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Fotomodifikation bzw. Videoaufnahme
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Leila18
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Anmeldungsdatum: 23.06.2006
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 03 Nov 2006 - 00:30:40    Titel: Fotomodifikation bzw. Videoaufnahme

Hallo,
ich hoffe hier kann mir weitergeholfen werden, da ich folgendes nicht verstehe.

Angenommen eine Person ist in einer öffentlichen Toilette , während diese auf der Kloschüssel sitzt und ihre Arbeit verrichtet(hinter verschlossener Tür). Da sich aber nun irgendson Spaßvogel, den man lange kennt, sich das Recht nimmt eben jene Person auf der Toilette zu filmen und dann das Video (z.B. in der Schule) zu verbreiten und sich darüber totzulachen, frage ich mich was man da im Prinzip gegen machen kann? Bei dem Videodreh an sich hat die filmende Person den Freiraum über die Tür benutzt, so dass die Kamera die auf der Toilette sitzende Person filmen konnte Mündliche "Anmahunungen " zur Unterlassung führen leider zu keiner Reaktion, außer dass es weiterverbreitet wird und peinlich ist. Was kann man dagegen tun?

Ein anderes Problem. Ein Foto wurde von einer Person gemacht, daraufhin so mit einem Programm bearbeitet, dass jene Person in Form eines Affen dargestellt wird. Auch hier das Problem der Weiterverbreitung bzw. auch Diskriminierung. Auch hier, was kann die Person dagegen machen?




Danke für die Antworten.
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 03 Nov 2006 - 01:12:55    Titel:

In diesem rein hypothetischen (ersten) Fall fällt mir §823 I BGB in Verbindung mit §253 I ein. (Von der Thematik her BGH I ZR 151/56 - Urteil vom 14.02.1958 - ´Herrenreiterfall´) Vielleicht fällt das einem Anwalt ja auch ein.


Im zweiten Fall, würde ichs unter Karikatur einorden - wär mir egal, glaube aber kaum, daß der Affe einen Anspruch hat.
kaet
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Anmeldungsdatum: 17.08.2006
Beiträge: 46

BeitragVerfasst am: 03 Nov 2006 - 01:36:21    Titel:

da kann man sich aber auch strafrechtlich gegen wehren, zB. § 201a I+II! oder vielleicht auch Urheberrecht im 2. fall, da bin ich mir aber net sicher
Pandur
Moderator
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Moderator


Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 849

BeitragVerfasst am: 03 Nov 2006 - 02:39:00    Titel:

In diesen hypothetischen Fällen gilt einmal mehr: Recht haben ist nicht gleich Recht bekommen. Zwar werden sich in beiden Fällen wohl Unterlassungsansprüche aus § 1004 in Verbindung mit 22 KunstUrhG bzw. 185ff. StGB herleiten lassen, aber was bringt es einem, wenn man ignoriert wird? In dem Fall wird der Weg auch nur über den Anwalt gehen, um sich die notwendige Glaubwürdigkeit zu verschaffen.

Gruß Pandur
Leila18
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Anmeldungsdatum: 23.06.2006
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 03 Nov 2006 - 13:09:24    Titel:

Hi,
danke für die Antworten.

Wie sieht es denn mit diesem Absatz aus?

Zitat:
Kunsturhebergesetz
§ 22

Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. (...)

§ 33

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer entgegen den §§ 22, 23 ein Bildnis verbreitet oder öffentlich zur Schau stellt.

(2) Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt.




Das Strafgesetzbuch hat folgendes geschrieben::
§ 201a
Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen

(1) Wer von einer anderen Person, die sich in einer Wohnung oder einem gegen Einblick besonders geschützten Raum befindet, unbefugt Bildaufnahmen herstellt oder überträgt und dadurch deren höchstpersönlichen Lebensbereich verletzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer eine durch eine Tat nach Absatz 1 hergestellte Bildaufnahme gebraucht oder einem Dritten zugänglich macht.

(3) Wer eine befugt hergestellte Bildaufnahme von einer anderen Person, die sich in einer Wohnung oder einem gegen Einblick besonders geschützten Raum befindet, wissentlich unbefugt einem Dritten zugänglich macht und dadurch deren höchstpersönlichen Lebensbereich verletzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

(4) Die Bildträger sowie Bildaufnahmegeräte oder andere technische Mittel, die der Täter oder Teilnehmer verwendet hat, können eingezogen werden. § 74a ist anzuwenden.



Zuletzt bearbeitet von Leila18 am 03 Nov 2006 - 16:27:08, insgesamt einmal bearbeitet
Kairos
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Anmeldungsdatum: 05.06.2006
Beiträge: 135
Wohnort: DD

BeitragVerfasst am: 03 Nov 2006 - 15:58:44    Titel: Re: Fotomodifikation bzw. Videoaufnahme

Leila18 hat folgendes geschrieben:
... Da sich aber nun irgendson Spaßvogel, den man lange kennt, sich das Recht nimmt eben jene Person auf der Toilette zu filmen und dann das Video (z.B. in der Schule) zu verbreiten und sich darüber totzulachen, frage ich mich was man da im Prinzip gegen machen kann?


Also der Otto-Normal-Verbraucher geht in solchen Fällen zur Polizei und erstattet Anzeige.

Als juristischer Laie würde ich vom Gefühl her sagen, dass oben genannter Fall ein größeres Schmerzensgeld einbringen dürfte.


Zuletzt bearbeitet von Kairos am 03 Nov 2006 - 16:32:12, insgesamt einmal bearbeitet
Leila18
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Anmeldungsdatum: 23.06.2006
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 03 Nov 2006 - 16:29:18    Titel:

Würdet ihr eher in diesem hypothetischen Fall empfehlen z.B. zum Jahrgangsleiter zu gehen oder normale Anzeige über Polizei zu erstatten?
Kairos
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Anmeldungsdatum: 05.06.2006
Beiträge: 135
Wohnort: DD

BeitragVerfasst am: 03 Nov 2006 - 16:38:31    Titel:

Sowohl als auch ... und am besten zusammen mit dem Jahrgangsleiter zur Polizei gehen.
Pandur
Moderator
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Moderator


Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 849

BeitragVerfasst am: 03 Nov 2006 - 18:01:57    Titel:

Ich bin jetzt gerade auf dem Sprung und hab nicht die Zeit, aber vielleicht wirft mal jemand einen Blick in den Katalog der Privatklagedelikte (StPO). Bei der Beleidigung bin ich mir sicher, dass sie drinnen steht und bei 201a StGB weiß ich es nicht, es würde mich aber nicht wundern. Zur Polizei gehen bringt daher nicht viel.
Kairos
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Anmeldungsdatum: 05.06.2006
Beiträge: 135
Wohnort: DD

BeitragVerfasst am: 03 Nov 2006 - 18:08:47    Titel:

Shocked

Also wenn mich eine(r) auf dem WC filmt und das Video im gesamten Bekanntenkreis und / oder Schule rumzeigt und ich nicht zur Polizei gehen kann und mir keinen Rechtsanwalt leisten kann, was bleibt mir denn dann übrig? Selbstjustiz?

Was spricht denn gegen den Gang zur Polizei?
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