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Rechtliche Frage - Religionsunterricht in Schule
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Anmeldungsdatum: 29.08.2006
Beiträge: 358

BeitragVerfasst am: 05 Nov 2006 - 21:06:02    Titel: Rechtliche Frage - Religionsunterricht in Schule

Hi,

ich habe eine Frage, und zwar geht es um den Religions/Konfesstionsunterricht in Schulen (Gymnasiale Oberstufe).
Hoffe ihr könnt mir ein wenig helfen, am besten mit den passenden Paragraphen und Gesetzen.

Es gibt katholisch-evangelisch und WuN (Werte und Normen).
Die Schule beschließt, dass im 1. Halbjahr die evangelischen Schüler zu den katholischen Schülern in den Unterricht gehen, d.h. mit einem katholischen Lehrer. Im 2. Halbjahr sollen dann die katholischen zu den evangelischen (d.h. die Gruppe bleibt zusammen, nur eben mit einem evangelischen Lehrer).
Dürfen die Schüler/Eltern dagegen Protest einlegen, wenn sie vorher nicht gefragt wurden - d.h. dürfen sie darauf bestehen, dass die Schüler in ihrer Konfession bzw. bei einem Lehrer ihrer Konfession unterrichtet werden (es geht wohl hauptsächlich um den Lehrer, da der Unterricht selbst sich in der Oberstufe zw. katholisch und evangelisch kaum noch unterscheidet)?

Was ist, wenn das erste Halbjahr zu Ende geht und bspw. die Katholischen sagen, sie wollen nicht mitmachen bei den Evangelischen.
Nun sagt die Schule jedoch, dass der katholische Lehrer z.B. verplant ist, es also keinen katholischen Lehrer mehr gibt, der die Katholiken unterrichten könnte. Dürfte die Schule darauf bestehen, dass die Katholischen bei den Evangelischen mitmachen?
Wie sieht das mit WuN aus? Darf die Schule dazu verpflichten, bei WuN mitzumachen (oder muss auch das mit Einvernehmen der Eltern bzw. Schüler vonstatten gehen)?


Vielen Dank - es wäre nett wenn ihr mir helft (am besten mit jeweilgen Pragraphen, in denen dies steht).
Hisani
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Anmeldungsdatum: 15.03.2006
Beiträge: 120

BeitragVerfasst am: 05 Nov 2006 - 21:30:45    Titel:

der Sachverhalt ist sehr interessant und auch zeimlich komplex, daher werde ich mich hüten müssen, dir eine konkrete antwort auf deine frage perse geben zu können. So auf anhieb würde ich einfach mal bei Art.141 GG iVm Art.7 III GG einsteigen um dir dein gewünschten normativen ansatz zu ermöglichen. aber selbst mal nachdenken und überlegen was dafür und dagegen spricht ist in diesem Fall viel besser. DU sagst, dass sich der Unterricht kaum unterscheidet. Von daher spricht ja nichts gegen konfessionsübergreifenden unterricht...eine verhältnismäßigeitsprüfung würde daher ergeben, dass dieser eingriff in dein recht aus Art.7 I, III iVm Art.4 I GG verfassungsmäßig gerechtfertigt sein wird...

gruß
Hisani
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Anmeldungsdatum: 29.08.2006
Beiträge: 358

BeitragVerfasst am: 05 Nov 2006 - 22:09:50    Titel:

Hi,

danke!
andererseits muss es ja auch irgendeinen Sinn haben, dass in zwei Konfesstionen unterrichtet wird.

Bitte noch um weitere Meinungen...
Susiboy
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Anmeldungsdatum: 03.07.2005
Beiträge: 70

BeitragVerfasst am: 06 Nov 2006 - 09:22:22    Titel:

Art. 7 Abs. 3 S. 2 GG ("in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften") verbietet einen konfessionsübergreifenden Religionsunterricht. Art. 141 GG ("Bremer Klausel"), der ihn erlauben würde, gilt nur für das Land Bremen.
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Anmeldungsdatum: 29.08.2006
Beiträge: 358

BeitragVerfasst am: 06 Nov 2006 - 23:54:54    Titel:

Ist es also wirklich verboten ja? Hunderprozentig?
Susiboy
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Anmeldungsdatum: 03.07.2005
Beiträge: 70

BeitragVerfasst am: 09 Nov 2006 - 17:01:55    Titel:

Verboten ist es auf jeden Fall insoweit, als daß die Schule keinen gemeinsamen Religionsunterricht anordnen darf. Schon aufgrund der Verpflichtung des Staates (und damit auch der staatlichen Schule) zur weltanschaulichen Neutralität können Staat und Schule hier nichts regeln, die Lehrpläne im Religionsunterricht sind letzten Endes von den Religionsgemeinschaften aufzustellen. Anders könnte es nur dann sein, wenn die Religionsgemeinschaften selbst einen gemeinsamen Religionsunterricht wollten und sich auf einen gemeinsamen Lehrplan einigen und den der Schulverwaltung vorlegen würden.
Hisani
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Anmeldungsdatum: 15.03.2006
Beiträge: 120

BeitragVerfasst am: 09 Nov 2006 - 21:56:04    Titel:

"in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften"

ich finde, Art.7 III 2 GG kann man auch so verstehen, dass ein religionsübergreifender unterricht nicht ausgeschlossen ist. sowohl protestanten als auch katholiken haben als "grundsatz" ihrer religionsgemeinschaft den dekalog, von daher steht Art.7 III 2 GG einen religionsübergreifenden unterricht nicht entgegen. was anderes wäre wenn christen und muslime gemeinsam unterrichtet werden...grundwertquellenunterschied: bibel-koran...ökomenische gottesdienste sind auch ein anzeichen dafür, dass protestanten und katholiken grundsätze der religionsgemeinschaft teilen...abgesehen von den lutheranern kann ich im heutigen zeitalter nicht feststellen, dass diese grundsätze der religionsgemeinschaften so divergieren, dass ein getrennter unterricht zwingend ist...zu der bremer klausel sollte noch gesagt werden, dass diese nicht auf den getrennten unterricht abstellt als vielmehr darauf, ob religionsunterricht ein ordentliches lehrfach ist...

gruß,
hisani
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