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Empfehlungsmarketing - strafbar?
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Exelmes
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Anmeldungsdatum: 29.04.2006
Beiträge: 772

BeitragVerfasst am: 06 Nov 2006 - 03:24:33    Titel: Empfehlungsmarketing - strafbar?

Nach http://de.wikipedia.org/wiki/Schneeballsystem ist ein Schneeballsystem:

Zitat:
Als Schneeballsystem oder Pyramidensystem bezeichnet man einen sozialen Prozess, bei dem bisher Unbeteiligte von Werbenden dazu aufgefordert werden, selber zu Werbenden zu werden. Es wird erwartet, dass jeder Werbende mehrere bisher Unbeteiligte wirbt. Dadurch steigt die Zahl der Werbenden schnell an.


Weiter unten steht:

Zitat:
Verkaufsstrategien mit den Namen Multi Level Marketing (MLM), Network Marketing bzw. Netzwerk-Marketing oder auch Affiliate Marketing / Empfehlungs-Marketing sind nur geschickt getarnte Varianten und werden vom Landeskriminalamt Berlin auch als Schneballsystem bezeichnet.


Ich habe mich weiter informiert und herausgefunden, dass sich Schneeballsystem unter "UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) § 6c - Progressive Kundenwerbung" strafbar macht.

Zitat:
Im UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) § 6c - Progressive Kundenwerbung: „Wer es im geschäftlichen Verkehr selbst oder durch andere unternimmt, Nichtkaufleute zur Abnahme von Waren, gewerblichen Leistungen oder Rechten durch das Versprechen zu veranlassen, ihnen besondere Vorteile für den Fall zu gewähren, daß sie andere zum Abschluß gleichartiger Geschäfte veranlassen, denen ihrerseits nach der Art dieser Werbung derartige Vorteile für eine entsprechende Werbung weiterer Abnehmer gewährt werden macht sich strafbar.


Da ich kein Jurist bin, bin ich mir über den Inhalt von UWG § 6c nicht im Klaren.

Folgendes Beispiel. Ein Unternehmen wirbt um sogenannte "freie Mitarbeiter". Diese Mitarbeiter sollen durch Anpreisung (Empfehlung) der Dienstleistungen des Unternehmens neue Kunden gewinnen, die entweder diverse Dienstleistungen wie Versicherungen kaufen oder selber "freie Mitarbeiter" (also Mitwerber) werden.

Nun wollte ich wissen, ob das strafbar ist.
Pandur
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Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 849

BeitragVerfasst am: 06 Nov 2006 - 09:23:19    Titel:

hattest du auch das schon gelesen?
http://de.wikipedia.org/wiki/Netzwerk-Marketing

Gruß Pandur
Exelmes
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 29.04.2006
Beiträge: 772

BeitragVerfasst am: 06 Nov 2006 - 16:02:57    Titel:

Ja,

da steht, dass Empfehlungsmarketing-Unternehmen solange nicht strafbar sind bis sie gegen UWG § 6c verstoßen. Ich habe allerdings ein Beispiel genannt, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob dieser Tatbestand erfüllt wird.
Pandur
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Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 849

BeitragVerfasst am: 06 Nov 2006 - 17:39:27    Titel:

M.E. steht es gut im Wiki beschrieben:

Zitat:
MLM ist also dann illegal, wenn bei der Werbung nicht das Produkt im Vordergrund steht, sondern ein Gewinnversprechen für den Fall, dass man selbst auch wieder Verbraucher wirbt und dabei ebenfalls wieder in erster Linie das Gewinnversprechen bewirbt. Diese Vorgehensweise wird auch als Progressive Kundenwerbung bezeichnet.


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Netzwerk-Marketing#Rechtliche_Situation
Exelmes
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 29.04.2006
Beiträge: 772

BeitragVerfasst am: 06 Nov 2006 - 18:13:33    Titel:

Mag ja sein, dass es hier schön formuliert ist, aber auf das Beispiel angewand wieder nicht eindeutig.

Die Idee vom besagten Unternehmenskonzept ist, dass man Dienstleistungen des Unternehmens probiert, die von "freien Mitarbeiter des Unternehmens" angeboten werden, und daraufhin das Unternehmen weiterempfiehlt. Es baut schon irgendwie auf einer progressiven Kundenwerbung auf.

Andererseits verdient man als freier Mitarbeiter in einem Unternehmen mit einem solchen Konzept erst, wenn man den Leuten die Produkte des Unternehmens andreht. Wie ist das zu verstehen?

Der Text ist auch zum Teil widersprüchlich. Wie soll man Verbraucher ohne Produkt sein?
Pandur
Moderator
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Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 849

BeitragVerfasst am: 06 Nov 2006 - 19:29:01    Titel:

Ich würde behaupten, dass das Beispiel nicht genügend Informationen hergibt um es rechtlich zu würdigen. Auf der anderen Seite hört es sich für mich aber nach einem klassischen Fall des MLM an.

Zitat:

Andererseits verdient man als freier Mitarbeiter in einem Unternehmen mit einem solchen Konzept erst, wenn man den Leuten die Produkte des Unternehmens andreht. Wie ist das zu verstehen?

Das ist gerade beim MLM normalerweise nicht der Fall. Hier verdient man auch, wenn man andere Verkäufer anwirbt und die angeworbenen Verkäufer Produkte verkaufen. Es stimmt aber insoweit, als dass irgendjemand unter der werbenden Person Produkte verkaufen muss.

Alles in allem ist MLM ein Spiel mit dem Feuer. Eine verbindliche Auskunft kann man nicht geben, da es die Gerichte sind, die das letzte Wort haben.

Gruß Pandur
Exelmes
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Anmeldungsdatum: 29.04.2006
Beiträge: 772

BeitragVerfasst am: 10 Nov 2006 - 16:39:18    Titel:

Danke für die Antwort.

Das Unternehmenskonzept ist aber sehr komisch. Denn man braucht nicht die Mitarbeiter selber, sondern deren Privatkontankte. So ist es irgendwie schon eine progressive Kundenwerbung. Daraufhin empfiehlt jemand nicht aus moralischen Gründen, sondern aufgrund dessen, dass er sich Geld erhoft.

Hast du darauhin etwas zu ergänzen. Vielleicht war das so noch nicht klar. Es wird in der Werbung propagandiert, dass Menschen gesucht werden sollen etwas zu verkaufen. Das aber nicht aus eigener Leistung, sondern es wird überredet, dass die neuen Mitarbeiter ihre Privatkontankte offenlegen, damit diese für das Unternehmen gebraucht werden. Die Idee ist daraufhin, dass die neuen Mitarbeiter ihre Freunde und Bekannte anrufen und sie während dem Arbeitgeber für die Dienstleistungen des Unternehmens überreden. Kann sowas legal sein?
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