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Eine Stiftungsprofessur für die Gesundheitswissenschaften

23.05.2005 - (idw) Universität Bielefeld

Die Herforder CARINA Stiftung fördert die Bielefelder Fakultät für Gesundheitswissenschaften Schwerpunkt auf dem Gebiet der psychoonkologischen Beratung Die Herforder CARINA Stiftung stiftet der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld eine Professur. Für fünf Jahre übernimmt sie die volle Finanzierung eines Lehrstuhls mit der Ausrichtung auf die psychosoziale Versorgung. Im Zentrum der Arbeit des Lehrstuhls soll die systematische Erforschung von Konzepten der Beratung von Krebspatientinnen und -patienten und deren Angehörigen stehen. In diesem Bereich hat die CARINA Stiftung, die bis zum vorigen Jahr noch den Namen SULO Stiftung trug, seit ihrer Gründung im Jahre 1994 umfangreiche praktische Erfahrungen gesammelt. Durch die Finanzierung eines Lehrstuhls an einer Universität sollen diese Erfahrungen in die systematische wissenschaftliche Forschung einbezogen werden. Die Besetzung der Professur ist im Oktober dieses Jahres geplant - die Universität Bielefeld wird diese Professur nach Ablauf der fünf Jahre aus eigenen Mitteln weiterfinanzieren.

Das Gesundheitsministerium in Düsseldorf unterstützt das neue Arbeitsgebiet an der Universität Bie-lefeld nachdrücklich. In einem Schreiben der Gesundheitsministerin Birgit Fischer heißt es dazu: "Mein Haus begrüßt die Weiterentwicklung der psychosozialen und psychoonkologischen Versorgung in Nordrhein-Westfalen mit Blick auf die Zielsetzung einer ganzheitlichen Betreuung krebskranker Menschen und ihrer Angehörigen. Ich unterstütze deshalb aus gesundheitspolitischer Sicht nachhaltig die Umsetzung psychoonkologischer Leistungsangebote in der ärztlichen Behandlung. Krebs-
erkrankungen führen viele Patientinnen und Patienten an ihre körperlichen und seelischen Grenzen. Hier eröffnet das Projekt der CARINA Stiftung Perspektiven für eine breite Berücksichtigung der Psychoonkologie in der Krebserforschung im Land NRW." Auch vom Rektorat der Universität wurde die Initiative der CARINA Stiftung mit großer Zustimmung aufgenommen.

"Für die Fakultät für Gesundheitswissenschaften ist die Stiftungsprofessur das schönste Geburtstagsgeschenk", sagt der Dekan der Fakultät, Professor Dr. Klaus Hurrelmann, der vor einigen Monaten das zehnjährige Jubiläum seiner Fakultät feiern konnte. "Wir können damit das bisherige Spektrum der Gesundheitsforschung an unserer Fakultät weiter ausbauen und unseren Schwerpunkt der Versorgungsforschung stärken. Schon in den vergangenen zehn Jahren hat die Fakultät Untersuchungen vorgelegt, wie die Risikofaktoren für die heute vorherrschenden chronischen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Abhängigkeitskrankheiten reduziert werden können. Auch haben Forschungsgruppen der Fakultät Studien durchgeführt, wie Menschen mit einer manifest gewordenen Krankheit bei der Verarbeitung und psychischen Stabilisierung unterstützt werden können. In dieses Gebiet fällt die neue Professur, die unsere Kompetenz nun um den Bereich der Beratung von Krebskranken erweitert."

Die Carina Stiftung hat sich seit ihrer Gründung intensiv um den Aufbau von Beratungsstrukturen für die psychosoziale Versorgung von krebskranken Menschen und ihren Angehörigen bemüht. Sie versteht die psychische und die soziale Betreuung dieser Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen als integralen Bestandteil der Krebstherapie. Die Stiftungsprofessur wurde daher auch mit dem Ziel initiiert, eine universitäre Anbindung für die vor fast zehn Jahren von der CARINA Stiftung am Klinikum des Kreises Herford gegründeten Abteilung für Psychoonkologie zu schaffen.

Die Arbeit dieser eigenständigen Abteilung wird bereits an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften in einem Projekt wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Unter der Leitung von Professor Dr. Bernhard Badura werden Arbeitsweise und Ergebnisse des am Herforder Klinikum entwickelten Versorgungsprogramms auf den wissenschaftlichen Prüfstand gestellt. Ziel dieses Projekts, an dem neben sieben großen Kliniken in Ostwestfalen-Lippe auch das Gesundheitsministerium, Krankenkassen und die Krankenhausgesellschaft teilnehmen, ist die Entwicklung eines qualitätsgesicherten Systems einer strukturierten und evidenzgestützten psychoonkologischen Betreuung. Dieses System soll bundesweites Vorbild für die Verankerung einer flächendeckenden psychoonkologischen Versorgung in der kassenfinanzierten Regelversorgung in Krebszentren werden.


Gesundheitspolitisch hat das Modellprojekt der CARINA Stiftung bereits große Zustimmung gefunden. Es wurde Ende 2003 im Landeswettbewerb "Gesundes Land NRW" mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Kontakt:
Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld, Telefon 0521/106-4669 oder 106-3834, E-Mail: klaus.hurrelmann@uni-bielefeld.de

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