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Arglist des Käufers
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Gast
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BeitragVerfasst am: 11 März 2004 - 12:19:21    Titel: Arglist des Käufers

HALLO!
habe ein kleines problem bei meiner hausarbeit:

wann ist ein käufer arglistig, so dass der verkäufer den vertrag anfechten kann.
v verkauft grundstück unter wert weil er sich in einem irrtum befindet. das angebot ging von einem makler s aus, der stellvertretend für k das angebot abgegeben hat. der makler hätte den höheren wert des grundstücks kennen müssen (kannte den wert jedoch nicht). der makler bietet dem v weniger als das grundstück wert ist und v nimmt an.

ist der s und durch die stellvertretung der k deshalb arglistig? hat er eine offenbarungs- oder aufklärungspflicht gegenüber dem verkäufer weil er makler ist?
Gast







BeitragVerfasst am: 12 März 2004 - 16:41:58    Titel:

eigentlich solltest du diese frage beantworten können, ohne juristische kenntnisse zu haben !! denk mal rein logisch, ob ein makler, der es beruflich darauf anlegt günstige grundstücke zu erwerben und diese teuer weiter zu vermitteln, eine verplichtung dahingehend besitzt objektive werte von grundstücken gegenüber verkäufern, zu denen keinerlei vertragliche haupt- oder nebenpflichten bestehen, offen zu legen. NAAAA?
die frage ist nunmehr, ob ein anfechtungsgrund seitens des v nach § 119 II BGB besteht, der preis somit eine verkehrswesentliche eigenschaft darstellt......von arglist keine spur....
kann sein, dass ich den sachverhalt auch nicht richtig verstehe !?
Markus
Gast






BeitragVerfasst am: 25 März 2004 - 17:47:11    Titel:

Hallo Verfasser vom 12. März!

Also ich versteh den Sachverhalt auch so wie du!

Um S ein Vertretenmüssen anlasten zu können muss zuerst geprüft werden, ob die Stellvertretung zum Makler M wirksam zustande gekommen ist!
Dist ist wohl anzunehmnen.

Da aber meiner Ansicht nach der Makler keinerlei "Schuld" (um es mal unjuristisch auszudrücken) hat, kann auch der V nicht haftbar gemacht werden.
Zumal auch noch gesehen werden muss, dass V deshalb "leben kann" weil er günstig einkauft und teurer verkauft!
Würde der Makler jedesmal sagen: "nein, ich kann ihnen keine 100.000€ bezahlen. Es müssen mindestens 150.000€ sein".

Wäre ja recht unwirtschaftlich.

Es gehört sicherlich auch zu den pflichten eines Verkäufers, sich über die jeweiligen Marktpreise zu informieren.

Tut er dies nicht, so gilt m.E. der Grundsatz: pacta sunt servanda

Grüße Markus

LetsPlayTheUke@aol.com
nochance
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Anmeldungsdatum: 26.03.2004
Beiträge: 1
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 26 März 2004 - 01:31:22    Titel: Ergebnis: Makler haftet

Lieber (Original-)Fragesteller,


1. Eine Frage in einer Hausarbeit soll ganz ohne juristische Kenntnisse gelöst werden, lieber Gast vom 12. März? Da kann doch was nicht stimmen Wink

Hier geht es eindeutig um culpa in contrahendo. Durch das (möglicherweise) Verschulden des Maklers als Stellvertreter des K, kommt ein den V belastender Vertrag zustande (eine der 3 großen Schadensmöglichkeiten bei einer cic). Der Schaden besteht also in einem belastenden Vertrag.

Nun zu der Frage, ob der Makler hier Anspruchsgegner sein kann. Meine Vorredner haben das mit einer Selbstverständlichkeit abgelehnt, die zu denken geben sollte. Denn: Dritte können dann bei einer cic in Anspruch genommen werden, wenn sie
a) entweder kein Eigeninteresse am Vertragsschluss haben, aber besonderes Vertrauen für sich in Anspruch nehmen, so dass auf deren Urteil vertraut wird (beim Makler eher (-))
b) oder wenn sie zwar kein besonderes Vertrauen in Anspruch nehmen, aber ein erhebliches Eigeninteresse am Vertragsschluss haben (Makler werden hier stets beispielhaft genannt).

Ergebnis: Der Makler kann durchaus Anspruchsgegner sein. Eine Frage, die sich nun stellt, ist, hat er eine Pflicht verletzt. D.h. bestand für ihn die Pflicht, V über den wahren Wert des Grundstücks aufzuklären? Das hängt von zwei Voraussetzungen ab: (1.) Für den Vertragspartner (V) ist dieser Umstand (KP und Wert) erkennbar von wesentlicher Bedeutung für den Vertragsschluss (wohl (+)) (2.) Dem möglicherweise Verpflichteten (Makler) ist eine solche Aufklärung auch zumutbar; hier ist eine Interessenabwägung vorzunehmen, die davon abhängt, wie groß die Differenz von Kaufpreis und Wert ist, die Stellung des Maklers als "Vertreter" des Käufers, Informationsbedarf, Informationsmöglichkeiten, Unerfahrenheit der anderen Partei (V) etc. Hier ist ein wenig Argumentation gefragt. Eine angeblich so offensichtliche Ablehnung des Maklers als Anspruchsgegner ist jedenfalls abzulehnen. Ich denke, ich würde in diesem Fall einen Anspruch gegen den Makler aus cic bejahen.

greetz Cool
gast vom 12.3. aus
Gast






BeitragVerfasst am: 01 Apr 2004 - 18:38:30    Titel:

..."ohne juristische vorkenntnisse" sollte lediglich auf logische vorfragen hindeuten und kein ratschlag sein !

ich hätte hinsichtlich der lösung von nochance grosse bedenken.
eine haftung für einen "KÄUFER" aus cic wäre meines erachtens sinnwidrig.

ausnahmsweise könnte ein vertreter im wege einer dritthaftung lediglich dann haftbar gemacht werden, wenn dieser unmittelbar eigene wirtschaftsinteressen hinsichtlich des vertragsschlusses aufweist. aussicht auf provision oder entgelt seitens des eigenen vertragspartners genügen nicht (ausnahme beim kraftfahrzeughändler als quasi-VERKÄUFER), vielmehr müsste der makler als eigentlicher wirtschaftlicher interessenträger aufgetreten sein, und das ist hier unstreitig zu verneinen. beispielhaft in solch gelagertem fall kann kein makler benannt werden, der ein grundstück erwerben möchte. eine informationspflicht seitens des maklers läuft meinem juristischem verstädnis in dieser konstellation zu wider, unabhängig davon, ob ein krasses missverhätnis vorliegt oder nicht.
ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren.
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