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Warum denn für Politik interessieren?
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Whoooo
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Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 8988

BeitragVerfasst am: 02 Dez 2006 - 18:01:05    Titel: Warum denn für Politik interessieren?

Jetzt mal ernsthaft: Wir mündigen Bürger nehmen an der Bundespolitik exakt alle vier Jahre teil (von gelegentlichen Parlamentsauflösungen mal abgesehen). Dann haben wir keine Möglichkeit auf die Entscheidungen der Abgeordneten Einfluss zu nehmen. Warum sollten wir uns dann überhaupt für Politik interessieren? Es reicht doch eigentlich völlig aus, wenn wir uns nach der Wahlperiode die Entscheidungen und Auswirkungen ansehen und dann die aktuellen Programme der großen Parteien. Also warum dann schön aktuelle Nachrichten schauen und lesen, wenn wir da eh nix dran ändern können?
Carcharoth
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Anmeldungsdatum: 19.07.2006
Beiträge: 1536

BeitragVerfasst am: 02 Dez 2006 - 18:30:51    Titel:

Okay, ne sehr indirekte Antwort zugegeben...

Aber wenn wir über nichts nachdächten, woran wir nicht viel ändern könnten, würden wir sehr rasch in der eigenen Dummheit versumpfen.

Gleichgültigkeit ist meiner Meinung nach etwas schreckliches und würde langfristig sicherlich den Untergang der Menschheit bedeuten.
-=rand=-
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Anmeldungsdatum: 21.03.2005
Beiträge: 959

BeitragVerfasst am: 02 Dez 2006 - 18:41:56    Titel:

@whoooo

du hast vollkommen Recht mit der Aussage....ich finde es schon schlimm, dass es in Deutschland z.B. NIEMALS Volksentscheide gibt (so wie sie in vielen anderen demokratischen Nationen üblich sind).

Aber warum ist das so?

Vermutlich liegt dies (wiedermal) an unserer Geschichte.
Ich denke mal die Politiker haben vor den Ergebnissen solcher Volksentscheide Angst. Man schaue sich nur mal die Volksentscheide anderer europäischer Nationen zur EU Verfassung an.

Aber irgendwann kommt der Tag an dem sich mündige Bürger nicht mehr bevormunden lassen.



Das ist sie eben, unsere "1 mal in 4 Jahren" Demokratie.


Ich denke grade nur an den Fall "Zwangsdienst für Männer". Alle wissen doch dass dieser gegen das Grundgesetz verstößt, doch was kann ich als normaler Bürger dagegen tun, nichts.
Alle wissen, dass dieser gegen die Gleichberechtigung massiv verstößt, doch das ist politisch unkorrekt also wird es nich wahrgenommen und totgeschwiegen.
samba1
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Anmeldungsdatum: 25.05.2006
Beiträge: 613

BeitragVerfasst am: 02 Dez 2006 - 19:07:02    Titel:

Bei der Rechtschreibreform wär eine Volksbefragung sicher besser las das einfach zu bestimmen.
Nutz
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Anmeldungsdatum: 05.08.2005
Beiträge: 2093

BeitragVerfasst am: 03 Dez 2006 - 11:57:53    Titel:

Das Problem an Volksabstimmungen ist das sie ein Fest für Rattenfänger sind.

Versuch doch mal eine Steuererhöhung durchzusetzen und mag sie noch so sinnvoll sein.

Es besteht ja schon die Möglichkeit Einfluß auf seinen Abgeordneten zu nehmen.

Ansonsten bleibt halt zu sagen das zumindest jedes demokratische Volk die Regierung hat die es verdient.

Wir z.B. haben nach der Wiedervereinigung bewiesen das wir lieber belogen werden wollen. Sowas merken sich auch die Politiker...
LaChatte
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 1479

BeitragVerfasst am: 03 Dez 2006 - 13:53:36    Titel:

Zitat:
Ich erinnere an die Volksbefragung zur europäischen Verfassung in Frankfreich. Das war ein Denkzettel für die Regierung. Die europäische Verfassung hat dort mit Sicherheit keiner durchgearbeitet.

Will ich der aktuellen Regierung ans Bein pinkeln, wofür es eigentlich immer irgendeinen Grund gibt, dann muss ich nur eine Volksbefragung initiieren und zwar nicht zum eigentlichen Thema, sondern zu irgend etwas anderem.


Das Problem ist: in Frankreich gibts auch keine regelmässigen Abstimmungen - und da wird eben die erstbeste Gelegenheit ergriffen. Das ist nicht mehr als menschlich.

Wenn allerdings das Volk regelmässig zu allen Themen befragt wird, wirds keine allgemeinen Denkzettel mehr benötigen - weil sie die Leute immer wieder äussern können.
LaChatte
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 1479

BeitragVerfasst am: 03 Dez 2006 - 13:56:18    Titel:

Zitat:
Wie sehe denn ein Volksentscheid auf Bundesebene aus?

20 % interessierte die sich ihre Entscheidung überlegen
40 % komm ich heute nicht komm ich morgen Entscheidungen
10 % Radikale
30 % entfällt wegen zu geringer Beteiligung


Bei den Politikern selbst dürften diese Verhältnisse nicht viel anders aussehen. Zusätzlich kommen bei den Politikern noch die Lobby-Entscheidungen hinzu, wo sie die Interessen bestimmter Branchen vertreten, die somit überproportional viel Gewicht bekommen.

Zitat:
Allein schon die tatsache das den meisten Menschen einfach das Fachwissen fehlt um Entscheidungen zu fällen. (niemand kann über alles bescheid wissen).


Gilt ebenso für die Politiker. Und wer sagt denn, dass Bauchentscheidungen per se schlecht sind?
Guido
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Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 717
Wohnort: Süddeutschland

BeitragVerfasst am: 03 Dez 2006 - 14:00:39    Titel: Re: Warum denn für Politik interessieren?

Whoooo hat folgendes geschrieben:
Warum sollten wir uns dann überhaupt für Politik interessieren? Es reicht doch eigentlich völlig aus, wenn wir uns nach der Wahlperiode die Entscheidungen und Auswirkungen ansehen und dann die aktuellen Programme der großen Parteien. Also warum dann schön aktuelle Nachrichten schauen und lesen, wenn wir da eh nix dran ändern können?


Vielleicht um gerade an diesem Zustand etwas zu ändern?

Wir wären heute noch Sklaven und Leibeigene, wenn es nicht bereits vor Jahrhunderten Menschen gegeben hätte, die das nicht OK fanden und die dagegen aufbegehrten.

Volksabstimmungen, politische Streiks, Amtsenthebungsverfahren, volle Informationsfreiheit und all die anderen Instrumente reifer Demokratien gibt es in unserer erst ca. 60 Jahre alten Republik noch nicht. Und es wird sie auch nur dann geben, wenn Menschen sie beharrlich einfordern.

Gottseidank ist das heute möglich, ohne gewaltsam gegen die herrschende Klasse vorgehen zu müssen. Die vorhandene rudimentäre Demokratie kann friedlich weiter entwickelt werden.

Dazu bedarf es allerdings politisch interessierter Menschen.
Daniel84
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Anmeldungsdatum: 05.10.2006
Beiträge: 135

BeitragVerfasst am: 03 Dez 2006 - 14:09:40    Titel:

Politker haben in der Regel Berater die Qualifiziert sein sollten über bestimmte Fachrichtungen zu entscheiden. (betonung liegt auf sollten das es nicht immer so ist naja...)

Das diverse Wirtschaftliche Intressen in Entscheidungen einfliessen finde ich absolut in Ordnung. Denn Lieber habe ich eine mitbestimmende Lobby, als 10 % Rechtsradikaler oder 10 % unzufriedener hartz 4 Empfänger hinter einer Entscheidung.

Die Gefahr von Stimmungspolitik währe enorm.
Lehrbuchbeispiel:
innerhalb einer Woche gibt es 10 Sexuelle übergriffe an Kindern! Wie sehe der Volksentscheid für die "Totesstrafe" in der nächsten Woche aus?

Wer soll denn überhaupt Bestimmen welche Entscheidungen man dem Volk überlässt? Sollte Grundsätzlich alles vom Volk entschieden werden?
Wolln wir gleich die repräsentative Demokratie abschaffen^^
LaChatte
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 1479

BeitragVerfasst am: 03 Dez 2006 - 14:23:34    Titel:

Zitat:
Das diverse Wirtschaftliche Intressen in Entscheidungen einfliessen finde ich absolut in Ordnung. Denn Lieber habe ich eine mitbestimmende Lobby, als 10 % Rechtsradikaler oder 10 % unzufriedener hartz 4 Empfänger hinter einer Entscheidung.


Ich bin der Meinung, dass auch Rechtsradikale und Hartz-IV-Empfänger nicht BürgerInnen zweiter Klasse sind und somit ein Recht auf Mitbeteiligung haben und ein Recht darauf, ihre Meinung zu äussern und Gesetze vorzuschlagen und zur Diskussion zu stellen. Vielleicht sind diese Gruppen ja gerade darum so unzufrieden, weil niemand auf sie hört? Und vielleicht greifen sie gerade darum zu extremen Mitteln wie Ausländer-jagen oder Häuser-anzünden, weil es ihnen die einzige Möglichkeit scheint, irgendwie mit ihren Anliegen in die Medien zu kommen?

Und wenn grosse Teile der Bevölkerung nicht explizit in der Regierung vertreten sind, so kann man Politiker nicht mehr "Volksvertreter" nennen - was sie ja sein sollten.

Zitat:
Die Gefahr von Stimmungspolitik währe enorm.
Lehrbuchbeispiel:
innerhalb einer Woche gibt es 10 Sexuelle übergriffe an Kindern! Wie sehe der Volksentscheid für die "Totesstrafe" in der nächsten Woche aus?


Antwort aus der Praxis: in der Schweiz mit einer über hundertjährigen Tradition in direkter Demokratie - gibts die Todesstrafe nicht. Ausserdem braucht die Vorbereitung von Abstimmungen so ihre Zeit... angenommen, diese Woche gäbe es diese zehn sexuellen Übergriffe, so wäre eine Abstimmung zum Thema vielleicht in einem Jahr zu erwarten... und bis dahin ist Zeit genug, die Gemüter zu kühlen und das Thema von allen Seiten zu diskutieren und Lösungen zu suchen.

Umfragen und Stammtischgeplauder dienen eben nicht als zuverlässige Prognosen von Abstimmungsresultaten.

Zitat:
Wer soll denn überhaupt Bestimmen welche Entscheidungen man dem Volk überlässt? Sollte Grundsätzlich alles vom Volk entschieden werden?


Nein, der Preis einer Portion Kaffee in der bundestagseigenen Kaffeemaschine muss nicht vom Volk bestimmt werden. Laughing

Grundsätzlich KANN (nicht muss) alles vom Volk entschieden werden - mit Instrumenten wie Initiative und fakultativem oder obligatorischem Referendum.

Zitat:
Wolln wir gleich die repräsentative Demokratie abschaffen^^


ja gerne. wird höchste Zeit...
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