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Soziale Kompetenz


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locoszaza21: 0 - 5-.-0.2002
Habt ihr über das Thema Info/Material oder Referate.
Ich würde mich freuen auf eine positive Nachricht.
Martin21: 0 - 5-.-0.2002
zu diesem thema haben wir den eignungstest -
http://www.uni-protokolle.de/eignungstest/sozialekompetenz.php">soziale kompetenz

soziale Kompetenz
... (sozial: auf das Zwischenmenschliche bezogen, Kompetenz: lat. competere Zusammentreffen) meint Fähigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich. Ein Mensch ist sozial kompetent, wenn seine individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten zusammentreffen mit den Anforderungen einer zwischenmenschlichen Situation.

Soziale Kompetenz (amerik: adaptive behavior) war, als psychologischer Begriff, bis Mitte dieses Jahrhunderts ein Kriterium zur Beurteilung darüber, ob eine geistige Behinderung vorliegt oder nicht, gleichrangig zur Intelligenz (im Sinne von Intelligenztests). Der Intelligenzquotient (oder IQ) hat sich daraufhin stärker durchgesetzt. Heute steht die Forderung nach der Berücksichtigung sozialer Merkmale, nach der Erfassung und Förderung des sozialen Teils der Intelligenz wieder verstärkt im Vordergrund. Auch in der Erwachsenenbildung wird der Erwerb sozialer Kompetenzen als wichtiges Lernziel angesehen.

Soziale Kompetenzen können in aufsteigendem Schwierigkeitsgrad wie folgt definiert werden: 1) Ausdruck: kann sich verständlich machen, kann eigenes Wissen, Meinungen und Wünsche einbringen; 2) Empfang: kann zuhören, andere Gruppenmitglieder beobachten, Ereignisse und gruppendynamische Prozesse wahrnehmen; 3) Offenheit: ist offen für Anregungen, kann Kritik akzeptieren, ist bereit sich mit anderen auseinanderzusetzen; 4) Kooperation: kann eigene Handlungsmöglichkeiten und Verantwortlichkeiten erkennen und wahrnehmen, kann sich auf Handlungen von anderen einstellen und sich anpassen; 5) Gestaltung: kann Beziehungen aufnehmen und gestalten, sich in einer Gruppe zurechtfinden, situationsadäquat kritisieren, eine Lernsequenz oder ein Gespräch leiten, verhält sich angemessen in gruppendynamischen Prozessen; 6) Identifikation: kann sich auf andere einstellen und Konflikte situationsgerecht angehen, behält eine gute Balance zwischen Engagement und Abgrenzung, hat ein Bewusstsein über die eigenen Möglichkeiten und Grenzen.

Literatur
Holtz, K.-L.: Geistige Behinderung und soziale Kompetenz. Analyse und Integration psychologischer Konstrukte. Heidelberg 1994.

quelle:
http://www.sociologicus.de/lexikon/lex_geb/begriffe/soziale4.htm
Grit06: 2 - 6-.-0.2002
Literatur:
Hinsch/Pfingsten: Gruppentraining sozialer Kompetenzen (GSK).Grundlagen, Durchführung, Materialien. Materialien für die klinische Praxis. BELTZ PsychologieVerlagsUnion 3., überarbeitete Auflage 1998
Hier zitierte sozial kompetente Verhaltensweisen nach Elaine Gambill:
Neinsagen
Versuchungen zurückweisen
Auf Kritik reagieren
Änderungen bei störendem Verhalten verlangen
Widerspruch äußern
Unterbrechungen im Gespräch unterbinden
Sich entschuldigen
Schwächen eingestehen
Unerwünschte Kontakte beenden
Komplimente akzeptieren
Auf Kontaktangebote reagieren
Gespräche beginnen
Gespräche aufrechterhalten
Gespräche beenden
Erwünschte Kontakte arrangieren
Um Gefallen bitten
Komplimente machen
Gefühle offen zeigen
Martin14: 0 - 6-.-0.2002
die Beispiele veranschaulichen zu der Definition sehr gut den Begriff.

nach Univ.Prof. Dr. Klaus Scala:

Soziale Kompetenz ist als wichtige Schlüsselqualifikation in aller Munde und doch kann kein gemeinsames Verständnis, was damit gemeint sein kann, vorausgesetzt werden. Soziale Kompetenz wird in sehr unterschiedlichen Situationen gebraucht. Sie ist für das Gelingen der Arbeit in einem Zweiergespräch zwischen Ärztin und Patient oder Chef und Mitarbeiter ebenso notwendig, wie bei der Konzipierung von Veränderungsprozessen in großen Unternehmen, bei der Zusammenarbeit in Teams wie bei strategischen Entscheidungen in globalen Kontexten von Politik und Wirtschaft. Wir wollen daher hier sechs Ebenen benennen, die diesen komplexen Begriff der sozialen Kompetenz konkretisieren können:

1. Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion: Mitarbeiter in Teams, Führungskräfte, Beraterinnen sind immer in der doppelten Situation, auf der einen Seite als Akteure eine Arbeitssituation zu gestalten, voranzutreiben und gleichzeitig müssen sie sich ein Stück dabei auch selber zuschauen, weil sie selber Teil der Situation sind. Es ist die Fähigkeit gefragt, zu handeln und sich dabei zugleich zu beobachten, die eigene emotionale Betroffenheit wahrzunehmen, sie zu berücksichtigen und sich auch ein Stück davon zu distanzieren, die eigenen Vorlieben zu kennen und zu wissen, in welchen Situationen die eigenen Alarmglocken läuten.

2. Soziale Diagnosefähigkeit: Professionalität zeichnet sich durch die Fähigkeit einer spezifischen Beobachtungsfähigkeit aus. Eine Ärztin „sieht“ mehr in Bezug auf den Gesundheitszustand, ein Fußballtrainer mehr bei einem Spiel als der Laie. In sozialen Kontexten ist daher die Fähigkeit, soziale Situationen differenziert wahrnehmen zu können, eine Grundvoraussetzung, um auch erfolgreich zu handeln. Wie steht es um die Arbeitsfähigkeit eines Teams? Wodurch wird sie gerade jetzt gefördert oder blockiert? Welche Unterschiede bewegen die Gruppe? Welche Themen werden vermieden?

3. Gesprächsführung: Der Arbeitstag immer zahlreicherer Berufsgruppen füllt sich zunehmend mit Besprechungen, Verhandlungen, Einzelgesprächen aller Art. Die Qualität der Arbeit hängt also in hohem Masse von der Fähigkeit ab, in Gesprächssituationen mit unterschiedlicher Zusammensetzung und Zielsetzung professionell zu führen. Dazu braucht es jeweils die passenden Formen der Gesprächsführung: für ein Feedback-Gespräch eine andere als für Konfliktgespräche, oder wenn es darum geht, Interessen durchzusetzen, Beratungsgespräche, Gespräche in einer Problemerhebung und Analyse-Absicht u.a.

4. Teamfähigkeit: in Gruppen braucht es die Fähigkeit, sich selbst inhaltlich zu positionieren, kreative Ideen einzubringen, Wissen an passender Stelle zur Verfügung zu stellen. Es ist aber auch in hohem Maße notwendig, sich auf die Gruppe zu beziehen: auf Vorschläge anderer aufbauen, zuhören, für die Beteiligung aller sorgen, Unterschiede deutlich machen und vermitteln, Konflikte ansprechen und Lösungen anbieten, für Entlastung sorgen.

5. Steuern von Arbeitsprozessen: Über die Teamfähigkeit hinaus ist vor allem für Personen mit Leitungsaufgaben Wissen gefragt, welche Bedeutung Teamarbeit in unterschiedlichen beruflichen Zusammenhängen hat, wo sie sinnvoll eingesetzt wird und welche Anforderungen an teamförmiges Arbeiten gestellt sind. Dazu kommt die Kompetenz, Arbeitsprozesse in Einzelschritte und passende soziale Kontexte zu strukturieren, Designs für alle Arten gemeinsamen Arbeitens zu entwickeln und soziale Prozesse zu moderieren.

6. Organisationskompetenz: Organisationsfähigkeit hat in den entwickelten Industriegesellschaften enorm an Bedeutung gewonnen, weil die Leistungsfähigkeit der Gesellschaft in einem wachsenden Maße von der Leistungsfähigkeit der Organisationen abhängig geworden ist. Und soziale Kompetenz ist die Basis von Organisationsfähigkeit. Wie kann man sich in Organisationen orientieren und Organisationen verstehen? Welche Brillen kann man aufsetzen, um Organisationen wahrzunehmen und welche Basisqualifikationen sind abverlangt, wenn man selbst organisierend tätig werden soll?

7. Kompetenz in der Kommunikation mit neuen Medien: Die Kommunikation erfährt gegenwärtig eine Bereicherung und damit eine Transformation durch die neuen elektronischen Medien (Internet, Intranet, email etc.). Es gilt, die Möglichkeiten dieser Medien zu erfassen, zu nutzen und mit den traditionelleren Formen direkter Interaktion in Beziehung zu setzen. Diese können teils ersetzt werden, teils werden sie mit ihrer spezifischen Leistung ganz besonders gebraucht. So hat z.B. Teamarbeit im Netz und face to face ein ganz unterschiedliches Potential. Kompetenter Umgang und differenzierter Einsatz unterschiedlicher Kommunikationsmedien wird zunehmend eine wichtige Schlüsselqualifikation.
Pippipiperl at gmx.de05: 1 - 1-.-1.2002
ich habe Fragen zum Thema Zivilcourage in Bezug auf Soziale Kompetenzen, kann mir jemand Tips geben?
Liene19: 2 - 5-.-0.2003
Hallo, hat jemand ideen was man mit denen in einer Gruppenstunde machen könnte? Auf sozio- emotionaler ebene??? Wär nett! danke
Niconic at myskoda.de04: 2 - 2-.-1.2003
Hallo

Kann mir jemand bitte erklären was ich unter der "Fähigkeit, soziale Strukturen zu erkennen und zu nutzen" verstehen soll.
AndreasJuenkerath at donbosco.de10: 1 - 1-.-0.2004
nehmen wir mal die "einfachen" Gruppenstrukturen, und davon die Struktur / Rollen : Gruppenking und Rangletzter.
Also ich erkenne, erlebe im Umgang mit der Gruppe wer das Sagen hat und auf wem die anderen alle rumhacken (Hackordnung).
Erkennen von Strukturen:
allgemein: sensibel die Beziehungen und die Umgangsformen der einzelnen Gruppenmitglieder wahrnehmen und "angepaßt" darauf reagieren.
Wer gibt den Ton an, wer bestimmt was gemacht wird, vor wem wird gebuckelt und wer wird mit Füßen getreten? Über wen wird gelästert?, wer bekommt bei unangenehmen Arbeiten den "Schwarzen Peter"?, Wer ist für die anderen der Laufbursche? ...
Nutzen:
will ich zur Gruppe dazukommen, dazugehören, dann tue ich gut daran diese Strukturen zu übernehmen, zumindest zunächst einmal.
Wenn ich nun die Gruppe für etwas gewinnen will, dann ist es am leichtesten, wenn ich den Gruppensprecher/king interessiere und begeistern kann. Wenn ich diesen gewonnen habe, dann ist mir die Zustimmung der Gruppe ziemlich sicher.
Weiß ich aber,dass der Gruppenpsprecher nicht damit einverstanden sein wird, dann fange ich "subtil" beim Rangletzten an und setze ihm die Idee ins Ohr. Dann gehe ich die Reihenfolge imme weiter hoch und habe dann die Mehrheit der Gruppe für dieses Thema gewonnen. Wenn es dann zu einer Abstimmmung (sollte es diese demokratischen Gruppenstrukturen geben) kommt, weiß ich die Mehrheit der Mitglieder auf meiner Seite.
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