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Wie können sich Tumoren ausbreiten und Metastasen bilden?

31.05.2005 - (idw) Klinik für Tumorbiologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

DFG bewilligt neues Verbundforschungsprojekt zu Wechselwirkungen von Tumorzellen und Gefäßen

FREIBURG. Mit dem Ziel, der Krebsforschung neue Impulse zu verleihen, hat die Deutsche Forschungsgemeinsaft (DFG) die Einrichtung eines neuen Schwerpunktprogramms (SPP 1190) mit dem Titel "Mechanismen der Tumor-Gefäß-Interaktion bei Tumorprogression und Metastasierung" beschlossen. Koordinator ist Prof. Dr. Dr. Hellmut Augustin, Leiter der Abteilung vaskuläre Biologie und Angiogeneseforschung an der Klinik für Tumorbiologie Freiburg. Das Schwerpunktprogramm wird in den nächsten sechs Jahren bundesweit 20 bis 25 wissenschaftliche Arbeitsgruppen fördern, die auf dem neuesten Stand der Technik beleuchten, wie Tumorzellen in Wechselwirkungen mit Blutgefäßen und Lymphgefäßen treten. Die Kommunikation zwischen Tumorzellen und Zellen der Gefäßwände ist entscheidend für das Wachstum von Tumoren und die Ausbreitung von Metastasen im Körper. "Wir wollen einen wissenschaftlichen Mehrwert insbesondere bei der Erforschung der Grenzfläche von vaskulärer Biologie und Tumorbiologie generieren. Zu diesem Zweck sollen die auf diesen Gebieten besonders ausgewiesenen Arbeitsgruppen zusammengeführt werden", so Prof. Augustin.

"Die Forschungsarbeiten innerhalb dieses Schwerpunktprogramms werden auch zum Paradigmenwechsel der tumorbiologischen Forschung beitragen, nach dem nicht mehr die isolierte Tumorzelle im Mittelpunkt der Untersuchungen steht", so Augustin weiter. Das Wachstum von Tumoren werde vielmehr zunehmend als ein komplexes vielzelliges Interaktionssystem zwischen den Tumorzellen auf der einen Seite und den Stromazellen des Wirtsorganismus auf der anderen Seite verstanden. Die Fokussierung auf Wechselwirkungen zwischen Tumorzellen und Gefäßwandzellen begründet sich dabei vor allem auf die Erfolge der Angiogeneseforschung der vergangenen Jahre. Fünfzehn Jahre nach Identifizierung des Schlüsselmoleküls der Tumorangiogenese, VEGF, hat 2004 das erste antiangiogene Tumormedikament, die klinische Zulassung erhalten und ist inzwischen auch in Deutschland erhältlich. "Der Wirkstoff hat die Türen geöffnet für neue, gegen Zellen des Tumorstromas gerichtete Tumortherapien", betont Augustin. Er ist davon überzeugt, dass zukünftige, auf diese Arbeiten aufbauende Forschungsanstrengungen entscheidend dazu beitragen können, eine rationale wissenschaftliche Grundlage für neue zielgerichtete Tumortherapien zu legen.

Kontakt:
sekretariat@angiogenese.de

Barbara Riess
Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Breisacher Str. 117
79106 Freiburg
Tel. 0761 206 1109
riess@tumorbio.uni-freiburg.de
Weitere Informationen: http://www.tumorvessel.de (SPP 1190) http://www.angiogenese.de (SPP 1069) http://www.tumorbio.uni-freiburg.de
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