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Warum denn für Politik interessieren?
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Warum denn für Politik interessieren?
 
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coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 03 Dez 2006 - 12:14:07    Titel: Re: Warum denn für Politik interessieren?

Whoooo hat folgendes geschrieben:
Jetzt mal ernsthaft: Wir mündigen Bürger nehmen an der Bundespolitik exakt alle vier Jahre teil (von gelegentlichen Parlamentsauflösungen mal abgesehen). Dann haben wir keine Möglichkeit auf die Entscheidungen der Abgeordneten Einfluss zu nehmen. Warum sollten wir uns dann überhaupt für Politik interessieren? Es reicht doch eigentlich völlig aus, wenn wir uns nach der Wahlperiode die Entscheidungen und Auswirkungen ansehen und dann die aktuellen Programme der großen Parteien. Also warum dann schön aktuelle Nachrichten schauen und lesen, wenn wir da eh nix dran ändern können?


Natürlich können wir viel bewegen. Denke an die (meiner Meinung nach ungerechtfertigten) Proteste gegen die Hartz IV-Gesetzgebung, die nun anlaufenden Proteste gegen den Gesundheitsmurks und viele weitere. Ferner ist es meines Erachtens nach wichtig über Sachen informiert zu sein, die einen direkt betreffen. Wenn deine Uni geschlossen wird, möchtest du das sicher auch vorher erfahren und nicht erst, wenn du vor verschlossener Tür stehst. So ist es auch mit der Politik. Wenn ich morgen plötzlich 19vH Umsatzsteuer zahlen muss will ich das vorher wissen, damit ich mir vorher einen neuen Duo-Core mit 2GB-Ram-Notebook Very Happy kaufen kann, bevor er halt um 3vH teurer wird.

Da fällt mir ein, dass ich noch ein paar andere Sachen kaufen sollte...

Politische Grüße
coffeinjunky
LaChatte
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 1479

BeitragVerfasst am: 03 Dez 2006 - 12:42:03    Titel:

Zitat:
Das Problem an Volksabstimmungen ist das sie ein Fest für Rattenfänger sind.

Versuch doch mal eine Steuererhöhung durchzusetzen und mag sie noch so sinnvoll sein.


Diejenigen, die von dieser Erhöhung profitieren, werden ja stimmen. Die andern Nein. Im übrigen halte ich es für eine dumme Idee, Menschen grundsätzlich für dumm zu halten.

Und dass sich die Leute die Frage stellen, wofür diese zusätzlich erhobenen Gelder eingesetzt werden, ist nicht mehr als normal.
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 03 Dez 2006 - 13:00:07    Titel:

Ich erinnere an die Volksbefragung zur europäischen Verfassung in Frankfreich. Das war ein Denkzettel für die Regierung. Die europäische Verfassung hat dort mit Sicherheit keiner durchgearbeitet.

Will ich der aktuellen Regierung ans Bein pinkeln, wofür es eigentlich immer irgendeinen Grund gibt, dann muss ich nur eine Volksbefragung initiieren und zwar nicht zum eigentlichen Thema, sondern zu irgend etwas anderem.

So lange die Menschen bei Landtagswahlen, immer versuchen der Bundesregierung eins auszuwischen, so lange halte ich sie nicht für reif, konkrete Fragestellungen abstrahierend von Politikern und Parteien zu durchdenken.

Der 4 Jahresrhythmus ist optimal. Die Ergebnisse von Politik kann jeder beurteilen, nämlich daran ob es ihm nach einiger Zeit besser oder schlechter geht. Den Sinn und Unsinn einer Euroeinführung, einer europäischen Verfassung etc... geht den Meisten doch am "Allerwertesten" vorbei. Da gibt es nur diffuse Befindlichkeiten.

Gruß
Pauker
Daniel84
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Anmeldungsdatum: 05.10.2006
Beiträge: 135

BeitragVerfasst am: 03 Dez 2006 - 13:46:03    Titel:

Wie sehe denn ein Volksentscheid auf Bundesebene aus?

20 % interessierte die sich ihre Entscheidung überlegen
40 % komm ich heute nicht komm ich morgen Entscheidungen
10 % Radikale
30 % entfällt wegen zu geringer Beteiligung

Sollte so das Bundesgeschehen gelenkt werden? Es hat viele Vorteile das es eben keine solchen Entscheide gibt.

Allein schon die tatsache das den meisten Menschen einfach das Fachwissen fehlt um Entscheidungen zu fällen. (niemand kann über alles bescheid wissen). Hätte mich damals jemand zu Einführung des Euros befragt wäre meine Entscheidung auch aus dem Bauch herraus gefallen, aber wer zieht schon die Internationale Währungspolitik oder Wirtschaftspolitik in seine Entscheidung mit ein.

Wer wikrlich intresse hat ins politische geschehen einzugreifen kann dies über Verbände, Gewerkschaften oder eben Parteien tun.
samba1
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Anmeldungsdatum: 25.05.2006
Beiträge: 613

BeitragVerfasst am: 03 Dez 2006 - 14:38:16    Titel:

Bei wichtigen Fragen wie z.b. Europapolitik, Rechtschreibreform muß das Volk gefragt werden. Da bestimmen irgendwelche Unwissende über unsere Sprache und bezahlen dürfen alle für die Fehler.
Daniel84
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Anmeldungsdatum: 05.10.2006
Beiträge: 135

BeitragVerfasst am: 03 Dez 2006 - 14:48:42    Titel:

Zitat:
Bei wichtigen Fragen wie z.b. Europapolitik, Rechtschreibreform muß das Volk gefragt werden. Da bestimmen irgendwelche Unwissende über unsere Sprache und bezahlen dürfen alle für die Fehler.



Warum?

Menschen würden sich mit ihrer Entscheidung nur für oder gegen die aktuelle Regierung richten. Die Entscheidung hätte aber keinen fachspezifischen Hintergrund...

Mehr direkte Demokratie ist in meinen Augen keine Lösung.

Mehr einsicht in die Politik mehr Informationen, der Transparente Politiker etc. würde doch schon ausreichen. Eine Wahl ist immer eine Vertauensbekundung gegenüber einem Politiker oder einer Partei, wird dieses Vertrauen ausgenutz (im schlimmsten fall zur eigene Bereicherung) muss dies Gefängnisstrafen mit sich bringen.
samba1
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Anmeldungsdatum: 25.05.2006
Beiträge: 613

BeitragVerfasst am: 03 Dez 2006 - 15:18:54    Titel:

Die derzeitige Korruption bringt noch weniger. Darum bin für Demokratische Strukturen.
Carcharoth
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Anmeldungsdatum: 19.07.2006
Beiträge: 1536

BeitragVerfasst am: 03 Dez 2006 - 17:49:05    Titel:

>>Die derzeitige Korruption bringt noch weniger. Darum bin für Demokratische Strukturen.<<

Ja, ich bin auch dafür, dass in Weißrussland endlich demokratische Strukturen einkehren...

Sorry, aber Menschen, die von Deutschland wie von der letzten Bananenrepublik reden, kann ich politisch nicht ernstnehmen.

Und Leute wie du sind eben auch das Problem was ich bei Volksentscheiden sehe, ähnlich wie Pauker. Es wird immer gemotzt, dass Dinge wie Rechtschreibreformen oder die EU-Verfassung von "Unwissenden", wie hier so schön fabuliert wurde, am Grünen Tisch durchgesetzt würden. Das mag in Ansätzen stimmen.
Aber diese Hofbräukeller-Politologen ziehen dann eine abenteuerliche Konsequenz daraus: zur Demonstration stärkerer demokratischer Strukturen fordern sie, stattdessen ein ganzes Volk von Unwissenden über die jeweilige Thematik abstimmen zu lassen!
Glaubt ihr, die ihr solche Forderungen stellt, wirklich, dass jeder wahlberechtigte Deutsche sich mit der EU-Verfassung eingehend beschäftigt hätte? Glaubt ihr wirklich, dass hier sachbezogen abgestimmt würde? Glaubt ihr wirklich dass ein von den Massenmedien aufgeheiztes Volksorgan eine seriöse Entscheidung über Steuererhöhungen treffen könnte?

Auch das Argument, bei Volksabstimmungen zu jeder politischen Thematik würde sachbezogen abgestimmt, zieht bei mir nicht. Dass "viel Demokratie", d.h., der Interpretation folgend, viele Wahlen und Volksentscheide, nicht demokratisch, sondern demontierend wirkt, haben die unzähligen Wahlen in der Weimarer Republik gezeigt. Darüber mögen diejenigen, die sich über ein "zu wenig" an Demokratie in der gegenwärtigen Bundesrepublik mokieren, einmal nachdenken.
LaChatte
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 1479

BeitragVerfasst am: 03 Dez 2006 - 18:19:52    Titel:

Zitat:
Glaubt ihr wirklich, dass hier sachbezogen abgestimmt würde? Glaubt ihr wirklich dass ein von den Massenmedien aufgeheiztes Volksorgan eine seriöse Entscheidung über Steuererhöhungen treffen könnte?


Hältst du die Mehrheit der Wahlberechtigten für so dumm und so leicht manipulierbar, dass sie von ein paar Boulevard-Parolen aufgehetzt werden? Wie kommst du zu deiner schlechten Meinung über deine Landsleute?

Zitat:
Dass "viel Demokratie", d.h., der Interpretation folgend, viele Wahlen und Volksentscheide, nicht demokratisch, sondern demontierend wirkt, haben die unzähligen Wahlen in der Weimarer Republik gezeigt.


Die Schweiz hält sich erstaunlich gut in Anbetracht der vielen Volksabstimmungen, die laufend geschehen... und existierte als Staatsform nach den heutigen Prinzipien im Wesentlichen schon dann, als Deutschland noch von einem Kaiser regiert wurde.

Zitat:
stattdessen ein ganzes Volk von Unwissenden über die jeweilige Thematik abstimmen zu lassen!


Ich bin davon überzeugt, dass sich die Menschen bei wichtigen Vorlagen immer bewusst sind, was es für ihr eigenes Leben bedeutet, während Berufspolitiker oft vom Alltag derer, die sie vertreten sollen, keine Ahnung mehr haben.
Carcharoth
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Anmeldungsdatum: 19.07.2006
Beiträge: 1536

BeitragVerfasst am: 03 Dez 2006 - 18:39:17    Titel:

>>Hältst du die Mehrheit der Wahlberechtigten für so dumm und so leicht manipulierbar, dass sie von ein paar Boulevard-Parolen aufgehetzt werden? Wie kommst du zu deiner schlechten Meinung über deine Landsleute?<<

Ja, ich halte sie für so dumm und so leicht manipulierbar. Sieh dich doch um und nimm die Rosarot-Brille ab, sprich mit den Menschen. Differenzierte Meinungsbilder wirst du nur in den seltensten Fällen antreffen. Es ist traurig dass es so ist, und die Menschen als Individuen sind deswegen nicht schlecht. Aber in der Masse sind sie nur ein einziger, blindwütiger Haufen des Elends.

>>Ich bin davon überzeugt, dass sich die Menschen bei wichtigen Vorlagen immer bewusst sind, was es für ihr eigenes Leben bedeutet, während Berufspolitiker oft vom Alltag derer, die sie vertreten sollen, keine Ahnung mehr haben.<<

Ja. Das mag sein. Aber ich erachte es eben nicht als wünschenswert, eine Entscheidung nur aus egoistischen Motiven (Was bringt es mir? Was habe ich davon?) zu treffen. Das ist der große Denkfehler, den Befürworter von Volksabstimmungen machen. Eine politische Entscheidung sollte immer eine weitblickende und aufs GEMEINwohl fokussierende sein, und nicht ein kurzsichtiges Abwägen der Vor- und Nachteile für mich selbst (wenn überhaupt).

Achja, die Schweiz Smile immer wieder ein nettes Beispiel für Volksentscheidbefürworter. Bis man ihnen erzählt, dass in der Schweiz die Beteiligung an Volksentscheiden oftmals nicht mal 40 % beträgt =^.^=
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