Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Zustandekommen eines Kaufvertrages
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> VWL/BWL-Forum -> Zustandekommen eines Kaufvertrages
 
Autor Nachricht
mito
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 03.07.2005
Beiträge: 137

BeitragVerfasst am: 30 Nov 2006 - 16:01:36    Titel: Zustandekommen eines Kaufvertrages

Frage: Aufgrund eines unverbindlichen Angebotes bestelle ich beim Lieferanten. Ist ein Kaufvertrag zustande gekommen?

Meine Antwort: Nein, erst bei Auftragsbestätigung oder Lieferung, da unverbindlich


Prüfer: ja, es ist trozdem eine willenserklärung



kann mir dazu mal einer ein § nennen, bin mir sehr sicher dass meine antwort stimmt.


2. Frage

Wie lange ist ein schriftliches Angebot gültig?

Meine Antwort: Solange wie im normalfall mit einer Antwort zu rechnen ist, ca. 1 woche...

Prüfer: Nein, bis auf widerruf



so jetzt sagt mir bitte dass ich recht hab Very Happy
libero
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 23.11.2006
Beiträge: 45
Wohnort: Düsseldorf

BeitragVerfasst am: 30 Nov 2006 - 18:31:52    Titel:

Die Paragraphen für den Kaufvertrag sind 145, 147 und 433.

Der Prüfer hat recht, wenn er sagt, dass mit der Bestellung eine Willenserklärung vorliegt. Allerdings reicht eine Willenserklärung für das zustande kommen eines Vertrages nicht aus. Insofern ist deine Antwort richtig.
Dies gilt nur wenn ein unverbindlisches Angebot vorliegt. Bei einem verbindlichen hätte der Prüfer recht.

Auch bei der zweiten Frage würde ich dir recht geben allerdings würde ich eher 3-4 Tage sagen.
loewentatze
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 29.04.2005
Beiträge: 396

BeitragVerfasst am: 30 Nov 2006 - 19:02:16    Titel:

Ich denke, es ist hier wichtig ob es sich um mindestens einen Kaufmann im Sinne des HGB handelt. Dort gelten leicht andere Regeln, die den Kaufmann weniger schützen als die Regeln im BGB. Smile
Labus
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 28.09.2004
Beiträge: 2598
Wohnort: Rhein-Main-Gebiet

BeitragVerfasst am: 01 Dez 2006 - 10:32:07    Titel:

Der Einwand mit dem HGB ist für Fall eins richtig, für Fall 2 irrelevant. Problem ist bei Fall eins nur, dass die Ausgangssituation nicht so klar ist, wie sie auf den ersten Blick scheint.

Wenn eine laufende Geschäftsbeziehung zwischen Kaufmann und Lieferant besteht und dieser macht ein Angebot dann gilt dieses Angebot als Willenserklärung und ist nicht unverbindlich (kann auch nicht eingeschränkt werden). Er kann sich dann nicht auf den Bereich der "Anpreisung" zurückziehen, auch wenn es eine Massenwerbung an seine Kunden war. Maximal klare Einschränkungen wie "Nur solange der Vorrat reicht" haben eine entsprechende Wirkung, dass er, sobald der Vorrat zur Neige gegangen ist, nicht mehr an das Angebot gebunden ist. Aber es wird dadurch nicht unverbindlich. Schreibt er hingegen nur "unverbindlich" rein - ist es Wurst.

In Bezug auf die Ausgangssitutation stellt sich jetzt die Frage, ob das "Ich bestelle aufgrund eines unverbindlichen Angebots beim Lieferanten" - das "Ich" in dem Fall privat (dann BGB) oder als Bevollmächtiger seines Arbeitgebers (dann HGB) handelt. Darüber hinaus müsste die Beziehung zwischen "ich" und Lieferant geklärt sein. Allerdings muss ich in einer Prüfungssituation - es klingt nach einer kfm.Prüfung - entweder bei Unklarheit nachfragen oder die Frage allumfassent beantworten, also jede Möglichkeit. Wer allerdings von "beim Lieferanten" redet, dem würde ich erst einmal eine bestehende Geschäftsbeziehung und einen kfm-kfm-Geschäftsfall unterstellen.

Wenn als "ich" im Rahmen meines Arbeitsplatzes beim Lieferenten (mit Geschäftsbez.) aufgrund eines "unverbindlichen" Angebots bestelle ist daher tatsächlich schon mit der Bestellung ein Vertrag zustande gekommen, weil das Angebot nicht unverbindlich sein kann und somit eine WE darstellt. *


Ebenso verhält es sich im Bereich der Verbindlichkeit schriftlicher Angebote = WE. Ein Angebot = WE ist solange gültig bis es widerrufen wird. Das kann durch ausdrücklichen Widerruf oder aber auch durch ein abgeändertes Angebot = WE oder durch klare Einstellung der Verhandlungen erfolgen - muss auch nicht schriftlich sein. Diese Regel greift nur dann nicht, wenn die Gültigkeit im Angebot / WE ausdrücklich beschränkt ist. "Wir halten uns an das Angebot bis zum xx.xx.20xx gebunden." Das übrigens hat nichts mit BGB zu tun sondern ist herrschende Rechtsauffassung für WE im BGB.

Theoretisch gäbe es also die Möglichkeit das schriftliche Angebote wie andere WE Jahrzehnte eine gültige Bindung hätten. Bei "anderen" WE ist dem auch so...bei Angeboten wird der Zeitraum allerdings eingeschränkt. Allerdings gibt es keine Faustregel sondern müsste im Zweifel von einem Gericht entschieden werden. Der Zeitraum schwankt allerdings je nach Art des Geschäftes.


* ich bin mir sogar nicht sicher, ob es bei kfm-kfm Geschäften überhaupt einer lfd. Geschäftsbeziehung bedarf. Aber das müsste jemand anderes beantworten.
mito
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 03.07.2005
Beiträge: 137

BeitragVerfasst am: 01 Dez 2006 - 13:39:27    Titel:

danke für die antwort. das "ich" war auf den betrieb bezogen. also unsere firma kauft bei der anderen firma..


aber bei dem angebot heißt es doch nach § 147 Annahmefrist

(2) Der einem Abwesenden gemachte Antrag kann nur bis zu dem Zeitpunkt angenommen werden, in welchem der Antragende den Eingang der Antwort unter regelmäßigen Umständen erwarten darf.


Also kann es doch nicht sein, dass das Angebot unbegrenzt gültig ist. Oder??
Labus
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 28.09.2004
Beiträge: 2598
Wohnort: Rhein-Main-Gebiet

BeitragVerfasst am: 01 Dez 2006 - 14:09:05    Titel:

BGB § 147 - Sch*** den gibt es ja auch noch.

Ok. Da denke ich muss ich meine Meinung bis aufs weitere relativieren. Ich dachte das wäre allgemein so (BGB/HGB) allerdings scheine ich da einer falschen Erinnerung auferlegen zu sein oder ich kriege den Zusammenhang i.V.m. § 147 (2) nicht hin. Gab es da vielleicht doch einen Unterschied zwischen Privatkauf und kaufmännischem Geschäftsgebahren? Sorry, ich kriegs nicht belastbar mehr zusammen.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> VWL/BWL-Forum -> Zustandekommen eines Kaufvertrages
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum