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Rybczynski-Theorem und Factor Price Insensitivity
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Sparschaeler
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Anmeldungsdatum: 29.10.2006
Beiträge: 12

BeitragVerfasst am: 02 Nov 2006 - 18:59:34    Titel: Rybczynski-Theorem und Factor Price Insensitivity

Aus dem Rybczynski-Theorem lässt sich ableiten: Sobald ein Land aufgrund sich ändernder Faktorausstattung ("Dutch Disease") nur noch ein Gut (statt n=2) herstellt, fällt die Faktorpreis-Insensitivität weg. Die Begründung ist dabei, dass mit zwei und mehr Gütern keine Berücksichtigung der Grenzproduktivitäten stattfindet, aber mit nur einer Industrie schon. Liege ich richtig, wenn ich sage, dass das daran liegt, dass das FPE-Theorem unter obigen Umständen nicht mehr gelten kann, weil keine Zweitindustrie zum MR-Ausgleich vorhanden ist? Bitte um Klärung.
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Anmeldungsdatum: 12.08.2006
Beiträge: 311

BeitragVerfasst am: 03 Nov 2006 - 13:05:33    Titel:

ich würde mal hier nachschlagen:

feenstra (2004): advanced international trade. theory and evidence.

helpman/krugman (1985): market structure and foreign trade. increasing returns, imperfect competition, and the international economy.

meine privatmeinung (ohne richtigkeits-gewähr) wäre folgende:

Zitat:

Liege ich richtig, wenn ich sage, dass das daran liegt, dass das FPE-Theorem unter obigen Umständen nicht mehr gelten kann, weil keine Zweitindustrie zum MR-Ausgleich vorhanden ist? Bitte um Klärung.


angenommen, es gibt 2 länder, 2 güter und 2 produktionsfaktoren. die faktorpreisangleichung (FPE) tritt im gleichgewicht (gleichgewichtsbedingungen sind u.a. vollbeschäftigung der faktoren und zero profits) durch den güterhandel dann ein, wenn der punkt, der die aufteilung der faktoren zwischen beiden ländern markiert, innerhalb der FPE-region liegt. die FPE-region ergibt sich durch die beiden faktorinputvektoren der güter. unter der annahme identischer technologie haben beide länder dieselben inputvektoren, sodass sich durch spiegelung dieser vektoren bei zwei gütern die FPE-region als parallelogram (im extremfall als quadrat; das ist dann der fall, wenn gut 1 nur mit faktor 1 produzierbar ist und gut 2 nur mit faktor 2) darstellt.

falls ein quadrat vorliegt, sind die gleichgewichtsbedingungen und die FPE immer erfüllt, egal ob ein land kein, ein oder beide güter herstellt. die faktorausstattung der welt (also in dem fall die der beiden länder) kann vollständig in der produktion beider güter verwendet werden, wobei es egal ist, wie die produktion beider güter (es werden in dem modell aufgrund der annahmen also IMMER zwei güter produziert) auf die länder verteilt ist, da sich die faktorpreise über den handel mit diesen gütern angleichen.

sofern ein parallelogram vorliegt, muss der punkt, der die faktorausstattungen beider länder angibt, innerhalb dieser parallelogram- artigen FPE-region liegen, damit sich die faktorpreise angleichen. "innerhalb" kann allerdings auch "auf dem parallelogram-rand" bedeuten. in diesem fall würde mindestens ein land nur ein gut herstellen, und das andere land entweder beide güter oder auch nur ein gut (auch in diesem fall werden beide güter produziert, aber jedes land stellt nur eines der beiden güter her); trotzdem würden sich weiterhin die faktorpreise über den güterhandel angleichen.

liegt der faktorausstattungspunkt der länder ausserhalb der FPE-region, ist die gleichgewichtsbedingung der vollbeschäftigung verletzt, d.h. die länder können ihre jeweilige faktorausstattung nicht mehr voll in die güterproduktion einbringen und die faktorpreise können sich nicht mehr angleichen.
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Sparschaeler
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Anmeldungsdatum: 29.10.2006
Beiträge: 12

BeitragVerfasst am: 04 Nov 2006 - 12:47:48    Titel:

Danke für die ausführliche Antwort. In dem Fall ist der 1-Gut-Fall wohl mit einem "Produktionspunkt" ausserhalb des FPE sets gleichzusetzen - klingt völlig einleuchtend. Dort spielt dann natürlich der 2-2-2Mechanismus nicht mehr und die Faktoren werden nach Grenzertrag entlöhnt... olé!

Zum Feenstra: DAS ist noch ein Mikrobuch! Habe mich eben durch das erste Kapitel gepflügt, war richtig erfrischend.
Finde es superklasse, dass in diesem Forum offensichtlich auch etwas anspruchsvollere Fragen diskutiert werden können.
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Anmeldungsdatum: 12.08.2006
Beiträge: 311

BeitragVerfasst am: 07 Nov 2006 - 00:57:50    Titel:

ja, das buch von feentra ist nicht schlecht. am anfang war ich etwas skeptisch, aber ich habe es auch zu schätzen gelernt.
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