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Spanien und seine Regionen
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philippth
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Anmeldungsdatum: 09.02.2006
Beiträge: 140

BeitragVerfasst am: 04 Nov 2006 - 21:48:45    Titel: Spanien und seine Regionen

hallo,

habe eine frage an alle politik-studenten, die müssen sich ja damit auskennen.

warum wehrt sich spanien, die verschiedenen völker und nationalitäten im königreich spanien in die unabhängigkeit zu entlassen?
z.b. basken, katalanier, galizier et cetere.
Mark123
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 1075

BeitragVerfasst am: 04 Nov 2006 - 21:58:05    Titel: Re: Spanien

philippth hat folgendes geschrieben:
hallo,

habe eine frage an alle politik-studenten, die müssen sich ja damit auskennen.

warum wehrt sich spanien, die verschiedenen völker und nationalitäten im königreich spanien in die unabhängigkeit zu entlassen?
z.b. basken, katalanier, galizier et cetere.


Würde sich Deutschland nicht dagegen wehren, wenn sich Bayern auf einmal von Deutschland abspalten möchte? Das sind sowohl machtpolitische wie wirtschaftliche Interessen. Ein Politiker in einem kleineren Staat ist weniger mächtig.
Lamasshu
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 4006

BeitragVerfasst am: 04 Nov 2006 - 22:04:45    Titel:

Vielleicht daher, da die autonomen Gebiete gar keine souveränen Staaten sein wollen. Ein paar Patrioten wird es sicher geben, aber ich bezweifle ernsthaft, dass sich selbst in regionalpatriotischen Hochburgen wie Barcelona und Bilbao eine Mehrheit für eine vollständige Abspaltung von Spanien finden würde.
der_schnüffler
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Anmeldungsdatum: 03.06.2006
Beiträge: 98

BeitragVerfasst am: 04 Nov 2006 - 23:30:47    Titel:

Zumal muss ja auch irgendwann jemand mal dafür gestimmt haben ein vereinigtes Spanien zu haben! Zudem muss man mal festhalten, dass im Mittelalter die Halbinsel auf der Spanien liegt (Namensblackout) von vielen Staaten besetzt war! Das diese sich zu einem Staat zusammen geschloßen haben, ist ein gute Sach und bezweifle auch einfach, dass ein baskischer Staat überlebensfähig wäre! Ist eine ähnlich Situation wie in der Türkei, wo die Kurden auch gerne einen eigenen Staat hätte. Da scheitert es aber grundsätzlich an der Akzeptanz der türkischen Regierung!
Lamasshu
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 4006

BeitragVerfasst am: 05 Nov 2006 - 02:47:43    Titel:

der_schnüffler hat folgendes geschrieben:
Zumal muss ja auch irgendwann jemand mal dafür gestimmt haben ein vereinigtes Spanien zu haben! Zudem muss man mal festhalten, dass im Mittelalter die Halbinsel auf der Spanien liegt (Namensblackout) von vielen Staaten besetzt war! Das diese sich zu einem Staat zusammen geschloßen haben, ist ein gute Sach und bezweifle auch einfach, dass ein baskischer Staat überlebensfähig wäre! Ist eine ähnlich Situation wie in der Türkei, wo die Kurden auch gerne einen eigenen Staat hätte. Da scheitert es aber grundsätzlich an der Akzeptanz der türkischen Regierung!


Es ist natürlich nicht so, dass jemand "mal für ein vereinigtes Spanien gestimmt habe". Zumindest nicht in einem demokratischen Prozess. Das Spanien in seinen heutigen Grenzen ist durch Eroberung & Vertreibung, Heirat & Erbfall entstanden und offenbar hat es genügend verbindende Elemente gegeben, um bis heute eine "spanische Identität" zu bilden. Dabei sind die kulturellen Eigenständigkeiten bestimmter Regionen deutlich ausgeprägter als im verhältnismäßig homogenen Deutschland. Es fällt einem gebürtigen Madrilenen schon hinreichend schwer das gesprochene Katalanisch zu verstehen, Baskisch ist mit dem Spanischen sogar überhaupt nicht verwandt. Mit der gelebten Alltagskultur in beiden Regionen, die nach Franco einen gewaltigen Aufschwung er- hat und fast schon trotzig gelebt wird wird zudem eine kulturelle Eigenständig und eigene Identität erzeugt. Aber die Autonomie dieser Regionen ist in Spanien auch recht groß.

Das häufig vernommene Argument, dass gedachte souveräne Staaten wie das Baskenland oder Katalonien nicht überlebensfähig wären, ist hingegen mehr oder weniger substanzlos - ansonsten wären es Länder wie Österreich, Belgien oder die baltischen Staaten nämlich auch nicht. Das BIP der beiden genannten Regionen liegt deutlich über dem EU-Schnitt, beide brauchen z.B. keinen Vergleich mit anderen potenten EU-Regionen wie Hessen oder Venetien zu scheuen.
Dennoch bezweifle ich, dass die Mehrheit der dortigen Bevölkerung ernsthaft für eine staatliche Souveränität stimmen würde.
Weelord
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Anmeldungsdatum: 28.10.2005
Beiträge: 49

BeitragVerfasst am: 05 Nov 2006 - 03:42:12    Titel:

der_schnüffler hat folgendes geschrieben:
Zumal muss ja auch irgendwann jemand mal dafür gestimmt haben ein vereinigtes Spanien zu haben! Zudem muss man mal festhalten, dass im Mittelalter die Halbinsel auf der Spanien liegt (Namensblackout) von vielen Staaten besetzt war! Das diese sich zu einem Staat zusammen geschloßen haben, ist ein gute Sach und bezweifle auch einfach, dass ein baskischer Staat überlebensfähig wäre! Ist eine ähnlich Situation wie in der Türkei, wo die Kurden auch gerne einen eigenen Staat hätte. Da scheitert es aber grundsätzlich an der Akzeptanz der türkischen Regierung!


Die Halbinsel heisst iberische Halbinsel.......... wollte kein Klugscheisser sein sondern nur helfen Wink

MFG Weelord
Maxel6669
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Anmeldungsdatum: 10.05.2006
Beiträge: 616

BeitragVerfasst am: 17 Nov 2006 - 22:22:27    Titel:

Lamasshu hat folgendes geschrieben:

Es ist natürlich nicht so, dass jemand "mal für ein vereinigtes Spanien gestimmt habe". Zumindest nicht in einem demokratischen Prozess. Das Spanien in seinen heutigen Grenzen ist durch Eroberung & Vertreibung, Heirat & Erbfall entstanden und offenbar hat es genügend verbindende Elemente gegeben, um bis heute eine "spanische Identität" zu bilden. Dabei sind die kulturellen Eigenständigkeiten bestimmter Regionen deutlich ausgeprägter als im verhältnismäßig homogenen Deutschland. Es fällt einem gebürtigen Madrilenen schon hinreichend schwer das gesprochene Katalanisch zu verstehen, Baskisch ist mit dem Spanischen sogar überhaupt nicht verwandt.


Deutschland und homogen? Okay, du hast verhältnismäßig gesagt, man müsste es aber noch weiter abschwächen. Man denke an die Vielstaaterei im Mittelalter. Friesisch verstehste auch nit Wink Oder komm mal nach Aachen und höre dir tiefstes Platt an von den ganzen Bauerndörfern, da wirst du 0 verstehen Wink Oder uriges bayerisch.

Mein Vater kommt außerdem aus Andalusien und versteht katalanisch. Kann aber die Ausnahme sein, da er arbeitsmäßig damit zu tun hatte.
Lamasshu
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 4006

BeitragVerfasst am: 18 Nov 2006 - 03:05:09    Titel:

Selbstverständlich ist Deutschland nicht homogen, da nichts wirklich homogen ist. Deshalb ist auf das verhältnismäßig auch besonderen Wert zu legen. Wird in beiden betrachteten Regionen der Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund einmal unbeachtet gelassen und nur solche Teile der Wohnbevölkerung untersucht, die allgemein - ob irrtümlich oder nicht - als angestammte Bevölkerung angesehen werden, erachte ich Spanien als weniger homogen als Deutschland. Die in Deutschland als angestammte Minderheiten anerkennten Friesen, Dänen und Sorben sind allein aufgrund ihres Bevölkerungsanteiles nicht mit Basken und Katalen zu vergleichen.
Sorbisch ist eine eigenständige, slawische Sprache. Das Friesische gehört dem Niederdeutsch an (hier lasse ich mich gerne korrigieren) und ist somit heute auch als eigenständige, wenn auch verwandte Sprache zu sehen. Damit sind beide in meinen Augen Zeichen von Heterogenität. Das können lokale Dialekte des Deutschen auch sein, allerdings ist das in den meisten Ländern keineswegs anders und auch ein deutscher Sonderfall...
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