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Doppelt mopplig und moralische Doppel
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schelm
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
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BeitragVerfasst am: 25 Nov 2006 - 12:26:55    Titel:

Dirk Nerge schrieb :
Zitat:
Das Augenmerk wird wohl auf die - wie Du sagst - vorbereitende Arbeit der "Massen" gelegt werden müssen. Bisherige Lohnarbeit kann aber auch den Nebeneffekt der Einschränkung von Begabungen haben. Das lässt sich sowohl durch straffe Arbeitsteilung als auch dadurch erklären, dass eine allein aus Gründen der Existenzsicherung angenommene Lohnarbeit kaum oder gar nicht der individuellen Berufung (der individuellen Begabung) entsprechen wird.

So werden doch schon Potenziale ungenutzter Ressourcen sichtbar.
Würdest Du mir bis zu dieser Stelle zustimmen oder siehst Du das anders?


Gorz führt in seinem Buch dazu aus :

.... daher argumentieren die meisten aktuellen Gesellschaftstheoretiker , dass die Fähigkeit des Individuums , ein autonomes Subjekt zu werden , nur das Ergebnis einer gelungenen Sozialisierung sein könnte. So beruht für Jean Louis Laville die < Wertung der freigesetzten Zeit auf der Betrachtung von Individuen , die zu Autonomie und Verantwortlichkeit fähig sind , das heißt , die von einer gelungenen Sozialisierung profitieren , während doch gerade diese Sozialisierung ein Problem darstellt .>

In diesem auf den ersten Blick unschuldigen Satz findet sich das ideologische Postulat desselben Soziologismus wieder , dem man auch unter anderen bei Habermas oder bei Parsons begegnet ;nämlich , dass die Fähigkeit zu Autonomie und Verantwortlichkeit Ergebnis einer gelungenen Sozialisierung sei , anders gesagt , dass das Individuum als Subjekt aus der Gesamtheit der sozialen Fähigkeiten , Kompetenzen und Verhaltensweisen bestünde , die ihm die Gesellschaft vermittelt , um von ihm reproduziert zu werden.....

......So stellt die Sozialisierung sehr wohl , wie Laville anmerkt , ein Problem dar , aber im entgegengesetzten Sinne : Das Übermaß an Sozialisierung , nicht der Mangel , verhindert die individuelle Autonomie. Genauer gesagt ist es die Priorität , die besorgte Eltern der schulischen Sozialisierung gegenüber der Erziehung geben , dem Schulerfolg gegenüber der sensoriellen und affektiven Entfaltung , dem Erwerb von sozialen < Kompetenzen > gegenüber der Entwicklung imaginativer und kreativer Fähigkeiten und der Befähigung , sich seiner selbst anzunehmen und Selbstachtung jenseits vorgegebener Wege zu gewinnen. Die Sozialisierung wird solange frustrierte , unangepaßte , verstümmelte und hilflose Individuen hervorbringen , wie sie daran festhält , alles auf < die soziale Integration durch den Arbeitsplatz > zu setzen , alles auf die Integration in eine <Arbeitnehmergesellschaft > , in der alle Tätigkeiten nur als < Mittel , seinen Lebensunterhalt zu verdienen > geschätzt werden......

Zitat:
Würdest Du mir bis zu dieser Stelle zustimmen oder siehst Du das anders ?


Ich lebte 25 Jahre in einer Gesellschaft , in der es diese enge Koppelung an den Arbeitsplatz zur Sicherung des Lebensunterhaltes sowie einen Verlustangstdruck des selbigen nicht gab. Auch die Annahme von Arbeit , welche eher der individuellen Berufung entsprach , war somit leichter möglich. Ökonomisch war es sekundär , ob es sich hier um Beschäftigung oder letztlich um nötige Effizienz handelte. Und tatsächlich :

Auch in der DDR wurden einige Spitzenleistungen entwickelt. Insbesondere in einigen Bereichen des Schwermaschinenbaues und des optischen Gerätebaus ( Carl - Zeiss - Jena ). So entwickelte man dort z.B. die weltweit erste Kamera für den Weltraumeinsatz , welche quasi das Nummernschild eines Autos erkennen konnte. In den Sachsenringwerken wurden Anfang der siebziger Prototypen von Automodellen entwickelt , welche ihrer damaligen Zeit in Ausstattung und Design auch nach westlichen Maßstäben , weit voraus waren und den verleichbaren Golf I sehr alt aussehen liesen. Die ökonomischen Fähigkeiten und der politische Wille für eine Serienproduktion waren jedoch nicht vorhanden.

Auch könnte man staunen , welches kreative Potential die Massen entwickelt haben , um die Folgen der Mangelwirtschaft zu kompensieren. Etliche dieser Notlösungen technischer Art zeugen davon und wären sicher Patentwürdig gewesen , gäbe es dafür heute noch Anwendungsmöglichkeiten , welche die Technik nicht schon überholt und verfeinert hat.

Die Frage bleibt also offen : Wie und wo würdest du die Hebel ansetzen , um diese Potentiale zu nutzen , so sie denn relevant vorhanden wären ? Da , wo Gorz es beschreibt ? Eine Umkehr der Prämissensetzung in der erziehenden Bewußtseinsbildung ? Zöge dies eine strukturelle Änderung der Organisation der Arbeitswelt nach sich ? Oder sollte diese direktiv angepaßt werden ?

Wie hoch schätzt du überhaupt diese brach liegenden Ressourcen ein ? Also : Gäbe es denn tatsächlich einen relevanten Prozentsatz , welcher dahingehend seine Möglichkeiten auch nutzen möchte ? Oder sagen die meisten : Nein danke ! Mir genügt es , wie es ist , außerdem habe ich andere Sorgen ( Familie , Kinder ....)

M.f.G. Schelm
Dirk Nerge
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Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 323

BeitragVerfasst am: 26 Nov 2006 - 06:26:38    Titel:

Schelm hat geschrieben:

Zitat:
Wie hoch schätzt du überhaupt diese brach liegenden Ressourcen ein ? Also : Gäbe es denn tatsächlich einen relevanten Prozentsatz , welcher dahingehend seine Möglichkeiten auch nutzen möchte ? Oder sagen die meisten : Nein danke ! Mir genügt es , wie es ist , außerdem habe ich andere Sorgen ( Familie , Kinder ....)


Im historischen Vergleich fällt auf, dass es in modernen Massengesellschaften zu einer Beschleunigung technologischer Sprünge gekommen ist. Daran haben selbstverständlich die Produktionsweisen einen erheblichen Anteil, die sowohl sozial (auch organisatorisch) und technisch das Ergebnis menschlichen Erfindungsreichtums sind. Es wäre also voreilig zu behaupten, dass zwischen sozialer und technologischer Entwicklung eine schwer zu überwindende Kluft liegt, denn stattdessen entscheidet das jeweilige Sozialwesen über den Fortgang technischer Entwicklung und Beschleunigung. Und daran haben sämtliche Gesellschaftsmitglieder auf produzierender (gestaltender) und konsumierender (verwendender) Ebene einen mehr oder weniger wesentlichen Anteil.

Halten wir hypothetisch fest: soweit sich das Individuum innerhalb der Gesellschaft frei bewegen kann und Kooperationen mit anderen Gesellschaftsmitgliedern bildet, was wir als frei zusammengesetzte Kollektive bezeichnen könnten, nimmt der Anteil an qualitativ brauchbaren Erfindungen, nimmt die technologische Beschleunigung zu.

Ausschlaggebend, weiter hypothetisch gedacht, ist dabei aber nicht allein die Arbeit, sondern ebenso die konsumtionelle Seite. Auch hinsichtlich der Entwicklung des Konsums könnte auffallen, dass er zu einer treibenden Kraft technologischer Beschleunigung und Sprünge geworden ist und das wiederum insbesondere in modernen Massengesellschaften.

Bereits Werner Sombart hatte ja darauf hingewiesen, dass die Entstehung der protestantischen Arbeitsethik samt ihrer Ergebnisse einen konsumliebenden Adel vorausgesetzt hat. Im übertragenden Sinne hat der Massenkonsum die technologische Entwicklung angeheizt. Und „zündende Ideen“ sind, so gesehen, auch von den Bedürfnissen der Konsumenten ausgegangen.

Die Argumentation, dass vielleicht eine gewisse Anzahl von Individuen an erfinderischen Prozessen desinteressiert sei, schließt die mittelbaren und unbewussten Wirkungen aus.

Da es mir darum geht, dass wir begrifflich und inhaltlich nicht aneinander vorbeireden, hätte ich von Dir gerne zuvor erfahren, ob Du mir auch unter Einbezug der Relevanz des (Massen-) Konsums bis zu dieser Stelle zustimmen kannst.
schelm
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4313

BeitragVerfasst am: 26 Nov 2006 - 11:53:54    Titel:

Dirk Nerge schrieb:

Zitat:
Da es mir darum geht, dass wir begrifflich und inhaltlich nicht aneinander vorbeireden, hätte ich von Dir gerne zuvor erfahren, ob Du mir auch unter Einbezug der Relevanz des (Massen-) Konsums bis zu dieser Stelle zustimmen kannst.


Ich kann dir bis dato zustimmen. Erläutere bitte die Umsetzung näher , eingebettet in ein praktisch wirksames Konzept .

M.f.G. Schelm
Dirk Nerge
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Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 323

BeitragVerfasst am: 26 Nov 2006 - 16:41:03    Titel:

Schelm hat geschrieben:

Zitat:
Ich kann dir bis dato zustimmen.


Nochmals eine Verständnisfrage: Du würdest also nunmehr zustimmen, ganz im Gegensatz zu Deiner bisherigen Argumentation, dass die erwähnten brach liegenden Ressourcen, um die es hier geht, massenhaft aktiviert werden könnten? Wie habe ich Dich konkret davon überzeugen können?
schelm
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4313

BeitragVerfasst am: 26 Nov 2006 - 17:56:32    Titel:

Dirk Nerge schrieb :

Zitat:
Nochmals eine Verständnisfrage: Du würdest also nunmehr zustimmen, ganz im Gegensatz zu Deiner bisherigen Argumentation, dass die erwähnten brach liegenden Ressourcen, um die es hier geht, massenhaft aktiviert werden könnten? Wie habe ich Dich konkret davon überzeugen können?


Meine bisherige Argumentation sehe ich nicht als festgelegte Negierung. Siehe die Beispiele aus dem DDR - Alltag bezüglich der Aktivierung kreativer Energie der Massen , resultierend aus der Notsituation der Mangelwirtschaft. Was ich anmelde , sind einfach Zweifel , welche deutlich machen sollen , dass die Masse , ohne konkret nachvollziehbare Umstände sich bemüßigt fühlen sollte , ihre tatsächlichen oder vermeintlichen kreativen Potentiale zu aktivieren.

Ich bestreite doch nicht , dass dies theoretisch bis zu einem , von mir nicht festgelegten Prozentsatz des Erfolges , möglich sein könnte.

Es fehlt mir gelinde gesagt an Optimismus , dass dies willentlich bei einer relevanten Menge Menschen , über die bisherige Kreativität hinaus , erreichbar wäre. Beispielsweise halte ich die SF von Gorz :

Zitat:
Die Sozialisierung wird solange frustrierte , unangepaßte , verstümmelte und hilflose Individuen hervorbringen , wie sie daran festhält , alles auf < die soziale Integration durch den Arbeitsplatz > zu setzen , alles auf die Integration in eine <Arbeitnehmergesellschaft > , in der alle Tätigkeiten nur als < Mittel , seinen Lebensunterhalt zu verdienen > geschätzt werden......


..... für reichlich überzogen. Entwirft er hier nicht ein Bild , welches irgendwo zwischen Metropolis und Manchester - Kapitalismus liegt ? Ich finde einfach , ein Großteil der möglichen Kreativität des einzelnen , welcher weder befähigt noch willens ist , sich der Herausforderung einer höheren Bildung zu stellen , mehr Zeit und Energie in die Entwicklung seiner theoretischen Potentiale zu investieren , wird bereits ausgeschöpft. Dies erfolgt dadurch , in dem kluge und erfolgreiche Unternehmen , die Erfahrungen , Beobachtungen und Ideen ihrer langjährigen Mitarbeiter aufnehmen und in die Verbesserung / Optimierung ihrer Anlagen oder Produkte einfliessen lassen.

Insofern stimme ich dir zu , dass dieser Prozess sicher intensiviert und ertragreicher gestaltet werden könnte. Jedoch , verrate mir einfach wie dies signifikant auch quantitativ erfolgen könnte ?

M.f.G. Schelm
Dirk Nerge
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Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 323

BeitragVerfasst am: 26 Nov 2006 - 22:40:51    Titel:

Schelm hat geschrieben:

Zitat:
Ich finde einfach , ein Großteil der möglichen Kreativität des einzelnen , welcher weder befähigt noch willens ist , sich der Herausforderung einer höheren Bildung zu stellen , mehr Zeit und Energie in die Entwicklung seiner theoretischen Potentiale zu investieren , wird bereits ausgeschöpft. Dies erfolgt dadurch , in dem kluge und erfolgreiche Unternehmen , die Erfahrungen , Beobachtungen und Ideen ihrer langjährigen Mitarbeiter aufnehmen und in die Verbesserung / Optimierung ihrer Anlagen oder Produkte einfliessen lassen.


Verzeihe bitte, aber es scheint, als ob Du meine bisherigen Beiträge angesichts Deiner nach wie vor engen Auslegungen nicht verstehen möchtest.

Ich hatte von modernen Massengesellschaften gesprochen, in denen es zu technologischen Beschleunigungen gekommen ist, wie sie zuvor in keiner Gesellschaftsordnung vorstellbar gewesen wären. Das ist vordergründig nicht das Resultat einzelner Hyper-Genies, sondern organisatorischer Gestaltung.

Ich hatte ferner von der zunehmenden Bedeutung des (Massen-) Konsums gesprochen, der sich zur treibenden Kraft technologischer Beschleunigung entwickelt hat. Ich habe von Dir, obwohl nachgefragt, dazu bislang kein einziges Wort lesen können.

Stattdessen sprichst Du von einer völligen Überzogenheit, die Gorz an den Tag legt (der sich womöglich, auf Dein Beispiel bezogen, noch auf dem Stand Braverman´s befindet) und stellst klar, dass das Potenzial an Kreativität bereits durch die Erwerbsarbeit abgedeckt sei. Du sperrst quasi konsumtionelle Tendenzen regelrecht aus Deinen Betrachtungen aus, wie Du anscheinend auch kreative Einfüsse, die während der Nicht-Erwerbsarbeit ablaufen, als unerheblich betrachtest (jedenfalls hast Du Dich nicht dazu geäußert).

Entscheidend für die Fortsetzung der Diskussion - zu der Du auch noch ein ausführliches Konzept von mir wünschst -, wäre aber doch wohl zunächst die Abstraktion sozialer und ökonomischer Vorgänge erforderlich. Es wäre also auf das Thema bezogen nicht unwichtig zu klären, inwieweit die „Masse“ kreative Prozesse schon beschleunigt hat und ob es überhaupt (noch) auf Da Vincis und Einsteine ankommt, um Innovationen zu entwickeln und zu beschleunigen. Aus meiner Sicht geht es nicht darum Genies zu züchten, sondern um sozialtechnische Abläufe, die zahlreichen Potenziale des Einzelnen zu ergründen und effektiv (und human) umzusetzen. Diesbezüglich geht es also nicht nur um Bildung und Wissen des Einzelnen, sondern auch um seine Emotionen, sein Unbewusstes etc.
schelm
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4313

BeitragVerfasst am: 26 Nov 2006 - 23:28:45    Titel:

Dirk Nerge schrieb :

Zitat:
Verzeihe bitte, aber es scheint, als ob Du meine bisherigen Beiträge angesichts Deiner nach wie vor engen Auslegungen nicht verstehen möchtest.


Ganz genau tue ich dies in der Tat scheinbar nicht . Mir ist nicht klar , worum es dir eigentlich letztlich geht. Unter folgender Voraussetzung : Angenommen , die von dir offerierten Potentiale wären vorhanden und nutzbar. Wozu also ? Geht es dir damit um eine Erweiterung des menschlichen Horizontes des einzelnen an sich , geht es dir um neue Arbeitsplätze ? Eine spürbare Änderung der Arbeitsorganisation ? Dezentralisierung von Erfindergeist ? Mehr Innovationen um sich das Leben ( technisch ) angenehmer gestalten zu können ? Marktforschung vom Sofa aus ? Substitution von bisher als notwendig betrachteter und verbreiteter einfacher Tätigkeiten großer Teile der Bevölkerung ( vom Maurer bis zur Müllabfuhr ). ? Kreativität für diese Arbeiter als Zweitjob ?

Zitat:
Ich hatte von modernen Massengesellschaften gesprochen, in denen es zu technologischen Beschleunigungen gekommen ist, wie sie zuvor in keiner Gesellschaftsordnung vorstellbar gewesen wären. Das ist vordergründig nicht das Resultat einzelner Hyper-Genies, sondern organisatorischer Gestaltung.


Ja - und in dieser organisatorischen Gestaltung gibt es eine Hierarchie , insbesondere nach Kompetenz. Welche man erwerben muß oder erwerben will.

Zitat:
Ich hatte ferner von der zunehmenden Bedeutung des (Massen-) Konsums gesprochen, der sich zur treibenden Kraft technologischer Beschleunigung entwickelt hat. Ich habe von Dir, obwohl nachgefragt, dazu bislang kein einziges Wort lesen können.


Wer beschleunigt denn diese Entwicklung ? Welchen Akzent setzt hierbei der Konsument vordergründig ? Den der Nachfrage nach Weiterentwicklung des Produktes oder entwickelt er das Produkt selbst weiter ? Oder tun dies diejenigen , welche sich dafür die technische Kompetenz erworben haben ?

Zitat:
...Du sperrst quasi konsumtionelle Tendenzen regelrecht aus Deinen Betrachtungen aus, wie Du anscheinend auch kreative Einfüsse, die während der Nicht-Erwerbsarbeit ablaufen, als unerheblich betrachtest (jedenfalls hast Du Dich nicht dazu geäußert).


Über das Stadium des Mäkelns an der Unvollkommenheit eines Produktes hinaus , wird vom inkompetenten Nutzer keine wirkliche Weiterentwicklung zu erwarten sein. Von Ausnahmefällen mal abgesehen. Dazu müßte er weit mehr in die Funktionsweisen des Produktes involviert sein. Meine Frage lautete letztlich ja auch : Wie erreicht man dies , damit dessen Potentiale besser als bisher nutzbar wären ?

Zitat:
Entscheidend für die Fortsetzung der Diskussion - zu der Du auch noch ein ausführliches Konzept von mir wünschst -,....


Äh , Dirk - Sorry , aber du bist es der die Thesen aufstellte , nicht ich. Also liegt es bei dir , eine Plausibilität zu vermitteln .

M.f.G. Schelm
Dirk Nerge
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Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 323

BeitragVerfasst am: 27 Nov 2006 - 08:47:43    Titel:

Schelm hat geschrieben:

Zitat:
Ganz genau tue ich dies in der Tat scheinbar nicht . Mir ist nicht klar , worum es dir eigentlich letztlich geht. Unter folgender Voraussetzung : Angenommen , die von dir offerierten Potentiale wären vorhanden und nutzbar. Wozu also ? Geht es dir damit um eine Erweiterung des menschlichen Horizontes des einzelnen an sich , geht es dir um neue Arbeitsplätze ? Eine spürbare Änderung der Arbeitsorganisation ? Dezentralisierung von Erfindergeist ? Mehr Innovationen um sich das Leben ( technisch ) angenehmer gestalten zu können ? Marktforschung vom Sofa aus ? Substitution von bisher als notwendig betrachteter und verbreiteter einfacher Tätigkeiten großer Teile der Bevölkerung ( vom Maurer bis zur Müllabfuhr ). ? Kreativität für diese Arbeiter als Zweitjob ?


Mir geht es aus ökonomischen Gründen um die Nutzung brach liegender Ressourcen.

Schelm hat geschrieben:

Zitat:
Ja - und in dieser organisatorischen Gestaltung gibt es eine Hierarchie , insbesondere nach Kompetenz. Welche man erwerben muß oder erwerben will.


Kannst Du die Zielsetzung intra- und inter-organisatorischer Ausrichtung „flacher Hierarchien“ skizziert umschreiben?

Schelm hat geschrieben:

Zitat:
Äh , Dirk - Sorry , aber du bist es der die Thesen aufstellte , nicht ich. Also liegt es bei dir , eine Plausibilität zu vermitteln .


Ein Sach- und/oder Fachkenner wüsste u.a. aus Gründen des beidseitigen Aufwandes, wie anmaßend das Verlangen eines Konzeptes zur Thematik sein könnte, selbst wenn der Empfänger eben ein Fachmann ist. Gewöhnlich wird zunächst nach skizzenhaften Darstellungen gefragt, um sich einen ungefähren Eindruck verschaffen zu können. Mit Skizzierungen hatte ich aber längst begonnen, die jedoch von Dir, schelmiger Schelm, unter fragwürdigen Angaben - mal stimmst Du zu, dann stellt sich heraus, dass Du gar nicht zugestimmt hast, plötzlich wird in Unkenntnis verfallen usw. - ignoriert werden.

Wie schätzt Du also die Bedeutung des (Massen-) Konsums hinsichtlich der technologischen Beschleunigung ein? Welche Rolle übernimmt hierzu das kollektive Gedächtnis? Welche Rolle übernimmt die Kultur-, Konsum- und Produktkritik? Du hast Gorz, Habermas (und bestimmt aus deren Literaturhinweisen) gelesen, die Fragen wirst Du dann mit relativer Leichtigkeit beantworten können. Das wäre eine Voraussetzung, das Thema hier unkompliziert, ohne ständiges hin und her selbst diskussionstechnischer Abläufe, diskutieren zu können.
schelm
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4313

BeitragVerfasst am: 27 Nov 2006 - 17:05:21    Titel:

Dirk Nerge schrieb :

Zitat:
Mir geht es aus ökonomischen Gründen um die Nutzung brach liegender Ressourcen.


Interessant ! Um welche Ressourcen handelt es sich hierbei ?

Zitat:
Kannst Du die Zielsetzung intra- und inter-organisatorischer Ausrichtung „flacher Hierarchien“ skizziert umschreiben?


Flache Hierarchien ? Du meinst die lehrbuchmäßige Organisation von Unternehmen unter Ausblendung veränderter Bedingungen durch die Globalisierung ?
Bisherige Organisationskonzepte von Unternehmen gründen sich auf dem funktional mechanischen Wissenschaftsbild der Organisationstheorie, welches Taylor in seiner Theorie der wissenschaftlichen Betriebsführung entwickelte . In der Konsequenz wurden Unternehmen traditionell in Form einer starr zentralistisch organisierten Hierarchie ausgestaltet. Die Zielsetzung bestünde also darin , den Laden nach konventioneller Art zusammenzuhalten.

Zitat:
Wie schätzt Du also die Bedeutung des (Massen-) Konsums hinsichtlich der technologischen Beschleunigung ein?


Mehr Konsum , mehr ( Weiter- ) Entwicklung . Ansonsten fand ich ein halbes Dutzend Vorträge im Netz dazu. Möchtest du die Links ?

Zitat:
Welche Rolle übernimmt hierzu das kollektive Gedächtnis?


Hierzu war ich zu faul zu googeln. Ich vermute hier eine Analogie zu den Thesen des Naturforschers R. Sheldrake : Das Gedächtnis der Natur.
These : Die Wissensvermittlung , das Erlernen von Inhalten und Abläufen erfolgt , einmal erlernt , von Generation zu Generation dann weitergegeben schneller und problemloser als bei der ersten Generation der Lernenden . Na ja , ich kann mich irren , ob darauf dein Augenmerk lag.
Zitat:
Welche Rolle übernimmt die Kultur-, Konsum- und Produktkritik?


Oh , das ist Abendfüllend ! Deshalb nur eine mir genehme Kurzkritik :

Ich halte es da mit Hr. Martin O'Connor, Ökonomieprofessor an der Universität von Versaille :

Wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Fortschritt hat für ihn inzwischen lediglich eine hohe symbolische Bedeutung, deren Funktion jedoch hinterfragt werde sollte. Wissenschaftliche Entwicklung sei zum Selbstläufer geworden, die mehr Risiken, mehr Technologie sowie mehr Verwirrung stifte . Die zentrale Frage : Nachhaltigkeit von was? Und für wen? sollte sehr bewusst, vor allem angesichts der Technologien wie Gen- und Informationstechnologie, gestellt werden.

Zitat:
Du hast Gorz, Habermas (und bestimmt aus deren Literaturhinweisen) gelesen, die Fragen wirst Du dann mit relativer Leichtigkeit beantworten können.


Leichtigkeit ? Nun studiert habe ich dies nicht. Aber selbst wenn , auch als Hobby - Philosoph und Hobby - Ökonom wäre eine inhaltliche Kritik an deren Thesen hier ebenfalls Abendfüllend . Insofern nur dies :

Modelle fungieren als Leitbilder, Leitbilder können zu Vorbildern werden, die wiederum Initialwirkung für weitergehende Modelle haben können .

Ich gebe zu , für mich noch kein mich selbst überzeugendes Modell aus allen gelesenen Thesen gefunden zu haben , welches eine gute , zukunftsweisende Symbiose aus sozialen - ökologischen und ökonomischen Faktoren verspricht. Deshalb hoffe ich immer noch auf die Konkretisierung der von dir ausgemachten Ressourcen und deren Nutzbarkeit. Lass mich gern animieren meinen diesbezüglichen Pessimismus zu überwinden.

M.f.G. Schelm
Dirk Nerge
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Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 323

BeitragVerfasst am: 09 Dez 2006 - 04:04:37    Titel:

Mir fehlt anscheinend das Geschick, aus Deinen Steinen eine Treppe zu bauen. Denn siehe, als der Mensch den Engeln Flügeln gab, ordnete er sie den irdischen Gesetzen unter.
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