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Sonderforschungsbereich für Kieler Meeresforscher verlängert

29.11.2002 - (idw) Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Presseinformation


Weitere ca. 5,5 Mio. Euro für Abschluss der Forschungsprojekte

Der Sonderforschungsbereich (SFB) 460 zum Thema "Dynamik thermohaliner Zirkulationsschwankungen" der CAU Kiel ist von der deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für eine weitere vierjährige Förderungsphase bewilligt worden. Die erfolgreiche Antragstellung, an der eine Expertengruppe des Instituts für Meereskunde (IfM) und anderer Kieler Institute ein Jahr lang arbeitete, stand unter der Leitung von Prof. Dr. Friedrich Schott vom IfM. In der gerade erfolgten vergleichenden Endbewertung von ca. 90 SFB-Anträgen aus allen Wissenschaftsbereichen durch die DFG-Gremien erhielt der Kieler SFB aufgrund seiner wissenschaftlichen Qualität einen Spitzenplatz. Durch den SFB 460 erhält die CAU zusätzliche Projektmittel von Höhe von ca. 5.5 Mio. Euro für die kommenden 4 Jahre. Das Projekt bietet Beschäftigungsmöglichkeiten für etwa 30 Nachwuchswissenschaftler und technische Mitarbeiter. Diese Bewilligung unterstreicht einmal mehr die Bedeutung der Kieler Universität als Arbeitgeber in Kiel und Schleswig-Holstein.

Der Sonderforschungsbereich läuft bereits seit 1996 und geht nun in seine Abschlussphase. Hauptziel ist es herauszufinden, welche physikalischen Zusammenhänge zwischen Schwankungen von Abkühlungsereignissen im Nordatlantik und Änderungen der Meeresströmungen und des ozeanischen Wärmetransportes bestehen. Im subpolaren Nordatlantik, d.h. in der Region zwischen Island, Grönland und Neufundland, werden die mit dem Golfstrom nach Norden transportierten Wassermassen abgekühlt und kehren dann als kaltes Tiefenwasser wieder nach Süden zurück. Diese Umwandlungsprozesse unterliegen starken Schwankungen auf Zeitskalen von Jahren bis Jahrzehnten. Zur Untersuchung der Absinkprozesse, die besonders intensiv in der winterlichen Labradorsee stattfinden, werden vom SFB 460 jährliche Schiffsvermessungen durchgeführt und verankerte Stationen in der Labradorsee und den intensiven Strömungen am westlichen Rand des Nordatlantiks aufrechterhalten. Weiterhin werden Tiefendrifter ausgesetzt, die den Kaltwassermassen über weite Entfernungen folgen und ihre Ausbreitungswege erkennen lassen. Die Auswertungen der Messungen erfolgen in enger Abstimmung mit Ergebnissen hochauflösender realistischer Computersimulationen, die ebenfalls im SFB 460 am IfM Kiel durchgeführt werden. Ein wichtiges Thema der Modell- Untersuchungen ist die Rolle, die Schwankungen im Ozean wieder rückwirkend auf die Atmosphäre haben.

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Ein weiteres Ziel des SFB 460 ist die Erforschung der Aufnahme von Treibhausgasen und anderen Spurenstoffen im Nordatlantik und deren Abhängigkeit von Schwankungen der winterlichen Abkühlungsprozesse. In Zusammenarbeit mit Arbeitsgruppen von Geomar und dem Leibniz- Institut der CAU werden auch die Ozean- Klimaschwankungen der vergangenen Jahrhunderte untersucht, um Aufschlüsse über die Rolle des Nordatlantiks im Klimageschehen in der Vergangenheit zu erarbeiten. Das verbesserte Verständnis der physikalischen Vorgänge im Nordatlantik durch den SFB 460 soll letztendlich durch Verbesserung der Modelle auch zu realistischerer Vorhersage von Auswirkungen der weiteren Zunahme atmosphärischer Treibhausgase auf das europäische Klima führen.

Da die Förderung bereits am 1. 1. 2003 beginnt, sind schnelle Abläufe zur Einstellung der Mitarbeiter notwendig, und von der CAU-Verwaltung bereits vorbereitet. Eine umfangreiche Expedition mit dem Forschungsschiff "Meteor" ins Arbeitsgebiet des SFB ist für den kommenden Sommer geplant. Designierter Sprecher des SFB 460 für die neue Bewilligungsphase ist Prof. Dr. Claus Böning vom IfM Kiel.

Kontakt: Institut für Meereskunde an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel,

Prof. Dr. Friedrich Schott, Tel.: (0431) 600 4100,
Fax: (0431) 600-174101; email: fschott@ifm.uni-kiel.de


CHRISTIAN-ALBRECHTS-UNIVERSITÄT ZU KIEL
Presse und Kommunikation, Leiterin: Susanne Schuck
Postanschrift: D-24098 Kiel, Telefon: (0431) 880-2104, Telefax: (0431) 880-1355
e-mail: presse@uv.uni-kiel.de, Internet: www.uni-kiel.de
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