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Rechtsberatung in Internetforen - Warum verboten?
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Rechtsberatung in Internetforen - Warum verboten?
 
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Kairos
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Anmeldungsdatum: 05.06.2006
Beiträge: 135
Wohnort: DD

BeitragVerfasst am: 25 Okt 2006 - 09:48:10    Titel: Rechtsberatung in Internetforen - Warum verboten?

Hallo Leute!

Ich arbeite derzeit an der Entwicklung einer Internetseite in die auch ein Forum integriert werden soll. Thema ist u. a. Finanzamt / Steuern.

Bei der Gestaltung der Forumsregeln wollte ich nun einen entsprechenden Hinweis ausformulieren, dass sämtliche Beiträge zum Thema Steuern keine Beratung darstellen. Jetzt frage ich mich:

1. Wie könnte man das konkret formulieren?

Zum Beispiel: Sämtliche Beiträge im Forum stellen keine Beratung im Sinne des § xyz dar.

2. Ist dies überhaupt notwendig? Worin begründet sich diese Phobie in Sachen Rechtsberatung in allen möglichen Internetforen? Welches Gesetz ist dafür verantwortlich?

Gruß vom "Hooligan"


PS: Oder stellen meine Fragen hier wiederum eine Anfrage in Sachen Rechtsberatung dar?

Confused
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 25 Okt 2006 - 11:59:25    Titel:

Das "Problem" ist dieses hier http://bundesrecht.juris.de/rberg/index.html

Das sagt Wikipedia dazu ... http://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsberatungsgesetz

und die Sache ist die, daß Anwälte auf die Einhaltung dieses Gesetzes pochen um altruistischerweise Schaden durch schlechte oder falsche Rechtsberatung von der Allgemeinheit fernzuhalten.
Sunbeam
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Anmeldungsdatum: 26.06.2005
Beiträge: 17
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 25 Okt 2006 - 22:24:04    Titel:

Könnte man es nicht einfach "Erfahrungsaustausch" nennen anstatt Rechtsberatung? Dann hätte man das benannte Problem doch aus der Welt, oder? Rolling Eyes
Shafirion
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Anmeldungsdatum: 01.04.2005
Beiträge: 1290

BeitragVerfasst am: 25 Okt 2006 - 22:32:44    Titel:

Nein. Wenn ich jemand eine reinhaue, ist das doch auch nicht dadurch rechtens, dass ich es "streicheln" nenne.
Schlafloser
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Anmeldungsdatum: 07.06.2006
Beiträge: 75
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 26 Okt 2006 - 07:27:21    Titel:

hani125 hat folgendes geschrieben:

und die Sache ist die, daß Anwälte auf die Einhaltung dieses Gesetzes pochen um altruistischerweise Schaden durch schlechte oder falsche Rechtsberatung von der Allgemeinheit fernzuhalten.


LOL

Das ist ja wirklich eine der lächerlichsten und heuchlerichsten Begründungen die ich jemals fürs wahren der eigenen Intressen gehört habe. Ich finde dieses Gesetz eine Ungeheuerlichkeit.
Mit welchem "Recht", kann man es gesetzlich verbieten jemand anderen zu beraten?? Wenn es sich um ein Gewerbe handeln würde könnte ich dass ja sehr gut verstehen. Aber so? In Internetforen kann man sich zu wirklich allen möglichen Dingen beraten lassen, von Elektronik, Medizin, Psychologie... sogar übers Studium. Und da besteht ja auch die Gefahr dass jemand durch falsche Hinweise jemandem "Schaden" zufügt. Rolling Eyes

Ich denke es sollte jedem Menschen selbst überlassen sein was er wem unverbindlich empfiehlt oder rät. Dieses Gesetz finde ich greift eindeutig die Meinungsfreiheit ein und zwar nur um jegliche Rechtsberater zu priviligieren und einen kommerziellen Vorteil zu verschaffen.

Vor schlechter Beratung schützen.... .... Rolling Eyes
Pandur
Moderator
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Moderator


Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 849

BeitragVerfasst am: 26 Okt 2006 - 08:29:46    Titel:

Ich glaube du bist nicht der Einzige, der sich über das Gesetz aufregt. Am Ergebnis ändert es aber dennoch nichts. Solange das Gesetz besteht sollte man sich daran halten. Insbesondere muss man bedenken, dass die meisten Forenbetreiber ein Forum in ihrer Freizeit betreiben und kein Interesse daran haben irgendwelche Haftungsrisiken einzugehen. Sobald ein Forum anfängt Geld zu kosten, hört bei den meisten nämlich der Spaß ziemlich schnell auf.

Hier nochmals ein Artikel, den ich bereits (heute) den Regeln hinzugefügt hatte.
http://www.123recht.net/article.asp?a=8624

Gruß Pandur


Zuletzt bearbeitet von Pandur am 26 Okt 2006 - 19:21:46, insgesamt einmal bearbeitet
Lenore
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Anmeldungsdatum: 12.03.2006
Beiträge: 106
Wohnort: Konstanz

BeitragVerfasst am: 26 Okt 2006 - 11:22:07    Titel:

Schlafloser hat folgendes geschrieben:
In Internetforen kann man sich zu wirklich allen möglichen Dingen beraten lassen, von Elektronik, Medizin, Psychologie... sogar übers Studium. Und da besteht ja auch die Gefahr dass jemand durch falsche Hinweise jemandem "Schaden" zufügt. Rolling Eyes

Ich denke es sollte jedem Menschen selbst überlassen sein was er wem unverbindlich empfiehlt oder rät. Dieses Gesetz finde ich greift eindeutig die Meinungsfreiheit ein und zwar nur um jegliche Rechtsberater zu priviligieren und einen kommerziellen Vorteil zu verschaffen.

Vor schlechter Beratung schützen.... .... Rolling Eyes


Naja, so einfach ist das ja auch wieder nicht. Zum einen, wenn sich jmd auf die Beratung verlässt und dann in Schwierigkeiten gerät, dann ist das echt scheisse. Und viele denken da gar nicht drüber nach, dass es sich hier hauptsächlich um Studenten handelt die vermutlich alle nur viel zu sagen haben, wo aber kaum was dahinter steckt.
Zum anderen hat es auch versicherungstechnische Gründe. Was meinst was los ist, wenn mal einer aufgrund der Beratungen hier im Forum auf die Idee kommt seinen Schaden hier auch wieder einzuklagen? Es gibt nichts, was es nicht gibt.
Zum anderen kann man Beratungen in der Medizin kaum vergleichen. Mal davon abgesehen, dass man schließlich krankenversichert ist und somit da dann ja nicht direkt den Arzt bezahlen muss, sprich man geht also eher. Hier werden aber die wenigsten eine Rechtschutzversicherung haben.
Und nochmal zu dem Thema Studenten. Es besteht nunmal der Irrglaube, dass die Jurastudenten nach dem ersten Semester schon über total viel Bescheid wissen und dem ist eben nicht so, das ist bei den meisten vermutlich noch nicht mal nach dem ersten Examen so und dann wird halt irgendwas hingeschmiert wo sich Laien drauf verlassen.
Zum Schluss muss noch gesagt werden, dass man sich mal überlegen sollte, was für eine Bedeutung Recht hat. Bekommt man eine schlechte oder gar falsche Beratung kann man dadurch erhebliche Nachteile erfahren, wenn nicht sogar in Teufels Küche kommen. Aber das bedenken die meisten gar nicht.

Ich hoff ich hab ned zu durcheinander geschrieben Wink
Shafirion
Moderator
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Moderator


Anmeldungsdatum: 01.04.2005
Beiträge: 1290

BeitragVerfasst am: 26 Okt 2006 - 11:53:41    Titel:

Bei allen Schwächen, die das RBerG hat, lässt sich das Argument des Schutzes vor falscher Beratung nicht so ganz von der Hand weisen.

Und es zeugt freilich auch von einer gewissen Doppelmoral, sich einerseits zu denken, "Hey, frag ich doch erstmal ein paar Jurastudenten für lau, und spar mir die Kosten für den Anwalt", um dann über die raffgierigen Juristen zu schimpfen, die sich zu fein sind, kostenlose Rechtsberatung zu erteilen-

Wenn ich krank bin, gehe ich schließlich auch zum Arzt und poste nicht ins nächsbeste Medizinstudium-Forum: "Leute, ich hab da so einen komischen violett-gelben Ausschlag an den Armen und beim Atmen rasselt es total - was meint ihr, was soll ich denn jetzt am Besten machen?"
Krawallbiene
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Moderator


Anmeldungsdatum: 15.08.2005
Beiträge: 5181

BeitragVerfasst am: 26 Okt 2006 - 12:40:53    Titel:

@shafirion dan guck mal hie risn medizinforum..da wird erst mal da sreingestellt und gefragt was es sein könnte und dann wird zum arzt gegangen wenn es die leute hier geraten haben!
Guido
Senior Member
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Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 717
Wohnort: Süddeutschland

BeitragVerfasst am: 26 Okt 2006 - 13:07:04    Titel:

Wahrscheinlich hat sich das Thema bald erledigt. Die Regierung plant schon länger eine Reform des noch aus dem dritten Reich stammenden Rechtsberatungsgesetzes.

s.a. http://www.bmj.bund.de/enid/Presse/Pressemitteilungen_58.html?presseartikel_id=2538
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