfluss im N) und 3 Geräten gleicher Stromaufnahme indem jeweils eins auf eine Phase geschaltet wird? Auch hier sind die Geräte in der Verteilung im Stern verschaltet...


Asche auf mein Haupt, du hast recht, die Ströme kompensieren sich bei geringer Phasenverschiebung auch in dieser Betriebsart. Der Gedankengang mit den dreimal 16 Amperes ist nicht richtig. Man kann zwar mit L und C einen Worst Case konstruieren, der auf einen 2,7 fachen Strom führt, aber es ist anzunehmen, dass das EVU diese Lasten nicht zulassen würde.

Wenn der PEN in der Hauseinführungsleitung den gleichen Querschnitt wie die Phasen hat, kann man dieses Prinzip der Lastverteilung auch wieder hinter einem DS- Verlängerungskabel fortführen. Immer vorausgesetzt, dass man dazu autorisiert ist.


Gruß,
W.Kaiser
starwatcher
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Anmeldungsdatum: 13.08.2006
Beiträge: 38

BeitragVerfasst am: 23 Okt 2006 - 10:23:10    Titel:

Danke für Eure Antworten!!!!
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