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Israel - und seine Nachbarn
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Israel - und seine Nachbarn
 
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Lamasshu
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 4006

BeitragVerfasst am: 01 Nov 2006 - 23:37:09    Titel:

Mir ist schon bewusst, dass es sich bei den Rezensisten bei Amazon nicht gerade um das literarische Quartett handelt, aber ich habe mir dennoch gerade einen Blick in die Rezensionen dort erlaubt. Überwiegend äußerst positiv. Das Werk spricht an.

Eine Rezension möchte ich hier als Beispiel für den Grundtenor anführen, ist etwas weniger überschwänglich und differenzierter als andere:

Zitat:
Broder's Buch ist weder gut recherchiert, noch besonders differenziert. Man könnte es auch als 167 Seiten langer Wutausbruch bezeichnen: hier hat jemand offenbar keine Lust mehr, sich permanent zu rechtfertigen oder sich der politisch korrekten, aber aussagelosen Sprache der aktuellen europäischen Außenpolitik zu bedienen.

Mit offensichtlicher Freude demontiert Broder die Argumentationsketten der europäischen Friedenfreunde und Dialogsucher, die auf der einen Seite die "Pace"-Flagge ausrollen, auf der anderen Seite Diktatoren wie Hussein oder Fanatiker wie die iranische Führungsriege verteidigen. Er benennt Beispiele der fehlgeleiteten Toleranz in Europa, die darin besteht, Frauenrechte und Redefreiheit zugunsten der Religionsfreihet in die Tonne zu treten. Mit einem breiten Grinsen - Broders Buch liest sich aufgrund seiner beissenden Ironie besonderns angenehm - wird in die offenen Wunden deren gestoßen, die einen Versprecher des US-Präsidenten für kritikwürdiger halten als Genoziddrohungen des iranischen Führers. Broder plädiert für einen aggressiveren Umgang mit dem Iran und legt dar, wie sehr sich die europäische Führungsriege hier seit Jahren an der Nase herumführen lässt. Angesichts des nordkoreanischen Atomtests und der vom iranischen Präsidenten durchgeführten Konferenzen mit dem Namen "eine Welt ohne Zionismus" (man hätte es auch "Rottet die Juden aus" nennen können) kann man diese Haltung nur unterstützen, wenn man nicht akzeptieren will, daß verrückte Staatsoberhäupter und religiöse Fanatiker sich zukünftig die Atomtechnik gegenseitig zuspielen.

Wie gesagt - Broder differenziert nicht. Sein Buch ist offen islamkritisch, und er schliesst sich der Riege derer an, die - ohne zwischen "gutem" und "schlechtem" Islam zu unterscheiden - diese Religion in ihrer aktuell praktizierten Weise als rückständig und freiheitsfeindlich bezeichnen. Das mag schmerzhaft und teils fragwürdig sein, ist aber definitiv nicht falsch. Broder verteidigt vor allem mit Herzblut die Errungenschaften des Westens: Freiheit des Einzelnen, Frauenrechte, Demokratie, Redefreiheit - hier liegt sein Hauptanliegen: diese Werte gegen jeglichen Angriff, der unter dem Namen einer Religion (die katholische Kirche kriegt in seinem Buch auch einige Seitenhiebe ab) durchgeführt wird, zu schützen.

Fragwürdig wird Broder dann, wenn er vom Thema seines Buches - dem Umgang mit einer Religion, die den Grundprinzipien unserer Gesellschaft widerspricht - abweicht und sich dem Umgang mit und dem Kampf gegen Terror widmet. Mit Recht kritisiert er die Haltung, die den Terrorismus als Reaktion auf westliche Außenpolitik verstehen und rechtfertigen will und den Terroristen mit dem Freiheitskämpfer - bevorzugt in Palästina - gleichstellt. Er stellt mit vollem Recht die Frage, gegen was eigentlich gekämpft wird - gegen Entwicklungshilfe (Palästina ist was Geldempfang angeht weltweit führend), gegen die Aufnahme von Flüchtlingen, gegen die Integration von Moslems in unsere Gesellschaft?

Allerdings passieren ihm hier einige widersprüchliche Ausrutscher: irgendwann stolpert man über die Behauptung, daß Terror mit rechtstaatlichen Mitteln nicht bekämpfbar ist. Dies ist als Statement für Folter oder Guantanamo-ähnliche Camps zu interpretieren, was in meinen Augen nicht zu der Bewunderung passt, mit der Broder über die Errungenschaften des Westens - zu denen auch die Rechtstaatlichkeit gehört - schreibt.Man kann Diktatur und Unfreiheit nicht dadurch bekämpfen, daß man innenpolitisch auf ihre Methoden zurückgreift. Diese kleine schiefgegangene Exkurs in ein recht komplexes Thema ist zurückblickend das Einzige, daß mich an dem Buch gestört hat.

Ansonsten ist Broder's Werk eine Pflichtlektüre für alle diejenigen, die den Toleranz-Einheitsbrei nicht mehr hören und das europäische Zurückgeweiche nicht mehr sehen wollen.
v2.web
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Anmeldungsdatum: 21.10.2006
Beiträge: 909

BeitragVerfasst am: 01 Nov 2006 - 23:37:48    Titel:

Bitte lenkt nicht ab, sondern kehrt zum Thema zurück!
mfg
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Anmeldungsdatum: 29.07.2006
Beiträge: 56

BeitragVerfasst am: 05 Nov 2006 - 15:59:32    Titel:

leviathan sagt:

muss aber dennoch gesagt werden, dass die gegenwärtige Gefahr eines Geschichtsrelativierung wird hier nicht akzeptiert (bb) aus dem islamischen/arabischen Antisemitismus kommt und sich zeigt in angeblicher "Israelkritik" sog. kritischer Menschen oder der Charta der Hamas, den Reden des Ahmedinedschad und dem Antizionismus der Muslime.

Ich finde er hat recht .

Die Geschichte wird sich wiederholen.
Nur diesmal werden die JUDEN nicht die OPFER sein,
sondern die Palästinenser.

Ich relativiere den Holocaust hier nicht. doch tust du, du weißt es nur nicht (bb)
Warten wir ab.
Adonis84
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Anmeldungsdatum: 25.09.2005
Beiträge: 600
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BeitragVerfasst am: 08 Nov 2006 - 21:55:12    Titel:

Inwiefern werden die Palästinenser Opfer sein? Da du ja völkisch-kollektiv denkst: Momentan sind die Palästinenser Täter. Sie sind es, die gezielt israelische Zivilisten töten, sie sind es, die "die Juden zurück ins Meer treiben" wollen, sie sind es, die die IDF immer wieder zu Überreaktionen provozieren um ihre feigen Anschläge zu rechtfertigen, sie sind die antisemitische Volksgemeinschaft von heute!
masterofdisaster
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Anmeldungsdatum: 08.02.2006
Beiträge: 913

BeitragVerfasst am: 08 Nov 2006 - 22:00:03    Titel:

Zitat:
Die Geschichte wird sich wiederholen.
Nur diesmal werden die JUDEN nicht die OPFER sein,
sondern die Palästinenser.
Wenn Israel ein Interesse an einer "Ausrottung" der Palästinenser hätte, dann hätte es bereits die letzten 50 Jahre dafür nutzen können...
Grandizer
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Anmeldungsdatum: 29.07.2006
Beiträge: 56

BeitragVerfasst am: 08 Nov 2006 - 22:21:49    Titel:

Adonis84 hat folgendes geschrieben:
Inwiefern werden die Palästinenser Opfer sein? Da du ja völkisch-kollektiv denkst: Momentan sind die Palästinenser Täter. Sie sind es, die gezielt israelische Zivilisten töten, sie sind es, die "die Juden zurück ins Meer treiben" wollen, sie sind es, die die IDF immer wieder zu Überreaktionen provozieren um ihre feigen Anschläge zu rechtfertigen, sie sind die antisemitische Volksgemeinschaft von heute!



Ja ,genau. So lange ist es garnicht her und schon vergessen das die Palästinenser unter belagerung stehen seit 8 monaten.

IST ES möglich, ein ganzes Volk dahin zu bringen, sich einer fremden Besatzung zu unterwerfen, indem man es aushungert?
Adonis84
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Anmeldungsdatum: 25.09.2005
Beiträge: 600
Wohnort: tiefste provinz

BeitragVerfasst am: 08 Nov 2006 - 22:27:55    Titel:

masterofdisaster hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Die Geschichte wird sich wiederholen.
Nur diesmal werden die JUDEN nicht die OPFER sein,
sondern die Palästinenser.
Wenn Israel ein Interesse an einer "Ausrottung" der Palästinenser hätte, dann hätte es bereits die letzten 50 Jahre dafür nutzen können...


Genau das Gegenteil ist der Fall: Niemand profitiert so sehr von der Existenz Israels wie die Palästinenser. Oder welches Volk hat sich in den letzten 60 Jahren sonst verzehnfacht? Erst mit der Gründung Israels wurde das Land fruchtbar und erlebte einen unglaublichen wirtschaftlichen Aufschwung - trotz aller Kriege und Krisen. Die Palästinenser profitieren nicht nur von den vielen Arbeitsplätzen, die Israel ihnen anbietet, sie profitieren auch von der exzellenten medizinischen Versorgung, die in der Region ihresgleichen sucht.
Grandizer
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Anmeldungsdatum: 29.07.2006
Beiträge: 56

BeitragVerfasst am: 08 Nov 2006 - 22:34:42    Titel:

Adonis84 hat folgendes geschrieben:
masterofdisaster hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Die Geschichte wird sich wiederholen.
Nur diesmal werden die JUDEN nicht die OPFER sein,
sondern die Palästinenser.
Wenn Israel ein Interesse an einer "Ausrottung" der Palästinenser hätte, dann hätte es bereits die letzten 50 Jahre dafür nutzen können...


Genau das Gegenteil ist der Fall: Niemand profitiert so sehr von der Existenz Israels wie die Palästinenser. Oder welches Volk hat sich in den letzten 60 Jahren sonst verzehnfacht? Erst mit der Gründung Israels wurde das Land fruchtbar und erlebte einen unglaublichen wirtschaftlichen Aufschwung - trotz aller Kriege und Krisen. Die Palästinenser profitieren nicht nur von den vielen Arbeitsplätzen, die Israel ihnen anbietet, sie profitieren auch von der exzellenten medizinischen Versorgung, die in der Region ihresgleichen sucht.




Oh nein bitte nicht Donald D bitte nicht
Rashida
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Anmeldungsdatum: 05.02.2006
Beiträge: 764
Wohnort: Paderborn

BeitragVerfasst am: 08 Nov 2006 - 23:13:30    Titel:

Adonis84 hat folgendes geschrieben:
masterofdisaster hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Die Geschichte wird sich wiederholen.
Nur diesmal werden die JUDEN nicht die OPFER sein,
sondern die Palästinenser.
Wenn Israel ein Interesse an einer "Ausrottung" der Palästinenser hätte, dann hätte es bereits die letzten 50 Jahre dafür nutzen können...


Genau das Gegenteil ist der Fall: Niemand profitiert so sehr von der Existenz Israels wie die Palästinenser. Oder welches Volk hat sich in den letzten 60 Jahren sonst verzehnfacht? Erst mit der Gründung Israels wurde das Land fruchtbar und erlebte einen unglaublichen wirtschaftlichen Aufschwung - trotz aller Kriege und Krisen. Die Palästinenser profitieren nicht nur von den vielen Arbeitsplätzen, die Israel ihnen anbietet, sie profitieren auch von der exzellenten medizinischen Versorgung, die in der Region ihresgleichen sucht.


Na, bitte, jetzt übertreiben wir aber leicht? Wer profitiert von der Situation da unten? DIe Palästinenser? Die Israelis?---Ich glaube, niemand profitiert da wirklich, dazu ist die Situation viel zu angespannt.
Das sie von der Existenz profitieren erinnert mich auch ein wenig an die Kolonialisierung - Sprüche......bevor wir kamen, waren sie alle Wilde.... Rolling Eyes

Das die Palästinenser sich verzehnfacht haben? Ja wirklich? Wo in den Flüchtlingslagern ausserhalb Palästinas und Israels? Nein, mal im Ernst, so ziemlich alle Völker haben sich innerhalb der letzen 100 Jahre vergrößert. Das mag wohl vor allem an dem Fortschritt der Medizin liegen ( niedrige Kindersterblichkeitsrate, hohe Lebenserwartung )
Die Arbeitsplätze? Bitte, wie das mit der Arbeit aussieht dort unten können wir ja gerne mal recherchieren...
Adonis84
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Anmeldungsdatum: 25.09.2005
Beiträge: 600
Wohnort: tiefste provinz

BeitragVerfasst am: 08 Nov 2006 - 23:20:13    Titel:

Wir können gerne mal recherchieren, wie viel Palästinenser es um 1950 gab und wie viele heute. Wie viele Deutsche gab es um 1950, wie viele gibt es heute? Wie viele Dänen gab es um 1950, wie viele gibt es heute?

Ach ja: Die Palästinenser würden wirtschaftlich noch mehr von Israel profitieren, wenn sie sich mit der Existenz dieses Staates endlich arrangieren würden.
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