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Garantenpflicht beim Suizid
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Discokandi
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Anmeldungsdatum: 29.06.2006
Beiträge: 587

BeitragVerfasst am: 21 Nov 2006 - 18:27:54    Titel: Garantenpflicht beim Suizid

Hallo zusammen.
ich hab grad Aufbauschwierigkeiten bei folgendem Fall:A entschließt sich (bei klarem Bewusstsein), sich selbst zu töten. Er leider unheilbar an Krebs. er erzählt seinem Vater von seinem Tötungsvorhaben, dieser unternimmt allerdings nichts dagegen.

ich weiß jetzt halt nicht, mit welcher Norm ich in der Prüfung anfangen soll. § 216 oder §§ 216, 13. Ich meine, der Vater ist eh straffrei, weil A sein Tötungsvorhaben bis zu letzt aufrecht erhält und selbst die Schlaftabletten einnimmt..

Danke für eure Hilfe
SuNsTyLe
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Anmeldungsdatum: 22.11.2006
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 22 Nov 2006 - 17:27:17    Titel:

Was hat denn Suizid mit §216 (Tötung auf Verlangen) zu tun?

Ich würde in diesem Fall vielleicht auf §221 Aussetzung prüfen, da der Vater ja die Obhutspflicht hat. Wobei selbst dann würdest du beim subsumieren die Frage aufwerfen müssen, ob denn eine "hilflose Lage" beim Opfer vorlag, was wohl eher nicht der Fall ist.

Danach prüfst du das weniger Schwere Delikt, §323c (Unterlassene Hilfeleistung).

Was anderes kommt meiner Ansicht nach nicht in Betracht, denn der Vater hat ja nicht aktiv gehandelt, es war wenn dann ein Unterlassungsdelikt.
Discokandi
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Anmeldungsdatum: 29.06.2006
Beiträge: 587

BeitragVerfasst am: 22 Nov 2006 - 17:55:12    Titel:

ich meine mal gelesen zu haben, dass §§ 216,13 beim suizid schon in betracht kommt. es ist ja quasi eine tötung auf verlangen durch unterlassen. der sohn hat seinem vater gesagt, dass er keine einmischung in seinen suizid durch dritte wünscht... er stirbt nicht sofort, sondern wird von einem dritten gerettet. er stirbt erst in der klinik.
ich verneine ja eine strafbarkeit von vornherein, aber ich weiß halt nicht, wie ich es begründen soll.
SuNsTyLe
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Anmeldungsdatum: 22.11.2006
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 23 Nov 2006 - 10:49:26    Titel:

"ich meine mal gelesen zu haben"

Da wären Quellen mal was feines. Tötung auf Verlangen setzt die Handlung eines anderen voraus, soviel ist klar. Die betroffene Person muss dafür aber erstmal den Wunsch äußern, getötet zu werden (nicht zu sterben - das ist ein kleiner aber feiner Unterschied). Ich würde eine Strafbarkeit nicht von vornherein ausschließen, der Vater hat sich durchaus Strafbar gemacht durch Unterlassen. Nur eben nicht der Tötung auf Verlangen, da garkein Verlangen i.S.d. §216 vorhanden war.
rubio
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Anmeldungsdatum: 16.08.2006
Beiträge: 17

BeitragVerfasst am: 23 Nov 2006 - 14:05:05    Titel:

ein fall in der art war bei mir gegenstand der zwischenprüfung, und die meisten meiner kommilitonen haben sind von vorneherein nicht auf die strafbarkeit des garanten eingegangen, dementsprechend hoch war die durchfallquote. dass der garant straffrei bleiben soll ist nämlich nicht so offensichtlich wie es den anschein hat, denn zu irgendeinem zeitpunkt wird der selbstmörder ja traditionell das bewußtsein verlieren, wodurch der garant plötzlich tatherrschaft hat. aufgrund der angaben die du zum sachverhalt gemacht hast würde ich mit 216, 13 anfangen und nach positiver prüfung der garantenstellung die garantenpflicht verneinen, da der Sohn seiner Vater ja aus der selbigen entlassen hat. mir schwirrt da so ein bghst fall aus den 50ern im kopf rum, bei dem es um einen versuchten doppelselbstmord im auto ging, da wurde der mann tatsächlich wegen 216, 13 verurteilt.
Discokandi
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Anmeldungsdatum: 29.06.2006
Beiträge: 587

BeitragVerfasst am: 23 Nov 2006 - 14:13:11    Titel:

okay, dann versuche ich das mal so.

dankeschön!
Tiere sind keine Sachen
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Anmeldungsdatum: 19.04.2006
Beiträge: 73

BeitragVerfasst am: 26 Nov 2006 - 20:37:44    Titel:

Discokandi hat folgendes geschrieben:
ich meine mal gelesen zu haben, dass §§ 216,13 beim suizid schon in betracht kommt. es ist ja quasi eine tötung auf verlangen durch unterlassen. der sohn hat seinem vater gesagt, dass er keine einmischung in seinen suizid durch dritte wünscht... er stirbt nicht sofort, sondern wird von einem dritten gerettet. er stirbt erst in der klinik.
ich verneine ja eine strafbarkeit von vornherein, aber ich weiß halt nicht, wie ich es begründen soll.



im wessels/hettinger, Strafrecht BT I steht auf den ersten Seiten etwas über die Selbsttötung und die in Betracht kommenden Normen
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Anmeldungsdatum: 05.06.2006
Beiträge: 132

BeitragVerfasst am: 26 Nov 2006 - 21:08:24    Titel: Übungsklausur VHB :)

Du hast also auch die Übungsklausur geschrieben?
Nett das du hier den verstümmelten Sachverhalt anbietest...(kleiner Spass, nicht böse gemeint)-

Aber sag mal wie kommst du denn auf § 216,13?
Wenn man sich die verschiedenen Tatkomplexe des SV anschaut würde ich eher nur § 212 ggf. mit Entschuldigungsgründen etc. für den Vater prüfen. Zumal Klausurstrategisch betrachtet § 216 zusätzlich zu § 212 der meines Erachtens ganz sicher zu prüfen war und mit den anderen Tatkomplexen doch ein wenig viel gewesen wäre, oder?

Der A kündigt ja an er werde sich selber töten und er ist auch alleine als er dies versucht, also kann von einem Verlangen nach § 216 gar keine Rede sein, meinst du nicht das ist etwas weit hergeholt?

Ich hätte die Tatkomplexe wie folgt eingeteilt:

Für B § 303, 34 und § 123, 34

Für C § 224, 34 und § 123, 34

Für V § 212, 211, 35 § 223, 224, 227, 35

Was hältst du davon, wie bist du am Ende bei deiner Lösung verblieben?
Kann auch gut sein, dass ich mich getäuscht habe-

Drück dir auf jeden Fall die Daumen für dein Ergebnis!
Discokandi
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Anmeldungsdatum: 29.06.2006
Beiträge: 587

BeitragVerfasst am: 26 Nov 2006 - 23:05:52    Titel:

hey! Very Happy

naja, ich hab sie dann doch nicht mehr mitgeschrieben. hab sie geschoben, weil ich einfach wegen den VL keine zeit hatte und dann war es auch schon freitag, 13.00 Wink

aber die nächste schreib ich auf jeden fall!
dir noch einen schönen abend!
Allround-Experte
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Anmeldungsdatum: 05.06.2006
Beiträge: 132

BeitragVerfasst am: 29 Nov 2006 - 12:00:24    Titel: Ja kann ich verstehen:)

->Bin auch nicht ganz fertig geworden leider, muss wohl noch ein bisl an der Zeiteinteilung arbeiten.
Aber das wird schon noch.
Die nächste ist ja schon draußen, der "Automatenknacker"- Schon angeschaut?
Zum Thema §216, 13 steht übrigens was im Wessels/Hettinger StrR BT Teil 1
bei Rn 161, wenn du es noch nicht angeschaut hast.

Viel Erfolg weiterhin!
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