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dolus eventualis bei aberratio ictus
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abi
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Anmeldungsdatum: 20.04.2006
Beiträge: 49

BeitragVerfasst am: 22 Nov 2006 - 10:28:00    Titel: dolus eventualis bei aberratio ictus

Hallöchen,

habe da etwas noch nicht ganz verstanden...

Man sagte mir, wenn man einen Fall von aberratio ictus hat kann kein dolus eventualis vorliegen.

Kann mir das jemand mal abstrakt und am Beispiel erklärenn Razz

Wäre sehr froh darüber. Dankeschön Smile

Ciao
SuNsTyLe
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Anmeldungsdatum: 22.11.2006
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 22 Nov 2006 - 17:22:21    Titel:

Dazu kann ich dir nur den Wessels/Beulke –Strafrecht AT empfehlen;


„[…] Bei der aberratio ictus tritt der Verletzungserfolg an einem anderen Objekt als demjenigen ein, welches im maßgebenden Vorsatzzeitpunkt das Ziel der Ausführungshandlung bildet. Die gewollte Verletzung (am Zielobjekt) bleibt hier aus, während der tatsächlich eintretende Verletzungserfolg (am versehentlich getroffenen Zweitobjekt) nicht gewollt ist. Nach hM kommt in diesem Fall bei Gleichwertigkeit wie bei Ungleichwertigkeit der beiden Objekte hinsichtlich der beabsichtigten Tat am Zielobjekt nur Versuch und hinsichtlich der ungewollt - versehentlichen Verletzung des Zweitobjektes nur eine Fahrlässigkeitstat in Betracht, deren Strafbarkeit freilich von der Existenz eines entsprechenden Fahrlässigkeitstatbestandes abhängt. […]“
jones49
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Anmeldungsdatum: 04.06.2006
Beiträge: 373

BeitragVerfasst am: 22 Nov 2006 - 17:36:47    Titel:

Wenn man jedoch die Möglichkeit gesehen hat, dass die Tatausführung nicht nur das Zielobjekt, sondern auch noch ein anderes Objekt treffen könnte und die billigend in Kauf genommen hat, kommt bezüglich des tatsächlich getroffenen Objektes auch eine Vollendete Tat in Betracht.
SuNsTyLe
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Anmeldungsdatum: 22.11.2006
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 23 Nov 2006 - 10:46:13    Titel:

Dann ist es aber kein aberratio ictus mehr?!
abi
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Anmeldungsdatum: 20.04.2006
Beiträge: 49

BeitragVerfasst am: 23 Nov 2006 - 11:58:23    Titel:

Hallo
und danke euch beiden.

Das ist ja schonmal verständlich, kann mir aber nochmal jemand erklären wie man genau rausfindet, wann dolus eventualis vorliegt.
Da habe ich nämlich so meine Probleme mit.
Bei Dol. dir. 1 Grades und dol. dir. 2 Grades kann man das immer leichter sehen!

Ciao
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 23 Nov 2006 - 12:38:23    Titel:

Die h.M. geht davon aus, dass dolus eventualis dann vorliegt, wenn der Täter den Erfolgseintritt zumindest "billigend in Kauf" nimmt, so auch BGH (=Billigungstheorie/Einwilligungstheorie).

Wie man das dolus eventualis feststellt, lässt sich nur am Einzelfall begründen, daher 2 Beispiele:

1) A steckt die Scheune von B in Brand, weil er sich an ihm rächen will. Er geht jedoch sicher davon aus, dass B gerade auf einem Fest in einer anderen Stadt ist.

2) A steckt die Scheune von B in Brand, weil er sich an ihm rächen will. Er weiß jedoch nicht genau, ob sich B gerade in der Scheune aufhält. Er will dies nicht und hält dies auch nicht für wahrscheinlich. Die Möglichkeit sieht er jedoch und handelt trotzdem.

Hat A sich wegen § 212 StGB (ggf. § 211 StGB) strafbar gemacht?

Im Fall 1) würde man wohl eindeutig zu dem Ergebnis kommen, dass hier kein dolus eventualis vorliegt, da A sich sicher ist, dass B sich nicht in der Scheune befindet.

Im Fall 2) sieht die Lage anders aus. Die h.M. würde hier sagen, dass A, weil er die Möglichkeit gesehen hat, den Tod des B billigend in Kauf nimmt.

Jetzt gibt es allerdings an dieser Stelle einen Meinungsstreit, bei dem verschiedene Theorien zu verschiedenen Ergebnissen führen (Möglichkeitstheorie, Wahrscheinlichkeitstheorie und noch einige mehr). Nach der Möglichkeitstheorie liegt dolus eventualis vor, während er nach der Wahrscheinlichkeitstheorie in diesem Fall nicht vorliegt
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