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Emilia Galotti - Charakterisierung - Verbesserungsvorschläge
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Handballfia
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Anmeldungsdatum: 29.05.2006
Beiträge: 52

BeitragVerfasst am: 19 Nov 2006 - 15:41:38    Titel: Emilia Galotti - Charakterisierung - Verbesserungsvorschläge

Hallo zusammen... ich habe eine Charakterisierung über Emilia Galotti geschrieben und würde gerne ein paar Verbesserungsvorschläge dazu hören... Danke im voraus Wink

Charakterisierung Emilia Galotti


Emilia Galotti ist die Hauptfigur des bürgerlichen Trauerspiels von Gotthold Ephraim Lessing, was auch schon im Titel darauf schließen lässt.
Emilia ist die Tochter von Claudia und Odoardo Galotti und lebt mit ihrer Mutter zusammen in der Stadt. Mit dem Grafen Appiani ist sie verlobt und die Heirat der beiden ist in kürze vorgesehen.
Emilia wird als Schönheit von den anderen Figuren des Dramas angesehen („Sie kennen diesen Engel?“ S. 9, Z.27), besonders jedoch vom Prinzen, der sich in sie verliebt hat (vgl. S. 16, Z. 9ff ).
Ihr schönes Aussehen wird durch ihre Natürlichkeit gekennzeichnet („ In seinem eignen braunen Glanze; in Locken, wie sie die Natur schlug“).
Ob man Emilia mehr dem Bürgertum oder dem niederen Adel zuordnen kann ist in dem Trauerspiel nicht ganz klar definiert. Allerdings bin ich der Meinung, dass sie eine bürgerliche Tochter darstellt, aufgrund der Tugend- und Moralvorstellungen welche charakteristisch für das Bürgertum in der Epoche der Aufklärung waren.
Sie ist geprägt von der strengen Erziehung ihres tugendhaften Vaters und ordnet sich ihm unter („Du gehörst nicht in das Haar einer, - wie mein Vater will, dass ich werden soll!“ S. 86, Z. 13 ff )).
Des weiteren ist Emilia streng gläubig und geht regelmäßig zur Kirche (vgl. S. 21 Z. 26 ff.).
Für Emilia haben ihre Eltern oberste Priorität und ohne ihre Hilfe und Unterstützung scheint sie ziemlich verloren zu sein („Sie wissen meine Mutter, wie gern ich Ihren bessern Einsichten mich in allem unterwerfe...“, S. 30). Ein Anzeichen dafür ist, dass sie vollkommen aufgelöst, ängstlich und verwirrt aus der Kirche kommt, nachdem der Prinz sie dort angesprochen hat (S. 27 ff. ). Nur ihre Mutter schafft es, Emilia wieder zu beruhigen (bes. S. 31, Z. 9 ff. ). Dass Emilia in der Kirche vor dem Prinzen davon läuft zeigt auch, dass sie alleine nicht zurecht kommen könnte. Außerdem zeugt es auch von Naivität, dass sie in der Kirche so tut, als ob sie nicht hört, was der Prinz ihr sagt, obwohl er ganz nah neben ihr ist („Aber ich blickte nicht um; ich wollte tun, als ob ich es nicht hörte“ S. 28, Z. 26 ff ). Der regelmäßige Besuch der Kirche ist außerdem noch ein weiteres Zeichen dafür, dass Emilia nach den bürgerlichen Moralvorstellungen lebt. Sogar der Prinz weiß, dass „das fromme Mädchen (pflegt) alle Morgen bei den Dominikanern die Messe zu hören“.
Emilia ist bescheiden, lebt genügsam und legt keinen Wert auf materielle Dinge, denn sie empfindet die Geschenke ihres Verlobten Appiani als „verschwenderische Großmut“ (vgl. S. 33, Z. 3 ff). Diese Charaktereigenschaft weiß auch Appiani zu schätzen, denn er ist stolz darauf, so eine fromme Frau zu haben („ Ich werde eine fromme Frau an ihnen haben; und die nicht stolz auf ihre Frömmigkeit ist“ S. 32)
Am Ende des Stücks wird gezeigt, wie großen Wert Emilia auf die Tugend legt, denn sie ist sogar bereit zu sterben um ihre Unschuld und somit ihre Ehre zu bewahren. Sie spürt nämlich, dass der Prinz in der Lage wäre, sie zu verführen, empfindet dies aber, auch auf Grund ihrer rigiden Erziehung, Sexualität wäre außerhalb der Ehe strengstens verboten und dürfte nur zur Erzeugung neuen Lebens dienen, als so schädlich dass sie lieber stirbt (vgl. S. 85, Z. 24 ff ).
Die Figur Emilia Galotti macht während des Dramas eine enorme Veränderung durch. Zu Beginn wird sie noch als ängstlich, naiv und ohne eigenen Willen charakterisiert, doch es scheint, als hätte sie im Laufe der Zeit und durch die gesamten Ereignisse (z.B. Tod Appianis), an Stärke, Vernunft und Entschlusskraft gewonnen. Im vorherigen Verlauf haben immer andere Personen, wie der Prinz oder Odoardo, versucht, über Emilias Schicksal zu entscheiden (vgl. S. 78 ff), denn Odoardo wollte sie in ein Kloster schicken und der Prinz sie in das Haus seines Kanzlers Grimaldi bringen. Doch im 5. Aufzug des 7. Auftritts scheint Emilia sich zum ersten Mal ihres eigenen Verstandes zu bedienen. Während Odoardo und Emilia zusammen auf dem Lustschloss des Prinzen „gefangen gehalten werden“, erklärt Odoardo ihr, dass sie „in den Händen ihres Räubers bleibt“, doch Emilia wehrt sich („Ich allein in seinen Händen? – Nimmermehr, mein Vater. – Oder sie sind nicht mein Vater“ S. 84, Z 25ff ). Zum erstenmal scheint sich Emilia auch gegen die Macht des Adels durchzusetzen und sich aus ihrer „selbst verschuldeten Unmündigkeit zu befreien“ (Kant „Was ist Aufklärung?“). Besonders deutlich wird dies durch Zeile 32-34 der Seite 84 „Aber was nennen sie ruhig sein? Die Hände in den Schoß legen? Leiden, was man nicht sollte? Dulden, was man nicht dürfte?“. Odoardo reagiert stolz auf ihre Einsicht, denn auch er sprach sich immer sehr gegen den Hof und das Fürstentum aus (S. 9, Z. 34 ff). Im 7. Aufzug wird zum erstenmal deutlich, dass Emilia über sich selbst entscheidet und den Adel mit seiner absolutistischen Herrschaftsform kritisiert („Reißt mich? Bringt mich? – Will mich reißen; will mich bringen: will! Will! – Als ob wir, wir keinen Willen hätten, mein Vater!“).
Emilia trifft die Entscheidung zu sterben, denn sie zieht den Tod vor, als ihre Keuschheit und Ehre zu verlieren. Sie fordert ihren Vater heraus, sie zu töten (S. 86, Z. 16 ff ) und hier wird zum erstenmal deutlich, dass sie über ihren Vater steht und alleine entscheidet, was sie wirklich will.
Insgesamt kann man also sagen, dass Emilia sich erst im Laufe des Dramas zu einer aufgeklärten Bürgerlichen entwickelt hat und es schafft, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen.
Mayamelia
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Anmeldungsdatum: 05.05.2009
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 05 Mai 2009 - 20:12:58    Titel:

Hi! Nur als kleinen Denkanstoß zu deiner Schlussfolgerung!

("Insgesamt kann man also sagen, dass Emilia sich erst im Laufe des Dramas zu einer aufgeklärten Bürgerlichen entwickelt hat und es schafft, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen.")
Meinst du wirklich, dass Emilia am Ende ihren Verstand benutzt und aufgeklärt ist? Eigentlich bin ich nämlich der Meinung, dass sie überhaupt nicht selbstständig ist. Sie unterliegt am Ende den moralischen Vorstellungen ihrer Eltern. Sie sagt doch über sich selber, dass sie so "jugentliches Blut" hat und dass sie nicht sicher ist, ob sie den Verführungskünsten des Prinzen wiederstehen kann. Da sie aber von ihren Eltern unter einen enormen Druck gesetzt wird und auf Grund ihrer Erziehung ihrer Unschuld über ihr Leben stellt, kann sie diese Gefühle gar nicht zu lassen. Den einzigen Ausweg aus diesem Zwiespalt (zwischen Ihren Gefühlen und ihrer Erziehung) sieht sie sarin sich umzubringen...und das ist doch eigentlich keine vernunftgesteuerte Reaktion, oder? Es zeugt doch ehr davon, dass sie ein willenloses Ding ist, das zwar moralisch überlegen ist, aber der diese Überlegenheit nur den Tod bringt!
Naja, ich weiß nich, ob das so richtig ist, aber es erscheint mir logisch! Hoffentlich kann dir das weiter helfen!
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