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Selbstmord §211 StGB
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Selbstmord §211 StGB
 
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Shafirion
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Anmeldungsdatum: 01.04.2005
Beiträge: 1290

BeitragVerfasst am: 31 Okt 2006 - 15:35:52    Titel:

Das will ja gar keiner.
Der Punkt ist jedoch, dass nach einer dogmatischen Begründung gesucht wird, warum dies gerade nicht möglich ist, du hingegen das Problem durch rein pragmatische Erwägungen "löst".
Dass der Verweis darauf, Tote würden nicht geprüft, für die (dogmatische) Diskussion nichts hergibt, ergibt sich - wie schon mehrfach dargelegt - bereits daraus, dass so nicht erklärt werden kann, warum auch die versuchte Selbsttötung straflos bleibt.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 31 Okt 2006 - 18:15:02    Titel:

Vielleicht solltest du genauer lesen. Ich habe extra geschrieben, dass ich nicht das Ergebnis kritisiere, sondern dass hier - wie Shafirion auch schon gesagt hat - nach Argumenten gesucht werden soll, WARUM Selbstmord nicht unter 211 fällt.
Oezkan
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Anmeldungsdatum: 29.04.2006
Beiträge: 256

BeitragVerfasst am: 31 Okt 2006 - 18:46:18    Titel:

Marina85 hat folgendes geschrieben:
Vielleicht solltest du genauer lesen. Ich habe extra geschrieben, dass ich nicht das Ergebnis kritisiere, sondern dass hier - wie Shafirion auch schon gesagt hat - nach Argumenten gesucht werden soll, WARUM Selbstmord nicht unter 211 fällt.


Zunächst würde ich den Wortlaut heranziehen. Wenn man annimmt wie die hL das § 212 StGB grundtatbestand zu §211 (Qualifikation in der jeder grundtatbestand logisch und notwendig mitrealisiert ist) ist und dann den Wortlaut heranzieht ist dort klar zu lesen das der tatbestand durch das töten eines anderen gekennzeichnet ist. Dies ist beim Selbstmord nicht der Fall. Außerdem kann man ja klar sehen das schon die Beihilfe zum Selbstmord nicht strabar ist da es keine vorstätzlich begangene rw Haupttat gibt.
Pandur
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Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 849

BeitragVerfasst am: 31 Okt 2006 - 19:11:47    Titel:

Zitat:
[...]dann den Wortlaut heranzieht ist dort klar zu lesen das der tatbestand durch das töten eines anderen gekennzeichnet ist.


Entweder ich verstehe dich jetzt nicht oder du hast dir den Thread und den Wortlaut des § 212 nicht wirklich durchgelesen.

Der Wortlaut des § 212 lässt gerade eine derartige Differenzierung vermissen, wodurch das gesamte Problem erst aufkam.

Gruß Pandur
Oezkan
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Anmeldungsdatum: 29.04.2006
Beiträge: 256

BeitragVerfasst am: 31 Okt 2006 - 19:25:48    Titel:

Pandur hat folgendes geschrieben:
Zitat:
[...]dann den Wortlaut heranzieht ist dort klar zu lesen das der tatbestand durch das töten eines anderen gekennzeichnet ist.


Entweder ich verstehe dich jetzt nicht oder du hast dir den Thread und den Wortlaut des § 212 nicht wirklich durchgelesen.

Der Wortlaut des § 212 lässt gerade eine derartige Differenzierung vermissen, wodurch das gesamte Problem erst aufkam.

Gruß Pandur


Ne ich hab schon mir den § durchgelesen. Ich redete vom Wortlaut des § 212 und in diesem zusammenhang musst du meinen beitrag verstehen.
Mein Ansatz ist das wenn der Wortlaut des Grundtatbestands nicht greift der Qulifikationstatbestand erst recht nicht realisiert werden kann.
Lord Pride
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Anmeldungsdatum: 04.08.2005
Beiträge: 221
Wohnort: Bei Frankfurt/Main

BeitragVerfasst am: 31 Okt 2006 - 19:46:40    Titel:

Der Wortlaut des §212 ist aber doch gerade nicht eindeutig, da lediglich vom Töten eines Menschen, nicht jedoch ausdrücklich eines anderen Menschen die Rede ist - darum geht es hier doch schon die ganze Zeit Wink
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 31 Okt 2006 - 19:49:21    Titel:

Oezkan hat folgendes geschrieben:


Ne ich hab schon mir den § durchgelesen. Ich redete vom Wortlaut des § 212 und in diesem zusammenhang musst du meinen beitrag verstehen.
Mein Ansatz ist das wenn der Wortlaut des Grundtatbestands nicht greift der Qulifikationstatbestand erst recht nicht realisiert werden kann.


Moment, das kann schonmal gar nicht sein, da nach der Rspr. § 211 ein eigenständiges Delikt ist. Richtigerweise ist natürlich von einer Qualifikation auszugehen, aber da es eben streitig ist, fällt das als Argument auch schonmal weg.

Außerdem ist der Wortlaut von § 212 und § 211 in dieser Hinsicht gleich. Es steht immer nur "Mensch" da, anstatt "anderer Mensch". Und darum gehts hier.

Außerdem meinte ich mit "richtig lesen" meinen Beitrag richtig lesen. Denn du hast behauptet, du würdest nicht verstehen, warum wir unter § 211 subsumieren und das tun wir ja nicht.
Oezkan
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Anmeldungsdatum: 29.04.2006
Beiträge: 256

BeitragVerfasst am: 31 Okt 2006 - 20:02:43    Titel:

Marina85 hat folgendes geschrieben:
Oezkan hat folgendes geschrieben:


Ne ich hab schon mir den § durchgelesen. Ich redete vom Wortlaut des § 212 und in diesem zusammenhang musst du meinen beitrag verstehen.
Mein Ansatz ist das wenn der Wortlaut des Grundtatbestands nicht greift der Qulifikationstatbestand erst recht nicht realisiert werden kann.


Moment, das kann schonmal gar nicht sein, da nach der Rspr. § 211 ein eigenständiges Delikt ist. Richtigerweise ist natürlich von einer Qualifikation auszugehen, aber da es eben streitig ist, fällt das als Argument auch schonmal weg.

Außerdem ist der Wortlaut von § 212 und § 211 in dieser Hinsicht gleich. Es steht immer nur "Mensch" da, anstatt "anderer Mensch". Und darum gehts hier.

Außerdem meinte ich mit "richtig lesen" meinen Beitrag richtig lesen. Denn du hast behauptet, du würdest nicht verstehen, warum wir unter § 211 subsumieren und das tun wir ja nicht.


WIeso ist mein Argument damit direkt weg? Vertritts du generell nur respr meinungen? Das Argument ist doch nicht damit entkräftet das die Respr. dieser nicht folgt? Die hätte doch fatale entwicklungen für die Jurisprodenz.
Pandur
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Moderator


Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 849

BeitragVerfasst am: 31 Okt 2006 - 20:25:37    Titel:

Zitat:
WIeso ist mein Argument damit direkt weg? Vertritts du generell nur respr meinungen? Das Argument ist doch nicht damit entkräftet das die Respr. dieser nicht folgt? Die hätte doch fatale entwicklungen für die Jurisprodenz.


@Oezkan könntest du bitte nochmals dein Argument ausführlich darstellen. Ich weiß nämlich nicht genau auf was du Bezug nimmst. Ich hab das Gefühl, dass wir anfangen uns im Kreis zu drehen.

Die Ausgangsfrage war, ob man den Selbstmord unter § 211 subsumieren kann. Durch die Diskussion hat sich die Frage dann dahin gehend weiter entwickelt, warum der im Volksmund sogenannte Selbst-"mord" nicht nach § 212 strafbar ist. Tatsache nämlich ist, dass der Wortlaut des § 212 es nicht zur Voraussetzung macht, dass ein anderer Mensch getötet wird. Vom Wortlaut des § 212 ist damit auch die Selbstötung umfasst.


Gruß Pandur
Tiere sind keine Sachen
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Anmeldungsdatum: 19.04.2006
Beiträge: 73

BeitragVerfasst am: 31 Okt 2006 - 20:59:50    Titel:

da das StGB nun schon etwas älter ist, ist es durchaus denkbar, dass der gesetzgeber früher die selbsttötung nicht straflos lassen wollte (leitbild für diese vermutung ist eventuell die leitbilder der katholischen und anderer kirchen, die selbsttötung verachten). recht berücksichtigt aber auch immer die gesellschaftlichen entwicklungen, auch wenn der gesetzestext so bleibt, so dass die selbsttötung heute richtigerweise nicht strafbar ist.
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