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Würzburger Frühstudium nimmt Fahrt auf

31.05.2005 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Das Frühstudium an der Uni Würzburg nimmt in seinem zweiten Semester Fahrt auf: Die Zahl der Frühstudierenden ist von vier auf 13 gestiegen, das Fächerangebot hat sich ausgeweitet. An diesem bayernweit einzigartigen Projekt können besonders begabte und leistungsbereite Schüler aus den Klassen 11 bis 13, in Ausnahmefällen auch schon aus der zehnten Klasse teilnehmen. Daran interessierte Schüler, Eltern, Lehrer und Schulleiter sind zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung eingeladen. Sie findet am Mittwoch, 8. Juni, um 17.30 Uhr im Turing-Hörsaal des Instituts für Informatik auf dem Hubland-Campus statt. Projektleiter Professor Wolfgang Schneider und Fachkoordinator Richard Greiner geben einen Erfahrungsbericht und stellen Aufnahmeverfahren, Ablauf des Frühstudiums und Betreuungskonzept vor. Als Ansprechpartner für Schulen steht Armin Hackl zur Verfügung, Leiter des Deutschhaus-Gymnasiums, an dem es spezielle Hochbegabten-Klassen gibt.

Wer sich schon vor diesem Termin über das Frühstudium kundig machen will, kann das voraussichtlich am Sonntag, 5. Juni, ab 18.05 Uhr im Bayerischen Fernsehen tun. Die Macher der "Frankenschau" haben einen Beitrag über das Projekt gedreht, der an diesem Tag gezeigt werden soll.

An der Uni Würzburg können Frühstudierende an regulären Lehrveranstaltungen teilnehmen und Leistungsnachweise erhalten, die nach dem Erwerb der Hochschulreife und der Immatrikulation anerkannt werden. Während des Semesters werden sie von Fachmentoren betreut, die auch Kontakt zur Schule halten. Schneider und Greiner bescheinigen den Mentoren ein von Anfang an großes Engagement, das sich auszahle.

Zurzeit nehmen Frühstudierende an Vorlesungen, Übungen und Praktika in fünf Fächern teil: Archäologie (1), Informatik (3), Mathematik (5), Medizin (2) und Physik (3). Weitere mögliche Studienfächer sind unter anderem Anglistik, Biologie, Chemie, Geographie, Philosophie, Politische Wissenschaft und Psychologie. Für die zulassungsbeschränkten Studienfächer Biologie, Medizin und Psychologie gelten aber Einschränkungen.

Alle vier Frühstudierenden des vergangenen Wintersemesters haben konsequent an ihren Veranstaltungen teilgenommen und zumeist auch die Leistungsnachweise erworben, wie Professor Schneider mitteilt. Ihre einheitliche Meinung: "Uni ist viel spannender und interessanter als Schule - aber auch anstrengender." Eine Frühstudentin in Mathematik: "Das Niveau der Vorlesung war relativ anspruchsvoll, allerdings habe ich nie Schulwissen aus höheren Klassen dafür vermisst. Ich hatte sehr großen Spaß daran, neue Dinge zu erfahren, die über den normalen Schulstoff hinausgehen, und mich neuen Herausforderungen zu stellen." Diese Begeisterung hat Konsequenzen: Die beste Klausur in Linearer Algebra wurde von einer Frühstudentin geschrieben, und ein Frühstudent hat jetzt sogar ein "Doppelfrühstudium" begonnen.

Interessenten für ein Frühstudium müssen von der Schule vorgeschlagen werden. Das Aufnahmeverfahren läuft über die von Professor Schneider ins Leben gerufene und von der Karg-Stiftung geförderte Begabungsberatungsstelle. Die Bewerbungsfrist für das Wintersemester 2005/06 endet am 1. Juli. Die Bewerbungsunterlagen sind bei der Begabungsberatungstelle der Uni Würzburg, Röntgenring 10, 97070 Würzburg, einzureichen.

Grundvoraussetzung für die Aufnahme ist eine "einvernehmlich positive Grundhaltung" von Schule und Erziehungsberechtigten. Die Schulleitung stellt die Frühstudierenden für die Teilnahme an Lehrveranstaltungen vom Unterricht frei. Sie kann diese Einwilligung jederzeit zurückziehen - etwa dann, wenn die Leistung in der Schule nachlässt. Den versäumten Stoff müssen die Frühstudierenden selbstständig nacharbeiten. "Bisher haben die Teilnehmer diese Doppelbelastung sehr gut getragen. Das liegt sicher auch an ihrer großen Leistungsbereitschaft", so Schneider und Greiner.

Dank der Unterstützung durch die Deutsche-Telekom-Stiftung, die im Bedarfsfall unter anderem eine Fahrtkostenunterstützung gewährt, beginnt sich das Frühstudium flächendeckend über die rund 60 Gymnasien im Einzugsbereich der Uni auszubreiten, also in Unterfranken und den angrenzenden Regionen. Schon jetzt stammen die Frühstudierenden aus elf Gymnasien. Sechs kommen nicht aus Würzburg oder angrenzenden Gemeinden, sondern aus Aschaffenburg, Nürnberg oder Schweinfurt. Sie nehmen teilweise Anfahrtszeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln von über einer Stunde Dauer in Kauf - ein eindrucksvoller Beweis für ihre Motivation.


Kontakt: Dr. Richard Greiner, T (0931) 888-5029 oder 31-6023, E-Mail:
greiner@mathematik.uni-wuerzburg.de

Weitere Informationen, insbesondere über das Lehrangebot und die Bewerbungsunterlagen, finden sich im Internet (siehe folgende Links).
Weitere Informationen: http://www.mathematik.uni-wuerzburg.de/fruehstudium http://www.begabungsberatungsstelle.uni-wuerzburg.de
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