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15-Millionen Wissenschaftsförderung für Schleswig-Holstein

27.05.2005 - (idw) Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Jost de Jager: "15-Millionen-Förderung der Wissenschaft
belegt hohes Niveau der Forschung in Schleswig-Holstein"

Kiel/Lübeck/Borstel. Im Wettlauf um Forschungsmittel haben Schleswig-Holsteins Wissenschaftler eine gute Ernte eingefahren: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den Universitäten Kiel und Lübeck sowie dem Forschungszentrum Borstel für fächerübergreifende Forschungsprojekte insgesamt rund 15 Millionen Euro bewilligt. Dabei handelt es sich um vier Sonderforschungsbereiche (SFB) in den Disziplinen Molekularbiologie und Medizin sowie Plasmaphysik und Plasmatechnologie. Drei der SFB werden zum 1. Juli 2005 neu eingerichtet, ein Sonderforschungsbereich geht in eine zweite Förderperiode von vier Jahren Dauer. Wie Schleswig-Holsteins Wissenschafts-Staatssekretär Jost de Jager am Freitag (27. Mai) in Kiel sagte, sei es außerdem gelungen, Mittel in Höhe von knapp 1,2 Millionen Euro für eine Nachwuchsgruppe eines Sonderforschungsbereichs einzuwerben, die sich an der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) unter anderem mit den intrazellulären Signalwegen in Tumoren befasst. "Die Bewilligungen für die Sonderforschungsbereiche sind ein großer Erfolg der schleswig-holsteinischen Wissenschaft und dokumentieren das hohe Niveau unserer Forschung", sagte de Jager und erinnerte an das Ziel der Landesregierung, Forschung und Wirtschaft in Zukunft stärker zu verzahnen. "Unter dem Motto ,Wissen schafft Arbeit' müssen wir den Wissenstransfer von den Hochschulen in die Betriebe beschleunigen, damit Forschung sich in wettbewerbsfähigen Produkten niederschlägt und damit Arbeitsplätze schafft", so der Staatssekretär bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Rektor der Kieler Universität, Prof. Dr. Jörn Eckert, dem Rektor der Universität zu Lübeck, Prof. Dr. Peter Dominiak, und der Direktorin am Forschungszentrum Borstel, Prof. Dr. Dr. Silvia Bulfone-Paus.

CAU-Rektor Prof. Jörn Eckert zeigte sich ebenfalls erfreut über den Erfolg für die schleswig-holsteinischen Wissenschaftler: "Sonderforschungsbereiche lassen sich nicht aus dem Hut zaubern, darauf wurde jahrelang hingearbeitet. Umso mehr freuen wir uns über das wunderbare Ergebnis für die Universitäten und Forschungseinrichtungen im Land", so Eckert. So sei gezielt an klaren Profilen für die Kieler Universität und an einer größeren Vernetzung mit anderen Forschungsstätten gearbeitet worden. Die gemeinsamen Sonderforschungsbereiche mit den Universitäten Lübeck und Greifswald würden neue Strukturen für eine Forschung über Stadt und Landesgrenzen hinaus schaffen. "Und davon profitieren alle", so Eckert, "weil die Chancen, auch andere Drittmittel einzuwerben, damit erheblich gestiegen sind."

Bewilligt wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für die fünf hier vorgestellen Sonderforschungsbereiche insgesamt 27 Millionen Euro Fördermittel (davon 15 Millionen für Schleswig-Holstein - siehe auch Anlage).

"Molekulare Mechanismen der epithelialen Abwehr" der Kieler Christian-Albrechts-Universität und des Forschungszentrums Borstel. Dabei geht es vor allem um die Erforschung des angeborenen Immunsystems und die Rolle des so genannten Epithels (zum Beispiel der Haut) als möglicher zentraler und unabhängiger Teil des Immunsystems und die Funktionen des Epithels bei Infektionen und Entzündungen.
Bewilligte Mittel: 6,57 Millionen Euro.

"Plastizität und Schlaf" der Universität zu Lübeck, der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und des Forschungszentrums Borstel. Dieser Sonderforschungsbereich basiert auf der Hypothese "Schlaf bildet Gedächtnis". Neuere Studien weisen nun auf die fundamentale Bedeutung des Schlafs für die Langzeitgedächtnisbildung hin. Der Sonderforschungsbereich dehnt das Konzept aus auf die Gedächtnisbildung im Immunsystem und auf die Regulation in den Stoffwechselsystemen (Übergewicht, Diabetes mellitus). Ziel ist es, schlafmedizinische Strategien zu entwickeln, um das breite Spektrum von Erkrankungen, bei denen solche Störungen der Gedächtnisbildung vorliegen (z.B. Schizophrenie), effizienter behandeln zu können.
Bewilligte Mittel: 6,84 Millionen Euro.

"Allergische Immunantworten der Lunge" an der die Universität zu Lübeck und das Forschungszentrum Borstel zusammen mit der Universität Marburg, der Ludwig-Maximilian-Universität München und der Technischen Universität München beteiligt sind.
Dabei geht es um die Bekämpfung von Allergien, unter denen allein in Deutschland schätzungsweise 24 bis 32 Millionen Menschen leiden. Ziel des Sonderforschungsbereiches sind vor allem neue Präventions- und Therapiekonzepte für allergische Lungenerkrankungen.
Bewilligte Mittel: 7,82 Millionen Euro.

"Grundlagen komplexer Plasmen", an dem die Christian-Albrechts-Universität zusammen mit der Universität Greifswald, dem Max-Planck-Institut für Plasma-Physik Greifswald und dem Leibniz-Institut für Niedertemperatur-Plasmaphysik Greifswald beteiligt ist. Dieser Forschungsbereich widmet sich dem Studium von Plasmen, die Mikropartikel, negative Ionen oder reaktive Moleküle enthalten. Die Ergebnisse tragen sowohl zu einem besseren Verständnis astrophysikalischer Vorgänge als auch zur Entwicklung innovativer Plasmatechnologien bei. Niedertemperatur-Plasmaverfahren sind schon heute bei der Herstellung mikroelektronischer Prozessoren und der Veredelung von Materialoberflächen unverzichtbar. Weitere Anwendungsfelder liegen in der Umwelt- und Medizintechnik.
Bewilligte Mittel: 5,15 Millionen Euro.

Im Rahmen des Sonderforschungsbereichs "Spezifität und Pathophysiologie von Signaltransduktionswegen" wurden knapp 1,2 Millionen Euro für eine Nachwuchsgruppe bewilligt. Das Großprojekt wurde im Juli 1998 eingerichtet und befindet sich derzeit in der dritten Förderperiode, die bis zum Juni 2007 laufen wird. Forschungsgegenstand sind molekulare Mechanismen der Signalverarbeitung in Zellen. Zielvorstellungen sind unter anderem die Aufklärung der Bedeutung von Signalwegen vor dem Hintergrund ausgewählter klinischer Krankheitsmodelle und die Aussicht auf schnelle klinische Umsetzung von Forschungsergebnissen. Neben Immunologen, Molekularbiologen und Biochemikern der CAU und des UKSH (Campus Kiel) sind auch Wissenschaftler/-innen des Forschungszentrums Borstel beteiligt.

Wie Wissenschafts-Staatssekretär de Jager sagte, werden mit den beiden ausschließlich schleswig-holsteinischen Sonderforschungsbereichen zusammen 13,4 Millionen Euro Drittmittel in den nächsten fünf Jahren an die beiden Universitäten und das Forschungszentrum Borstel fließen. Aus den beiden national angelegten Forschungsbereichen kämen weitere erhebliche Mittel hinzu. Auch die Bewilligung der Förderung der Nachwuchsgruppe habe für die Universität Kiel und damit für das Land eine große Bedeutung. "Durch die Förderung der Nachwuchsgruppen in Sonderforschungsbereichen wird die frühe Selbständigkeit von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterstützt", so de Jager.



Verantwortlich für diesen Pressetext: Harald Haase | Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr | Düsternbrooker Weg 94, 24105 Kiel | Telefon 0431 988-4420 | Telefax 0431 988-4705 | E-Mail: pressestelle@wimi.landsh.de |

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